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Ein Blick hinter die Magie von Fergie, Will.i.am, Taboo and Apl.de.ap

The Black Eyed Peas: Live Sound auf Tour
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Nach ein paar Auftritten an Sommer Festivals begann letzten September in Japan die 'The Black Eyed Peas - The Energy Never Dies'-Tourund fand im Oktober in Australien ihre Fortsetzung.

Und die Bühne steht bereit

prosoundwebDieser Leitartikel wurde von ProSoundWeb zur Verfügung gestellt.


line arrays

Einer der Clair i5 und i5b Line Arrays

aus Sicht eines Stagehands.

Die Peas stehen dank drei kürzlich erhaltener Grammy Awards, und den beiden erfolgreichen Alben 'Boom Boom Pow' und 'I Gotta Feeling' hoch im Kurs...dies nicht zuletzt auch wegen imposanter Shows, die mit den mittlerweilen obligatorischen Konfettikanonen beendet werden.

Das Set beginnt mit Rauch, grünen Lasern, Projektionen und 'Let's Get It Started'. Nach etwa zehn Songs kommen Apl.de.ap und Taboo zu ihren Solos, gefolgt von Stacy 'Fergie' Ferguson's Pop Einlage. Will.i.am heizt den Leuten schliesslich mit einem DJ Set gehörig ein. Auf einer ausfahrbaren Plattform ragt er von der Mitte der Arena aus in die Höhe und verzaubert das Publikum zusätzlich mit einem auf Textnachrichten des Sponsors Blackberry basierenden 'Freestyle Rap'. Die Nachrichten wurden dabei vom Publikum auf die grossen Bildschirme der Bühnenshow geschickt. Die europäischen Konzertdaten begannen diesen Mai, und es bestehen Pläne für weitere Daten in Südamerika und Asien.

amp racks

Donovan Friedman bei den Racks mit Crown
MA-3600VZ und QSC PowerLight 9.0 Verstärkern.


Bei der dritten U.S. Show beobachtete ich Donovan Friedman und Sean Baca, wie sie in der Veterans Memorial Arena von Jacksonville die rechte Seite der Clair i5 Line Array Lautsprecher aufhängten. Die 14-teiligen Clair i5 Arrays werden durch Crown Macro-Tech MA- 3600VZ Verstärker betrieben und durch 14-teilige i5b Low-Frequency Extension Arrays ergänzt, welche mit QSC PowerLight 9.0pfc Verstärker verbunden sind. Die seitlichen Lautsprecher der Arena bestehen aus 8-teilige i5 und i5b Arrays, während die hinteren Regionen mit 3-teiligen Arrays aus Clar R4 Lautsprechern versorgt werden.

Eine 'Ego Rampe' ragt in der Mitte der Arena aus der Bühne hervor. Über den vorderen Teil der Bühne befinden sich auf jeder Seite der Rampe 14 Dual-18 Clair 'Bow Tie (BT) Subwoofer, welche durch Powersoft K10 Verstärker betrieben werden. Diese Unterstützen sowohl die P2 Frontfills als auch die Showco SRM Wedges - beide sind mit Lab.gruppen PLM10000Q Verstärker verbunden. Vier weitere BT218 finden sich auf jeder Seite der Bühne, und 6-Box Arrays bestehend aus Showco 'Blue' Prism Lautsprechern wurden als Sidefills gehängt (ebenfalls gespiesen durch Crown MA-3600VA Verstärker.

Die ganze Technik wurde von der Firma Clair Brothers gestellt, welche bereits vier Nächte zuvor bei John Mayer eine ähnliche Konstellation betreiben durfte.

Früher Umsteiger

FOH

Front of House Engineer Dave Haines (links) und Monitor
Engineer Ryan Cecil mit der Digidesign Venue Konsole.

Front of House Engineer Dave Haines arbeitet mit den Peas schon seit über zehn Jahren zusammen - was so ziemlich ihre gesamte Karriere umspannt - und war auch bei dem Album bereits stark involviert, das ihnen schliesslich zu einem Plattenvertrag bei Interscope Records verhalf.
Als ProTools Veteran war er einer der ersten, der auf die Avid Digidesign Venue Konsole umstieg und hat seither wahrscheinlich mehr Stunden als irgendein anderer Tontechniker auf dieser Welt damit verbracht. Haines verwendet den Original D-Show Venue Controller mit einem einzigen 16-Fade Seitenkarren. Sein gelassenes Selbstvertrauen lässt nichts von der Energie ahnen, die er auf die 15'000 Fans los lassen wird. Man sieht zudem erstaunlich wenig Outboard Equipment.

Unter der Konsole findet sich ein Rack mit einem Tascam CD-01U CD-Player, einem Tascam CD-RW901 Recorder plus ein Paar DFR11EQs, um Rückkoppelungen bei Fergie's Gesang zu unterdrücken (laut Haines sollen diese einen grossen Unterschied machen). Schliesslich gibt es da noch einen Dolby Lake Processor, welcher das Hauptsystem mit acht Mesa EQ Kanälen versorgt.

plugins

Waves Audio L2 Ultramaximizer und MaxxBass
Bass Enhancement Plug-Ins werden auf den

Links/Rechts Mix Bus angewendet.

Neben Haines wird die Lake Controller Software über ein Motion Computing Tablet angesteuert, während ein zweiter Computer - der mit einem Edirol US-25 USB Interface und Audix TR40 Mikrofon bestückt wurde - Rational Acoustics Smart betreibt. Backstage finden sich schliesslich sechs weitere Dolby Lake Prozessoren für die Mains und drei weitere für die Monitorsektion.

Haines wird von System Engineer und Crew Manager David Moncrief unterstützt. David ist selbst ebenfalls ein echter Veteran und hat bereits mit Production Manager Tim Miller für 'N Sync garbeitet.

Haines hat starkes Vertrauen in die beiden Waves Audio Plug-Ins MaxxBass (Bassanhebung) und L2 Ultramaximizer (Limiter) und setzt sie beide auf dem Main L/R Mix Bus ein. Das L2 Plug-In kommt ebenfalls bei den Juno und Moog Keyboards, dem ddrum Electronic Kick Drum und dem DJ Rig von Will.i.am zum Einsatz. Diese wurden bereits beim Album regelmässig verwendet - und genau diesen Sound möchte Haines auch live auf die Bühne bringen: 'Das Album hat mit seinen satten Bässen einen starken Dance Club Charakter, und genau dieses Erlebnis möchte ich den Leuten auch live bieten können.'

Ein Antares Auto-Tune Plug-In wird schamlos als moderner Dance Music Effekt verwendet und dient zugleich als Haines' bevorzugter Kompressor, den er auch auf den Main Mix anwendet, um die ganze Show laut eigenen Worten 'schön dicht zu halten'.
Weitere Plug-Ins die zum Einsatz kommen sind EchoFarm und ReverbOne bei den Effekten, sowie Focusrite ISA 110 und 130 aus der Forte Suite für Fergie's Stimme (die Haines auch mischt, wenn die Peas nicht auf Tour sind). Ihre Anwesenheit zwingt Haines dazu den schmalen Grad zwischen einem HipHop-Konzert und einem Pop-Konzert zu fahren - und dies tut er meisterlich. Nicht ohne Selbstironie sagt er gerne: 'Es ist kein weiter Weg zwischen Druck und Dreck'.

Moderne Effekte

sennheiser IEM

Nach der 'Sync'-Funktion des neuen

Sennheiser IEM Systems greifend.

Der aus Boston stammende Ryan Cecil (den ich ursprünglich auf der ersten Tour von Norah Jones getroffen habe) ist für den Monitormix zuständig und arbeitet dazu mit einer Digidesign Profile Konsole. Seine grösste Herausforderung ist wohl, dass seine Künstler wirklich jeden Abend genau den Klang des Albums erwarten. Bei den Keyboards bevorzugt er das Crane Song Phoenix Plug-In und als Effekt kommt auch bei ihm unter anderem das Auto-Tune Plug-In zur Anwendung. Dies geschieht jedoch nicht wie bei vielen anderne Künstlern, um den Gesang zu verbessern, sondern wird von den Peas gerne als moderner Effekt eingesetzt - und genau aus diesem Grund möchten sie es auch in ihrem Monitor-Mix hören. Er erwähnt des weiteren Focusrite EQ und verwendet Smack! als Insert auf Fergie's Gesangsmikrofon.
'Auch wenn die Tour natürlich für die Antares, Waves und Crane Song Plug-Ins zahlt, so bevorzuge ich es doch, mich um so wenige Autorisationen wie möglich kümmern zu müssen', sagt Cecil. 'Ich finde, dass die meisten Plug-Ins von Venue bereits sehr hochwertig klingen'.

Cecil besitzt zwei Racks mit den neusten Wireless Produkten von Sennheiser. Darunter befinden sich 12 Kanäle mit SR 2050 IEM Sendern und einem AC3 Antenna Combiner, den er für 10 per Funk übertragene Monitor-Mixes und zwei Reservekanäle verwendet. Zehn Kanäle mit Sennheiser EM 2050 Wireless Empfänger kombiniert mit einem ASA Antenna Splitter, versorgen alle Funkmikrofone der Peas (inklusive zwei Reserven). Der Antenna Combiner, wie auch der Antenna Splitter werden mit den neuen 'Ruggedized' Versionen der Sennheiser A 5000-CP Helical 'Bubble' Antenne verwendet. Des weiteren findet sich auch eine gerichtete Antenne, welche am Ende der 'Ego Rampe' durch einen RF Booster ergänzt wird (eine Installation, die unter anderem von Dave Bellamy von Soundtronics entwickelt wurde).

Gesteuert und überwacht wird die gesamte Installation mit der Sennheiser Wireless System Manager Software und dem Professional Wireless Systems Intermodulation Analysis System (IAS). Eine von Cecil's Lieblingsfunktionen des neuen Sennheiser IEM Systems ist die IR Sync Funktion, welche ein Umprogrammieren der einzelnen Übertragungsfrequenzen wesentlich vereinfacht.

Eine Menge Flexibilität

fergie

Fergie mit einem “gepimpten”

Sennheiser SKM 2000-XP Sender.

Mit Ausnahme von Will.i.am (der Future Sonics bevorzugt) kommen bei allen anderen Musikern die Ultimate Ears UE7 In-Ear Monitore zum Einsatz. Cecil selber wechselt während der Tour ständig zwischen diesen beiden Modellen. Danach wird er auf Sensaphonics Kopfhörer umsteigen, da sie aus weichem Silikon gefertigt werden und weitaus komfortabler zu tragen sind (er mischt während der Tour noch zwei weitere Vorbands).

Fergie benutzt zudem ein Shure Beta 54 Bügelmikrofon mit Supernieren-Charakteristik, während bei ihren männlichen Bandmitglieder Sennheiser ME 3 Bügelmikrofone zum Einsatz kommen (diese eignen sich besser für laute Stimmen). Cecil hat sich zudem angewöhnt, die Mikrofone mit Microphome zu behandeln - einem alkoholfreiem Schaum, der das Mikrofon desinfiziert und zugleich mit einem frischen Geruch von Minze versieht.

Wie bereits erwähnt, wird die Kickdrum über ein ddrum Modul erzeugt und ist daher nicht akustisch, sondern elektronisch. Die Snare wird oben und unten jeweils mit einem Shure SM57 abgenommen, beim Hi-Hat kommt ein Shure SM81 Kondensatormikrofon zum Einsatz und bei Toms, sowie den einzelnen Becken jeweils ein Shure Beta 98.

Die Gitarrenverstärker werden mit Heil Sound PR30 Mikrofonen abgenommen und es können eine Menge Radial Engineering JDI Active DI Boxen im Einsatz beobachtet werden.

Weitere Informationen und News für Tontechniker findet Ihr auf der englischen Website ProSoundWeb.
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