Fender Phaser Pedal Reissue
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Fender Phaser Pedal Reissue

Phaser Pedal Reissue, Phaser für Gitarre from Fender.

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Fender Classics Re-Issue Pedals: Der Test

Die Klassiker leben wieder
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Nach der kürzlichen Wiederauflage des Fender Blender Custom Pedals hat sich die Firma entschlossen eine neue Reihe Bodentreter herauszugeben die sich im Klang und Aussehen ganz im Vintage Bereich bewegen. Schauen wir uns diese näher an...

Obwohl nicht so bekannt für ihre Pedale wie für Ihre Gitarren und Bässe so stellt Fender nun doch schon über 50 Jahre Pedale her die bei vielen Gitarristen als Klassiker gelten.

Vue généraleDie Fender Classics Reissue Pedals bestehen aus den folgenden Modellen: Fender Blender (Octave/Fuzz), Volumen Pedal, Volumen/Tone Pedal, Phaser Pedal, Fuzz-Wah Pedal. In diesem Test werden wir uns mit Ausnahme des Fender Blenders alle diese einmal genauer anschauen.
Auf den ersten Blick schauen diese Pedale Vintage aus: robust, gross und schwer! Und sie sind wirklich schwer! Obwohl sie in Korea hergestellt werden gibt es daran nichts billiges zu finden. Sollte man alle fünf kaufen so muss man sich wohl ein separates Pedal Board zu legen. Nur schon ein oder zwei davon in ein bestehendes Setup integrieren zu wollen bedeutet Massarbeit. Aber was das Aussehen und Feeling betrifft so müssen sie sich vor ihren Vintage Vorbildern nicht verstecken.

In der Verpackung findet sich das absolute Minimum – dies aber mit Stil. Jedes Pedal wird in einer schwarzen Samthülle komplett mit gesticktem Fender Logo ausgeliefert (dies würde sich auch gut über dem Feuerplatz zu Weihnachten machen). Neben der Styropor Verpackung findet man in der Schachtel nur noch ein Prospekt mit den anderen Pedalen. Es gibt keine Bedienungsanleitung und man braucht auch keine. Die Pedale sind in gewissem Sinne Plug-and-Play.

Auf allen Pedalen findet sich ein Minimum an Reglern und es wird Gewicht auf die Steuerbarkeit per Fuss gelegt. Das Fuzz/Wah und Volume/Tone Pedal bieten eine intelligente 'Dual Action' Auflagefläche die sich nicht nur nach vorne und hinten bewegt (wie ein traditionelles Wah-Wah) sondern auch seitlich gesteuert werden kann. Und der Phaser besitzt einen grossen, beleuchteten Kontrollregler der abwechselnd blau und rot im Tempo des Phasenlaufs aufleuchtet (welcher einfach mit dem Fuss eingestellt werden kann).
Schauen wir uns diese Ergonomie ein wenig genauer an und hören wir wie diese Pedale den tönen.

Volume & Volume/Tone

Volume Pedal

ArrièreEin Volumen Pedal ist eigentlich nichts wirklich besonderes – im Prinzip möchte man einfach, dass es seinen Job gut erledigt. Mit diesem Pedal erhält man genau das. Ein einfaches (wenn auch schweres) Pedal mit dem sich das Volumen sehr gut regeln lässt. Da es eine passive Schaltung verwendet benötigt man keine Batterien und es verfügt über einen Eingang, einen Ausgang und einen separaten Ausgang für das Stimmgerät. Das ist im Wesentlichen auch das Einzige was man benötigt. Vielleicht ist für die Freunde der Pedal Steel Gitarre noch zu erwähnen, dass der Eingang auf der rechten Seite anliegt und die beiden Ausgänge links. Diese kleine Detail könnte für gewisse Setups von Vorteil sein.

Das das Pedal eine passive Tone Control Schaltung verwendet funktioniert natürlich auch am besten  wenn es mit einer passiven Gitarre verbunden ist. Möchte man eine aktive Gitarre oder ein aktives Pedal benutzen sollte die Ausgangsimpedanz des aktiven Gerätes gemäss Fender mindestens 10k Ohm betragen um die beste Performance zu erreichen. Die Eingangsimpedanz beträgt 250kOhm und die Ausgangsimpedanz 0 bis 62kOhm – selbstverständlich abhängig von der Positionierung des Pedals.
Als Gitarrist der Volumenpedal ziemlich häufig einsetzt war ich sehr interessiert zu sehen wie sich dieses denn wohl im Vergleich zu meinem Ernie Ball schlägt. Der erste Eindruck war äusserst solid – dieses Ding sieht robust aus und fühlt sich auch so an! Mit seinem ganz in Chrom gehaltenen Aussehen (natürlich mit Ausnahme der Fussauflage aus Gummi) sieht es solid aus und macht auch den Eindruck, dass es nicht so schnell den Geist aufgeben wird. Ich muss es jedoch noch einmal erwähnen: dieses Pedal ist sogar für ein Volumenpedal schwer! Doch obwohl es etwas klobig aussieht so ist es doch nicht klobiger als mein Ernie Ball.
Beim Klang kann man nur sagen, dass es genau das liefert was es sollte: einen transparenten und geräuschlosen Klang mit einem gleichmässigen Weg. Es gibt hier definitiv keinen Grund für eine Bedienungsanleitung. Es gibt keine Einstreuung wenn das Pedal auf Null und das Pedal lässt sich sehr genau einstellen ohne dabei Nebengeräusche zu erzeugen.

Volume/Tone Pedal

ArrièreÄhnlich dem Volumenpedal hat dieses Pedal die zusätzliche Funktion Einfluss auf den Klang des Signals zu nehmen indem man es nach rechts oder nach links dreht. Dies wird durch eine auf dem Pedal installierte Metall Platte ermöglicht, die sich von links nach rechts drehen lässt. Der Weg ist nicht sehr weit – man kann also keine sehr grosse Anzahl unterschiedlicher Klänge erzeugen. Dennoch ist es keinesfalls ein Gimmick – man kann definitiv einen Unterschied im Klang hören. Man kann sogar fast einen Wah-Wah Effekt erzeugen indem man es schnell hin und her bewegt (obwohl es eigentlich nicht dafür gemacht wurde) – doch dies ist auf die Dauer ziemlich ermüdend und sieht zudem komisch aus.

Eigentlich schade, dass die Klangunterschiede nicht grösser ausgefallen sind. Da sie sich schon dazu entschlossen haben eine solche Funktion einzubauen wäre es auch schön gewesen über eine grössere Variation zu verfügen. Dennoch ist der Klang, oder eher die Klangvariation sehr transparent und musikalisch. Insgesamt kann man sagen, dass beide Pedale sehr solide und den Preis allemal wert sind.

Hier sind ein paar Beispiele des Volumenpedals mit viel Delay: Beispiel 1, Beispiel 2
Sehen Sie sich auch das Video für weitere Beispiele an.

Phaser

ArrièreDieser Phaser liefert einen grossen Klang mit nur ein paar wenigen Reglern. Die Einstellung 'Rate' (das Hauptmerkmal dieses Effektes) besteht aus einem grossen, flachen Poti (eher wie eine grosse Drehscheibe) mit der sich die Geschwindigkeit des Phasers einstellen lässt. Interessant ist hierbei, dass der Regler abwechselnd blau und rot in der Geschwindigkeit der Phasenverlagerung aufleuchtet. Und da dieses Poti auf oben auf dem Pedal und leicht eingelassen platziert wurde kann es sehr einfach mit dem Fuss eingestellt werden. Somit sieht es ziemlich cool aus und klingt dazu auch sehr überzeugend.

Die anderen zwei Regler sind auf der Seite montiert: Intensity (stellt die Tiefe des Phasing Effektes ein) und Frequency (bestimmt welche Frequenzen durch das Phasing beeinflusst werden). Dreht man letzteren ganz nach links werden die Bassfrequenzen angehoben, wird der Regler ganz nach rechts gedreht so betrifft dies vor allem die hohen Frequenzen. Bei den Spezifikationen sollte erwähnt werden, dass der On/Off Schalter mit einem True-Bypass versehen ist. Der Phaser läuft mit einer 9-Volt Batterie, kann aber auch mit einem Netzteil betrieben werden (optional). Eingangs-/Ausgangsimpedanz ist 470k, bzw. 4.7kOhm und die empfohlene Impedanz für Instrumente ist 50kOhm oder mehr.

Wie bereits erwähnt: Dieses Pedal tönt grossartig. Es hat einen einzigartigen Klang unter den Phaser-Effekten auf dem Markt und kann auf Wunsch äusserst subtil sein – aber eben auch schön ausgeflippt. Sogar Musiker die normalerweise keine Phaser benutzen oder denken dieser Effekt würde nicht zu ihrem Musikstil passen könnten von diesem Pedal positiv überrascht sein. Wenn man das Pedal auf einen geringen Wert einstellt gibt es dem Signal eine Art flüssige Wärme ohne vom Eigentlichen Klang abzulenken. Andererseits kann man damit auch fast einen Leslie Sound erzeugen sollte dies erwünscht sein.

ArrièreDennoch gibt es ein paar Punkte zu bemängeln. Erstens: Musste es unbedingt so gross und schwer sein? Es ist ja definitiv robust (wie die anderen Pedale auch), aber es ist fast so gross und schwer wie ein durchschnittliches Volumenpedal! Ein weiterer Punkt sind die seitlich angebrachten Regler: Es ist gar nicht so einfach diese einzustellen. Sie sind ins Pedal eingebettet (um sie zu schützen) und obwohl dies eigentlich ganz verständlich ist macht es ein schnelles Nachregeln in einer Live-Situation äusserst mühsam (besonders wenn man wie ich dicke Finger hat).

Das letzte störende Thema bei diesem ansonsten wundervollen Phaser ist ein leichtes Störsignal. Es gibt ein leichtes 'Schnurren' das mit dem Phasing Effekt verbunden ist. Wenn man alle Einstellungen auf dreht und der Verstärker ganz offen ist tönt es schon fast wie eine Harley Davidson im Leerlauf. Bei hohen Volumen ist dies ziemlich ärgerlich.

Doch trotz diesen Problemen ist das Pedal eine wahre Freude. Es tönt wirklich gut und der Lichteffekt sieht nicht nur gut aus, sondern erfüllt auch seine Funktion als Frequenzangabe.
Zudem ist es wirklich hilfreich die Geschwindigkeit per Fuss einstellen zu können. Schade eigentlich, dass sie diese Funktion nicht auch einem der anderen Regler spendiert haben. Aber vielleicht wäre das auch zu viel und würde wahrscheinlich vom Vorbild zu sehr abweichen.

Für weitere Beispiele sehen Sie sich das Video hierzu an.

Fuzz/Wah

Fuzz/Wah Pedal

ArrièreDies ist von allen das schwerste Pedal – aber es beinhaltet ja schliesslich auch zwei Pedale in einem. Das Design ist ebenfalls sehr geradlinig – ohne Regler und sehr wenig Einstellungen oder Schalter. Wie das Volume/Tone Pedal verfügt es über zwei Arten der Reglung: Bewegt man das Pedal nach hinten oder vorne kontrolliert man das Wah und rotiert man das Pedal nach links oder rechts stellt man den Level des Fuzz Effektes ein. Auf jeder Seite des Pedals befindet sich einFussschalter um Fuzz und/oder Wah einzuschalten. Ansonsten gibt es nichts zur Fussregelung. Unter dem Pedal befindet sich ein Schalter mit dem man die Reihenfolge der Effekte einstellen kann (Fuzz -> Wah, oder Wah -> Fuzz) sowie ein Fuzz Volumenregler (passt das Volumen des Fuzz Effektes an damit man es mit dem cleanen Signal abgleichen oder als Boost verwenden kann). Bei den Verbindungen gibt es lediglich einen Eingang, Ausgang und einen Eingang für ein optionales Netzteil.

Dies könnte für gewisse Musiker von fast ein wenig zu einfach konzipiert zu sein – speziell wenn man die Merkmale gewisser moderner Wah- oder Fuzz-Pedale anschaut. Dennoch fühlt es sich nicht so an als ob man etwas vermissen würde. Mit nur dem Fusspedal kann man bereits eine Vielzahl an Klängen erzeugen. Das Wah-Pedal tönt grossartig, auch wenn es im Klang nicht die grösste aller Bandbreiten besitzt und ist weitaus natürlicher und musikalischer als vieler andere Mitstreiter auf dem Markt (speziell die neueren). Klangvariationen gehen flüssig ineinander über und das Pedal bewegt sich nicht wenn man es auf einen gewissen Winkel eingestellt hat. Das Wah zu aktivieren und auf einer bestimmten Stellung zu belassen (besonders ganz aufgedreht) liefert ein paar sehr schöne und nützliche Klänge (speziell wenn man sie mit dem Fuzz kombiniert). Dies gilt bei weitem nicht für viele Wah-Wahs – diese tönen schnell nasal und stechend wenn man sie nicht kontinuierlich hin und zurück bewegt um den klassischen Wah-Wah-Klang zu erhalten.

ArrièreDer Fuzz Klang ist ebenfalls sehr gut und man kann mit der Rotation eine ziemlich grosse Bandbreite an Variationen herausholen. Das Pedal tönt auf jeden Fall Vintage und man findet sich schnell in den Licks von Hendrix und Cream wieder. Die Einstellung für den Fuzz Pegel auf der Unterseite ist äusserst nützlich um das richtige Volumen beim Einschalten des Fuzz zu erhalten. Schade kann dies nicht einfacher eingestellt werden – zum Beispiel mit einem Knopf den man per Fuss regeln kann. Es ist wirklich ein wenig fummelig diese Einstellung vorzunehmen und man benötigt ein dünnes, hartes Objekt wie einen kleinen Schraubenzieher um den Regler drehen zu können. Dies hätte auf jeden Fall einfach gelöst werden können! Der Schalter mit dem man die Reihenfolge der Effekte umschaltet ist da schon viel einfacher zu benutzen (ist ja auch nur ein Schalter) und erweist sich als sehr effektiv wenn man den Klang des Pedals verändern möchte.

Bei den Nachteilen zu diesem Pedal gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Das Gewicht und die Probleme mit dem Einstellen des Fuzz Volumens wurden ja bereits erwähnt. Das Pedal ist anfangs definitiv ein wenig gewöhnungsbedürftig da man schnell vergessen kann in welche Richtung denn welcher Effekt angesteuert wird – dies ist aber nicht wirklich ein Mangel. Das Fehlen einer Statusanzeige (z.B. mittels eines LEDs) erweist sich da schon eher als problematisch. Dies wäre sicherlich gut gewesen um Fehlstarts zu vermeiden. Ich empfand es auch als ein wenig schwierig die Fussschalter zu treffen da diese leicht tiefer als die Fussauflage montiert wurde. Deshalb muss man auf sie in einem gewissen Winkel treten und aufpassen, dass man nicht versehentlich den eingestellten Winkel verändert.

Für weitere Beispiele sehen Sie sich das Video an.

Fazit

In Korea mit Kalifornischem Know-How hergestellt bieten diese Vintage Re-Issue Pedale das beste aus beiden Welten: Qualitätsprodukte zu einem verhältnismässig günstigen Preis. Sie verfügen vielleicht nicht über extravagante Einstellungsmöglichkeiten aber liefern definitiv was sie versprechen. Dennoch verfügen sie wegen all des Chroms über ein äusserst ansprechendes Aussehen. Die Ausnahme bildet hier lediglich der Phaser – doch dieser hat ja schliesslich den coolen beleuchteten Regler. Sie sind zwar schwer und klobig, haben aber doch ein Aussehen und vor allem einen Klang der gerade zu nach Vintage schreit. Es gibt ein, zwei Details die man besser hätte lösen können und ein paar wenige Mängel – aber im Grossen und Ganzen sind sie eine echte Bereicherung für jede Kollektion von Gitarrenpedalen. Nimmt man dazu noch in Betracht, dass sie für solch ein Qualitätsprodukt auch noch ziemlich günstig sind gibt es wohl keinen Grund sich nicht mal ein solches Pedal zwischen Gitarre und Verstärker zu stecken.

+ Preis
+ Robustheit
+ Klang – speziell der Fuzz und der Phaser
+ Sehr schönes Aussehen (Chrom oder beleuchtete Anzeige)
+ Ausdrucksstark mit 2-Wege Kontrolle (Fuzz/Wah & Volume/Tone)
+ Transparenz des Volumenpedals
+ Sehr flüssiger Weg des Pedals

- Gewicht und Abmessung
- Störsignal beim Phaser
- Schwieriges Ein-/Ausschalten und mühsamer Zugang zum Volume-Level beim Fuzz/Wah
- Klangvariation beim Volume/Tone ein wenig zu klein