Apple iPhone 3GS
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Apple iPhone 3GS

iPhone 3GS, Touch Tablet from Apple in the iPhone series.

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iPhone/iPod Touch Sequenzer

Mein iPhone ist auch ein Sequenzer
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Unser erster Artikel aus dieser Serie befasste sich mit den Möglichkeiten des iPhones als Aufnahmegerät. In diesem zweiten Artikel werden wir uns nun die Möglichkeiten etwas genauer anschauen, die einem mit dem iPhone als Sequenzer zur Verfügung stehen.

Fangen wir mit dem Xewton Music Studio an. Bei dieser App handelt es sich bereits um einen sehr ausführlichen Sequenzer...vor allem wenn man betrachtet, dass er auf einem Handy betrieben werden kann. Die Anwendung verfügt über 128 MIDI Spuren, 4 FX Sends (Reverb, Delay, EQ, Amp Simulation) und 21 Instrumente - das sollte eigentlich für den Anfang vollkommen reichen.  Des weiteren ist es aber auch möglich, die Hüllkurve der einzelnen Sounds zu bearbeiten (wenn auch nur auf eine recht rudimentäre Art und Weise), doch das ist mit Sicherheit nicht die Stärke dieser App. Man sollte sich von der Klangqualität auf jeden Fall nicht all zu viel erhoffen - sie liegt irgendwo in der Nähe alter Wavetable Sound Blaster Soundkarten (also billig tönende, aber dennoch brauchbare Soundfonts).

Andererseits sind die Sequenzer Funktionen durchaus Vielseitig und beinhalten unter anderem ein virtuelles MIDI Keyboard (welches bis zu zwei Instrumente gleichzeitig ansprechen kann), eine 'Piano Roll' Anzeige, ein Arranger Fenster, Velocity Management (zum Einstellen der Dynamik), sowie die nötigsten Funktionen eines Sequenzers wie Cut, Copy, Paste, Transpose usw. Natürlich kann man für jede Spur das Volumen und die Pan Einstellung ändern, und die fertige Komposition als WAV, oder MIDI Datei exportieren. Diese App hat es also wirklich in sich und ist unserer Meinung nach die €15.99 auf jeden Fall wert, die der Entwickler dafür verlangt.

Habe ich MPC gehört?

Der BeatMaker von Intua wurde eigentlich vor allem für elektronische Musik, Hip-Hop und Trip-Hop ausgelegt, besticht aber vor allem dadurch, dass es sich hier um einen Sequenzer/Sampler mit Pads handelt, wie man sie vielleicht von einem MPC her kennt. Geboten werden dem Anwender 16 Pads zum Abspielen der Samples, sowie eine ausführliche Effektsektion (Delay mit Sync, 3-Band EQ, Bit-Crusher und auf zwei FX Busse zuweisbarer Multimode Filter), deren Effektanteil für jedes Pad separat eingestellt werden kann. Die App verfügt zudem ebenfalls über eine WAV/AIFF und MIDI Exportfunktion. Für Aufnahmen können entweder die Pads, oder der ebenfalls sehr ausführlich gestaltete Step Sequenzer verwendet werden. Die Komposition wird über ein auf Patterns basierendes System arrangiert, und Werte wie Volume, Groove und Pitch können für jeden einzelnen Schritt angepasst werden.


Doch die BeatMaker App glänzt vor allem als Sampling Anwendung und bietet dem Musiker mehrere Banks, die sofort eingesetzt werden können (ein paar davon stammen von Namen wie Richard Devine, Man Parrish, Jacque Polynice, Rafiralfiro). Natürlich ist es auch möglich, eigene Banks zu erzeugen - sei dies über die Import Funktion (8 Bit bis 24 Bit plus Unterstützung von Noise.io), oder direkt mit dem Mikrofon des iPhone aufgenommen. Editiert wird über einen kompakten Audio Editor, der das Einstellen folgender Werte für jedes Pad erlaubt: Sample Start, Sample End, Volumen, Pan, Pitch, Fade In/Out, Transpose (Halbton, oder Oktave). Live kann man bis zu fünf Pads gleichzeitig abspielen, aber auch Samples in Echtzeit stumm schalten (mute), umkehren (invert), oder über ein sehr hübsches X/Y Pad auf die Schnelle Sample und FX Parameter ansteuern. Die gesamte App ist 164 MB gross und kostet €15.99 - wenn man den Funktionsumfang betrachtet, dann ist dies sicherlich ein angemessener Preis.


Der BeatSequencer BoomBap von Insight kommt da im Vergleich schon einiges chaotischer daher, kann aber durch ein paar sehr interessante Funktionen überzeugen. So verfügt er über einen Step Sequenzer mit 60 Patterns und einen Sampler, der direkt über das Mikrofon aufnehmen, oder alternativ bereits vorhandene Samples verwenden kann. Die Anwendung beinhaltet auch Effekte wie 'Puncher', Delay, Reverb und Chorus, plus einen Mixer, der einem Zugang zu den 16 Volumenreglern der Gruppen gibt (jedem Sound können bis zu 6 Effekte zugewiesen werden). Schliesslich sollte noch erwähnt werden, dass die Anwendung ZIP Export/Import Funktionen für die Projekte bietet und nur €11.99 kostet.


SunVox besitzt dagegen ein wesentlich aufgeräumteres Aussehen und kann auf verschiedenen Plattformen betrieben werden (die Anwendung ist auch für Linux, Mac OS X, Windows Mobile und PalmOS erhältlich). Bein SunVox handelt es sich um eine sehr leistungsfähige Anwendung, die einen modularen Synthesizer/Sampler mit einem Amiga-ähnlichen 'Tracker'-Sequenzer verbindet. Die App verfügt ebenfalls über eine WAV export Funktion und verfügt über zahlreiche Möglichkeiten, wenn die verschiedenen zur Verfügung stehenden Modi zusammengeführt werden: FM Synth, Sound Generator (Sägezahn, Dreieck, Rechteck, Noise Wellenformen), Kicker, Sampler, SpectraVoice (ein auf FT basierender Synthesizer), Delay, Distortion, Echo, Multi-Mode Filter, Flanger, LFO, Loop, Reverb, Vocal Filter und Vibrato. Bei einem Preis von €1.59 wäre man ein Narr, wenn man hier nicht zugreifen würde...


Eine weitere App, die sich der 'Tracker'-ähnlichen Herangehensweise bedient, diese aber noch mit einem modularen Aufbau ergänzt, ist die App iSequence. Mit dieser Anwendung erhält man 110 Instrumente, welche sich über 3 Oktaven erstrecken und über 5 Spuren in insgesamt 99 Patterns verwendet werden können. Die Software arbeitet über eine einzige Bedienoberfläche, bietet Exportfunktionen für MIDI, WAV und joLibrary (auch in BeatMaker verfügbar) und kostet €3.99.

Vom Tenori zur GrooveBox

Für das iPhone finden sich eine Menge einfache Anwendungen wie PaklSound1, SoundMatrix II, Tripper, oder Melodica, die sich ganz klar von Yamaha's Tenori-On inspirieren lassen haben. Unglücklicherweise besitzen diese Apps allesamt keine MIDI, oder Audio Exportfunktion und können aus diesem Grund höchstens als Spielzeuge zum Zeitvertreib betrachtet werden (auch wenn natürlich immer die Option besteht, das iPhone über den Kopfhörerausgang mit dem Eingang der Soundkarte zu verbinden).
Schauen wir uns aber die Anwendung Soundgrid etwas genauer an, welche einen Matrix Sequenzer besitzt, der dem Tenori-On sehr ähnlich ist, nur €1.59 kostet und dabei weit ausführlicher als die Konkurrenzprodukte ausgestattet wurde. Soundgrid verfügt über Sample Import, kann bis zu 8 Layers mit jeweils 8 Patterns betreiben und hat eingebaute Effekte wie Delay und Multimode Filter...genug also, um den Anwender für eine Weile in seinen Bann zu ziehen.

Und wie sieht es mit Grooveboxes aus? Die haben natürlich auch ihren Platz auf der iPhone/iPod Touch Plattform. Doch auch wenn viele davon wirklich sehr gut sind, so wurde doch keine davon mit einer MIDI oder WAV Exportfunktion ausgestattet. Aus diesem Grund werden wir auch nicht über die ansonsten sehr empfehlenswerten Anwendungen Fingerbeat, Rangrid, TechnoBox, Digital Bass Line DB-303 und BtBx sprechen, sondern uns auf bleep !BOX konzentrieren. Diese Anwendung verfügt nämlich über eine wirklich schöne Bedienoberfläche, bietet 10 Drum oder Synth Lines mit über 50 editierbaren Parametern (wahlweise sogar in Echtzeit) und kostet dabei nur €7.99.

Für €0.79 erhält man mit 8Bitone eine etwas weniger ausführliche, jedoch sehr durchdachte Anwendung. Sie stammt von den Entwicklern der RecTools App und gibt dem Anwender neben Sounds, die an einen Commodore 64/128 erinnern, einen exzellenten Sequenzer mit Piano Roll Anzeige.


Es ist manchmal etwas schwierig abzuschätzen, ob ein Synthesizer durch den Sequenzer betrieben wird, oder umgekehrt. Wie dem auch sei, so sollte man auf keinen Fall den Noise.io Pro Synth übersehen, der sicherlich als einer der besten Synthesizer für das iPhone betrachtet werden kann. Die App kostet €11.99, kombiniert FM Synthese und subtraktive Synthese, verfügt über die Möglichkeit, jeden einzelnen Parameter zu automatisieren und bietet unter anderem einen Pitch Sequenzer, ein Trance Gate und ein anschlagsdynamisches Keyboard! Natürlich steht einem eine WAV Export Funktion zur Verfügung und quasi als Sahnehäubchen ist der Noise.io Pro Synth noch kompatibel mit BeatMaker. Somit kann man den besten MPC Sequenzer für das iPhone mit der besten erhältlichen Synthese kombinieren!


Wir können an dieser Stelle auch die anderen Apps dieses Herstellers empfehlen. Alle sind kompatibel mit BeatMaker: Guitar Pro und Piano Pro basieren beide auf einer Bibliothek aus Akkord- und Rhythmusmustern und ermöglichen zusätzlich das Aufnehmen eigener Sequenzen. Auch wenn Guitar Pro nicht wirklich authentisch tönt, so können wir Piano Pro doch wärmstens empfehlen...die Sounds der Klaviere und E-Pianos sind durchaus überzeugend. Für €3.99 erhält man hier die Option, ein gutes Demo aufzunehmen und darf dabei nicht vergessen, dass man anschliessend die Stimme auch noch gerade einsingen kann...

Der geloopte Loop

Um diese bei weitem nicht ausführliche Übersicht von iPhone Sequenzern abzuschliessen, werden wir  noch einen genaueren Blick auf Produktionswerkzeuge werfen, die auf Loops basieren und von Anwendungen wie Acid, oder Garageband inspiriert wurden. Der Groovemaker von IK Multimedia verfügt über ein brillantes Design, ist für verschiedene Stilrichtungen erhältlich und kostet nur €5.99. Einzig der Fakt, dass man keine eigenen Loops importieren kann ist hier der grösste Wermutstropfen.  Aus diesem Grund bevorzugen wir die Producer Version von Looptastic (€7.99), denn hier kann man WAV, AIFF und OGC Dateien importieren. Die Anwendung kann bis zu 20 Dateien gleichzeitig abspielen und auch den fertigen Mix exportieren.


Wirklich schade, wurde Looptastic nicht mit einer Aufnahmefunktion ausgestattet! Das ist doch eigentlich der wichtigste Punkt eines Loopers und und Loop Samplers! Das wäre sehr praktisch, um neue Songideen fest zu halten, und könnte auch zusammen mit den Aufnahmeanwendungen aus unserem letzten Artikel verwendet werden.

Erwähnen wir aber hier noch schnell die schöne StompBox App (die  über keine Exportfunktion verfügt) und schauen die exzellente App iSample an, die bereits von Grössen wie Roger Linn und Jordan Rudess gelobt wurde. Mit dieser Anwendung erhält man sechs 30-Sekunden-Sampler, einen Mixer, Loop Editor, Delay und Reverb, sowie einen 12-Pattern Sequenzer. Das alles für nur €7.99.

Andererseits wird manchen von Euch sicherlich die einfache Arbeitsweise von Everyday Looper gefallen! Das Merkwürdigste an diesem 4-Track Looper ist wohl die Bedienoberfläche, die ohne Tasten auskommen. Man kann wahlweise mit 1, 2, oder 3 Fingern nach links, oder rechts streichen und so die Aufnahme starten/stoppen, zwischen verschiedenen Spuren umschalten, und das Resultat über WiFi exportieren. Diese App wurde wirklich äusserst ergonomisch gestaltet und kostet nicht mehr als €2.99.