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Ein Synthesizer Expert wählt seine 5 bevorzugten Synthesizer aus

Diese virtuellen Synthesizer liebe ich
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Ich schreibe seit 1970 über Synthesizer und befasse mich seit 1990 mit virtuellen Instrumenten. Dennoch war es keine einfache Aufgabe die Anfrage von Audiofanzine nach meinen 5 „virtuellen Lieblingen“ zu beantworten - es gibt so viele gute auf dem Markt. Ich habe mich am Ende für die fünf entschieden die für mich in vielen verschiedenen Situationen am Nützlichsten sind.

Auch wenn sie sich preislich teilweise stark unterscheiden so verfügen alle nachfolgenden virtuellen Instrumente über ausserordentlich gute Sound Libraries. Alle laufen als Plug-Ins auf dem Mac OS X und Windows - Matrix 12 V kann zudem auch Standalone betrieben werden. 

Am meisten Fantasie: Spectrasonics Omnisphere ($499)

Von allen Software Synthesizern bevorzuge ich wohl Omnisphere. Ja, er kostet mehr als die anderen doch ich empfinde ihn als nützlicher mehr Situationen als irgendein anderer Hardware oder Software Synthesizer. Man erhält eine massive Sammlung von Patches und eine durchdachte und vielseitige Architektur mit der sich komplexe und tiefe Sounds programmieren lassen 

Omnisphere (dessen zweite Inkarnation Omnisphere 2 so gegen Ende April auf dem Markt erscheinen wird) ist eine Kombination aus Sample Playback und algorithmisher Klangerzeugung und bietet dem Anwender darüber hinaus ein riesiges Arsenal an Effektgeräten. Einer der Vorteile von Omnisphere liegt darin dass das Instrument 8-fach Multitimbral arbeitet. Man kann mit bis zu 8 Teilen Layers erstellen, komplexe Splits realisieren oder auf 8 Kanälen zwischen verschiedenen Parts hin- und herschalten. 

In diesem Beispiel hört Ihr einen Sound der aus dem Vorgänger (Spectrasonics Atmosphere) in Omnisphere importiert wurde. 

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Achtet auf die glasigen Klänge des Granular Garden Patches. 

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Vielseitigste: Native Instruments Kontakt ($399)

Kontakt ist aus vielen Gründen der beliebteste Profisampler auf dem Markt. Er verfügt über mehr als 43 GB Samples und bietet dem Anwender mehr als 1’000 Instrumente die eine Vielzahl an Musikrichtungen abdecken - inklusive ein paar sehr schöne Orchesterinstrumente. Die Synthesizer Engine von Kontakt verfügt über alle Tricks die man sich wünschen könnte und sollte dies doch einmal nicht ausreichen so stehen diverse Produkte von Drittanbietern wie Heavyocity, Soniccouture und ProjectSAM zur Verfügung. 

Tut Euch einen Gefallen und gebt €100 mehr für Komplete 10 aus, denn auf diese Weise erhaltet Ihr zusätzlich auch noch Absynth, FM8, Reaktor, Massive und eine Menge weitere virtuelle Instrumente und Effekte. 

Kontakt wird mit einer riesigen Auswahl an Sample Instrumenten ausgeliefert - inklusive diesem Harpsichord. 

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Wie die meisten Sampler so stellt auch Kontakt eine riesige Auswahl an Drum Loops zur Verfügung. Hier ist ein Beispiel:

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Inspirationsquelle: KV331 Audio SynthMaster ($99)

Lasst Euch nicht vom Preis ablenken. SynthMaster ist ein weiterer Soft Synth der alle Bedürfnisse abdeckt und kann wegen seiner modularen Fähigkeiten schon fast als modularer Synthesizer beschrieben werden. Man erhält eine vielseitige Architektur mit verschiedenen Synthese Engines, eine Menge Filter Typen und acht Hüllkurven für jede der zwei unabhängigen Layers. Die Fähigkeit partielle Presets zu speichern und wieder abzurufen - zum Beispiel Einstellungen für nur den Filter oder die Modulationsmatrix - ist eine echte Zeitersparnis beim Erstellen eigener Patches. 

SynthMaster wird mit 800 Presets ausgeliefert. Für einen Aufpreis von $129 erhält man weitere 150 Presets oder für $379 alle 1’700 Expansion Presets des Everything Bundles. 

SynthMaster kann eindrückliche Pads wie diesen ‚Lost in Space FN‘ erzeugen. 

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KY Innocent Keys ist ein in Reverb gebadetes Preset. 

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Beste Emulation: Arturia Matrix 12 V ($169)

Arturia ist am besten bekannt für seine präzisen Emulationen klassischer Synthesizer. Diese sind allesamt Exzellent doch das neueste Instrument Matrix 12 V (ein Nachbau des seltenen Oberheim Synthesizers aus den 80er Jahren) setzt dem ganzen die Krone auf. Ich besass einen Matrix 12 und die Version von Arturia besitzt den Charakter und traumhaften Klang dieses einzigartigen Synthesizers nahezu perfekt. Wie man aus dem Namen schliessen kann geht es beim Matrix um Modulationsmöglichkeiten und diese sind aufgrund des virtuellen Nachbaus einfacher denn je zu bedienen. Ich empfehle auf jeden Fall die $399 für die gesamte V Collection auszugeben welche alle virtuellen Instrumente von Arturia beinhaltet. 

HRF Wow Pad EN ist ein exzellentes Beispiel dafür wie sehr Matrix 12 V wie das Oberheim Matrix-12 klingt. 

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Eine grosszügige Auswahl an Presets verleitet Euch dazu für Soli, Bässe und Pads nach dem Matrix 12 V zu greifen. 

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Der Wärmste: u-he Diva ($179)

Auch wenn jedes virtuelle Instrument von u-he empfehlenswert ist so verwende ich wohl Diva am häufigsten. Für meine Ohren beweist Diva dass ein Softsynth genau so warm und ‚analog‘ wie ein echter analoger Synthesizer klingen kann - und das für wesentlich weniger Geld. Im Gegensatz zu anderen Plug-Ins die über diverse Klangerzeuger verfügen oder spezifische Hardware Pendants emulieren konzentriert sich Diva auf ein Ding und tut dies extrem gut: Analog Modeling. Die geschieht indem verschiedene Hardware Schaltungen präzise simuliert werden und tut dies mit Techniken die ursprünglich für das Industrial Circuit Design entwickelt wurden. Diese Herangehensweise benötigt eine Menge CPU, doch Diva bietet eine Möglichkeit die Klangqualität für mehr Leistung zu verringern und dabei immer noch grossartig zu klingen. 

Hier ist ein Beispiel dafür wie warm und lebendig Diva klingen kann:

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Gewisse Diva Patches schreien förmlich danach gespielt zu werden - wie der folgende mit dem Namen HS Duduwap 1. 

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Geary Yelton ist ein ehemaliger Senior Editor für Electronic Musician, für das er seit 1985 Artikel schrieb. Er ist der Author von zwei Ausgaben des The Rock Synthesizer Manual und arbeitete als Studio Synthesizer Experte für drei grosse Atlanta Aufnahmestudios. Aktuell ist er als Freelance Author und Consultant für die Bob Moog Foundation in Asheville, North Carolina unterwegs. 

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