M-Audio Fast Track Ultra
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M-Audio Fast Track Ultra

Fast Track Ultra, USB audio interface from M-Audio in the Fast Track series.

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M-Audio's Fast Track Ultra: Der Test

Ultra erschwinglich
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M-Audio hat kürzlich das neuste Mitglied ihrer Fast Track Familie vorgestellt: den Ultra. Dies ist ein USB Audio Interface mit 4 Octane Vorverstärkern, ingetrierten Effekten und fortschrittlichen Routing Möglichkeiten. Ist es aber ein würdiger Nachfolger der Fast Track Dynastie?

Schauen wir uns die Sache mal etwas genauer an...

Fast Track UltraM-Audio hat bereits einiges an Erfahrung im Bereich der Audio Interfaces vorzuweisen und mit Modellen wie dem Firewire 410 oder dem Fast Track Pro einige Verkaufshits auf den Markt gebracht. Da alles so gut läuft hat sich die Firma entschlossen ihre 'Fast Track' USB Interfaces mit einem 'Ultra' Modell zu ergänzen – einem direkten Resultat des Fast Track Pro.

Das Design orientiert sich stark an dem vorgängigen Fast Track Pro. Um die 8 Ein- und Ausgänge zu ermöglichen musste das Interface ein wenig grösser gemacht werden – dennoch hat es immer noch die Masse einer portable Einheit und wird immer noch über USB mit Strom gespiesen.

Ästhetisch gesehen hat das Ultra so die gleichen Plus und Minus Punkte wie die Pro Version: es ist solide konstruiert und bleibt dank seinen Füssen aus Gummi fest auf seinem Platz. Dennoch hatte M-Audio diesmal die sehr gute Idee eine Bedienungsanleitung beizulegen – dies ist in jedem Fall die praktischste Lösung.

Andererseits sind die Potis immer noch zu bedrängt und eng angesiedelt – dies können wir aber verzeihen wenn man bedenkt, dass dieses Gerät ja portabel sein soll. Schauen wir uns nun mal die Verbindungsmöglichkeiten an...

Vorne & Hinten

ArrièreAuf der Vorderseite befinden sich 4 XLR Mikrofoneingänge. Die ersten zwei sind als XLR/TRS Combo Buchsen ausgelegt, die Mikrofone wie Line Eingänge annehmen. Die anderen zwei Eingänge sind nur XLR. Es gibt auf der rechten Seite einen Schalter der auswählen kann, ob man das Signal auf der Vorderseite oder nur per Line auf der Hinterseite abgreifen möchte. Jeweils ein LED Indikator zeigt auf ob ein Signal anliegt. Man kann damit zwar nicht genau einpegeln, aber es ist immer noch besser als gar nichts.

Vorne rechts befinden sich die Potis für den Eingangspegel (mit einem PAD von -20 db der aktiviert wird wenn man den Knopf zieht). Darunter liegen die zwei Kopfhörer Volumen-Potis und ihre respektiven Ausgänge, das Main Volume, und vier LEDs die zuständig für die Anzeige von Strom, 48v Phantom Power und MIDI IN/OUT sind.
Der Einschaltknopf ist auf der Rückseite des Gerätes angebracht. Dies ist nicht wirklich sehr praktisch und wurde ohne Zweifel so konstruiert um die Kosten zu senken. Dasselbe gilt für Phantom Power Schalter. Dies mindert die ansonsten wohl durchdachte Ergonomie ein wenig.

Die restlichen Verbindungen sehen wie folgt aus: 6 analoge Ins/Outs für Klinkenstecker, ein MIDI IN/OUT, die USB Verbindung, ein S/PDIF und zwei analoge Insert Buchsen.

Verbinden wir das Gerät nun mit dem Computer...

Treiber & Routing

MonitorWenn man einmal den neusten Treiber von M-Audio's Website heruntergeladen und installiert hat, wird man ein rotes Icon in der Windows Taskbar erkennen. Öffnet man dies so kommt man in das 'Control Panel' wo alle Einstellungen vorgenommen werden können. Jedes Ausgangs-Paar hat sein eigenes Fenster in dem die Eingangspegel und die Ausgangspegel der verwendeten Audio-Software angezeigt werden Es gibt auch einen virtuellen Mixer, der folgende Einstellungsmöglichkeiten aufweist: Mute, Solo, Pan und ein linearer Volumen Fader. Jedes Stereo-Paar kann per 'Link' Funktion verbunden werden. Zusätzlich steht ein Poti zur Verfügung, dass den internen Effekt-Send-Pegel für jeden Kanal einstellt. Es ist also möglich vier Sub-Mixes zu kreieren und diese auf vier Stereo-Ausgänge zu routen. Sollte noch erwähnt werden, dass die Kopfhörerausgänge jeweils mit den Ausgängen 1,2 und 3,4 korrespondieren. Dies macht es sehr einfach dem Sänger ein wenig Delay oder Hall auf den Kopfhörer zu geben. Mehr Playback im Kopfhörer kann dem Künstler mit nur einem Mausklick gegeben werden.

Es wäre trotz allem schön gewesen, wenn man auf die Maus gänzlich hätte verzichten können. Dennoch hat es M-Audio (im Gegensatz zum Fast Track Pro) nicht für nötig befunden einen physischen Mix-Knopf auf dieses Gerät zu bauen. Dies ist äusserst schade, da es so ein Poti sehr einfach macht schnell den Anteil an Playback und Eingangssignal einzustellen. Jetzt muss dazu umständlich die Maus durch das Control Panel navigiert werden.

SettingsIn den Einstellungen findet sich ein 'Sample Rate Adjustment' (von 44,1 kHz zu 96 kHz), internal/external clock selection und buffer size (von 64 zu 4096 Samples). Die ASIO Direct Monitoring Mode überlässt dem angewendeten Sequenzer gewisse Signalfluss-Parameter und die 'High Performance Mode' verringert die Latenz ohne den CPU mehr zu belasten. Schliesslich gibt es noch die Effekte Sektion wo man einen der folgenden Effekte auswählen kann: Room 1, Room 2, Room 3, Hall 1, Hall 2, Plate, Delay und Echo. Drei unten platzierte, virtuelle Potis ermöglichen Einstellungen für Dauer, Feedback und Volumen des Effektes. Alle Einstellungen können gespeichert und später wieder geladen werden.

Die 'Meter'-Anzeige gibt die eingehenden und ausgehenden Signale an und die letzte Anzeige 'Flow' ist eine grafische Darstellung des Routings innerhalb des Fast Track Ultra. Dies ist sehr nützlich um schnell einen Überblick über das Interface zu erhalten.

Schauen wir nun mal wie dies alles in der Praxis funktioniert...

In der Anwendung

PotardsErst wurde der Fast Track Ultra mal ohne externe Stromversorgung getestet. Es gab anfangs ein paar kleine Probleme mit der Erkennung des Gerätes durch den installierten Treiber – aber nach einmaligem Aus- und Einstecken wurde das Interface dann erkannt – zum Glück! Dieser Fehler ist zweifellos Windows mit seinem fehlerhaften USB Management zuzuschreiben – mit Mac OS X gab es da keinerlei Probleme. Man sollte bei einem Verbindungsproblem daran denken den USB Slot zu wechseln. Dies löst in den meisten Fällen das Problem. Wenn das Gerät mal durch USB gespiesen wird sollte man daran denken, dass man nur die ersten zwei der vier Vorverstärker benutzen kann. Dies ist für einen mobilen Musiker nicht unbedingt ein Problem, macht den Fast Track Ultra aber im Vergleich zum Fast Track Pro weniger interessant. Um das Interface also ganz ausschöpfen zu können muss man das Interfaces an eine externe Stromversorgung hängen. Dazu kommt, dass USB Power manchmal – je nach Computer Setup – etwas instabil sein kann; in diesem Falle sollte man auf jeden Fall die externe Stromversorgung benutzen.

JacksFür diesen Test habe ich das folgende Setup benutzt: Ein Audio-Technica AT4040 Grossmembran-Mikrofon und eine Takamine EG-10 Akustik Gitarre. Im Vergleich zum Fast Track Pro – wo die Vorverstärker Probleme mit solchen Mikrofonen hatten (manchmal waren die Ausgangspegel sehr niedrig) – sind die Vorverstärker des Fast Track Ultra viel effizienter und besitzen einiges mehr Headroom bei gleichzeitig tieferem Grundrauschen.

Die Octane Vorverstärker geben diesem Interface einen Schliff, den es näher an seriösere Aufnahmelösungen bringt. Der Frequenzgang ist gut, das Grundrauschen sehr niedrig und die dynamische Bandbreite vorzüglich. Harmonische Verzerrungen sind minimal während ein Übersprechen im Stereobild fast nicht vorhanden ist. Dies ist eine schöne Überraschung wenn man die Preiskategorie bedenkt in der sich dieses Interface befindet. Die Wiedergabe zeigt eine originalgetreue Wiedergabe der aufgenommenen Gitarre und der Mikrofon-Charakteristik. Der Hoch-Impedanz Eingang für Instrumente ist ebenfalls sehr gut. Hören Sie am besten selbst – hier sind drei Aufnahmen, die ich mit diesem Setup aufgenommen habe:
finger picking, palm muting und strumming.

Was es zu den eingebauten Effekten zu sagen gibt: sie sind gut einsetzbar und einfach zu bedienen. Sie wurden jedoch nur für Monitoring Zwecke entwickelt und genau dafür reichen sie auch. Sie dienen dazu dem Musiker mehr Hall oder Delays für Gesangsaufnahmen in den Kopfhörer zu geben. Es ist dennoch ein wenig enttäuschend, dass M-Audio keine qualitativ hochstehenden Effekte eingebaut hat, die man auch in einem Final Mix anwenden könnte. Da hätte man sich die Konnekt Interfaces von TC Electronics als Vorbild nehmen können. Somit sollten die Effekte des Ultra eher als kleiner Bonus anstatt als Hauptmerkmal des Ultra verstanden werden

M-Audio's Fast Track Ultra: Der Test

Benchmark

RightMark Audio Analyzer Test Report

Testing device Fast Track Ultra Out
Sampling mode 16-bit, 44 kHz
Interface MME
Testing chain External loopback (line-out - line-in)
RMAA Version 6.0.6
20 Hz - 20 kHz filter ON
Normalize amplitude ON
Level change -1.8 dB / -1.9 dB
Mono mode OFF
Calibration singal, Hz 1000
Polarity correct/correct



Zusammenfassung

Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB
+0.38, -1.89
Average
Noise level, dB (A)
-90.5
Very good
Dynamic range, dB (A)
90.6
Very good
THD, %
0.0013
Excellent
THD + Noise, dB (A)
-84.2
Good
IMD + Noise, %
0.018
Very good
Stereo crosstalk, dB
-92.8
Excellent
IMD at 10 kHz, %
0.0058
Excellent
General performance
Very good



Frequenzgang

Spectrum graph

From 20 Hz to 20 kHz, dB
-1.89, +0.38
From 40 Hz to 15 kHz, dB
-1.89, +0.38



Noise level

Spectrum graph

Left
Right
RMS power, dB
-82.6
-82.6
RMS power (A-weighted), dB
-90.5
-90.5
Peak level, dB FS
-72.3
-72.3
DC offset, %
-0.0
-0.0



Dynamic range

Spectrum graph

Left
Right
Dynamic range, dB
+82.7
+82.8
Dynamic range (A-weighted), dB
+90.6
+90.6
DC offset, %
-0.00
-0.00



THD + Noise (at -3 dB FS)

Spectrum graph

Left
Right
THD, %
+0.0014
+0.0012
THD + Noise, %
+0.0147
+0.0148
THD + Noise (A-weighted), %
+0.0062
+0.0062



Intermodulation distortion

Spectrum graph

Left
Right
IMD + Noise, %
+0.0182
+0.0184
IMD + Noise (A-weighted), %
+0.0075
+0.0075



Stereo crosstalk

Spectrum graph

Left
Right
Crosstalk at 100 Hz, dB
-93
-95
Crosstalk at 1000 Hz, dB
-92
-92
Crosstalk at 10000 Hz, dB
-76
-78



IMD (swept tones)

Spectrum graph

Left
Right
IMD + Noise at 5000 Hz,
0.0059
0.0057
IMD + Noise at 10000 Hz,
0.0056
0.0056
IMD + Noise at 15000 Hz,
0.0058
0.0058

M-Audio's Fast Track Ultra: Der Test

Fazit

Das relativ vielseitig einsetzbare Fast Track Ultra auf den USB Interface Markt zu bringen war ein wichtiger Schritt für M-Audio. Es besitzt vier Vorverstärker (die auf der M-Audio Technologie 'Ozone' basieren), zwei Kopfhörerausgänge, ein komplettes Routing System mit 'Monitoring' Effekten, Inserts und schliesslich ist das ganze noch äusserst robust konstruiert worden. All das erhält man zu einem wirklich günstigen Preis...die Konkurrenz muss sich also warm anziehen!

Der einzige 'richtige' Nachteil ist das Fehlen eines 'Mix'-Potis', was den Anwender zwingt für jede auch nur so kleine Einstellung zum Control Panel Window auf dem Computer zu gehen. Auch hätten die 48V Phantom Power Schalter nicht unbedingt auf der Rückseite montiert werden müssen. Glücklicherweise ist dies aber auch 'Beklagen auf hohem Niveau', da das Fast Track Ultra immer noch ziemlich einfach zu benutzen ist – und wie gesagt der Preis im Augenblick noch seines Gleichen sucht.

+ Octane Mikrofon-Vorverstärkeraward
+ Preis
+ Zwei Kopfhörerausgänge
+ Flexibles Channel Routing
+ Integrierte Effekte
+ Stabilität

- Nur zwei Mikrofon-Vorverstärker bei USB Betrieb
- Effekte nur für Monitoring Zwecke einsetzbar
- Power und Phantom auf der Rückseite des Gerätes
- Kein 'Mix' Poti auf dem Interface