RME Audio Babyface
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RME Audio Babyface

Babyface, USB audio interface from RME Audio belonging to the Babyface model.

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USBaby

RME Babyface: Der Test
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Es hat sich in den letzten Jahren bei Herstellern von Audio Interfaces zum guten Ton entwickelt auch kompakte Modelle im Angebot zu haben...und jetzt ist mit dem Babyface auch RME an der Reihe. Viele reisende Musiker und Tontechniker haben gespannt auf die Lancierung dieses USB2 Interfaces gewartet...

Neben dem bereits erschienenen Fireface UFX aus der High-End Ecke von RME (ein englischer Artikel dazu wurde ebenfalls auf Audiofanzine veröffentlicht) gehört das Babyface eher zu den günstigen Produkten dieses deutschen Herstellers. Das Wort 'günstig' ist hier natürlich relativ - das Babyface kostet schliesslich um die €600...

 

Dennoch ist das Babyface das kompakteste und günstigste externe Interface von RME und wird sicherlich eine Menge Besitzer von Heimstudios ansprechen, die auf der Suche nach einer zahlbaren und zugleich hochwertigen Lösung sind.

 

Als wir das Produkt vor ein paar Tagen erhalten haben, konnten wir es uns nicht verkneifen dazu ein kleines Filmchen zu drehen (leider in Französisch...aber man wird schon sehen worum es geht).

 

 

In der Box findet man eine Bedienungsanleitung, ein 'Breakout' und ein 'Extension' Kabel, um das Babyface mit Ein- und Ausgängen zu erweitern (s. unten), ein USB2 Kabel, eine schöne Tragetasche für das Interface, Kabel und vielleicht ein Mikrofon und natürlich das in blau und grau gehaltene Babyface selber. Das Interface ist wie gesagt äusserst kompakt in den Abmessungen (3.9" x 1" x 6.3"), wiegt jedoch genug um stabil auf einem Tisch platziert zu werden - insgesamt ist der erste Eindruck also äusserst robust. Dieser Eindruck wird durch das Metalgehäuse noch verstärkt. Nur die Regler aus Kunststoff und das Jog Wheel aus Aluminium scheinen gegenüber dem Gehäuse ein bisschen in der Qualität abzufallen. Hier wird man ohne Zweifel erst nach ein paar Monaten ein endgültiges Urteil fällen können...

 

Plug-In Baby

RME Audio BabyfaceTrotz seiner kompakten Abmessungen verfügt das Babyface über ausführliche Verbindungsmöglichkeiten: Zwei Mikrofoneingänge über XLR Stecker, Line Ausgänge (ebenfalls über XLR Stecker, MIDI In/Out über 5-Pin Stecker, sowie ein Kopfhörerausgang (über Mini-Klinke), der ebenfalls als Line Ausgang verwendet werden kann. Alle Verbindungen werden über das Breakout Kabel via eines 25-Pin D-Sub Steckers ermöglicht, wie er auch bei VGA Grafikkarten zum Einsatz kommt. Auf dem Interface selber findet man einen 'Instrument' Eingang, welcher über die TotalMix FX Software aktiviert werden kann und dann den zweiten Mikrofoneingang ersetzt, sowie einen zweiten Kopfhörerausgang, welcher elektronisch mit dem ersten verbunden wurde (so beeinflusst zum Beispiel die Lautstärkeregelung beide Ausgänge gleich - unterschiedliche Kopfhörermixes sind also nicht möglich). Weiter findet man einen ADAT Toslink Input / Output, was in Betracht der Grösse und des Preises dieses Interfaces eine schöne Überraschung ist. Mit der ADAT Option ist es möglich das Interface um acht weitere externe Ein- und Ausgänge zu erweitern. Cool! Schliesslich verfügt das Interface noch über eine Verbindung zu einem externen Netzteil (nicht inklusive), sowie ein USB Kabel mit zwei Steckern, falls der USB Bus des Computers nicht ausreichend Strom liefern sollte (der Hersteller gibt an, dass das Babyface 300 mA benötigt).

 

RME Audio BabyfaceAuf der Oberseite des Babyface findet man verschiedene LEDs und Tasten mit denen sich verschiedene Parameter auch ohne die TotalMix FX Software ansteuern lassen. Über das Jog Wheel kann der Gain beider analoger Eingänge eingestellt werden (gleichzeitig oder separat), es ist aber auch möglich auf diese Weise das Ausgangsvolumen der Main- oder Kopfhörerausgänge zu regulieren. Der Modus kann dabei über die 'Select' Tasten unterhalb des Jog Wheels ausgewählt werden (In, Out, oder Phone). Durch einfaches Drücken auf das Jog Wheel kann zudem im 'Out' der 'Phone' Modus die 'Dim' Funktion eingestellt werden (temporäres Absenken der Lautstärke). Die letzte LED zeigt den Sync Status der digitalen Clock an, welche das Steuersignal entweder intern oder extern beziehen kann (via ADAT und S/PDIF).

 

Der Pegel beim Ein- oder Ausgang kann über zwei grosse LED Anzeigen (jeweils 10 Segmente) abgelesen werden, was in Betracht der Grösse dieses Interfaces ein äusserst wertvolles Merkmal ist. Häufig werden Anzeigen bei vergleichbaren Produkten mit nur ein bis zwei LEDs ausgestattet. Gut gemacht RME!

 

Schauen wir uns jetzt einmal das mitgelieferte Software Paket etwas genauer an...

 

 

Treiber und TotalMix

RME Audio BabyfaceNachdem wir auf unserem iMac die Treiber installiert hatten, konnten wir über ein Setup Fenster die wichtigsten Werte wie Sample Rate, Clock Source und das Format des optischen Ausganges (S/PDIF oder ADAT) einstellen. Noch interessanter ist jedoch die TotalMix FX Software, welche uns schon vom neuen Fireface UFX her ein Begriff war. Im Vergleich zum grossen Bruder verfügt die hier mitgelieferte Software nur über 22 Kanäle und beinhaltet kein 'Dynamic Module' mit Kompressor/Expander und Auto-Level. Dies ist tatsächlich ein Nachteil - zum Glück hat man aber immer noch einen 3-Band, Lo-Cut Filter, Reverb und einen Echo Effekt. In Betracht des doch recht günstigen Preises erhält man hier also immer noch eine recht beachtliche Ausstattung.

 

Insgesamt funktoniert die TotalMix FX Software wirklich ausgezeichnet und ist durchs Band logisch aufgebaut und leicht nachvollziehbar. Es stehen praktisch alle Funktionen zur Verfügung: Solo, Mute und Fader Groups, Snapshots, Loopbacks, Matrix Mode usw. Die Bedienoberfläche läuft schön flüssig und hinterlässt einen stimmigen und sehr professionellen Eindruck.

 

Schliessen wir aber mal ein Mikrofon und eine Gitarre an.

 

 

Im Einsatz

Wir mussten das Interface nicht mit einem Netzteil verbinden, da der USB Port des iMacs dem Babyface ausreichend Strom liefert. Bei der minimalen Buffer Grösse (32 Samples) erhielten wir eine Eingangslatenz von 2.449 ms und eine Ausgangslatenz von 2.154 ms - ziemlich gute Werte. Abhängige von der Sample Rate betrug die Latenz des Wandlers um die 1ms:

 

 

Hier ist eine Latenzübersicht mit Guitar Rig 4 Pro:

 


 

RME Audio BabyfaceMit dieser Buffer Grösse ist natürlich ein sehr leistungsfähiger Computer empfehlenswert...und verwendet auf keinen Fall zu viele Plug-Ins. Um die Preams und Wandler zu testen haben wir eine Gibson J-200 Akustikgitarre und ein Oktava mk-012-01 Mikrofon verwendet. Hier sollte noch erwähnt werden, dass das Mikrofon einen etwas geringen Ausgangspegel besitzt und aus diesem Grund bei den meisten Interfaces fast zu drei Viertel aufgedreht werden muss. Bei der 'Virtual Gain Control' des Babyface reicht es jedoch bereits, wenn man sie auf die Hälfte aufdreht. Somit verfügt das Interface über ordentlich Headroom (60 dB gemäss Hersteller). Uns sind zudem keine Nebengeräusche oder Zerrungen aufgefallen und der Klang war immer sehr linear...insgesamt also eine wirklich gute Performance. Wir bedauern eigentlich nur, dass wir die Vorverstärkung nicht präziser als in 3dB Schritten einstellen können. Die Wandler verfügen über eine sehr hochwertige Klangqualität mit einem bemerkenswerten Rauschabstand.

 

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Wir haben den Instrument-In mit unserer Gibson Les Paul und Guitar Rig 4 getestet.

 

Riff Guitar
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  • Riff Guitar00:23
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  • Guitar Cat00:24

 

RME Audio BabyfaceDie EQ, Reverb und Echo Effekte tönen allesamt sehr gut und scheinen dieselben wie beim Fireface UFX zu sein. Die Stabilität des Interfaces war ausserordentlich gut, auch wenn sich bei einem Buffer von 32 Samples ein paar klangliche Artefakte eingeschlichen haben. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass unser iMac nicht der schnellste ist (Core 2 Duo bei 2.4 GHz).

 

Wer mehr Ein- und Ausgänge benötigt kann bis zu drei Babyfaces miteinander verbinden, doch dann muss man auch mit drei unterschiedlichen TotalMix FX Instanzen arbeiten...nicht wirklich praktisch. In diesem Fall scheint ein Griff zu einem ADAT Interface wesentlich logischer und praktischer.

 

Im Vergleich zu ähnlichen Interfaces gehört das Babyface zu den Nomaden und ist das einzige das bei dieser Grösse noch eine ADAT Option zur Verfügung stellt. Das Apogee Duet ist zwar günstiger, unterstützt aber Windows nicht und verfügt weder über digitale Ein- oder Ausgänge, interne Signalbearbeitung oder Effekte. Es gibt zwar andere Interfaces die es technisch mit dem Babyface aufnehmen können (wie zum Beispiel das MOTU Ultralite mk3), doch die sind wesentlich klobiger.

 

 

Fazit

RME ist es gelungen ein kompaktes und zugleich stabiles Interface mit erstaunlicher Klangqualität auf den Markt zu bringen. Bei einem Preis von ca. $750 bietet dieses Schmuckstück zwei hochwertige Mikrofonvorverstärker und Wandler, ADAT In/Out, ein Jog Wheel, eine Transporttasche und ein Paar gut aussehende VU-Anzeigen. Komplettiert durch TotalMix FX (der virtuelle Mixer mit dem sich alle 22 Kanäle mit EQ, Filter, Reverb und Echo bearbeiten lassen) ist dieses Angebot wohl das beste mobile Interface auf dem Markt. Es gibt dabei natürlich auch ein paar kleine Mängel zu erwähnen. So fallen die etwas unpräzisen Gain Regler, der Fakt, dass die zwei Kopfhörerausgänge nicht unabhängig von einander geregelt werden können, und die etwas fragwürde Stabilität des Jog Wheels negativ auf...doch nichts ist jemals perfekt...

 

  • Qualität der Vorverstärker und Wandler
  • ADAT Ein- und Ausgänge
  • TotalMix FX mit EQ, Reverb und Echo
  • Grosse LED Pegelanzeigen
  • Grösse (darauf kommt es durchaus auch an!)
  • Metalgehäuse
  • Stromspeisung über USB
  • Praktisches Jog Wheel und praktische Tasten
  • Schöne Transporttasche
  • Weihnachten ist schon sehr bald
  • Eingangsverstärkung nur in 3 dB Schritten
  • Wird das Jog Wheel aus Aluminium den Test der Zeit überleben?
  • Die zwei Kopfhörerausgänge