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Die 10 häufigsten Fragen zum Theam Mastering

Audio Mastering
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Tom Volpicelli von The Mastering House beantwortet in diesem Artikel die 10 häufigsten Fragen zum Thema Mastering.

 

Dieser Artikel wurde von ProSoundWeb
zur Verfügung gestellt.

 

Was ist eigentlich Mastering und die Rolle des Mastering Engineers?

Mastering ist im Wesentlichen der Schritt in einer Audio Produktion bei dem die Mixes für die verschiedenen Verfielfältigungsformate vorbereitet werden. Die Vision eines Künstlers besteht immer aus einer Zusammenarbeit aus Produzent, Musikern und Tontechnikern. Jeder einzelne Schritt - von der Vorproduktion bis hin zum Mastering - baut auf dem anderen auf und ist jeweils vom vorangehenden abhängig. Das Mastering ist der letzte Schritt bei dem noch Einfluss auf das Klangbild der Produktion genommen werden kann, bevor sie die Studioumgebung verlässt und auf die Öffentlichkeit losgelassen wird.

 

Es sollten an dieser Stelle die unterschiedlichen Rollen zwischen Mixing und Mastering Engineers erwähnt werden. Auch wenn die Werkzeuge einander gleichen, so sind die Perspektiven dieser beiden Aufgaben doch vollkommen unterschiedlich. Beim Mixing liegt der Fokus auf der internen Balance der einzelnen Spuren und Effekten des jeweiligen Stücks.

 

Ein Album kann nicht als Ganzes angehört werden, bis der Job eines Mixing Engineers abgeschlossen ist. Der Mastering Engineer nimmt die Aufgabe dann an der Stelle auf, wo die Arbeit des Mixing Engineers seinen Abschluss findet. Mastering macht es sich primär zur Aufgabe, das gesamte Album wie aus einem Guss tönen zu lassen. Der Mastering Engineer legt also vor allem Wert auf die gesamte klangliche Balance und arbeitet mit dem Kunden zusammen, um die richtigen Abstände und Reihenfolge zwischen den Songs zu definieren. Letzte Bearbeitungsschritte, wie Fade-In und Fade-Out einzelner Songs finden ebenfalls in diesem abschliessenden Arbeitsschritt statt.

 

Zuletzt ist es aber auch die Rolle des Mastering Engineers das physische Medium für die Vervielfältigung vorzubereiten und dessen Qualität zu garantieren. Dies bedeutet ein Abhören der PreMaster CD bis hin zu mehr technischen Aspekten wie das Enkodieren von Text, UPC/EAN und ISRC Codes, Überprüfen des Mediums auf physische Makel, sowie Erstellen der notwendigen Dokumentation wie z.B. eine PQ Liste.

 

 

Ist Mastering immer nötig?

Die Worte eines Autoren sind niemals druckfertig bis sie von einem Editor freigegeben wurden. Die Arbeit eines Malers ist nie fertig, bis sein Bild eingepasst und gerahmt an der Wand hängt. Die Arbeit eines Musikers erfordert dieselbe Behandlung. Audio Produktionen sollten keinesfalls überstürzt abgeschlossen werden, nur damit sie 'an die Öffentlichkeit gelangen' können. Ein fertiges Produkt sollte die Vision des Künstlers, Produzenten und Audio Engineers wiedergeben können. Sogar ein 'perfekter' Mix muss bis zu einem gewissen Punkt durch den Mastering Prozess geschickt werden. In diesem Fall sollte das Mastering so 'transparent' wie möglich gehalten werden, damit durch den letzten Schritt der ursprüngliche Klang nicht beeinträchtigt wird.

 

Wie bereits erwähnt ist es für einen Mixing Engineer ziemlich schwierig im Voraus abzuschätzen, wie ein Album als Gesamtes tönen wird. Manchmal mag ein bestimmtes Stück für sich perfekt tönen, doch innerhalb eines gesamten Albums kann es dann durchaus sein, dass gewisse Frequenzanpassungen nötig werden. Betrachtet man das schiere Volumen der Online erhältlichen Veröffentlichungen, so muss sich ein Album von Anfang bis Ende vom Rest abheben können, um überhaupt eine Chance auf dem Markt zu haben. Ist es das Ziel ein Produkt zu erhalten das am Radio gespielt, Online vertrieben, oder als physisches Medium verkauft werden soll, so muss es auf jeden Fall durch einen Mastering Prozess geschickt werden.

 

Was für Verbesserungen kann man vom Mastering erwarten?

Mastering kann helfen die richtige Balance, Volumenverhältnisse und Tiefe für eine bestimmte Musikrichtung zu finden. Sie kann der Musik Klarheit und Tiefe verleihen und mehr Leben einhauchen. Die Idee hinter dem Mastering ist, dass das Produkt nach dem ganzen Prozess besser tönen wird. Der Grad in dem ein Mastering Engineer dies erreichen kann hängt natürlich vom jeweiligen Mix ab. In gewissen Fällen sieht man sich mit gewissen Limitierungen konfrontiert, oder kommt nicht um gewisse Kompromisse herum.

 

Eine Limitierung des Mastering ist es, dass man stark verzerrtes Material nicht mehr retten kann. Verzerrungen in einem Mix sind ähnlich wie Rost: Einmal vorhanden kann er nicht so einfach entfernt werden und hat einen Teil des Materials permanent zerstört. Auch wenn sich im Mastering die Auswirkungen gewisser Verzerrungen verdecken lassen, so kommt dies im Wesentlichen doch einem Abdecken von Fehlern gleich, die man eigentlich im Mixdown lieber gar nicht erst begangen hätte. Eine dieser Trugschlüsse ist, dass ein Mix so 'heiss' wie möglich gemischt werden sollte. Mit dem Einzug der 24 Bit Technologie gibt es jedoch eigentlich keinen Grund, weshalb ein Mix 'ins Rote' getrieben werden muss.

 

Die meisten Mastering Engineers empfehlen einen Puffer von irgendwo zwischen -6 bis -10 dBFS gegenüber dem Peak Pegel um sicher zu gehen, dass das Signal nicht ins Clipping gefahren wird und entsprechend bearbeitet werden kann. Zudem ist der 'Crest Faktor' ebenfalls sehr wicht (Peak-zu-Durchschnittspegel). Während die dynamische Bandbreite immer ziemlich einfach gezähmt werden kann, so ist es schon schwieriger die Effekte von Kompression oder Limiting aufzuheben.

 

Sollte die interne Balance eines Stereomixes unausgeglichen sein, so kommt es durchaus vor, dass man das Stück auch klanglich noch verändern muss. So kann es zum Beispiel sein, dass die Becken oder eine Stimme sehr hell tönen, während andere Teile des Mixes als eher dumpf empfunden werden. Da kann es durchaus schwierig werden die richtigen Einstellungen zu finden, mit denen sich die einzelnen Elemente angleichen lassen.

 

Neben Frequenzen können die Pegel zwischen den einzelnen Spuren ebenfalls zu einem Problem werden. Wird dem Mastering Engineer ein Stereo Mix gegeben (wie das so häufig der Fall ist), können spezifische individuelle Komponoenten nicht so einfach isoliert und bearbeitetet werden. Auch wenn es Techniken wie De-Essing, Mid/Side Berechnung, Equalizing oder Compressing gibt, mit denen sich eine bestimmte Unregelmässigkeit ausgleichen lässt, so werden diese Resutate ziemlich sicher nicht so gut sein, als wenn man sie während des Mixdowns schon korrekt angepasst hätte.

 

Eine Methode mit der sich die interne Balance eines Mixes optimal angleichen lässt, ist es dem Tontechniker unterschiedliche Mixdowns abzuliefern. Ein paar Beispiele sind hier 'Vocal up/down' Mixes, oder Mixes, wo ein EQ dem anderen vorgezogen wurde. Eine weitere Methode ist es, dem Mastering Engineer sogenannte 'Stems' (oder Submixes) der Stereospur zu liefern. Diese mögen in Form eines separaten Stereomixes von Stimmen oder Instrumenten vorkommen und sind im Wesentlichen dasselbe wie der Stereomix ohne spezielle Summierung des Signals. In diesem Fall wird der Mastering Engineer leicht in die Rolle des Mixing Engineers gestellt und kann auf das Signal eingreifen, wie es ansonsten mit einem einfachen Stereomix nicht möglich gewesen wäre. Ein weiterer Vorteil dieser Stems ist es, dass damit ganz einfach alternative Mixdowns wie 'Radio Edits', 'Instrumental' oder 'Vocal-Only' Masters erstellt werden können.

 

Ein weiterer Bereich bei dem man die Anpassungen im Mix und nicht beim Mastering vornehmen sollte, ist das Thema Hintergrundgeräusche. 'Mute Automation' auf individuellen Spuren sollte dort verwendet werden, wo es Geräusche auf Teilen von Spuren gibt, die ansonsten nichts mit dem Mix zu tun haben. Dazu gehört das Brummen und Surren von elektrischen Gitarren an Anfängen, Schlüssen und Breaks, Playbackgeräusche von Kopfhörern auf den Vocals, wenn der Sänger nicht singt, Schlagzeuger, die ihre Stöcke zu früh ablegen, etc...

 

Welche Tipps könnte man befolgen, damit man einen möglichst optimalen Master erhält?

Klangqualität kann ein sehr subjektiver Wert sein. Bevor man einen Mastering Engineer für ein Projekt anheuert, sollte man sich klar bewusst sein wie das Endprodukt denn tönen sollte. Eine gute Kommunikation dieser Ansichten zwischen Kunde und Tontechniker ist eine der wichtigsten Komponenten auf dem Weg zu einer erfolgreichen Produktion. Die Sprache mit der das gewünschte Resultat beschrieben wird kann dabei durchaus unpräzise sein. Begriffe wie 'metallig', 'fett' und 'präsent' bedeuten für verschiedene Menschen durchaus unterschiedliche Dinge. Eines der Talente eines grossen Mastering Engineers liegt darin, diese losen Begriffe in einen spezifischen technischen Prozess umzuwandeln und die Ziele des Kunden ohne grosse Umwege zu realisieren.

 

Gewisse Mastering Engineers empfinden Referenzspuren von Kunden als sehr hilfreich. Solche Spuren können manchmal mehr als tausend Worte aussagen und bieten einen guten Einblick in die klangliche Vorstellung des Kunden. Ich persönliche erhalte am liebsten Mixes, die bereits sehr nah am Endprodukt liegen, doch mit genug Spielraum, um die verschiedenen Songs noch aneinander anpassen zu können. Hier ein paar Tipps wie man an diese Aufgabe am besten heran geht:

 

  • Kennt Euren Raum und Eure Abhöre. Kamen für Eure Mixdowns kleinere Monitore zum Einsatz, so solltet Ihr Eure Mixes auch auf Systemen mit einem erweiterten Bassspektrum anhören.
  • Falls Eure Monitore oder Euer Raum den Mix auf irgendeine Art und Weise verfärben, stellt sicher, dass Ihr dies so gut wie möglich kompensiert habt.
  • Bereinigt Eure Spuren vor dem Mastering. Achtet auf Probleme wie aggressive Höhen, unausgeglichene Frequenzen, Probleme mit Phasenlage oder Polarität, schlechte Edits, Tiefe und Breite des Klangbilds und das Verhältnis zwischen Instrumenten und Stimmen.
  • Ich empfehle Euch einen Mix in Mono anzuhören und darauf zu achten, ob dadurch etwas aus dem Mix verschwindet, oder unnötig angehoben wird. Auch eine andere Abhörposition kann zum Teil potentielle Probleme bemerkbarer machen.
  • Lasst dem Mastering Engineer genug dynamischen Freiraum, damit dieser nicht nur den Gesamtpegel, sondern auch den Druck und die Definition der Transienten einstellen kann.
  • Verwendet beim Master Bus keine Prozessoren, die im Mastering besser aufgehoben wären. Dazu gehören Exciter, Harmonic Enhancer, EQ, Normalization und Limiting.
  • Lasst am Anfang und am Ende des Mixes jeweils genug Raum, damit der Mastering Engineer die Möglichkeit hat, das Stück schön zu schneiden und ansprechende Fades zu erstellen.
  • Am Anfang und Ende ein bisschen 'extra' zu haben kann sich auch als hilfreich herausstellen, wenn man ein 'Noise Profile' für Rauschunterdrückungssysteme erzeugen möchte.
  • Verwendet Mute- und Volumenautomation um unnötige Nebengeräusche von einzelnen Spuren zu entfernen.

 

Was soll ich dem Mastering Engineer zuschicken?

Mixes sollten dem Mastering Engineer in einem Format zugeschickt werden, das den Klang so wenig wie möglich verändert. Für digitale Mixes ist deshalb ein unkomprimiertes Format (AIFF oder WAV) einem komprimierten (MP3) vorzuziehen. Ihr solltet mit dem Mastering Engineer im Vorfeld abklären welches Format er bevorzugt. Ich empfehle Euch dieselbe Sample Rate zu verwenden, die Ihr auch schon bei den Aufnahmen verwendet habt (ausser Ihr habt beim Mixdown einen externen Wandler benutzt). Die Bit Tiefe sollte ebenfalls derjenigen der Aufnahmen entsprechen und nicht durch Brennen einer Audio CD unnötig reduziert worden sein. Um bei der Phasenlage keine Probleme zu kriegen, bevorzuge ich zudem, dass mir meine Kunden ihre digitalen Mixes als 'Single Stereo Interleaved' Datei anstatt 'Split Stereo' Dateien zuschicken.

 

Auch wenn es zu Zeiten analoger Bänder üblich war, so werden heute beim Mastering kaum mehr Referenztöne mitgeliefert. Mischt man jedoch über ein analoges Mischpult, oder über ein externes Gerät, so kann ein Referenzton auf 1kHz (bei 0 VU) durchaus hilfreich sein, eventuelle Probleme bei der Kalibrierung des linken und rechten Kanals festzustellen. Solltet Ihr an der Mastering Session nicht teilnehmen können, so solltet Ihr Euch vergewissern, dass Ihr dem Mastering Engineer alle nötigen Informationen liefert: Sample Rate, Bit Tiefe, Format, Auflistung der Dateinamen mit dem kompletten Namen des Songs für jede Datei.

 

Gebt auch an falls es für dasselbe Stück unterschiedliche Mixes gibt (z.B. Vocal Up/Down). Eine Auflistung der Song Abfolge ist natürlich ebenfalls wichtig, wie auch gewünschte Pausen und Fades. Sollte das Endprodukt CD text, UPC/EAN oder ISRC Codes besitzen, so sollten diese ebenfalls in der Liste vermerkt werden.

 

In einer Dokumentation könntet Ihr auch beschreiben, welches Equipment und Techniken beim Mixdown zur Anwendung kamen (speziell wenn es auf den Gesamtmix angewendet wurde), wo Ihr denkt, dass der Mix noch seine Schwächen hat und wo Ihr sonst noch denkt, dass es für den Mastering Engineer wichtig sein könnte.

 

Wieviel kostet das Mastering?

Die Preise hängen stark vom Profil und der Erfahrung des Mastering Engineers, seinem Portfolio, sowie den Studio- und sonstigen Kosten ab. Normalerweise werden die Preise wie folgt berechnet:

 

  • Eine 'Flat Rate' für das gesamte Album (auf Anzahl Stücken basierend und mit einer maximalen Stundenzahl).
  • 'Flate Rate' pro Stück oder Anzahl Minuten pro Stück.
  • Ein Stundensatz der bereits zusätzliche Kosten für Verifizierung und Listening der Medien beinhaltet.

 

Gewisse Studios belasten auch mehr für besuchte Sessions als für nicht besuchte Sessions (wo das Endprodukt per Mail oder Internet zugeschickt wird).

 

Mastering Kosten können deshalb auch irgendwo zwischen $10 pro Song und $500 pro Stunde für gut etablierte Profis liegen. Da es sich beim Mastering um eine Dienstleistung und nicht einfach um ein Produkt handelt, sind auch die Preise ein wenig undurchsichtiger und können teilweise stark variieren.

 

In der Annahme, dass Qualität und Kosten beides wichtige Faktoren in Eurer Produktion sind, so ist es durchaus wichtig, dass man schon von Anfang an für das Mastering ein realistisches Budget einplant. Unabhängige Musiker vergessen diesen Schritt manchmal bis sie ihr Projekt schon abgeschlossen haben, dann aber kein Geld mehr zur Verfügung steht. Oft sind sie dann gezwungen, sich mit einem Kompromiss auf eine geringere Qualität einzulassen. Es ist aus diesem Grund auch eine gute Idee ein Studio zu finden, welches innerhalb Eurer Budgetgrenzen arbeitet. Ich empfehle Euch auf jeden Fall das Studio vorgängig anzurufen, um Details Eures Projektes und ihre Herangehensweise zu diskutieren. So erlangt Ihr nicht nur ein tieferes Verständnis für ihren Prozess, sondern könnt Euch auch ein Bild über den Kundendienst machen. Gewisse Studios bieten Euch ein Demo Eures Materials, damit Ihr Euch vorgängig von deren Qualität überzeugen könnt - andere dagegen belasten auch diesen Schritt. Dennoch lohnt sich ein Vorhören, bevor Ihr Euer ganzes Album in die falschen Hände legt.

Was für eine Rolle spielt das Equipment des Mastering Engineers gegenüber seinem effektiven Talent?

Hier gilt normalerweise die alte Weisheit 'Es ist der Fahrer, nicht das Auto'. Ein guter Mastering Engineer kann mit Einschränkungen umgehen, während ein schlechter so oder so schlechte Resultate abliefern wird. Doch natürlich spielt Equipment hier auch eine wichtige Rolle. Auf Geräte zugreifen zu können, die speziell für Mastering Anwendungen entwickelt wurden, ist ein grosser Vorteil - nicht nur in der Klangqualität, sondern auch in der Geschwindigkeit, mit der ein Mastering Engineer zum Ziel kommen kann. Dazu gehören EQs, Kompressoren und weitere Geräte zur Klangverbesserung, sowie Wandler, Monitore und auch der Raum, in dem der Mastering Engineer seine Arbeit verrichtet. Alle diese Merkmale helfen ihm bessere und genauere Entscheidungen zu treffen.

 

Es gibt eine Menge Hardware und Software Firmen auf dem Markt, welche Anwendern ohne bestehende Erfahrung im Mastering einen schnellen Erfolg über spezielle Presets, Frequenzkurven, oder andere Methoden versprechen. Diese Herangehensweise nach 'Rezept' vernachlässigt dabei komplett die eigentliche Aufgabe des Mastering und kann definitiv nicht durch einen erfahrenen Mastering Engineer ersetzt werden.

 

Beim Mastering versucht man die Elemente eines Mixes hervorzuheben, die für den Song am Wichtigsten sind. Dies benötigt künstlerisches wie technisches Fingerspitzengefühl. Einfach beim EQ oder Kompressor ein Preset zu laden spricht weder den individuellen Charakters des Stücks an, noch werden dadurch potentielle Probleme behoben.

 

Was ist das beste _________________ für Mastering?

Dies ist eine Frage, die auf Foren sehr häufig gestellt wird. Wie bereits erwähnt gibt es hier keine 'richtige' oder 'beste' Lösung. Sollte es diese geben, so würden Mastering Studios mehr wie Einkaufsläden aussehen - allesamt mit demselben Raum Monitoren und Equipment ausgestattet. Genau so wie beim Mixdown eine eigene Kette an Bearbeitungsschritten zur Anwendung kam, so wählt auch jeder Mastering Engineer seine von ihm bevorzugte eigene Hardware und Software aus.

 

Dennoch bestehen zwischen Mastering Studios durchaus auch Gemeinsamkeiten. Im Folgenden nenne ich darum die für mich wichtigsten Werkzeuge - geordnet nach Wichtigkeit:

 

Ein sehr gut geübtes Paar Ohren. Die Fähigkeit Probleme zu erkennen, die mit dem Genuss und der erfolgreichen Übertragung eines Musikstücks einhergeht, ist das wichtigste Werkzeug im Arsenal eines Tontechnikers.

 

Wissen und Geschmack. Über das technische Wissen zu verfügen, wie man Probleme in einem Mix angeht und ausreichend musikalischen Geschmack zu besitzen, um einschätzen zu können, ob sich diese Herangehensweise am Ende auch lohnt.

 

Ein präziser Raum und Monitore. Ein gutes Paar Monitore in einem schlechten Raum können einen Mix ebenso verfälschen wie ein Paar schlechter Monitore in einem guten Raum. Raum und Monitore sollen zusammen eine Abhörumgebung erzeugen, welche die Präsentation des Mixes nicht verzerrt und einen Mastering Engineer dazu veranlasst, schlechte Entscheidungen zu treffen.

 

Eine transparente Bearbeitungskette. Wie bei Ärzten so ist es auch bei Mastering Engineers höchstes Gebot vor allem 'keinen Schaden' anzurichten. Mastering Studios nehmen einen grossen Aufwand in Kauf um sicher zu stellen, dass ihre Bearbeitungskette ohne Verzerrungen oder Störgeräusche ist. Alles von den Kabeln über Software bis hin zu Hardware wird analysiert und wenn nötig modifiziert um negative Einflüsse auf die Bearbeitungskette zu verhindern.

 

Prozessoren welche dem Klang eine gewisse 'Färbung' verleihen. Was im ersten Augenblick gegenüber dem vorherigen Punkt wie ein Widerspruch tönt, ist der Einsatz von Hardware und Software, welche dem Signal gezielt Verzerrungen hinzufügt und ihn dadurch klanglich verbessert. Hier kommt moderne und ältere Hardware zum Einsatz, welche dem Signal eine Röhrenverzerrung, Bandsättigung, oder eine sonstige Färbung hinzufügt. Mit diesen Effekten soll der Mix als wärmer, dicker und tiefer empfunden werden, als es das rein 'digitale' Signal war.

 

Sollte man einen Mastering Engineer anhand seiner 'Stilrichtung' auswählen?

http://lasmejorescancionesdelahistoria.files.wordpress.com/2010/03/nevermind.jpgZehn Mastering Engineers die im gleichen Raum mit demselben Equipment arbeiten, können dem Kunden zehn unterschiedliche Master abgeben, die jeder für sich grossartig klingen werden. Wenn Ihr dieselben Engineers dann fragt, Euch einen beliebigen Master zu reproduzieren, so werdet Ihr höchstwahrscheinlich zehn fast identische Master zurück erhalten. Auch wenn jeder Mastering Engineer seinen ganz eigenen Stil hat, so ist es doch auch wichtig, dass er von seiner Stilrichtung Abstand nehmen kann, sollte dies von ihm gefordert werden. Ein Engineer sollte niemals einem Kunden seinen persönlichen Geschmack aufdrängen. Genau hier ist wie bereits erwähnt die Kommunikation mit dem Kunden enorm wichtig.

 

Ein guter Mastering Engineer sollte sich in verschiedenen Musikrichtungen sehr gut auskennen. Generell gibt es keinen Grund, weshalb ein Tontechniker der für seine grossartigen Country Alben bekannt ist, nicht auch ein grossartiges Rock Album hervorbringen kann. Doch auch wenn ein guter Mastering Engineer über einzelnen Stilrichtungen stehen sollte, so ist es durchaus legitim sich für einen Mastering Engineer zu entscheiden, dessen Arbeit Euch ganz besonders anspricht. Es ist wichtig, dass Tontechniker und Künstler auf eine Art und Weise miteinander kommunizieren können, die für beide fruchtbar ist.

Was ist denn wichtiger, ein technischer oder ein musikalischer Background?

Ein Mastering Engineer sollte ein gutes musikalisches und ein gutes technisches Wissen besitzen. Das Handwerk eines guten Tontechnikers ist es gute Musik als solche zu erkennen und zu wissen, wie man diese noch besser macht. Während ein technischer Background in der Mastering Welt enorm wichtig ist, so sollte dieser jedoch niemals mit ästhetischen Fragen in Konflikt kommen. Im gleichen Atemzug sollte bei einem Projekt jede persönliche Gefühlsregung eines Mastering Engineers abschliessend mit den Vorstellungen des Musikers in Einklang gebracht werden. Genau aus diesem Grund sollte der musikalische Background eines Tontechnikers niemals seinem Handwerk im Wege stehen.

 

Mit einem bestimmten technischen Background können gewisse Mastering Engineers ihr Equipment modifizieren, um einen transparenteren Sound oder die gewünschte Färbung zu erhalten. Vor allem bei Tonhöhen einen musikalischen Background zu haben, ermöglicht es einem Engineer Frequenzprobleme vor allem im Arrangement oder bei Musiknoten zu erkennen und mit Musikern diese Probleme in ihrer Sprache zu diskutieren.

 

Ein Tontechniker sollte es meiden einen der beiden Backgrounds zu bevorzugen. Auch wenn die meisten ihren Ursprung in einem der beiden finden können, so besteht die wahre Kunst doch daraus, diese beiden Welten miteinander zu verbinden. Ein Mastering Engineer sollte so objektiv wie nur möglich bleiben und dem Kunden immer noch ausreichend Feedback und Einsicht aus einer musikalischen wie auch aus einer technischen Perspektive bieten können.

 

Weitere News und Informationen für Audio Profis können auf ProSoundWeb gefunden werden.

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