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Mit einfachen Techniken coole Soundeffekte erzeugen

DIY Sound Effekte
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Beim Produzieren von Podcasts oder Videos kann der Einsatz von Soundeffekten der Produktion eine ganz neue Dimension verleihen. Auch wenn Online Libraries und EFX Websites ab und zu ganz nützlich sein können so möchte ich Euch mit diesem Artikel doch empfehlen mal zu versuchen eigene Effekte zu kreieren.

 

Das Rohmaterial

Top Hollywood Sounddesigner erzeugen Effekte zum Grossteil aus selber aufgenommenen Klangquellen. Nennt Ihr also ein einfaches Stereo-Aufnahmegerät Euer eigen und könnte diese anschliessend mit einer DAW bearbeiten (Pitch Shifting und Reverb sollten vorhanden sein), dann steht Euch eigentlich nichts mehr im Weg.

 
 
Ihr könnte Eure Klangquellen mit jedem beliebigen Aufnahmegerät einfangen - Hier zum Beispiel das Olympus LS-10

Euer zu Hause ist bereits eine hervorragende Quelle für Rohmaterial. Ihr seid auf der Suche nach einer guten Grundlage, welche bereits eine ähnliche Charakteristik wie der angestrebte Soundeffekt aufweist. Sucht Ihr also etwas mit einem Impakt so solltet Ihr etwas mit einem harten Transienten aufnehmen. 

Ihr könnt den Charakter Eurer Aufnahmen durch Pitch Shifting oder Umkehren radikal ändern. Eine Bearbeitung durch Reverb oder Delay, oder das Überlagern verschiedener Klangquellen kann ebenfalls zu einem komplett neuen Sound führen. Hier hat as Experiment Vorrang. 

Mit ein paar guten Effekten könnt Ihr in Eurer DAW erstaunliche Dinge vollbringen. Vor allem ein Pitchshifter wird sich als sehr hilfreich erweisen, da Ihr auf diese Weise das ursprüngliche Verhalten eines Klangs komplett ändern könnt. Aber natürlich werden auch Flanger und Filter Euch grosse Dienste erweisen. Schliesslich lohnt es sich auch immer noch einen Blick in eigene Sample Library zu werfen und bereits vorhandene Aufnahmen mit eigenen Aufnahmen zu kombinieren. Wie Ihr seht sind die Möglichkeiten endlos. 

Tiefer Impakt

Ich habe für diesen Artikel ein paar Effekte erstellt um Euch ein paar konkrete Ideen aufzeigen zu können. Fangen wir mal mit einem relativ einfachen an: Einem Schuss. Dazu habe ich erst einmal ein paar 'Schlag'-Geräusche aufgenommen - also Schubladen zuschlagen oder zwei Holzlöffel aufeinander schlagen. 

 
 

Ein hochwertiger Pitchshifter ist wichtig. Die iZotope's RX3 Audio-Restoration Software Suite verfügt über einen solchen und eignet sich hervorragend für Sounddesign.

Ich habe die Aufnahmen in iZotope RX3 importiert und mich anschliessend dazu entschlossen die Aufnahmen nach unten zu Pitchen. Am Ende entschied ich mich für die 'Schublade' - hört Euch das Ergebnis selber mal an.

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Ich habe die Aufnahme mit einem klassischen Pitchshifter um etwa 19 Halbtöne nach unten gestimmt. Dies bedeutet natürlich auch, dass die Audiodatei wesentlich langsamer abgespielt wird. 

Für mich waren immer noch zu viele Höhen zu hören, also nahm ich den EQ und schnitt die Datei bei etwa 9 kHz stark ab. Ich importierte die Datei anschliessend in Logic Pro X und verwendet das Hall Plug-In 'Space Designer' um dem Klang einen kleinen Raum zu verleihen. Dies versetzte dem Sound nicht nur etwas Ambience, sondern lieferte mir auch noch ein etwas längeres Ausklingen. 

Hier ist das Resultat: 

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Elastisches 'Boing'

Als nächstes habe ich mich an einem grusligen Hintergrundgeräusch versucht. Dazu nahm ich auf wie ich mit meinem Finger auf eine mit Wasser gefüllte Metallschale aufschlage. Hier das Original: 

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Etwa 15 Halbtöne tiefer, vorne und hinten abgeschnitten und mit einem langen Fade Out hatte ich dann das:

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Das war für sich ja schon mal ganz cool, doch ich ergänzte es noch mit einem Basssynthesizer aus Native Instruments Absynth:

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Durch dieses Überlagern bekam ich noch ein wenig mehr Textur. Dies ist eine Technik die von Hollywood Sounddesigern häufig eingesetzt wird. 

100-Prozent Nass

Als nächstes versuchte ich den Klang Gewitterregens kreieren, der auf ein Dach aufschlägt. Ich ging dazu zu meiner mit Geschirr gefüllten Küchenspüle und liess das Wasser laufen. Ich musste ein wenig experimentieren um einen komplexen Sound mit Tropfen und ausreichend Variationen zu erhalten. Hier ist die Aufnahme: 

 

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Ich stimmte alles um 6 Halbtöne tiefer und überlagerte es mit dem Originalsignal um einen noch komplexeren Klang zu erhalten. Ergänzt durch ein paar Donner FX aus meiner Library klang es dann schliesslich so: 

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Was ist das für ein Sound?

Und Ihr seht schon - am Ende führt der Weg zum Erfolg nur über das Experiment. Ist man kreativ und kombiniert verschiedene Klangquellen und Bearbeitungsmöglichkeiten, so sind am Ende die klanglichen Möglichkeiten endlos. 

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