Zoom S2t ZFX Stack Package
+
Zoom S2t ZFX Stack Package

S2t ZFX Stack Package, USB audio interface from Zoom in the ZFX series.

Price engine
Kleinanzeigen
Foren
  • Textgrösse erhöhen oder verringern
  • Drucken

Zoom Stack Package: Der Test

Kleine Röhre grosse Wirkung?
  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it
  • Mail

Obwohl das Konzept nicht unbedingt originell ist, so hat Zoom doch ein interessantes Interface auf den Markt gebracht, welches Gitarristen und Bassisten mit einer vielseitigen Software/Hardware Lösung ausstattet – ergänzt mit einer integrierten Röhre.

Obwohl das Konzept nicht unbedingt originell ist, so hat Zoom doch ein interessantes Interface auf den Markt gebracht, welches Gitarristen und Bassisten mit einer vielseitigen Software/Hardware Lösung ausstattet – ergänzt  wird das ganze durch eine integrierten Röhre. In den letzten Jahren ist ja diesbezüglich schon eine Menge Equipment auf dem Markt erschienen (speziell von Line 6) – doch Zoom spinnt diese Idee noch ein wenig weiter und kombiniert eine Verstärker Modeling Software mit einem USB Audio Interface welches über einen Hi-Z Eingang und eine Röhrenschaltung verfügt. Schauen wir uns das ganze einmal genauer an...

Vue généraleDas S2t Interface kommt in Form eines kleinen Verstärker Tops daher (222mm x 145mm x 82.5mm) und ist im Vintage Look gehalten. Das ganze scheint ganz gut und robust (1.1kg) verarbeitet zu sein. Die Regler sehen nicht billig aus und fühlen sich auch nicht so an. Sie verfügen gerade über genug Widerstand um Einstellungen präzise vorzunehmen. Vielleicht hätte man die einzelnen Potis ein wenig weiter auseinander positionieren können – es kommt schon mal vor, dass man beim Drehen auch mal aus Versehen einen anderen Regler verstellt. Die ganzen Ein- und Ausgänge scheinen auch äusserst solide verarbeitet zu sein. Insgesamt scheint dieses Gerät sehr hochwertig verbaut zu sein – speziell wenn man es mit der Konkurrenz vergleicht.

Installation

Das ZFX Paket beinhaltet das S2t Interface und das ZFX Plug-In. Die Installation auf Windows XP ging ziemlich reibungslos von statten. Das Interface kann angeblich auch einfach auf Mac OS X und Linux Systemen ohne weitere Treiber  installiert werden. Dabei sollte man aber bedenken, dass die mitgelieferte Software nur auf Windows läuft. Deshalb hat Zoom auch Guitar Rig 3 LE beigelegt und nicht weil sie dachten ihre Anwendung sei nicht gut genug. Als weitere Software ist zudem Steinberg's Cubase LE4 beinhaltet.

Vue généraleIch wollte mal sehen, ob das Interface und die Software auch auf einem weniger leistungsfähigen Computer betrieben werden kann und habe das ganze auf meinem alten Laptop installiert (Windows XP SP2, 512MB RAM). Ausser ein paar Grafikfehlern (meine Karte ist da ohne Zweifel ein wenig zu alt) funktionierten die Software und das Interface tadellos. Mit den richtigen Einstellungen in meiner DAW (Sonar) erhielt ich eine sehr tiefe Latenz (1ms) was mich bei diesem USB Interface doch sehr überraschte.
Es gibt zwei PDFs (Startup und Bedienungsanleitung) und zwei sehr kurze, gedruckte Startup Guides. Das Problem mit den letzteren ist, dass sie sich hauptsächlich auf die Installation und die ZFX Software konzentrieren (150 Seiten!). Es gibt fast gar nichts über das physische Interface selber oder über weitergehende Einstellungen. Ich hatte ein Problem mit der Monitoring Latenz die viel zu hoch war (15 – 20ms) und konnte darüber keinerlei Informationen finden. Ich musste also alle Grundeinstellungen und erweiterten Funktionen durchtesten und fand die Lösung erst, als ich die Buffer in den erweiterten Einstellungen veränderte. Im Nachhinein schien mir das natürlich ziemlich logisch aber dennoch wurde dieser Zusammenhang in keiner der Anleitungen erwähnt.

Das S2t wurde entwickelt um auf dem Tisch platziert zu werden (es bleibt dank seines Gewichts und den 4 Gummifüssen am Platz). Es können Gitarren, Bässe, Mikrofone oder Keyboards verbunden und bis zu 24bit/48kHz aufgenommen werden. Das ganze wird über USB gespiesen – ein externes Netzteil ist also nicht erforderlich (sehr interessant).

Eigenschaften und Spezifikationen


ArrièreDas S2t wurde entwickelt um auf dem Tisch platziert zu werden (es bleibt dank seines Gewichts und den 4 Gummifüssen am Platz). Es können Gitarren, Bässe, Mikrofone oder Keyboards verbunden und bis zu 24bit/48kHz aufgenommen werden. Das ganze wird über USB gespiesen – ein externes Netzteil ist also nicht erforderlich (sehr interessant).

Vorderseite

Auf der Vorderseite befinden sich Verbindungen für die Hi-Z, Fussschalter und Control-In Eingänge plus ein Kopfhörerausgang. Es stehen 6 Regler zur Verfügung: Tube Level, Solid State CH1, Solid State CH2, Direct Monitoring, Phones und Output. Schliesslich gibt es noch drei Schalter: ein Hi-Z/Mic/Line Schalter, ein Mono/Stereo Schalter und ein Phantom 48V On/Off Schalter.
Der Hi-Z Eingang verfügt über eine 12AX7 Röhre – dies ist wohl das bezeichnende Merkmal dieses Interfaces. Damit kann der Solidstate Sound mit der Komprimierung und Sättigung einer echten Röhre kombiniert werden.

Rückseite

ArrièreAuf der Rückseite finden sich: Stereoausgänge (L/R Klinke), Stereo Aux In (Mini Klinke), 2 Line Eingänge (L/R Klinke) und 2 XLR/Line Combo Mikrofoneingänge. Hier befindet sich auch der USB Stecker (1.1 – aber auch mit 2.0 kompatibel). Die zwei eingebauten XLR Eingänge können mit der  integrierten Phantomspeisung betrieben werden – die Verwendung von Kondensatormikrofonen ist somit möglich.

Das ZFX Stack Package (im Vergleich zum ZFX Control Package) wird nicht mit einem Fussschalter ausgeliefert, besitzt aber dennoch einen Eingang dafür. Ich konnte diese Funktion nicht testen doch gemäss Zoom sollen damit Tone und Volumen angesteuert werden können. Zudem können Kanäle, Delay Zeiten, Patches usw. umgeschaltet werden.

ZFX Plug-In


ArrièreEin Hauptmerkmal des ZFX Stack Package ist das ZFX Plug-In von Zoom (kann auch Standalone betrieben werden) mit dem sich Verstärker, Bodeneffekte, Mikrofone und anderes simulieren lassen – ähnlich wie bei Guitar Rig und Amplitude. Lasst Euch nicht davon täusche, dass Zoom Guitar Rig 3 LE mitgeliefert hat – dies soll keinesfalls bedeuten, dass Zoom das eigene Produkt als minderwertig betrachtet (das solltet auch Ihr nicht tun!). Es bedeutet lediglich, dass das ZFX Plug-In nur auf Windows läuft und Guitar Rig 3 LE anstandshalber beigelegt wurde.

Hier sind ein paar der Hauptmerkmale:

5 Bassverstärker
16 Lautsprecher
4 Arten Aufnahmemikrofone
41 Bodeneffekte

Ein komplette Auflistung der Verstärker, Bodeneffekte und Mikrofone findet Ihr hier.

ArrièreEin paar der interessanteren Eigenschaften dieses Plug-Ins sind: Drag-and-Drop Möglichkeiten (für fast alles in der GUI), ziemlich flexible Positionierung der Mikrofone (nahe Mikrofonierung für einen kernigeren Klang und indirekte Mikrofonierung für mehr Räumlichkeit) und eine ziemlich intuitive Benutzeroberfläche. Das Plug-In (und die Standalone Version) ist in fünf Felder unterteilt: <em>Tool Catalog, Signal Control, Amplifying, Effect und Bypassing.

Tool Catalog
Es steht eine einfach lesbare Ansicht aller vorhandenen Modelle zur Verfügung (Verstärker, Bodeneffekte, Mikrofone, etc.). Ein Doppel-Klick auf ein Gerät öffnet eine detaillierte Beschreibung. Verstärker können einfach über Drag-and-Drop addiert oder geändert werden. Zudem steht ein Stimmgerät in der Tool-Section zur Verfügung. Dies ist ein chromatisches Stimmgerät welches zusätzlich über spezielle Stimmungen verfügt. Über Patch Management erreicht man die mehr als 300 Tone Presets (man kann so viele auf der Hard Disk speichern wie Platz vorhanden ist). Es sind über 50 Artist Sounds vorprogammiert – von Rock, Jazz und Blues bis hin zu Heavy Metal. Schliesslich findet sich in der Tools Section noch der Pedal/Switch Manager für Expression Pedals.

Signal Control
ArrièreDieser Bereich regelt den gesamten Signalfluss des ZFX Plug-Ins. Es können Eingangsquellen und Pickups, die Master und Patch Pegel sowie andere Parameter eingestellt werden.

Amplifying
Hier können die Einstellungen des Verstärkers und die Positionierung der Mikrofone vorgenommen werden. Letztere können direkt auf die Mitte des Lautsprechers oder auf die Seite hin positioniert werden. Je weiter das Mikrofon von den Lautsprechern entfernt wird desto mehr Raumanteil erhält man im Signal.

Effects
Im Effects Bereich können die einzelnen Bodeneffekte genau eingestellt werden. Effekte werden durch einen Doppelklick ausgewählt. Indem man Werkzeuge wie den Splitter oder Mixer (sehr interessant) einfügt, können mehrere Verstärker miteinander verbunden werden. Die Anzahl simultan verwendbarer Verstärker und Effekte hängt mit der Leistungsfähigkeit des Computers zusammen.

Bypassing
Schliesslich lässt sich über Bypassing die Bypass/Mute Einstellung des ZFX Plug-Ins vornehmen. Über den Current/Original Schalter lässt sich der aktuelle Patch mit den ursprünglichen Einstellungen vergleichen.

ArrièreDas schöne am ZFX ist die ziemlich frei konfigurierbare Effektkette: die Verbindungen, Effekte und Verstärker können frei verdrahtet und positioniert werden. Dies macht die Anwendung sehr vielfältig und einfach in der Anwendung. Es können eine Vielzahl unterschiedlicher Konfigurationen getestet werden – sogar mehrere Verstärker. Wie bei vergleichbaren Anwendungen so werden auch hier nicht alle Sounds jedermanns Geschmack treffen (spezielle diejenigen die mit Software basierten Effekten nach einer Aufnahme nichts anfangen können) – aber die meisten werden mit Sicherheit ein paar Einstellungen und Sounds finden die ihnen gefallen. Die Möglichkeit des Re-Amping (den Verstärker oder Effekte nach der Aufnahme verändern) ist ebenfalls sehr interessant. Insgesamt finde ich, dass diese Software über ein paar sehr interessante Funktionen verfügt. Die GUI geht ein wenig verschwenderisch mit den Ressourcen um – aber das sollte bei neueren PCs nicht ins Gewicht fallen. Die Software verfügt über eine Menge Optionen und es macht wirklich Spass damit zu arbeiten. Ich finde sie tönt nicht ganz so gut wie Guitar Rig 3 auch wenn sie schon sehr nahe kommt – aber das ist natürlich auch nur meine ganz persönliche Meinung. Auf jeden Fall ist es schade, dass die Anwendung nur auf Windows läuft – vielleicht gibt es da ja mal ein Update.

ier ein paar Beispiele der Sounds und Patches: Marshall JCM800-ähnlich (leichter Crunch), Mesa Boogie Dual Rectifier-ähnlich (Distortion), Roland JC-120-like, Peavey 5150-ähnlich, und Diezel Herbert-ähnlich.

Anwendung



ArrièreDie integrierte Röhre ist eine interessante Idee und verändert tatsächlich den Klang – aber macht das auch wirklich einen grossen Unterschied? Nun – ich für mich finde diesen Unterschied nicht sehr relevant. Es ist möglich die Röhre zu wechseln – vielleicht könnte dadurch ein grösserer Unterschied erreicht werden. So wie das Gerät ausgeliefert wird ergeben sich dadurch jedoch für meine Ohren nicht wirklich wirklich grosse Unterschiede. Wie bei allen Dingen sollte man sich jedoch auch hier ein eigenes Bild machen. Hier sind ein paar Beispiele mit verschiedenen Kombinationen aus Röhre und Solidstate (mit einer American Strat gespielt): Nur Röhre, Nur Solidstate, und Röhre & Solidstate zusammen.

Obwohl das Interface gut funktioniert und seine Aufgabe ganz gut erfüllt, so sollte man sich doch bewusst sein, dass man jeweils nur einen Kanal verwenden kann. Es kann also keine Gitarre auf dem Hi-Z Eingang und gleichzeitig eine Stimme über den XLR Eingang aufgenommen werden (oder über irgendeinen Eingang). Man könnte über die L/R Kanäle der XLR Combo Eingänge unterschiedliche Kanäle aufnehmen – würde dann aber die Hi-Zi Funktion für die Gitarre verlieren. Dies ist kein Problem wenn man nur ein Instrument aufs Mal aufnehmen möchte – dennoch sollte man sich dessen bewusst sein.


Arrière
Das Direct Monitoring funktioniert nach Vornehmen der richtigen Einstellung ganz gut. Wie bereits erwähnt hatte ich eine störende Latenz, bis ich merkte welche Einstellungen ich vornehmen musste (keine Hilfe diesbezüglich in den PDFs oder Quick Start Anleitungen).




Arrière













Danach hatte ich eine extrem tiefe Latenz beim Direct Monitoring (tief genug, dass sie mir nicht mehr bewusst war). Bei der generellen Latenz konnte ich die Minimaleinstellung ohne Probleme vornehmen (1ms).
Auch bei der Phantomspeisung gab es keine Probleme und ich konnte ohne weiteres meine Kondensatormikrofone über das Interface laufen lassen.

Hier sind zwei Beispiele mit Mikrofonen welche direkt in das S2t Interface gespiesen wurde: Solo Gitarre mit ein bisschen Hall (Rode NT1), Gitarre & Flöte mit ein bisschen Hall (Oktava mk-12 auf der Gitarre und Rode NT1 auf der Flöte).

Zoom Stack Package: Der Test

Fazit

Was bei diesem Gerät wirklich interessant ist sind seine Flexibilität und der modulare Aspekt. Wenn man möchte kann man das S2t Interface mit einer anderen Röhre bestücken, und die ZFX Software verfügt zudem über eine Menge Flexibilität was das Kombinieren und Editieren betrifft.
Obwohl das ZFX Plug-In/Standalone nicht wirklich besser als Guitar Rig oder Amplitude tönt, so ist es diesen auch keinesfalls unterlegen – zudem verfügt es über ein paar einzigartige Funktionen. Natürlich sollte sich da jeder selber ein Bild vor dem Kauf machen – es könnte durchaus sein, dass einem die Zoom Software besser gefällt. Aber auch wenn einemndie ZFX Software nicht anspricht so hat das S2t Interface doch so einiges zu bieten. Für etwa $190 (etwa demselben Preis wie das Line 6 UX2) erhält man ein robustes und ziemlich stabil laufendes Interface für Gitarre/Bass mit einer tiefen Latenz und einer ziemlichen guten Klangqualität. Die Hi-Z Funktion ist ein interessanter Pluspunkt – wenn auch nicht wirklich revolutionär. Die eingebaute Röhre wird nicht jeden überzeugen doch die Stromspeisung über USB sollte dieses Interface vor allem für portable Lösungen interessant machen.

+ Robuste Bauweise: Interface, Regler, Verbindungen
+ Sound
+ Schönes Aussehen
+ Hi-Z Konzept – integrierte Röhrenschaltung
+ Flexibilität und der modulare Aspekt des Interfaces und der ZFX Software
+ Stromspeisung über USB

- ZFX GUI frisst viel CPU Ressourcen
- Die Bedienungsanleitungen erwähnen das S2t Interface kaum
- ZFX Plug-In funktioniert nur für PCs mit Windows.
Sind Sie der erste, der auf diesen Artikel reagiert
Sind Sie der erste, der auf diesen Artikel reagiert
  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it
  • Mail