Novation Launchpad
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Novation Launchpad

Launchpad, PAD Controller from Novation in the Launchpad series.

public price: 199 € TTC
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Novation Launchpad: Der Test

Novation Launchpad: Who's Pad?
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Novation hat mit der Veröffentlichung eines speziell auf Ableton Live zugeschnittenen Controllers für eine grosse Überraschung gesorgt. Wie der APC von Akai? Nicht wirklich...und auch nicht zum gleichen Preis.



Auch wenn sich Ableton Live schon seit mehreren Jahren auf dem Markt behaupten kann, so fällt  doch auf, dass spezielle Controller für diese Software erst sehr spät auf den Markt kamen. Mit der Ausnahme von Faderfox und Livid (welche die ersten waren, die Produkte speziell für Live entwickelt hatten), beschränkten sich die meisten Hersteller relativ lange auf Live Mappings für ihre MIDI Controller. Der Markt wurde für Anwender erst mit der Veröffentlichung des APC40 von Akai interessant. Novation folgt nun dem Vorbild von Akai und stellt seinen eigenen Live Controller vor. Gegenüber dem Konkurrenzprodukt kostet dieser jedoch mit €199 nur die Hälfte des APC40 und könnte so durchaus ein ganz eigenes Kundensegment ansprechen.

Novation LaunchpadDas Launchpad besteht im Wesentlichen aus einer 8x8 Pad Matrix mit 16 zusätzlichen Funktionstasten. Alle Tasten wurden aus demselben, glatten und durchsichtigen Kunststoff gefertigt und leuchten wahlweise grün, gelb, oder rot auf (dazu kommen wir später noch). Das Gerät ist ein 6.45" langes und 1.2" dickes Quadrat. Es wiegt 0.76kg und wurde mit Gummifüssen bestückt, die einen festen Halt auf fast allen Oberflächen garantieren. Bei der Verarbeitung gibt es nichts zu kritisieren - vielleicht könnten die Tasten noch etwas weicher ansprechen, doch das sollte sich mit der Zeit sowieso ändern. Uns gefällt das geringe Gewicht und die kompakten Abmessungen, die aus diesem Gerät einen wirklich mobilen Controller machen.

Das Gerät besitzt nur eine einzige USB Verbindung. Kein MIDI In/Out/Thru, keine Anschlüsse für ein Sustain, oder Expression Pedal...nur das absolute Minimum! Novation weist jedoch darauf hin, dass man über eine herkömmliche USB Verbindung mehrere Launchpads gleichzeitig verwenden kann. Da wir für diesen Test nur ein Gerät erhalten haben, müssen wir den Hersteller da einfach mal beim Wort nehmen. Wir empfehlen jedoch auf jeden Fall, einen USB Hub mit externem Netzteil zu verwenden, da das Launchpad über USB gespiesen wird, und der gleichzeitige Betrieb mehrerer Controller schnell einmal zu viel Leistung zehren könnte...das gilt vor allem für Notebooks.

Dem Gerät wurde natürlich eine spezielle Live Version beigelegt, die auf 8 Szenen limitiert wurde. Wenn einmal Live und die Treiber installiert sind, muss man nur noch in Live das Launchpad als Controller auswählen und schon kann es los gehen. Noch eine etwas merkwürdige Beobachtung: Bei der Installation wurde auch das Novation Audio Control Panel auf meinem Computer installiert. Da es sich beim Launchpad um einen reinen MIDI Controller handelt, ist dies jedoch mehr als nutzlos und resultierte aus diesem Grund beim Öffnen auch in einer Fehlermeldung...

Als weiteres bedauerliches Detail sollte hier noch die kurze 'Getting Started' Anleitung erwähnt werden, die dem Produkt als Dokumentation beiliegt. Es ist schon wahr, dass es sich beim Launchpad um ein extrem intuitives Gerät handelt - dennoch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass seine Funktionsweise in nur zwei Seiten beschrieben werden kann...

Ich gehe jede Wette ein, dass hier Novation ein paar Abstriche machen musste, um einen derartig tiefen Preis anbieten zu können. Andererseits stellt der Hersteller auf YouTube ein paar sehr nützliche und ausführliche Anleitungen zu Verfügung, welche durchaus als Kompensation für die fehlende gedruckte Bedienungsanleitung gesehen werden können.

Ready, Set, Launch!

Novation LaunchpadDas Launchpad kann Midi Informationen an Live senden und auch solche empfangen (MIDI In/Out). Somit werden Änderungen an der Software auf den Controller übertragen. Das Launchpad besitzt vier Betriebsmodi (Session, Mixer, User 1 & 2), die über die vier Tasten in der unteren rechten Ecke angewählt werden können. Im Session Modus entspricht jedes Pad einer Zelle ('Cell'): Ist das Pad ausgeschaltet, ist die Zelle leer; leuchtet sie gelb auf, ist die Zelle geladen; leuchtet sie grün, wird sie gerade abgespielt und leuchtet sie rot, so wird die Zelle gerade aufgenommen. Um nun den Inhalt einer Zelle abspielen zu können, muss man nur auf das entsprechende Pad drücken. Am Ende jeder Reihe stehen dem Anwender 8 runde Tasten zur Verfügung, über die sich verschiedene Szenen ansteuern lassen (in Live ist eine Szene ['Scene'] eine Audio-, oder MIDI-Datei, die gleichzeitig abgespielt wird).

Novation Launchpad
Im Sequenzer sieht man anhand roter Rechtecke, welche Zellen durch das Launchpad angesteuert werden. Ein solches Rechteck kann bewegt werden, zudem können über die oben/unten/rechts/links Pfeiltasten in der oberen linken Ecke des Launchpad andere Rechtecke innerhalb des Projektes angewählt werden. Das Projekt kann aber auch durch Drücken der Session Taste ausgezoomt werden, was ein schnelleres Navigieren innerhalb des Projektes ermöglicht.


Novation LaunchpadSomit entspricht jedes Pad des Launchpad einer 8x8 Matrix: Wenn das entsprechende Pad gelb aufleuchtet, dann ist die Matrix aktiv, wenn sie grün leuchtet, dann werden die Clips abgespielt und wenn sie rot aufleuchten, wird eine Matrix ohne Clips abgespielt. Diese sehr intelligente Funktion stellt dem Anwender insgesamt 64 Matrizen mit jeweils 64 Zellen zur Verfügung...das sollte wohl in den meisten Fällen mehr als ausreichend sein.
Schade nur, dass man da ziemlich schnell den Überblick verlieren kann. Es wäre zu wünschen gewesen, dass Novation als Erfinder der Automap Technologie jeder Reihe 8 kleine LED Anzeigen spendiert hätte, welche dem Musiker zumindest Auskunft über die Spurnummer, oder deren Namen geben würden. Doch mit dieser Funktion wäre das Launchpad wahrscheinlich auch um einen Drittel teurer gewesen...da wollen wir mal nicht so kleinlich sein.

Step Mixing

Novation LaunchpadSchalten wir jetzt also auf den Mixer Modus, welcher sich auf die Informationen bezieht, die rechts auf dem Gerät aufgedruckt sind. Jede Reihe verfügt dabei über eine eigene Funktion. Über die unteren vier Reihen können die Spuren ausgewählt, die Solo und Mute Funktionen aktiviert, oder die gewünschte Spur gestoppt werden. Die oberen vier Reihen wurden den Funktionen FX, Sends, Pan und Volume zugewiesen.

Novation LaunchpadDie Pads der oberen vier Reihen verfügen über zwei unterschiedliche Lichtintensitäten (welche bei Tageslicht etwas schwierig auseinander zu halten sind): Leuchtet das Pad nur leicht auf, dann befinden sich dessen Werte in der Grundeinstellung (0 dB für Volumen, Center für Pan, etc.), leuchtet es hell auf, dann wurde hier der Wert verändert.

Um den Parameter wieder auf seine Grundeinstellungen zurück zu setzen, muss lediglich das entsprechende Pad drücken.

Novation LaunchpadÜber die runden Tasten auf der rechten Seite können die Werte der einzelnen Parameter verändert werden. Drückt man zum Beispiel auf 'Volume', kann das Volumen der Spur in 6dB Schritten angehoben, oder abgesenkt werden. Drückt man auf Pan kann man das Stereobild verändern (über jeweils 16 Schritte links und rechts).
Dies ist im Vergleich mit dem Akai APC eine der grössten Schwächen des Launchpad: Das 'Pad-Only' Konzept erlaubt keine detaillierte Einstellungen der Parameter. Dies sollte in den meisten Fällen nicht so wichtig sein, ausser man benötigt für seine Anwendung absolute Präzision. So ist es zum Beispiel mit 6dB Schritten unmöglich, Hüllkurven für Volumen manuell so einzustellen, wie man es  sich sonst mit einem Fader gewohnt ist.

Novation LaunchpadTatsächlich wäre das Launchpad ideal zusammen mit einem zweiten Controller, wie dem kleinen Nocturn, oder sogar einem Zero SL Mk II, dessen verschiedene Regler und Fader eine perfekte Ergänzung zu diesen Pads bedeuten würden. Natürlich kann man das Launchpad zusammen mit Geräten anderer Hersteller verwenden, wie zum Beispiel die Behringer BCR/BCF, die sich in derselben Preisklasse befinden.

User Presets

User Presets können über die Tasten User 1, oder User 2 angewählt werden. Diese wurden für eigene Mappings konzipiert, auch wenn Novation sie in der Grundeinstellung mit Mapping für Drum Racks (User 1) und Max Presets für Live (User 2) ausgestattet hat. Für Drum Racks agiert das Launchpad wie ein klassischer Controller, mit der Ausnahme, dass die Pads kein dynamisches Ansprechverhalten besitzen. Das wird Fans elektronischer Musik nicht grösser stören, doch wenn man mit diesem Controller ein akustisches Schlagzeug programmieren möchte, wird man schon sehr schnell an seine Grenzen stossen...

Die exzellente MIDI Learn Funktion von Ableton funktioniert beim Launchpad perfekt. Eigene Mappings können damit sehr schnell erstellt, und Pads verschiedensten Befehlen zugewiesen werden. So kann ein Continuous Controller durch Pressen der ersten und letzten Taste einer Reihe definiert werden - die Pads dazwischen decken dann die verschiedenen Zwischenwerte ab. Wie bereits erwähnt, können so natürlich bei weitem nicht alle möglichen Werte eines Continuous Controllers abgedeckt werden, doch das ganze erfüllt seine Aufgabe ganz gut und ist zum Beispiel sehr praktisch, um die Cutoff Frequenz eine Filters einzustellen.

Natürlich kann das Launchpad neben Live auch mit anderen MIDI Anwendungen betrieben werden. Es unterstützt die Automap Technologie von Novation und ermöglicht so einfache Mappings von Plug-Ins und Anwendungen, ohne dass man dabei die MIDI Learn Funktion zur Hilfe ziehen müsste. Nützlich könnte diese Möglichkeit zusammen mit Guru, oder einer anderen MPC-ähnlichen Anwendungen sein...auch wenn die auf Pads beschränkte Bedienoberfläche und die fixen Pads solche Anwendungen schon stark einschränken. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass das Launchpad speziell für Live entwickelt wurde! Wer einen vielseitigeren Controller sucht, dem sei hier eher ein anderes Produkt von Novation, oder eines anderen Konkurrenten empfohlen.

Fazit

Der robuste und leichte Launchpad Controller wird bei Fans von Ableton Live sicherlich sehr gut ankommen, die sich nicht einfach so einen Akai APC40 leisten können. Novation hat sich bei diesem Produkt offensichtlich eine Menge überlegt, und auch wenn gewisse Aspekte durchaus noch verbessert werden könnten, so sollten einem damit viele Dinge einfacher und schneller von der Hand gehen. Aus diesem Grund wird das Launchpad in den nächsten Monaten mit Sicherheit vermehrt auf Bühnen und in Heimstudios anzutreffen sein.

  • Extrem günstiger Preis
  • Kompakte Abmessungen und geringes Gewicht
  • Robust
  • Ergonomisches und gut durchdachtes Konzept
  • Vier Modi für praktisch jede Anwendung
  • Effektive 'MIDI Learn' Funktion
  • Mehrere Launchpads können gleichzeitig betrieben werden

  • Die unterschiedlichen Helligkeiten können bei Tageslicht nur schwer ausgemacht werden
  • Kein dynamisches Ansprechverhalten der Pads
  • Continuous Controller werden in groben Stufen definiert - uns fehlen Regler und Fader...
  • Da die Spuren über keine Anzeigen verfügen, kann man sich schon einmal in der Matrix verlieren