Spectrasonics Trilian
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Spectrasonics Trilian

Trilian, Virtueller Bass from Spectrasonics.

public price: 229 € TTC
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Spectrasonics Trilian Software: Der Test

Trilogy ist Tot: Lang lebe Trilian!
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Spectrasonics führt nun schon seit 16 Jahren eine leidenschaftliche Affäre mit Bassgitarren. Bereits lange vor Omnisphere, Stylus und Distorted Reality, stellte das Team um Eric Persing mit Bass Legends eine Sample Library vor, bei der die Inspiration von drei der wohl bekanntesten Bassisten ausging: Marcus Miller, John Patitucci und Abraham Laboriel.

Was virtuelle Bässe betrifft, so hat Spectrasonics im Jahre 2002 mit Trilogy voll ins Schwarze getroffen. Trilogy basierte auf der UVI Engine von Ultimate Sound Bank (die auch bei Plugsound und MacFive von MOTU zur Anwendung kommt), verfügte auf einer (für damalige Zeiten) riesigen Sample Bank von 3 GB und wurde in seiner Kategorie sehr schnell zu einem Referenzprodukt. Weitere Gründe für diesen Erfolg fanden sich in den sorgfältig und präzis bearbeiteten Samples, vor allem in der konkurrenzlosen Flexibilität. Man hatte die Wahl zwischen Modern, Vintage, Acoustic, Electric, oder Synth Bass Sounds und konnte bei den Spieltechniken aus Finger, Pick und Slap auswählen - ergänzt wurden diese endlosen Möglichkeiten noch durch einen wunderschönen Kontrabass. Es gab zwar Anwender, denen der Klangcharakter von Quantum Leap Hardcore Bass (eher harte Sounds, die sich vor allem für Rock, Industrial und Big Beat eigneten), oder Scarbee besser gefiel, aber beide mussten sich was Auswahl und Qualität betraf gegenüber Trilogy diskussionslos geschlagen geben. Doch auch wenn Trilogy beim Programmieren von Bass Sounds auf jeder Linie überzeugen konnte (dank den True Staccato Programs, die bei den vier tiefsten Oktaven die Noten aushielten, aber bei den vier höheren Oktaven Staccato Noten erzeugten), so war Trilogy keinesfalls perfekt: Gewisse Anwender bemängelten einen fehlenden Charakter, während anderen der etwas übergrosse Klang der Instrumente missfiel, der sich zwar für Solo Sequenzen hervorragend eignete, aber nicht wirklich in einen vollen Mix einbetten liess...

Im Vergleich mit den neusten Produkten von Scarbee und Pettinhouse kann Trilogy also sein Alter  nicht mehr so einfach verbergen...zu viel hat sich hier auf der technischen Seite in den letzten paar Jahren getan. Aber genau aus diesem Grund empfangen wir jetzt den Nachfolger Trilian mit offenen Armen.

Big Mama

Spectrasonics TrilianDie gute Nachricht ist, dass Trilian mit mehr als 100'00 Samples daher kommt (21'000 Samples wurden allein für den Kontrabass aufgenommen!) - also ein Vielfaches seines Vorgängers vorweisen kann. Neben all den Samples, die auch schon bei Trilogy zur Anwendung kamen (und somit eine komplette Rückkompatibilität garantieren), erhält man auch eine Menge neuer Instrumente - insgesamt sind dies 1'290 Patches an der Zahl! Man hat die Wahl zwischen allen möglichen E-Bässen (von Fender bis Music Man, Yamaha, Epiphone, Lakland und Fodera), und einer Synth Bass Kategorie, die auf 333 Sounds der besten Synthesizer der letzen 50 Jahre aufgestockt wurde (Novation Bass Station, Yamaha CS-80, Cwejman Modular, Moog Minimoog, Little Phatty, Voyager & Taurus, Korg MS-20, Oberheim, ARP 2600, Roland Juno 60/106, Waldorf Pulse, DSI Mopho & Tetra, Roland TB-303, SH-101, Metasonix KV-100 Assblaster, SE-1, Omega, ATC-1, etc.). Doch es gibt noch mehr: Spectrasonics spendiert dem Anwender zusätzlich einen Chapman Stick plus alle Instrumente aus dem bekannten 'Bass Legends'. Abgerundet wird die Sache noch durch zwei neue Kontrabässe, die vom Hersteller eine besondere Beachtung erhalten haben und bis zu 12 Dynamikstufen, 16 Round Robins und einen absolut eindrücklichen Klang besitzen.

Schwache Systeme aufgepasst...

Und es werde leicht...


Trilian verwendet zum Auslesen von Samples eine Technik, die 'Hard Disk Streaming' genannt wird und eine Menge RAM benötigt, um rund zu laufen. Um das Problem zu lösen, bietet Spectrasonics 'Lite' Versionen der verschiedenen Patches, die über eine Menge Optionen verfügen, und auf die über das 'System' Menü, oder die 'Lite Versions Options' Schaltfläche zugegriffen werden kann. Hier kann bestimmt werden, wie viel RAM der Software maximal zugewiesen werden soll, wie viel Round Robin Stufen Trilian verwenden soll (oder ob überhaupt), oder ob man Funktionen wie Legato abstellen möchte. Die interessanteste Option ist aber wohl dir Reduzierung der Dynamikstufen und damit die Reduzierung der verwendeten (und geladenen Samples). Da ein Bass in einem fertigen Mix sowieso häufig stark komprimiert wird, ist dies eine intelligente Art und Weise, den benötigten Hauptspeicher zu reduzieren. Das funktioniert perfekt, wenn man einen Bass schön in einen Rock Song einmitten möchte, ist aber weitaus weniger interessant, wenn man mit dem 'Upright Bass' Sound ein wunderschönes Solo einspielen möchte - da geht es dann doch schnell auf die Kosten des musikalischen Ausdrucks. Wer also wirklich das Beste aus Trilian herausholen möchte, der ist gut beraten einen Computer zu verwenden, der mehr als 4 GB RAM besitzt - schliesslich verwendet man ja häufig parallel auch noch andere Instrumente und Plug-Ins.


Natürlich hat jede Medaille auch ihre Kehrseite! Dieser neue Funktionsumfang benötigt einen wirklich leistungsfähigen Computer mit mindestens 4 GB RAM. Das ist im Vergleich zu Omnisphere - das selber nur 2 GB RAM benötigt - ein ziemlicher Sprung nach oben. Wenn man bedenkt, dass jeder Patch zwischen 1 GB bis 2.3 GB RAM, in gewissen Fällen (z.B. Kontrabass) sogar bis zu 3.3 GB, benötigt, dann sind diese Voraussetzungen natürlich nachvollziehbar. Dennoch haben uns diese Werte überrascht. Schliesslich ist es ja die Idee, dass man Trilian in einem kompletten Mix verwendet. Ein Einsatz neben anderen Schwergewichten wie BFD, East West's Symphonic Orchestra,  oder Ivory Grand Pianos hat uns dann doch ein wenig Angst gemacht...

Zuerst habe ich mal versucht, die Software auf einem Windows System mit 32 Bit und 3 GB RAM zu installieren. Ich konnte zwar einige Patches laden, doch bei Sounds wie dem Kontrabass verweigerte Trilian dann doch den Dienst. Also habe ich mein RAM auf 6 GB erhöht und mein Betriebssystem auf Windows 7 64Bit erhöht. Nach einer Neuinstallation von Cubase 5.1 und neuen Treibern für mein Interface (Echo Gina3G) war mein System dann endlich kompatibel mit Trilian...

Die Installation aller 5 DVDs ging zwar eine Weile, verlief aber ohne weitere Komplikationen. Nach der erfolgreichen Online Autorisierung stand ein 3-stufiges Software Update auf die Version 1.2 an: Ein Patch für die Software, ein Patch für die Presets und ein Patch für die Sample Bank. Alles lief problemlos...auch wenn ich denke, dass man dies auch mit einer einzigen Installationsroutine hätte lösen können...

Wenn wir schon bei der Installation sind, so sollte noch erwähnt werden, dass es für Trilian keine Standalone Version gibt. Man kann die Software also nur innerhalb der bevorzugten Host Anwendung als VSTi, AU, oder RTAS Plug-In laden. Gibt es eine Bedienungsanleitung? In Druckversion wird einem lediglich der Installationsprozess erklärt. Die 'echte' Anleitung findet sich auch nicht als PDF Version, sondern als HTML Help Menü innerhalb von Trilian - zugegriffen wird darauf über den Internet Browser. Die Anleitung ist an sich komplett und sehr ausführlich und beschreibt jede Funktion von Trilian im Detail - erwartet einfach nicht, dass Euch hier erklärt wird, wie man eine Bass Performance programmiert. Wird sind uns aber sicher, dass Spectrasonics hierzu schon bald eine Video Anleitung zur Verfügung stellen wird.

Omnisphere für Bass

Wer Instrumente von Spectrasonics bereits kennt (vor allem Omnisphere), der sollte keine Probleme haben, sich in Trilian einzuarbeiten. Trotz der schönen Bedienoberfläche - die einem Kontrabass nachempfunden wurde - basiert das Interface doch auf Omnisphere. So bietet einem der Preset Manager ebenfalls eine Suchfunktion und eine sehr effektive 'Tag' Funktion, über die man Instrumente unter anderem nach Typ, Instrument, Spieltechnik und Artikulationen unterteilen kann. Der Preset Manager ist also sehr durchdacht - und das ist auch gut so! Die Sound Bank von Trilian basiert wie diejenige von Omnisphere auf einer sehr komplexen Architektur.

Zuoberst in dieser sehr durchdachten Struktur findet sich der sogenannte 'Multi', bei dem es sich um eine Art 'Super Patch' handelt und über 8 Parts und 4 Racks für Aux Effekte und ein Master FX Rack verfügt. Multi-Patches können über vier Anzeigen editiert werden: 'Mixer' für die verschiedenen 'Parts' des Multi, 'FX' um die FX Racks anzusteuern, 'Live' um zwischen verschiedenen 'Parts' umzuschalten (über ein 'Keyswitch' System) und 'Stack' um Keyboard Splits, oder das Volumen zwischen verschiedenen 'Parts' einzustellen.

Spectrasonics TrilianEine Stufe weiter unten findet man die bereits erwähnten 'Parts', bei denen es sich um einfache Instrument Patches handelt (zum Beispiel Staccato, Sustain, Vibrato), die in einen der 8 Multi Slots geladen werden können. Einstellungen können hier ebenfalls über 4 Anzeigen vorgenommen werden: 'Arp' (ein 32-stufiger Arpeggiator/Sequenzer), 'FX' (mit vier Insert Effekten) und 'Edit' (mit Modulations Matrix, Multimode Filter, 6 LFOs und vier Hüllkurven). War da nicht von vier Anzeigen die Rede? Natürlich: Am Ende gibt es natürlich noch 'Main'.

Über diese neue Funktion können alle 'Main' Parameter eines Patches in einer einzigen Anzeige zusammengefasst werden - ähnlich wie man sich dies vielleicht schon von Kontakt, oder Combinator von Reason gewohnt ist. Dieses frei konfigurierbare Fenster macht das Leben aller Anwender wirklich einfacher. Einfach über Rechtsklick einen Regler, oder eine Taste aktivieren/deaktivieren und anschliessend einem Parameter zuweisen. Man kann sogar den Namen festlegen. Es ist in der Tat so, dass man die Bedienoberfläche den eigenen Bedürfnissen anpassen kann, indem man beliebig Elemente wie ein On/Off Schalter, oder ein Regler für die Cutoff Frequenz eines Filters hinzufügt.

Gehen wir aber zurück zur Klangarchitektur: Jeder 'Part' besteht aus zwei 'Layers', wobei jedes 'Layer' über ein eigenes Edit Fenster mit FX Sektion und sogenannten 'Soundsources' (Sample Banks inklusive MIDI Mapping der Sounds, Tags und anderen 'Meta' Informationen der Samples) verfügt. In anderen Worten findet sich hier alles ausser 'FX' und 'Modulations'. Es kann durchaus sein, dass diese Architektur für Leute, die eigentlich nur einen vernünftigen Bass Sound möchten, viel zu ausführlich gehalten wurde. Dennoch erhält man auf diese Weise sehr viele Möglichkeiten, um auf den Klang Einfluss zu nehmen - und wir haben noch nicht einmal die 'FX' Sektionen und die verschiedenen Modulationsarten erwähnt. Die Möglichkeit, die 'Soundsource' eines Patches verändern zu können, ohne dabei dessen andere Einstellungen zu beeinflussen, garantiert dem Anwender viele Stunden, die mit Experimentieren verbracht werden können: Wie tönt wohl der Hardcore Bass mit einem Wah und Fuzz in Kombination mit einem Kontrabass? Ein Klick und man weiss mehr! Häufig erhält man damit sogar durchaus brauchbare Ergebnisse...

Ok, aber tönt die Software auch?

Ja. Sehr gut. Zu gut! Wir haben aber von einem der besten Sounddesigner Teams der Welt auch nichts anderes erwartet: Die ersten Minuten, die man mit diesem Instrument verbringt sind wahrlich schockierend - im Vergleich zu Trilian tönt Trilogy antik. Dafür gibt es verschiedene Gründe - mitunter die zehn mal grössere Sample Bank und die Grösse der einzelnen Patches.

Die erste hörbare Verbesserung liegt in der 'Round Robin' Technologie. Was ist 'Round Robin' fragt Ihr? Es handelt sich hierbei um eine Technologie, die bei derselben gespielten Note und Dynamik unterschiedliche Samples abspielt, und somit die Performance authentischer klingt. Trilian verwendet dazu bis zu 16 Samples. Die Round Robin Technologie kann wahlweise im 'Sequential' Modus (immer gleich Reihenfolge), 'Random' Modus (zufällig), oder 'Random Cycle' Modus (zufällige Sequenzen für jeden Zyklus) verwendet werden. Im Vergleich dazu hat Trilogy lediglich über einen 'True Staccato' Modus mit zwei Round Robin Samples verfügt. Hört Euch dieses Resultat mit dem 'Rock P-Bass' Patch an: Zuerst ohne Round Robin und anschliessend mit einem Kontrabass Patch mit 16-fachem Round Robin:

noroundrobin pbass dry
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  • noroundrobin pbass dry00:11
  • roundrobin pbass dry00:11
  • roundrobin upright dry00:11


Eine weitere neue Funktion findet sich in 'Dynamic Legato'. Damit lassen sich 'Trills', 'Hammer-Ons' und 'Pull-Offs' ganz einfach erzeugen: Hält man eine Note, so kann man mit den anliegenden Halbtönen den entsprechenden Klang erzeugen. Diese Funktion ist wirklich sehr intuitiv und für die Performance eine echte Bereicherung - und genau aus diesem Grund bedauern wir, dass diese Funktion auf nur zwei Noten beschränkt ist. Weitere Möglichkeiten lassen sich wie beim Trilogy auch hier nur über den 'Solo' Modus, oder den 'Glide' Modus realisieren...und auch dann sind die Resultate nicht vollkommen überzeugend.

Hier ist ein Trill, den ich mit dem Rock P-Bass eingespielt habe:

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Und hier ist ein 'Down-Slide', die ich zuerst mit der Dynamic Legato Funktion und dann mit allen Noten erzeugt habe:

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Um einen Vergleich bieten zu können gebe ich Euch nochmals dasselbe mit dem 'Rock Picked Bass':

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Trilian bietet natürlich mehr Dynamikstufen als sein Vorgänger. Dies ist natürlich im Vergleich zu Trilogy in riesiger Schritt nach vorne, auch wenn die Dynamikstufen bei den meisten Instrumenten immer noch hörbar sind:

vlocitroundrobin pbass dry
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  • vlocitroundrobin pbass dry00:08
  • vlocitroundrobin upright dry00:08


Da Bassgitarren in den meisten Mixes aber sowieso stark komprimiert werden, sollte diese eigentlich gar nicht so stark ins Gewicht fallen...

Neben all den Details, die auf den ersten Blick zwar unwichtig erscheinen, den Klang aber dann doch wesentlich authentischer wirken lassen, steht dem Anwender ein 'Release Noise' für jede Note und spezielle Programs für Slides (nach oben und unten) zur Verfügung. Somit ist es eine wahre Freude einen Multi in Echtzeit zu spielen, aber auch Sounds wie den folgenden zu erzeugen:

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Extrem Vielseitig

Wie bereits schon eingangs erwähnt, fehlt es in der Soundbank wirklich an nichts. Neben einer Menge hochwertiger Synthesizer Bässen erhält man auch eine wesentlich breiter gefächerte Klangpalette als noch bei Trilogy. Das hat zweifelsohne etwas mit den gesampelten Instrumenten zu tun, die von einem Vintage Bass, über einen Chapman Stick bis hin zu Precision Bass und Kontrabass reichen. Ein weiterer Grund liegt aber wahrscheinlich auch darin, dass alle diese Instrumente gleichzeitig über eine DI Box und einen Verstärker aufgenommen wurden. Diese beiden Signale können frei miteinander kombiniert werden und geben einem enorme Freiheit in der Klanggestaltung.

Hören wir uns einen Bass mit 100% Verstärker und 0% Pickup an:

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Jetzt dasselbe mit einem Verstärker auf 0% und einem Tonabnehmer auf 100%:

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Die Kontrabässe profitieren ebenfalls von dieser Möglichkeit, auch wenn der Pickup hier ein wenig sehr elektrisch tönt und der Verstärker durch ein U-147 Mikrofon ersetzt wurde (welches dem Signal eine Menge Luft verleiht).

Führt man sich noch alle FX Sektionen vor Augen und man fängt an, die endlosen Möglichkeiten zu begreifen...


Effekte

Die meisten Effekte tönen wirklich sehr gut, doch es scheint, als ob die alle von Omnisphere stammen und nicht speziell für den Bass entwickelt wurden. Neben Flanger, Phaser, Chorus, Distortion, Komprimierung und EQ erhält man eine Menge Delay, Reverb und sogar Formanten Effekte. Einzig einen Octaver sucht man vergebens! Auch wenn man den Effekt selber erstellen kann, indem man den gleichen Patch in zwei verschiedenen Ebenen lädt und anschliessend einen davon in der Tonhöhe verändert, so verbraucht dies doch weitaus mehr RAM/CPU, als es ein einfacher Harmonizer Effekt tun würde.
Von diesem Detail einmal abgesehen sind alle Effekte wirklich gut und erlauben es, den Klang gezielt den eigenen Wünschen anzupassen:

goodtimes jbass wah
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  • goodtimes jbass wah00:09
  • goodtimes jbass sfx100:09
  • goodtimes jbass delay00:09
  • goodtimes jbass fuzz00:09


Spectrasonics OmnisphereUnd vergessen wir nicht die riesigen Möglichkeiten, welche einem durch die Modulation Matrix, die Multimode Filter, die Hüllkurven und LFOs geboten werden, auf die man über das Edit Fenster zugreifen kann.     

Aus dieser Sichtweise ist Trilian eher ein wahres Sounddesign Werkzeug als 'bloss' ein virtueller Bass. Dies wird natürlich vor allem Sounddesigner ansprechen - diesen sollte an dieser Stelle auch gesagt werden, dass Trilian perfekt mit Omnisphere und Stylus RMX harmoniert!

Alle Patches von Trilian können direkt in Omnisphere geladen und von dort aus mit einem Omnisphere Sound kombiniert werden. Hört Euch dazu die folgenden Klangbeispiele an. Zuerst hört man einen Trilian Patch, anschliessend einen Omnisphere Patch und zuletzt beide Patches in Omnisphere kombiniert.

mixomnisphere trilianalone
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  • mixomnisphere trilianalone00:52
  • mixomnisphere omnialone00:52
  • mixomnisphere00:52


Spectrasonics Trilian and StylusWas Stylus betrifft, so arbeitet die Anwendung wunderbar mit dem Arpeggiator von Trilian zusammen: Über einfaches 'Drag-and-Drop' kann eine Arpeggiator Sequenz in Trilian mit dem Groove eines Stylus Loops gesteuert werden. Hört Euch dazu folgendes Beispiel an:

Groove und Arpeggiator ohne Sync:

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Arpeggiator durch Stylus gesteuert:

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Diese sehr leistungsfähige und extrem einfach einsetzbare Funktion ermöglicht es, auf die Schnelle Musik zu komponieren - dies ist vor allem Interessant für Komponisten, die Stücke für Broadcast erstellen. Zieht man in Betracht, dass alles in Omnisphere geladen werden kann, so liegt die Behauptung nahe, dass diese drei virtuellen Instrumente extrem gute Musik mit nur sehr wenig Aufwand generieren können...

Fazit

Basierend auf unserer bisherigen Erfahrung mit Omnisphere und Trilogy, so hat sich auch Trilian als die 'Killer'-Anwendung entpuppt, die wir erwartet hatten. Neben dem absolut perfekten Sample Material und den riesigen Bearbeitungsmöglichkeiten, sind die wichtigsten Pluspunkte für Trilian vor allem seine Flexibilität und der günstige Preis. Natürlich erhält man die vergleichbar hochwertigen Scarbee Bässe von Native Instruments für nur €89. Doch da kauft man sich eben nur einen Bass, der wahlweise über DI, oder einen Verstärker aufgenommen wurde. Mit Trilian erhält man eine Vielzahl an Bässen (die über DI und Verstärker aufgenommen wurden), eine umfassende Bass Synthesizer Library, einen Chapman Stick, einen Kontrabass, einen Fretless Bass, usw. Somit hat diese Software im Augenblick keinen vergleichbaren Mitstreiter auf dem Markt. Punkt!

Der Fakt, dass Trilian perfekt in Kombination mit Stylus RMS und Omnisphere arbeitet, macht  diese Anwendung für gewisse Musiker zu einem Muss. Als langjähriger Trilogy Benutzer (und Liebhaber) kann ich wirklich sagen, dass die Qualität dieser beiden Anwendungen nicht mehr verglichen werden kann (Trilogy ist 8 Jahre älter...).

Das einzige, was es bei Trilian zu bemängeln gibt, sind dessen hohe Systemanforderungen. Man kann zwar die Qualität der Patches verringern, oder auf die Freeze Funktion des Sequenzers zurück greifen, dennoch ist immer noch ein wenig verwunderlich, dass ein Bass so viele CPU Ressourcen beanspruchen kann...

Auf jeden Fall hat Mr Persing mit seinem Team ein wirklich starkes Produkt vorgestellt, und wenn man den Preis betrachtet, so wird es die Konkurrenz schwer haben, etwas vergleichbares auf den Markt zu bringen...

  • Sehr umfassende Bass Library
  • DI Box und Verstärker Sound
  • Artikulationen um authentische Bass Performances einspielen zu können (Hammers, Slides, etc.)
  • Round Robin Funktion
  • Die gesamte Klangqualität kann restlos überzeugen
  • Editier- und Bearbeitungsmöglichkeiten
  • Integration in Omnisphere und Stylus
  • Wunderschöner Kontrabass
  • Chapman Stick - eher eine Seltenheit
  • Günstiger Preis

  • Zu komplex für Leute, die einen 'einfachen' Bass für ihre Produktion wünschen
  • (Zu) hohe Systemanforderungen
  • HTML Bedienungsanleitung ohne Informationen darüber, wie man die Software eigentlich programmiert