TC-Helicon Harmony-G
+
TC-Helicon Harmony-G

Harmony-G, Stimmenprozessor from TC-Helicon in the VoiceTone series.

Produktbewertung
Price engine
Kleinanzeigen
  • Textgrösse erhöhen oder verringern
  • Drucken

TC Helicon's Harmony-G: Der Test

Der G-Punkt von Harmonien
  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it
  • Mail

Nachdem sie bereits Sänger mit ihren Voicetone Pedals beglückt haben, versucht nun TC Helicon Gitarristen/Sänger mit einem neuen Pedal zu verführen. Dieses Pedal soll Harmonien erzeugen die der Stimme oder Gitarre folgen...

Nachdem sie bereits Sänger mit ihren Voicetone Pedals beglückt haben, versucht nun TC Helicon Gitarristen/Sänger mit einem neuen Pedal zu verführen. Dieses Pedal soll Harmonien erzeugen die der Stimme oder Gitarre folgen. So ausserordentlich dies auch in der Theorie tönen mag bleibt die Frage, ob das TC Harmony-G Pedal in der Anwendung auch hält was es verspricht. Dieser Frage werden wir in diesem Test auf den Grund gehen...

Du wirst Dich nie mehr so allein fühlen!

Erfolgreich Stimmen-Harmonien in einer Live Umgebung einzusetzen war schon immer ziemlich kompliziert. Eine schlechte Balance zwischen dem PA und den Monitoren führt oft zu mangelhafter Intonation bei den Stimmen – und dies fängt die Zuhörer relativ schnell an zu nerven. Es gibt aber noch schlimmere Situationen! Wie erzeugt man Harmonien zu seiner eigenen Stimme wenn man alleine auf der Bühne ist? Sogar wenn man alles Talent und Ambition der Welt in sich vereint so ist die eigene Stimme immer noch monophon. Zum Glück hat TC-Helicon an Sänger/Gitarristen oder Sänger/Pianisten gedacht die Solo auftreten und zwei Boden-Effekte entwickelt die wie von magischer Hand zwei virtuelle Sänger erzeugen – und diese kennen sogar die Set-Liste auswendig!

Aber wie ist dies möglich? Es ist eigentlich ganz einfach: Das Pedal folgt der Abfolge von Akkorden (die ja durch die Gitarre oder Keyboard ins Gerät gespiesen werden), analysiert sie und bestimmt die zum Gesang passenden Stimmen-Harmonien. Dies ist in etwa die Idee hinter Harmony-G (Gitarre) und Harmony-M (für MIDI – das Keyboard ist via MIDI angeschlossen). Tönt verführerisch, oder? Da ich selber ein enthusiastischer Gitarrist bin habe ich mich bei diesem Test natürlich für das Harmony-G Modell entschieden.

Ich habe als die schöne Box mit dem TC Helicon Logo aufgemacht...

Aus der Box genommen

Harmony-GWie üblich bei dieser Firma ist die Verpackung tadellos. Es sieht aufgeräumt und gut aus und nichts wichtiges fehlt. Die Bedienungsanleitung ist komplett und in zwei Kapitel unterteilt: Anfänger / Profi. Sorgt Euch aber nicht – das Gerät ist äusserst einfach anzuwenden und die meisten meiner Kollegen haben die Hauptfunktionen innerhalb weniger Minuten verstanden.

Auf den ersten Blick gibt es hier keine Zweifel dass wir vor uns ein Qualitätsprodukt haben – die Details lügen nie: Es ist robust und hat für ein so kleines Pedal ein ziemliches Gewicht (720g) – zudem verfügt es über Füsse aus Gummi die es zuverlässig am Ort halten. Die zwei Fussschalter wurden gebaut um auch dem wildesten Musiker zu trotzen und die Potis besitzen einen guten Widerstand der genaues Einstellen ermöglicht. Die LEDs sind auch von weit weg gut sichtbar und die verschiedenen XLR und Klinke Eingänge auf der Rückseite des Pedals scheinen solide verarbeitet. Insgesamt lässt sich also an der Verarbeitung nichts aussetzen.

Das Pedal hat folgende Verbindungsmöglichkeiten: einen Klinke-Eingang für Gitarre, einen 'Guitar Through' um das Signal von der Gitarre zum Verstärker zu schicken, einen XLR Mikrofon-Eingang, zwei symmetrische XLR-Ausgänge und natürlich der Eingang für das Netzteil. Letzteres kann man leider nicht umgehen – das Pedal läuft nicht mit Batterien.

Schauen wir uns nun an wie es denn funktioniert...

Eigenschaften und Einstellungen

Nachdem man alles angeschlossen hat muss man zuerst mal den Eingangspegel der Stimme via des oben links anliegenden 'Input' Reglers einstellen. Ein kleines LED leuchtet rot auf wenn man das Signal überlädt. Das 'Guitar' Poti erlaubt ein schnelles Einstellen der Balance zwischen Gitarre und Stimme. Es gibt aber auch einen 'Auto' Modus der in der mittleren Stellung aktiv ist und das Signal aktiv abgleicht – dies ist sehr nützlich wenn man mal keinen Tontechniker zur Seite hat. Weiter gegen rechts befindet sich ein 'FX' Regler der den Anteil der Effekte regelt (um zum Beispiel mehr oder weniger Hall in der Stimme zu haben). Schliesslich befindet sich ganz rechts der 'Harmony' Knopf der den Pegel der erzeugten Harmonien einstellt.

Harmony-GEine 'Tone' Taste aktiviert drei unterschiedliche Effekte die Deiner Stimme hinzugefügt werden können: eine adaptive Kompression, ein De-Esser und ein EQ. Diese Effekte sollen die Stimme lauter und besser verständlich machen ohne dass man dabei auf bestimmte Einstellungen achten muss – besonders geeignet für Leute die allergisch auf das Programmieren von Effekten reagieren. Es funktioniert eigentlich sogar ziemlich gut...

Der 'Preset' Schalter lässt einen die Preset-Nummer auswählen (es gibt 5 mit jeweils einem eigenen A und B Preset) und ein anderer Schalter erlaubt den Zugang zum 'Manual Mode'. Diese Methode ist vor allem dann nützlich wenn man auf der Gitarre komplexe Harmonien spielt – dann hat der Harmony-G nämlich Schwierigkeiten die Tonart genau zu bestimmen. Ist dies der Fall gibt es eine relativ einfache Lösung: Man wählt die 'Manual Mode' aus, drückt beide Fussschalter und spielt einen C-Akkord (wenn der Song in C ist) – das Pedal ist nun auf C-Dur eingestellt. Man kann so bis zu 3 Tonarten einstellen und das Pedal wird automatisch die richtige auswählen.

Der 'Double' Schalter lässt einen die Stimme verdoppeln mit...nun mit seiner eigenen Stimme. So als ob Euer eigener Zwillingsbruder dieselben Noten wie Ihr singen würdet. Dies ist äusserst praktisch die eigene Stimme Live dicker zu machen und dem Klang mehr Durchsetzungsvermögen zu verleihen. Der 'FX' Schalter lässt einen zwischen den sechs eingebauten Effekten wählen: Hall, Room, Echo, Slap Echo, eine Kombination von Delay und Reverb und SFX (Flanger).

In der Anwendung

Harmony-GDas Harmony-G Pedal ist ziemlich effektiv und die Lernkurve eher tief. In der Tat sind die Grundeinstellungen des Harmony-G sehr intuitiv und erzeugen schnell überzeugende Resultate. Sollte man aber einen spezifischen Klang erzeugen wollen, so kommt man nicht umhin die Bedienungsanleitung zu Rate zu ziehen. Es ist möglich die Effekte im Detail einzustellen, alternative 'Tones' zu wählen, einen 'Detune' Effekt auf der Gitarre hinzuzufügen oder sogar die Nummer der Presets zu ändern (3 bis 10). Dies ist äusserst praktisch um den Harmony-G auf die eigenen Bedürfnisse einzurichten und Verwirrung während des Auftritts zu verhindern. Schliesslich ist es auch möglich die automatischen 'Mix Modes' für Stimmen, Harmonien und Effekte zu deaktivieren um dies dem Tontechniker zu überlassen. Es ist also möglich eine Hauptstimme ohne Effekte auf der einen Seite und die Harmonien mit Effekten auf der anderen Seite zu senden. Als Pünktchen auf dem I ist es zudem noch möglich die Grundstimmung auf etwas anderes als 440Hz zu stellen – man muss dazu nur das Mikrofon auf ein Referenz-Signal richten. Dies ist äusserst nützlich wenn mit ethnischen Instrumenten oder auch Konzertflügeln spielt.

Es gibt aber auch ein paar Details die weniger praktisch sind: Um in die 'Manual Mode' zu gelangen muss man den 'Manual' Schalter drücken (so weit so gut), dann beide Fussschalter gemeinsam drücken bevor man den Akkord der gewünschten Tonart spielt. Da die beiden Fussschalter ziemlich weit voneinander entfernt sind ist dies nicht so ohne weiteres zu bewerkstelligen – sogar wenn man grosse Füsse wie ich hat! Zudem ist es nicht möglich die Gitarren/Stimmen Balance und Pegel von Harmonie und Effekt in den Presets zu speichern. Dies ist äusserst bedauerlich und zwingt einen dazu zwischen gewissen Songs diese Settings noch manuell einstellen zu müssen.

Der Klang

Die Qualität der eingebauten Effekte lässt keinerlei Vorwürfe zu und das Reverb eignet sich perfekt für den Live-Einsatz. Die 'Tone' Einstellung ist ebenfalls sehr effektiv und bietet Kompression, De-Essing und Equalizer welche ihre Aufgabe grösstenteils zuverlässig meistern. Der Vorverstärker hat mehr als genug Reserven und klingt sehr respektabel: Stimmen sind klar und durchsetzungsfähig. Der Hi-Z Eingang (mit hoher Impedanz) für Instrumente ist ebenfalls erstklassig und klingt auch mit einem weniger guten Vorverstärker oder Piezo-Tonabnehmer sehr gut.

Insgesamt ist dieses Pedal eine kleine magische Box die alles was in sie gespiesen wird besser klingen lässt – ohne irgendwelchen Ärger. Das Harmony-G wird definitiv auf das Publikum wirken wenn es aktiviert wird. Es liegt dann am Sänger/Gitarristen der Versuchung zu widerstehen es überall einzusetzen – dies nimmt dem ganzen die überraschende Wirkung. Es ist demnach wahrscheinlich besser die Harmonie Funktion nur sporadisch einzusetzen – zum Beispiel im Refrain. Noch ein kleines Detail: Vergesst nicht die 'Harmony' Funktion einzustellen wenn Ihr mit dem Publikum zwischen den Liedern sprecht oder Ihr werdet wie ein Ausserirdischer tönen!

Hier sind zwei Beispiele: Ein Ausschnitt aus einem Songs meines Freundes Robert Zimmermann wo man den Effekt beim Wechsel vom D-Dur Akkord auf einen a-Moll Akkord etwas hängen hört. Ich habe alle Einstellungen auf der mittleren Position belassen. Hier ist noch ein zweites Beispiel. Ich empfehle einen Besuch auf der Website von  TC Helicon wo man sehr gute Video-Beispiele zum Harmony-G findet.

Fazit

TC Helicon bringt ein weiteres starkes Produkt auf den Markt indem es Sängern/Gitarristen erlaubt zwei virtuelle Sänger auf Abruf zu haben. Mit seinen Effekten und dem integrierten Stimmgerät ist dieses kleine Pedal ein Schweizer Taschenmesser für viele Anwendungen. Es wird dank seiner einfachen Handhabung, Klangqualität, solider Verarbeitung und sehr realistischen Harmonien viele Musiker anziehen. Das Harmony-G bietet Möglichkeiten die sehr gut durchdacht sind (wie die Grundstimmung verändern zu können oder die 'Manual Mode') und seine Effekte sind sehr gut überschaubar und einfach einzusetzen. Passt auf Crosby, Stills and Nash!

+ Überzeugende Harmonien für Stimmen
+ Sehr guter Mikrofon Vorverstärker
+ Sehr gute Effekte
+ Solide Verarbeitung
+ 48 V Phantom Power
+ 'Guitar Through' Ausgang
+ Automatisches Pegeln von Stimme und Gitarre
+ Tone Mode
+ Integriertes Stimmgerät
+ Bedienungsanleitung

- Die Balance zwischen Gitarre, Harmonien und Effekten werden nicht in den Presets gespeichert
- Benötigt ein Netzteil
- Beide Fussschalter gleichzeitig zu drücken ist nicht so einfach
- Manchmal hängt die Harmonie wenn man Akkorde wechselt