Line 6 BackTrack + Mic
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Line 6 BackTrack + Mic

BackTrack + Mic, Portables Aufnahmegerät/Multitrack from Line 6.

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Line 6's Backtrack+Mic: Der Test

Backtrack zur Inspiration
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Unglücklicherweise realisieren wir oft zu spät, dass wir eine grossartige Idee lieber schnell aufgenommen hätten. Wie oft hat man sich schon gewünscht die Zeit zurück drehen zu können und im Nachhinein den Aufnahmekopf zu drücken? Inspiration ist ein flüchtiges Wesen...



Line6 hat mit dem Backtrack ein Aufnahmegerät entwickelt, dass einem diesbezüglich durchaus helfen könnte. Das Gerät ist ein kleiner Recorder mit dem man den Take auch im Nachhinein speichern kann. Magie?
Nein – in dieser Box (etwa so gross wie eine Zigarettenschachtel) ist nichts magisches versteckt und der Prozess ist eigentlich ganz einfach: Backtrack nimmt konstant auf und kann dank einer automatischen Erkennung von Pausen die Aufnahmen in einzelne Events unterteilen. Wenn man eine Aufnahme behalten möchte dann muss man einfach den grossen Knopf in der Mitte des Backtrack drücken. Das ist einfach und einzigartig! Schauen wir uns diese Gerät genauer an...

Zurück in die Zukunft, Marty!

BacktrackDer Backtrack ist klein genug um in die Handfläche zu passen und ist somit einfach zu transportieren. Er besitzt einen Gürtelclip auf der Rückseite, einen Eingang für die Gitarre im Klinkenformat und einen Ausgang für die Verbindung mit einem Verstärker. Es gibt zwei unterschiedliche Versionen: Backtrack (welches gedacht ist um Instrumente über die Klinkenbuchse aufzunehmen) und Backtrack + Mic (dasselbe aber mit einem integrierten Mikrofon für akustische Instrumente). Wir werden für diesen Test das Zweitere genauer anschauen.

Das erste was bei diesem Gerät erwähnt werden sollte ist die Möglichkeit der Stromspeisung via USB. Über diese Verbindung kann man natürlich auch die Audiodateien mit einem Computer austauschen und die interne Batterie wieder aufladen. Der Hersteller gibt eine Betriebszeit von bis zu 8 Stunden an und der eingebaute Speicher (2GB) soll bis zu 4 Stunden Audio in 24bit/48kHz Qualität und bis zu 24 Stunden in 16bit/11kHz fassen können. Es gibt natürlich auch Zwischenwerte (22, 32 und 44.1kHz). Es sollte erwähnt werden, dass der Backtrack lediglich in das WAV Format aufnimmt. Es scheint als hätte es Line 6 nicht für nötig gehalten ein platzsparenderes Format wie MP3 oder AAC zu integrieren. Selbstverständlich bietet WAV eine bessere Klangqualität – aber ist dies wirklich das Hauptziel dieses Gerätes?

Ein komprimiertes Format hätte locker das Zehnfache an Daten auf den Speicher gebracht ohne dabei wirkliche Klangverluste zu haben – für ein Werkzeug wie dieses ist dies sicher nicht die Hauptpriorität.

Es wäre auch zu wünschen gewesen, dass Line 6 einen kleinen Lautsprecher eingebaut hätte. Wenn man mit dem Mikrofon aufnimmt dann muss man seine Takes mit einem Kopfhörer anhören (nicht mitgeliefert). Wenn man andererseits seinen Ausgang mit einem Verstärker verbunden hat dann kann man das Playback auch über den Verstärker spielen lassen.
Schauen wir uns aber mal genauer an wie der Backtrack eigentlich funktioniert...

Bedienung

BacktrackBei den Reglern und Knöpfen ist der wichtigste wohl der grosse 'Mark' Knopf mit dem man regelmässig Aufnahmen markieren und permanent speichern kann. Es ist jedoch unmöglich auf einem Backtrack bei Aufnahmen die Markierung oder das ganze File zu löschen...wirklich schade. Auf der einen Seite des Gerätes befindet sich ein Kopfhörerausgang und zwei Volumen Knöpfe (+ und -), auf der anderen Seite finden sich drei Knöpfe und zwei Schalter. Die drei Knöpfe belegen die klassischen 'Play', 'Fast Forward' und 'Rewind' Funktionen mit denen man zwischen den Aufnahmen hin und her navigieren kann. Der erste der zwei Schalter erlaubt es einem (im 'Read' Modus) die mit einer Markierung versehenen Files oder alle gleich (auch die unmarkierten) Files abzuhören. Eine weitere Position erlaubt das Markieren von aufgenommenen Takes die  noch gebraucht werden könnten: 'Eigentlich war dieser Riff gar nicht so schlecht.' Der zweite Schalter dient dem Einschalten des Backtrack – das LED leuchtet beim Aufstarten weiss auf und wird anschliessend blau wenn das Aufnahmegerät funktionstüchtig ist. Leider braucht Backtrack dafür gute zehn Sekunden (diese Zeit hängt von der Anzahl Files auf dem Gerät ab) was für ein solches Aufnahmegerät eindeutig zu lange ist. Hoffentlich wird dies in zukünftigen Firmware Updates bald nachgebessert. Es gibt zudem auf diesem Schalter noch eine 'Play Only' Position bei der Sie die Daten ohne etwas aufzunehmen anhören können. Es gibt auch die Möglichkeit eine Passage in einen Loop zu setzen um daran einfacher zu arbeiten.

Das integrierte Mikrofon von Backtrack + Mic kann nur benutzt werden wenn die Gitarre ausgesteckt ist. Es ist somit unmöglich das Mikrofon und den Klinkeneingang gleichzeitig zu nutzen.

Schauen wir uns jetzt die Einstellungen und Eigenschaften an....

Einstellungen und Eigenschaften

Wem die Idee eines automatischen Aufnahmegerätes nicht behagt für den gibt es auch einen einfachen Weg den Backtrack manuell zu starten indem man die 'Play' und 'Mark' Knöpfe gleichzeitig drückt. Das Gerät fängt mit der Aufnahme an und das LED leuchtet rot auf.

BacktrackDie 'Automatic Mode' hat ein paar Einstellungen mit denen man das Verhalten des Gerätes optimieren kann. Abhängig von der Situation kann man den Eingangspegel und andere Einstellungen anpassen. Dafür muss man die Mac/PC Software installieren die auf dem internen Speicher des Backtrack zu finden ist (dadurch muss das Gerät natürlich via USB verbunden sein). Sucht gar nicht erst nach einer Installations-CD...es gibt keine! Ist die Software erst einmal installiert kann man ein paar Parameter einstellen: Sample Rate (kHz), Auflösung (bit), Datum und Zeit, automatischer Standby-Modus und die Möglichkeit zukünftige Firmwares zu laden.

Obwohl es nötig ist diese Software zu installieren um die eben erwähnten Einstellungen vorzunehmen so ist es doch immer noch möglich Daten auch ohne eine spezielle Anwendung aus dem Backtrack zu holen. Dann funktioniert das Gerät ähnlich wie ein USB-Stick. Wenn man das Aufnahmegerät mit einem Computer verbindet dann findet man zwei Ordner vor: 'Backtrack MARKED' für die markierten und 'unmarked' für die restlichen Files. Möchte man etwas über den Backtrack abspielen dann muss es im WAV Format sein. Wichtig ist daran zu denken, dass Backtrack die markierten Dateien behält und die restlichen anfängt zu löschen wenn der Speicher knapp wird.

BacktrackFür den Klinkeneingang und das integrierte Mikrofon bietet die Software Einstellmöglichkeiten für den Eingangspegel: 'passive Guitar', 'active', 'POD out' für den Klinkeneingang und 'Low', 'Medium' und 'High' für das Mikrofon. Das erste Preset ist für akustische Gitarren gedacht, das zweite für eine verstärkte elektrische Gitarre und das letzte für ganze Gruppen. Ein automatischer Gain steht auch zur Verfügung – aber der interessanteste Teil kommt erst noch: es ist möglich die Mindestzeit für eine Aufnahme zu definieren (wenn ein kurzes unerwartetes Geräusch anliegt dann wird dies nicht aufgenommen) und auch die Länge der Stille die benötigt wird bis Backtrack die Aufnahmen trennt. Der Backtrack ist gut auf die individuellen Bedürfnisse einstellbar und die Manual Mode sollte auch den grössten Skeptiker überzeugen.

Der Klang

Natürlich kann man mit dem Backtrack kein 'Dark Side of The Moon' aufnehmen. Das Gerät ist definitiv nicht für professionelle Aufnahmen ausgelegt. In erster Linie möchte der Backtrack ein kleines Aufnahmegerät sein, dass es dem Musiker ermöglicht kreative Momente einzufangen. Deshalb sollte man bei der Klangqualität auch ein wenig nachsichtig sein. Sie ist sicherlich in dieser Preisklasse sehr zufriedenstellend und absolut aussreichend. Wer Aussenaufnahmen von möglichst guter Qualität erzeugen möchte der sollte sich lieber an die grossen Namen wie Nagra und Marantz halten.

Um ein Beispiel für die Klangqualität des Backtrack zu geben habe ich meine meine akustische Gitarre aufgenommen.

Fazit

BacktrackLine 6 bietet ein höchst originelles Produkt an, dass sich von den anderen Mitstreitern wegen seiner durchdachte Ergonomie abhebt – auch wenn sie anfangs ein wenig verwirrend sein mag. Die Grösse und das Gewicht das Backtrack wird von Musikern sicherlich geschätzt und die Klangqualität ist zwar nicht ausserordentlich aber für ein solches Aufnahmegerät ganz ordentlich. Mit den paar Fehlern kann man umgehen: Es können nur WAV Files verwendet werden und das Aufstarten ist etwas lang.

Es ist offensichtlich, dass dieses Gerät für Musiker entwickelt wurde: Der Backtrack geht gegen den Trend von teureren Aufnahmegeräten bei denen mehr Klangqualität geboten wird. Wer Aussenaufnahmen machen möchte wird sich mit Sicherheit eines dieser Geräte aussuchen. Musiker die aber einfach gerne Momente der Inspiration einfangen möchten werden dieses Produkt aber ohne Zweifel zu schätzen lernen.

+ Ergonomie
+ Klein
+ Preis
+ Integriertes Mikrofon
+ Lange Laufzeit und Speicher

- Unmöglich bei einer Datei die Markierung wieder wegzunehmen
- Nur WAV
- Aufstarten dauert zehn lange Sekunden
- Keine eingebauten Lautsprecher