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Elektrizität

Studios richtig verstehen – Teil 2
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Nichts funktioniert ohne Strom – es sei denn Ihr seid mit ein paar akustischen Gitarren und Handtrommeln am Strand unterwegs. Die elektrische Installation in einem Studio wird häufig unterschätzt.

In einem Studio muss ein sogenannter 'Clean Feed' eingerichtet werden – also eine Stromleitung die separat vom Rest der ganzen Elektrogeräte im Gebäude besteht. Habt Ihr jemals etwas eingesteckt und dann ein schreckliches Brummgeräusch aus Eurem Gitarrenverstärker oder Euren Boxen vernommen? Der Grund dafür ist häufig eine schlechte elektrische Verkabelung.

OuvertureDies ist das erste auf was man achten sollte, wenn man in eine Aufnahme-Session geht. Eine einfache Lösung für dieses Problem ist es, einen Ground-Lift am jeweiligen Equipment einzuschalten, oder das Signal über eine DI-Box laufen zu lassen, die über einen solchen Schalter verfügt. Darauf werden wir aber zu einem späteren Zeitpunkt aber noch genauer eingehen.
Ein isoliertes, elektrisches Stromnetz für jeden Raum ist in einem Aufnahmestudio ein absolutes Muss. Der richtige Ampere Werte ist ebenfalls essentiell – zu wenig kann auf jeden Fall dazu führen, dass die Sicherungen oder Schaltkreise durchbrennen. Ihr solltet Euch auf jeden Fall mit einem Elektriker zusammensetzen der sich mit Studioeinrichtungen auskennt. Dann geht Ihr auf Nummer sicher, dass die Spannung und die Verkabelung ausgeglichen ist und den gesetzlichen Richtlinien entspricht.
Notstromversorgungen (auch Unregulated Power Supplies oder UPS genannt) sollten ebenfalls installiert werden um bei einem möglichen Stromunterbruch vorzusorgen. Diese schützen teures Equipment vor möglichen Schäden oder, dass im schlimmsten Fall ein Feuer ausbricht. Zudem gibt einem ein solches System genug Zeit um wichtige Daten zu sichern und das Equipment richtig abzuschalten. Gewisse Studios besitzen sogar eigene Generator-Systeme um die Session auch ohne externe Stromversorgung abschliessen zu können.

Eine unprofessionelle Lichtinstallation kann ebenfalls Störgeräusche verursachen – speziell Leuchtröhren. Versucht auf diese im Studio zu verzichten. Dimmer können ebenfalls eine Menge Probleme verursachen. Die handelsüblichen Dimmer haben da häufig eine verheerende Auswirkung auf einen klaren Studiosound. Stellt sicher, dass Ihr jeweils professionelle Dimmer installiert um Einstreuungen zu minimieren. Es gibt unzählige Aufnahmen bei den der Tontechniker erst im Mixdown die elektrischen Störgeräusche entdeckt hat.

Falls Ihr Euer Studio ernsthaft betreiben möchtet, dann empfehle ich Euch die Leitung getrennt zu halten. Ein unerwünschtes Brummen entsteht häufig, wenn mehrere Quellen zur gleichen Erdung zurückkehren, oder versuchen eine andere zu finden. Wie gesagt, hier lohnt es sich langfristig wirklich im Vorfeld einen Fachmann zu konsultieren.

Air Conditioning / Regie

Plan de groupeAir Conditioning/HVAC

Dies ist ein anderes wichtiges Feld welches häufig unterschätzt wird. Studio Equipment wird sehr heiss. Wenn man dieses nicht richtig kühlt, dann kann das teure Equipment schon schnell beschädigt werden oder ganz aufhören zu funktionieren. Equipment in die Luft zu jagen macht keinem Spass und kann sehr teuer werden...
Gewisse Studios haben einen eigenen Raum für Computer, Bandmaschinen, Endstufen. Diese werden speziell gekühlt und garantieren somit eine Langlebigkeit des teuren Equipments. Dies hilft auch noch die durch Ventilatoren verursachten Nebengeräusche zu minimieren – häufig lenken diese von Details im Mix ab. Zu viel Air Conditioning kann zudem auch zu einer Ansammlung von Feuchtigkeit und Kondensation führen und somit auch das teure Equipment beschädigen. Generell ist Wasser äusserst schlecht für elektronisches Equipment.
Wichtig ist auch ein Belüftungssystem welches Hitze aus wichtigen Orten kanalisiert, wo sich diese üblicherweise aufstauen kann (z.B. in der Hähe des Mischpults oder im Maschinenraum).

Separate Räume: Control Room (Regie)

Die meisten Studios besitzen mehrere isolierte Räume für Aufnahmen, Mixing und Produktion. Schalldämmung ist das Wichtigste wenn man mehrere Räume in einem Studio haben möchte. Um dies zu ermöglichen muss man Räume luftdicht gestalten. Wenn keine Luft rein-, oder rausgehen kann, dann hat auch Schall viel weniger Chancen sich ungestört zu verteilen.
Die meisten professionellen Studios besitzen doppelte Türen mit denen der Schall abgeschnitten grösstenteils abgeschnitten wird. Sie besitzen auch doppelte Wände die zusätzlich mit speziellen Materialien ausgestopft wurden um das Durchdringen von ungewollten Geräuschen zu verhindern. Die Böden im Studio sollten ebenfalls 'schwebend' verlegt werden – also vom Boden entkoppelt – um zusätzlich Vibrationen und Durchdringen von Schall zu minimieren.
OuvertureAm meisten Beachtung erhält dabei natürlich die Regie – schliesslich befinden sich dort das Mischpult und das ganze 'Outboard' Equipment. Von hier wird die gesamte Aufnahme und der Mixdown gesteuert – deshalb heisst er häufig auch 'Control Room'. Die Akustik in diesem Raum sollte so gestaltet werden, dass der Tontechniker genau das hört, was aufgenommen oder gemischt wird. Der Klang in diesem Raum sollte so natürlich wie möglich sein und eine präzise Repräsentation des Original-Sounds ermöglichen. Das ganze muss natürlich mit den verwendeten Monitoren ausgemessen werden.

Die erste Regel für einen richtig akustisch behandelten Raum ist, dass es keine parallelen Wände geben darf. Wenn man seine Hände in einem Raum klatscht der über parallele Wände verfügt, dann wird man hören wie der Sound hin und her geworfen wird. So etwas wird auch als Flatterecho bezeichnet. Dies ist für Aufnahmen wie für den Mixdown schlecht.
In einem Raum sollten zudem auch ungewollte Bassfrequenzen entsprechend eingefangen werden. Etwa ein Viertel des Raums sollte mit sogenannten 'Bass Traps' versehen werden, damit er akustisch adäquat eingerichtet ist. Auf das Thema Akustik wird im nächsten Teil noch mehr im Detail eingegangen.

Separate Räume: Live Room

OuvertureAls nächstes widmen wir uns dem sogenannten 'Live Room' – also der Raum in der Musik aufgenommen wird. Dieser ist mit Sicherheit gleich wichtig wie die Regie, da dort die Musiker die aufgenommene Musik ja überhaupt erst erzeugen und der Tontechniker diese dann mit den Mikrofonen aufnimmt. Live Rooms sollten die Möglichkeit haben auf unterschiedliche Aufnahmesituationen eingestellt werden zu können. Holzböden eignen sich zum Beispiel sehr gut um Schall zu reflektieren und einen helleren Klang zu erzeugen.

Wird ein wärmerer Sound benötigt, so könnte man einfach einen Teppich auf den Boden legen. Viele Live Rooms wurden auch mit einer Menge Glass ausgestattet um einen visuellen Kontakt zwischen den einzelnen Räumen zu erhalten. Diese Oberflächen reflektieren natürlich auch sehr stark. Viele Studios verwenden dicke Vorhänge um die Reflexionen von Glass oder harten Wänden zu minimieren. Auch hier dürfen die Wände nicht parallel gebaut sein um Flatterechos entgegen zu wirken.
Ouverture
Gewisse Studios besitzen auch eine Vocal Booth (Kammer für Stimmenaufnahmen) innerhalb des Live Room. Dies ist im Wesentlichen eine kleinere Kammer die speziell für Stimmen gebaut wurde. Diese können natürlich auch für Gitarrenverstärker und andere Instrumente verwendet werden. Es gibt da keine fixen Regeln – der Schwerpunkt liegt hier darauf während der Aufnahme noch eine zusätzliche Isolation zu erhalten.

Viele grössere Studios besitzen mehrere Regie-Räume. Um die Kreativität ungestört fliessen zu lassen ist es auch wichtig eine gemütliche Lounge und richtige Toiletten einzubauen. Wenn das Budget es zulässt ist auch ein Esszimmer mit Küche in Betracht zu ziehen. Wer viele Stunden in einem Studio verbringt sollte auch so viel Komfort wie möglich zur Verfügung haben.
Es ist auch nicht abwegig dem Kunden ein Büro mit einem privaten Internetzugang zu bieten, wo er sich nach Bedarf zurückziehen kann.
Alle Studios sind unterschiedlich eingerichtet. Was man sich vorstellt kann auch gebaut werden.

Es gibt hier keine echten Regeln – nur Richtlinien.

Der richtige Ort

Plan de groupeDas richtige Studio buchen

Wo man sich entschliesst eine Aufnahme zu buchen ist ebenso wichtig wie das, was man aufnimmt. Wenn eine Band in L.A. zu Hause ist, wieso bucht man nicht einfach dort auch ein Studio? Es gibt dort schliesslich eine Menge grossartiger Studios mit hervorragendem Equipment und exzellenten Räumen. Dennoch könnte es einfach ein zu grosse Ablenkung sein, wenn man sich für eine solche Session praktisch zu Hause befindet. Aus diesem Grund buchen viele Künstler ihre Studios in entfernten Orten um sich von jeder möglichen Ablenkung abzuschirmen. Eine Privatsphäre ist während des gesamten Prozesses sehr wichtig. Freunde die während der Aufnahmen vorbeikommen um ein Bier zu trinken sind zwar spassig, aber mit Sicherheit kontraproduktiv.
Auch wenn man es sich aus rein logistischen Gründen nicht leisten kann in weite Fernen zu reisen, so ist es doch äusserst wichtig, dass sich alle mit der Örtlichkeit wohl fühlen. Wenn man es vom Auto bis hin zum Studio mit der Angst bekommt, dann ist es mit Sicherheit nicht der richtige Ort.

Wo man am besten ein Studio baut

Plan de groupe

In der Geschäftswelt ist der Ort wohl der wichtigste Faktor. Die wichtigste Frage sollte sein, ob es in der Umgebung wo man gerne sein Studio bauen möchte auch genug Kunden gibt. Nur ein paar wenige Profis haben den Luxus, dass Leute weite Wege zu ihnen machen.
Ein Gebäude für ein Studio zu kaufen ist aus vielen Gründen eine gute Option. Indem man die Immobilie kauft kann man sie auch ausbauen wie man möchte. Viele Künstler kaufen heutzutage Häuser und renovieren sie als Heimstudios. Eine Menge Villen sind bereits in Studios verwandelt worden. Damit schafft man es natürlich auch recht einfach Komfort und Aufnahmeprozess miteinander zu verbinden.
Natürlich sollte man vor dem Kauf ein paar Dinge in Betracht ziehen - sei es jetzt ein Privatstudio, Heimstudio oder kommerziell genutzte Einrichtung. Parkplätze und Einkaufsmöglichkeiten sind da sicherlich äusserst wichtig.
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