Novation SL Mk II
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Novation Remote Zero SL MKII

Novation Remote Zero SL MKII
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Als Novation an der NAMM 2007 seinen Automap Standard der Welt vorstellte, war so mancher Musiker von dem Konzept mehr als beeindruckt. Es gab eine Menge Produzenten und Fans von MIDI Control die es gar nicht abwarten konnten dieses revolutionäre Produkt in ihre Setups zu integrieren. Mit der Mk2 Serie und der bereits dritten Version von Automap scheint Novation nun dieses Konzept perfektioniert zu haben. Was können wir also davon erwarten?

Als Novation an der NAMM 2007 seinen Automap Standard der Welt vorstellte, war so mancher Musiker von dem Konzept mehr als beeindruckt. Es gab eine Menge Produzenten und Fans von MIDI Control die es gar nicht abwarten konnten dieses revolutionäre Produkt in ihre Setups zu integrieren.
Mit der Mk2 Serie und der bereits dritten Version von Automap scheint Novation nun dieses Konzept perfektioniert zu haben. Was können wir also davon erwarten?

Die Software, die im Jahre 2007 mit meiner Remote Zero SL (Mk1) ausgeliefert wurde, konnte mich bereits damals schon überzeugen. Über die zwei Anzeigen des Controllers war es mir möglich in Windeseile die wichtigsten Funktionen von Plug-Ins und virtuellen Instrumenten anzeigen zu lassen. Diese ganzen Parameter über eine MIDI Map zu konfigurieren hätte ansonsten eine Unmenge an Zeit verbraucht. Weitere Anpassungen gingen zudem ebenfalls sehr leicht von der Hand - dies war für eine Anwendung in der Version 1.0 ziemlich beeindruckend.

Seit 2007 bin ich deshalb auch ein überzeugter Anwender und regelmässiger Beta Tester der Novation Remote SL Serie und der dazugehörigen Automap Technologie. Als ich nun die Chance erhielt einen Artikel über die neue Mk2 Version des Remote Zero SL Controllers zu schreiben, war ich mehr als glücklich dieses Gerät auf Herz und Nieren testen zu dürfen.

Aus der Box

Nach Erhalten des Remote Zero SL Mk2 war für mich besonders interessant zu sehen, was für Änderungen Novation an der Hardware selber vorgenommen hatte. Als ich das Gerät dann aus der Box nahm war sofort klar, dass der Controller einer Generalüberholung unterzogen worden war. Auch wenn das Gehäuse immer noch aus Plastik gefertigt ist, so hat Novation dem ganzen doch ein metallisches Erscheinungsbild verliehen - insgesamt sieht der Remote Zero wesentlich eindrücklicher aus. Und lasst Euch vom Kunststoffgehäuse nicht in die Irre leiten: Die Verarbeitung ist absolut hochwertig und scheint den Ansprüchen des Alltags gewachsen zu sein. Das Gerät kann direkt aus der Box für den Desktop verwendet werden - über mitgelieferte 'Füsse' kann man es zudem ziemlich steil anwinkeln (eine Option die mir persönlich sehr gut gefällt). Mein letzte Remote Zero war immer mit irgendwas unterlegt um den richtigen Winkel zu erhalten.

Regler und Fader

Bei der Bedienoberfläche wurden ebenfalls ein paar drastische Änderungen vorgenommen. Die zwei Anzeigen sind einer einzigen Anzeige gewichen. Laut Novation sei dies wegen des neuen 'HUD' Modus geschehen, der jetzt in der Automap 3 Software zur Verfügung steht. Ich kann jedoch den fahlen Geschmack einer Kostenoptimierung nicht aus dem Mund bekommen...
Nun ja - die zwei Bildschirme waren jedenfalls in den älteren Versionen eine ganz nette Funktion und werden von mir mit Sicherheit vermisst werden. Parameter der Banks und Tasten auf der rechten Seite werden jetzt erst bei deren Benutzung in der Anzeige dargestellt. Das Funktioniert zwar ganz gut, schränkt aber dennoch insgesamt die Übersicht ein wenig ein.

Positiv fällt dagegen auf, dass die Regler und Fader massiv an Qualität gewonnen haben. Zum einen sind jetzt fast alle Regler und Fader berührungsempfindlich. Damit wird zum einen durch blosses Berühren eines Bedienelements im Bildschirm die richtige Reihe angezeigt. Andererseits wird dadurch aber auch manuelles 'Mapping' bedeutend vereinfacht. Es ist jetzt möglich den Wert eines Reglers oder Faders anzeigen zu lassen, ohne ihn bewegen zu müssen.

Die oberste Reihe der Bedienoberfläche besteht jetzt aus Endlos-Drehreglern - ein Kranz aus LEDs gibt dabei Auskunft über die jeweils eingestellten Werte. Dies ist eindeutig eine Verbesserung und erlaubt dem Anwender eine gute Übersicht über das gerade bearbeitete Plug-In. Auch wenn die LEDs ein wenig zu hell leuchten und zum Teil sogar in die benachbarten 'Löcher' strahlen, so ist diese Funktion doch eine willkommene Neuerung. Generell unterstreicht diese Entscheidung meine Meinung, dass Endlos-Drehreglern die Zukunft gehört.

Die zweite Reihe des Remote Zero ist zwar ebenfalls berührungsempfindlich, besitzt aber keinen LED Kranz, oder sonstige Beleuchtung. Diese Regler sind denen des Mk1 sehr ähnlich. Auch hier scheint ein gewisses Kostenbewusstsein die Entscheidungen getroffen zu haben - dennoch funktioniert das Gerät auch so wirklich ganz gut.

Gehen wir aber zu den anderen Elementen über: Da gibt es acht berührungsempfindliche Pads aus Gummi (wie gehabt), darunter zwei Reihen mit Tasten aus Gummi und ein extra Set um Optionen und Menüpunkte anzusteuern. Wichtigste Neuerung ist wohl die Beleuchtung der ganzen Tasten - damit lässt sich die Übersicht behalten, welche Funktion aktiv ist und welche nicht. Dies ist eine grosse Verbesserung und erhöht wirklich das 'Hardware Feeling' beim Editieren.

Auf der rechten Seite des Remote Zero befinden sich acht berührungsempfindliche Fader. Auch wenn das Vorgängermodell bereits mit Fadern bestückt war, so besitzen diese doch einen weitaus längeren Weg und eignen sich somit auch für Mixer Einstellungen innerhalb einer DAW. Unter diesen Fadern findet man zwei weitere Reihen mit beleuchteten Tasten, die sich besonders für 'Solo' und 'Mute' eignen. Über eine spezielle 'Transport' Taste in der Mitte des Remote Zero können sie aber auch als Transport Tasten verwendet werden. Ganz unten befinden sich abermals Tasten mit denen sich die verschiedenen Modi und das Software Interface ansteuern lassen.

Zwei neue Regler findet man schliesslich in der Mitte des Remote Zero: Ein zuweisbarer Crossfader und ein neuer 'Speed Dial' Regler. Der Crossfader wird mit Sicherheit bei digitalen DJs grossen Anklang finden, kann aber alternativ auch als zusätzlicher Fader eingesetzt werden. Die neue 'Speed Dial' Funktion erlaubt das Einstellen eines beliebigen Parameters - einfach die Maus darüber positionieren und editieren. Dies ermöglicht die blitzschnelle Steuerung aller Parameter eines Plug-Ins.

Zum Softie werden

Controller hin oder her - was der gesamten Novation Remote Serie das gewisse Etwas verleiht, ist die Automap Software. Seit seiner Einführung war Automap eine echte Alternative zu dem ansonsten arbeitsintensiven MIDI-Mapping, dass die meisten von uns nur zu gut kennen. Zum Zeitpunkt an dem dieser Artikel geschrieben wurde, war Automap bereits in der Version 3.2 erhältlich (OS X und Windows) - Updates scheinen jedoch auch weiterhin in hoher Frequenz veröffentlicht zu werden. Die regelmässigen Weiterentwicklungen und die detaillierten Release Notes zeugen davon, dass Novation auch weiterhin von Automap mehr als überzeugt ist.

Wie bereits erwähnt verwende ich Automap praktsich seit der ersten Stunde. Ich hatte seither mit sehr wenigen Fehlfunktionen zu kämpfen - dies ist ziemlich erstaunlich wenn man bedenkt, dass diese Software mit fast allen Plug-Ins und DAW Anwendungen auf dem Markt kommunizieren kann. Automap gelingt dies, indem die Plug-Ins in eine spezielle Anwendung 'eingewickelt' werden. Nachdem dieser Prozess vollzogen ist, werden einem neue Plug-Ins mit der Endung 'Automap' auffallen. Durch Öffnen dieser neuen Plug-Ins werden sie anschliessend automatisch mit der Remote SL verbunden - MIDI Mapping inklusive!

Automap 3 bietet ein paar grossartige Funktionen wie zum Beispiel MIDI Mode. Damit lässt sich die Remote SL als MIDI Controller für externe Synthesizer und Plug-Ins verwenden, die ansonsten von der Software nicht 'eingewickelt' werden können. Diese Funktion hat für mich im Studio gute Dienste geleistet, und ich konnte damit mehrere Synthesizer ansteuern - inklusive dem Mopho von Dave Smith. Einmal programmiert können diese Templates für eine spätere Verwendung gespeichert werden. Das Interface von Automap wurde über die Jahre hinweg ebenfalls deutlich verbessert. Dem Anwender steht jetzt eine Bedienoberfläche zur Verfügung, die transparent geschaltet und über die Hardware aufgerufen werden kann. So ziemlich alle Bedienelemente der Remote SL können hier aufgerufen werden - von hier aus kann das Gerät sogar mit einem Update versehen werden.

Auch wenn eine auf Automap basierte Hardware sich nicht für jeden Aspekt der DAW eignet, so kann kann sie doch in einem virtuellen Mackie HUI Modus verwendet werden. Dies scheint vor allem in Logic ziemlich gut zu funktionieren - zumindest um Pegel, Pan, Auswahl der Spuren und Transport Funktionen anzusteuern.

Automap Pro

Mein Gerät beinhaltete die leicht erweiterte Automap Pro Software. Wer die Standard Version betreibt, oder diese Version nicht besitzt, kann über die Novation Website für $30 ein Update erwerben.

Die Pro Version erlaubt folgende zusätzliche Funktionen
:
- 'Drag and Drop' Mapping von Parametern
- 'Auto Hiding' für die Bedienoberfläche der Anwendung
- X/Y Pad Unterstützung
- Die Möglichkeit mehrere Automap Geräte zu betreiben

Wer diese Funktionen als nicht interessant erachtet, der sollte sich auch nicht weiter damit beschäftigen. Ansonsten erhält man für wenig Geld ein paar nützliche Extras. Die 'Drag and Drop' Funktion ist für mich zwingend und war für mich bei vielen MIDI Mapping Aufgaben bereits äusserst hilfreich.

Fazit

Dies ist ohne Zweifel einer der besten dynamischen MIDI Controller auf dem Markt. Mit seinem schicken Design, seiner berührungsempfindlichen, beleuchteten Oberfläche und der ausgereiften Software kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Es ist mit Sicherheit eine Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell und ein Schritt in die richtige Richtung was die Steuerung von Plug-Ins, virtuellen Instrumenten und auch DAWs betrifft.

Wirklich schade wurde der zweite Bildschirm weggelassen. Es ist auch bedauerlich, dass dem Anwender nicht mehr Endlos-Drehregler zur Verfügung stehen - doch wie gesagt ist das auch nicht das Ende der Welt. Solltet Ihr den Remote Zero SL Live einsetzen wollen, so empfiehlt es sich zudem auch das Gerät in einem stabilen Koffer zu transportieren.

Insgesamt gefällt mir der Remote Zero SL Mk2 wirklich sehr gut. Er hat mir sogar so gut gefallen, dass ich ihn gerade behalten habe und jetzt als Controller im Studio verwende. Dieses Verdikt kommt von jemandem, der bereits seine Erfahrungen mit Mackie, Euphonix und Jazz Mutant Produkten gemacht hat!

+ Klare, innovative (und berührungsempfindliche) Bedienelemente
+ Tasten mit Hintergrundbeleuchtung (für eine klare Übersicht)
+ Crossfader für digitale Djs
+ Preiswert
+ Stromversorgung über USB
+ Grossartige, ausgereifte Software mit regelmässigen Updates

- Gehäuse aus Kunststoff könnte dem Live Einsatz nicht standhalten
- Nur eine Anzeige (das Vorgängermodell besass noch zwei)
- Keine externe Stromversorgung (könnte ein Problem bei USB Hubs mit geringer Stromstärke bedeuten)