Orange OR15H Reissue
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Orange OR15H Reissue

OR15H Reissue, Tube Guitar Amp Head from Orange in the OR series.

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Orange OR15 Testbericht

Fruchtiger Geschmacksverstärker
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Award Preis / Leistung 2013

Es ist im Laufe der Zeit immer offensichtlicher geworden, dass der berühmte Orange Tiny Terror den Gitarrenverstärkermarkt auf den Kopf gestellt hat. Er hat einen Trend für erschwingliche Amps mit hoher Qualität und niedriger Leistung in Gang gesetzt – einen, wie ich finde, sehr positiven Trend. Und trotz der inzwischen hohen Produktvielfalt bei Niedrigwatt-Röhrenverstärkern ist Orange immer noch der Marktführer in diesem Segment.

 

 Orange OR15


Orange OR15
 

Vergesst cleanen Sound: auch mit niedrigen Gain-Einstellungen klingt der Attack beim Spielen diese Amps immer leicht crunchy (Ich persönlich liebe das, ist aber nichts für Puristen). Das gilt auch für Gitarren mit niedrigem Output. Hier sind zwei Klangbeispiele: einmal mit einer Les Paul und dann eine Mustang (mit einem Orange 2x12" Cabinet, Topteil im 15-Watt Modus):

 

clean LP center
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  • clean LP center 00:13
  • mustang clean 00:13
 
Orange OR15

Wie Ihr sicher gehört habt, ist das alles andere als kristallklar trotz der glitzern funkelnden Hochfrequenzen. Der Klangcharakter ist typisch britisch, was die Persönlichkeit dieses Topteils unterstreicht, der eindeutig den Zerrsounds gewidmet ist. Wer das nachvollziehen will, sollte diesen Amp mit einer folgender Einstellung im 15-Watt Modus ausprobieren: Drive in der 10-Uhr-Stellung, EQ in neutraler Position und den Master-Regler drei Viertel aufgedreht.

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Der OR15 schafft mit einem fetten, dynamischen und satten Sound klare Verhältnisse. Der Gain-Regler ist einer der besten, den ich je zwischen den Fingern hatte: jenseits der 12-Uhr-Stellung klingt jedes Signal, als käme es direkt aus der Hölle, Verwüstung und Atomkrieg. Der Amp liefert wirklich verrückte Verzerrungen, und mit der richtigen EQ-Einstellung bekommt man sehr überzeugende Metalsounds hin. Obertöne lassen sich spielend leicht provozieren, während abgedämpfte Riffs die Wände erbeben lassen.

 

drive eqcreusee LP solo
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  • drive eqcreusee LP solo 00:18
  • drive eqcreusee LP 00:14
 

Aber auch wenn der Amp exzellente Ergebnisse für den „Hairy“ Metal bietet, kommt seine wahre Schönheit eher bei klassischen Einstellungen mit mehr Mitten und dezenterem Gain zum Ausdruck.

 

 

crunch medium LP
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  • crunch medium LP 00:11
  • sg jr jeu en nuances 00:16
  • jazzmaster crunch mic neck 00:15
  • sg Jr meme reglage que jazzmaster 00:14
 
Orange OR15 custom Pastis

Es ist eine wahre Freude, den Dynamikbereich auszuloten und die Sättigung mit dem Plektrumanschlag zu kontrollieren. Zum Einen kann man sehr nuanciert spielen, zum Anderen hat man immer genügend Power bei vollen Akkorden zur Stelle. Beim Klangschrauben sollte man es aber nicht komplizierter machen, als es ist. Natürlich sind die Einstellungen immer abhängig vom verwendeten Gitarren-Pickup. Mit einem Humbucker (wie bei meiner Les Paul) bekommt man viel Sättigung, wohingegen Gitarren mit Single-Coils mehr Nuancen ermöglichen – was in der Natur der Sache liegt. In beiden Situationen ist der Klang sehr dynamisch. Jeder Anschlag mit dem Plektrum wird mit ansprechendem Biss wiedergegeben. Man erkennt den runden Ton der älteren Orange-Topteile, wie dem OR80 und OR120, was angesichts eines solch kompakten Amps doch überrascht. Dreht man die Bässe und Mitten des EQs leicht in den Boost-Bereich hinein, wird der Klang fetter und dreckiger und eröffnet einem immer neue Klangwelten.

 

mustang son phat
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  • mustang son phat 00:16
  • sg jr son phat 00:15
 

Genau hier liegen die Stärken dieses Amps. Der Ton reicht von sahnig bis aggressiv, ist aber niemals nervend, sondern immer sehr ausdrucksstark – ein wahres Vergnügen! Und wenn Du zu der wilden Sorte von Musikern gehörst, versuche einmal, alle Regler voll aufzudrehen. Das Ergebnis ist sehr … interessant. 

 

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Orange OR15

Trotz seiner kompakten Abmessungen und offenkundigen Einfachheit ist der OR15 eine Granate. Er bleibt dem Orange-Klang in jedem Hinsicht treu, was bedeutet, dass er einen perfekten Distortion-Sound liefert, aber mit einem ansprechenden, leicht britischen Touch, was seinem sexy Mitten-Boost, der hervorragenden Dynamik, die das Spielen wie unter einer Lupe vergrößert, und dem unnachahmlichen Look geschuldet ist. All das kommt in einem Mini-Topteil mit viel Glanz und Gloria daher. Dieser Head füllt die Lücke zwischen der Tiny-Serie und den teureren Modellen. Man bekommt einen echten Orange Head, der bei einem kleinen Preis sehr vielseitige Live-Möglichkeiten bietet. Dieser OR15 ist nicht einfach nur ein Spielzeug für zu Hause, er stellt auch anspruchsvolle Rockmusiker zufrieden, die einen bissigen Britsound mögen. Ehrlich gesagt, diese Klangqualität bei diesem Preis, dazu noch genügend Durchsetzungskraft in der Band lässt nur den größten Zweifler zögern…

Award Preis / Leistung 2013
Pros Cons
  • Ein echtes Orange-Topteil, das seiner Herkunft alle Ehre macht
  • Überraschend kompaktes und aufreizendes Design
  • Angemessener Preis
  • Piktrogramme in Anlehnung an die OR50 Neuauflagen
  • keine