Novation Nocturn
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Novation Nocturn

Nocturn, Other MIDI Control Surface from Novation in the Nocturn series.

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Novation's Nocturn: Der Test

Der Nachtaufseher
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Novation ist bekannt für seine qualitativ guten Keyboards, MIDI Steuergeräte und  Synthesizer. Kann Nocturn als neustem Steuergerät dem Ruf seines Herstellers gerecht werden – zumal es das Automap System und einen äusserst attraktiven Preis mit sich bringt?

Novation ist bekannt für seine qualitativ guten Keyboards, MIDI Steuergeräte und  Synthesizer – sei es nun Hardware oder Software. Kann Nocturn als neustem Steuergerät dem Ruf seines Herstellers gerecht werden – zumal es das Automap System und einen äusserst attraktiven Preis mit sich bringt?Schauen wir es uns näher an...

ANocturnutomap

In den letzten Jahren haben es sich immer mehr Entwickler zum Ziel gesetzt einen Weg zu finden Steuergeräte einfacher programmieren zu können. 'MIDI Learn'  - nun fast über eingesetzt - war ein erster Schritt. Andere haben versucht Systeme zum implementieren die Einstellungen der jeweiligen Software empfangen und automatisch der Steuereinheit zuweisen können. Mehrere Firmen haben dazu Lösungen entwickelt darunter Cakewalk mit ACT (Active Control Technology), welches in Sonar und Project5 integriert ist. Eine andere Firma ist nun Novation mit seiner Automap Technologie. Die Idee ist dass wenn man ein Plug-In aktiviert dass die verschiedenen Parameter automatisch den unterschiedlichen Reglern auf dem Steuergerät zugewiesen werden. Nocturn basiert auf diesem System, kann aber auch als gewöhnlicher MIDI Controller eingesetzt werden.

Das Gerät

Der Nocturn Controller ist ein ziemlich kleines Gerät das auf einem sonst häufig überfüllten Arbeitsplatz wenig Raum für sich einnehmen wird. Zusätzlich findet die einzige Verbindung via USB statt und diese ist auf der linken Seite angebracht (clever) um das Gerät einfach mit einem anderen Keyboard oder Controller Verbinden zu können. Für seine kleine Abmessungen ist der Nocturn Controller eher schwer – dies soll wohl eine gewisse Robustheit ausstrahlen. Dies und die  montierten Gummifüsse geben dem Gerät eine perfekt Stabilität. Einmal platziert bewegt es sich keinen Millimeter mehr. Das Gewicht ist vergleichbar mit 5-6 CDs in Ihren Hüllen – es ist also immer noch sehr leicht zu transportieren. Das Gehäuse wird nach vorne schmaler und ist so leicht angewinkelt.

Eigenschaften:

- 16 Knöpfe (Gummi) mit roten oder grünen LEDs
- Ein 'Cross-Fader' mit einem Weg von etwa 6cm
- 9 endlos Regler mit einen LED Kranz

Nocturn+bcrObwohl man sich beim Transport keine Sorgen um die Knöpfe aus Gummi machen muss, so scheint dies bei den Reglern und dem Fader schon eher der Fall zu sein. Der Nocturn Controller gibt einem das komische Gefühl ein Qualitätsprodukt und gleichzeitig ein Gerät für Einsteiger zu sein.
Positiv zu erwähnen sind das schöne Aussehen mit einer coolen schwarzen Oberfläche, einem sehr nüchternen Design, einer eleganten Verteilung der Knöpfe und Regler (dies bietet eine exzellente Lesbarkeit) und LEDs deren Helligkeit sehr schön abgestimmt sind.

Negativ sind mit die eher billigen Regler aufgefallen - ein paar davon schienen mir ziemlich locker. Vielleicht liegt dies daran, dass sie 'Touch Sensitive' und gleichzeitig aus Plastik gefertigt sind. Deshalb muss der Regler wohl etwas leicht gehen um einen kontinuierlichen Kontakt zu wahren. Dennoch fühlen sie sich für meinen Geschmack immer noch billig an fühlen und es ist komisch dass nicht alle Regler gleich lose sind. Zudem kann man sich schon fragen wie sich denn die Regler nach einem längeren Einsatz wohl an fühlen werden. Noch schlimmer ist der Crossfader, der ebenfalls sehr lose verarbeitet ist.

Dennoch muss ich sagen, dass mein Gesamteindruck immer noch eher positiv bleibt. Schauen wir uns an, wie sich der Nocturn Controller in der Anwendung schlägt.

Anwendung

DAutomapieser gute Eindruck setzt sich in der Anwendung fort. Schnell vergisst man die lockeren Potis – ausser man beabsichtigt gewisse Parameter feiner einzustellen. Dennoch ist es nie wirklich störend. Obwohl die Regler eigentlich nicht gerastert (mit Ausnahme des 'Speed Dial' sind so kann man bei der Bedienung doch leichte Abstufungen spüren. Obwohl sich auch dies nicht wirklich negativ auf den üblichen Einsatz auswirkt so ist es doch merkwürdig, dass sich nicht alle Regler gleich anfühlen. Wahrscheinlich sehen wir hier die Konsequenzen des tiefen Preises. Im Einsatz sind diese Regler jedoch wie bereits erwähnt sehr angenehm.

Der Crossfader ist ebenfalls sehr flüssig und gleichmässig mit gerade genug Widerstand. Um es klar zu stellen: Dieses Gerät ist definitiv nicht für eine klassische DJ Umgebung entwickelt worden. Wer aber nur mal Musik für seine Freunde mixen möchte der kommt hier voll auf den Geschmack. Aber ein horizontaler Fader hat auch andere Anwendungsgebiete wie das Ansteuern von virtuellen Instrumenten und Effekten. Dies ist um so besser da Nocturn ja speziell für diese Anwendung entwickelt wurde.

Abschliessen hinterlässt die Hardware einen durchwegs positiven Eindruck. Vom Standpunkt des Anwenders und auch ästhetisch gesehen ist der Nocturn Controller ein attraktives Gerät mit dem man gerne herumspielen möchte.

Installation

Mitgeliefert werden der Nocturn Controller, ein USB Kabel, Werbung für Focusrite und Novation Produkte, ein vier-seitiger Quick Start Guide und die Installations-CD. Überraschung: meine CD war...leer. Hoffentlich passiert dies nicht vielen – doch es ist auch nicht wirklich ein Problem: die Treiber und Software können auch über die Website von Novation bezogen werden. Dies sollte man wahrscheinlich auf jeden Fall tun da sich dort auch ein paar kurze, aber sehr schön gemachte Video-Anleitungen finden. Die Bedienungsanleitung selber ist sehr übersichtlich. Sie ist nicht mit der neusten Version abgeglichen worden, aber das ist kein grösseres Problem.

Wie funktioniert der Nocturn Controller?

MenuNormalerweise kommuniziert das Steuergerät direkt via MIDI mit der Software. Mit Automap wird dazwischen noch einen Software geschaltet was mehrere zusätzliche Funktionen mit sich bringt. Zuerst einmal erkennt diese die angewendete Software automatisch – man muss also nur zum Beispiel das Plug-In auswählen damit dies die angesteuerte Software wird. Die Einstellungen der jeweiligen Anwendung werden ebenfalls gespeichert und wieder geladen ohne dass man den Controller neu konfigurieren oder eine Voreinstellung aufrufen muss.

Der andere bereits erwähnte Vorteil ist dass durch Automap die spezifischen Software Parameter direkt auf die Regler des Nocturn zugewiesen werden. Dies ist aber eher ein theoretischer Vorteil da dieses 'Mapping' eher ein wenig zufällig anmutet und bei all den Plug-Ins die ich testete konnte ich nicht wirklich durchgehend einheitliches Mapping feststellen. Also muss doch alles von Hand zugewiesen werden – glücklicherweise geht dies dank der flüssigen und schnellen Zuweisungs-Muster sehr flott von statten. Hier kommen die berührungsempfindlichen Regler zur Anwendung, denn man muss beim Zuweisen lediglich den Regler in der 'Learn Mode' berühren – dieser regelt von nun an den zuletzt bewegten Parameter der jeweiligen Software.

Was wohl am längsten in diesem Prozess geht ist sich eine eine logische Anordnung der Regler zusammenzustellen – besonders da der Nocturn über keine Anzeige verfügt. Lediglich die Automap Software verfügt über eine Anzeige der zugewiesenen Parameter – dies bedeutet aber auch ein weiteres offenes Fenster auf dem Bildschirm. Dies ist natürlich ein wenig schade, da man sich ja üblicherweise sonst schon mit manchen anderen Objekten auf dem Bildschirm herum schlagen muss. Glücklicherweise kann das Fenster über einen speziellen Knopf auf dem Nocturn geöffnet und wieder versteckt werden. Das Fenster kann zudem transparent eingestellt und in der Grösse angepasst werden (Ansichten: Full, Only Controls, Select only Button). Leider ist es nicht möglich das Fenster für die Maus 'unsichtbar' zu machen. Damit hätte man das Fenster transparent halten können ohne dass es einen während der Arbeit stört. Vielleicht gibt es dazu ja noch eine Verbesserung in zukünftigen Updates – Novation scheint ja diese Applikation zukünftig erweitern zu wollen. All diese erwähnten Probleme sind aber keines Falls essentiell.

Einen gröberen Fehler hat das Automap aber dennoch: der offizielle Name ist 'Automap Universal'. Dies lässt einen annehmen dass die Software wirklich universell ist – was aber keinesfalls stimmt.

Automap mit Software

Plugin managerDamit die 'Auto-Map' Funktion ausgeführt werden kann muss man zuerst den 'Plug-in Manager' starten, der dann den VST Ordner scannt. Das 'Universal' Automap funktioniert aber nur mit Plug-Ins und bei diesen nur mit VST-Plug-Ins. Klar – dies beinhaltet bereits eine ganze Menge. Dennoch lässt es viele 'Stand Alone' Versionen, Plug-Ins im DX Format (ja die gibt es immer noch) ein paar bei Sequenzern integrierte Plug-Ins aus (so zum Beispiel ist die Sonitus Suite in Sonar Producer nicht unterstützt. Ich denke aber auch an kleinere Programme wie Magix Studio oder Music Maker bei den das Auto-Map nicht funktioniert. Das ist eigentlich eine Schande da dieser kleine und günstige Controller sich ja genau für Anwender dieser Arten von Software geeignet hätte. Wenn wir schon einmal von Sequenzern reden dann sollte ich erwähnen, dass die vier Marktführer selbstverständlich integriert sind: Cubase, Sonar, Logic und Live (weitere werden von Novation folgen). Aufgrund der relativ kleinen Anzahl Regler bleibt hierfür die Anwendung etwas limitiert, deckt aber die Grundbedürfnisse ab. Somit kann man zum Beispiel unter Sonar Volumen, Pan, Mute, Solo, Aufnahme, Aux Send Aktivierung und Send Level relativ einfach ansteuern. Wenn man aber beabsichtigt ein grosses Projekt mit dem Nocturn mischen möchte, dann hat man sich davon definitiv ein falsches Bild gemacht. Ungefähr 6 bis 8 Spuren gehen noch so – ab dann verliert man sich. Es ist aber definitiv besser als nichts: Einen Wert wie 'Gain' damit einzustellen ist immer noch viel effizienter und genauer als dies mit der Maus zu regeln. Dennoch ist da zum Beispiel der Behringer BCF in Mackie Control Mode viel besser in der Anwendung – speziell da der Nocturn Controller über keine 'Transport Bar' verfügt.

Doch Nocturn spielt seine Stärke vor allem beim Ansteuern von Plug-Ins aus. Seien dies nun Synthesizer oder Effekte – der Nocturn Controller ist immer sehr flüssig und komfortable in der Bedienung. Er kontrolliert immer das jeweils angewählte Plug-In – man kann aber auch durch all die anderen gesteuerten Module mittels speziell zugewiesener Knöpfe schalten. Die angesteuerten Elemente sind in 'Banks' organisiert (User, FX, Instruments und Mixer) – diese liegen alle mit ihrem eigenen Knopf an und können nach Belieben mit ein paar Klicks neu organisiert werden.

Fazit

Obwohl der Ausdruck 'Univeral' Map ein wenig viel versprochen ist, so sehen wir doch dass der Nocturn Controller so manche praktische Möglichkeiten bereit hält – vor allem wenn man seine Grösse und seinen Preis betrachtet. Es macht vor allem Spass ihn für praktisch alles was mit Musik zu tun hat einsetzen zu können. Wenn man sich bewusst ist, dass 'Universal' nicht wirklich zutrifft, dann ist dies ein sehr gutes Gerät, dass sowohl Anwender ohne Controller als auch solche mit bereits vorhandenen Lösungen gleich anspricht (z.B. Als spezifisches Steuergerät für nur Plug-Ins).

+ schöne Optik
+ Gute Bedienoberfläche
+ Einfache Installation und anwendungsfreundlich
+ Stabilität und Effizienz
+ Klein
+ Video Anleitungen auf der Website von Novation

- Automap ist nicht universell
- Nur USB (kann also nur mit einem Computer verwendet werden)
- Ein paar Details sind ein wenig billig
- Benötigt ein weiteres Fenster auf dem Bildschirm