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Harmoniegrundlagen - Teil 5

Einführung der Stufen

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Dies ist eine der Situationen denen kein Komponist entkommt…und der Hauptgrund für diese Serie.

Ihr habt eine musikalische Phrase die es Euch kalt den Rücken runterlaufen lässt, und Ihr seid Euch sicher, dass dies DIE Melodie ist mit der Ihr unsterblich werdet. Doch so grossartig sie auch für sich allein schon klingt so sehr fehlt es Euch noch an Substanz. Wäre es nicht schöner das ganze noch auszuschmücken? Genau da kommt die Harmonielehre ins Spiel mit ihrer Geheimwaffe: Akkorde. Doch Ihr könnt nicht einfach so irgendwelche Akkorde verwenden. Wie wir im letzten Artikel gesehen haben kann nicht nur jede Note einer Tonleiter mit einem Akkord harmonisiert werden, doch jeder Akkord nimmt auch noch eine bestimmte Rolle ein. Das wäre dann das heutige Thema.

Stufen

Bei der Harmonisierung eines Songs sollte man auf keinen Fall jeder Melodienote einen eigenen Akkord zuweisen, da man ansonsten riskiert etwas komplett unharmonisches zu erzeugen! Nachdem man die Tonart einer Melodie bestimmt hat müssen wir analysieren welche Rollen die einzelnen Noten darin einnehmen.

In unserem Tonsystem sind die wichtigsten Stufen die erste (I) und die fünfte (V) Stufe. Die erste Stufe wird auch Tonika genannt und sie bestimmt den Grundton der zu Grund liegenden Tonart. Die fünfte Stufe wird Dominante genannt und dient dazu den Charakter der Tonart zu unterstreichen. Unser “westliches“ Gehör ist in der Tat aufgrund eines psychoakustischen Effektes darauf geschult die Note zu hören die eine Quinte unterhalb der gehörten Note zu liegen kommt. Versucht es einmal selber. Spielt eine beliebige Note und anschliessend die Note eine Quinte darunter. Ihr werdet sofort merken wie sich dies als Auflösung anfühlt.

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Les degrés de la gamme musicale
Les degrés de la gamme musicale
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Diese Bewegung von der fünften zur ersten Stufe wird auch die perfekte Kadenz genannt (vom lateinischen "cadere" was so viel wie fallen bedeutet). Diese Formel wird häufig verwendet um einen Song abzuschliessen. In vielen Fällen liegt also dem Abschluss einer Melodie eben diese Kadenz zu Grunde. Es gibt (wie wir in späteren Artikeln noch sehen werden) noch eine Menge andere Kadenzen die allesamt eine ganz eigene kompositorische Rolle einnehmen. Für den Augenblick macht es jedoch Sinn, dass wir uns auf diese Kadenz konzentrieren.

Nach der I und V Stufe ist die Subdominante genannte IV Stufe die nächst wichtige. Sie dient dazu die V Stufe zu unterstützen. Viele Songs verfügen über eine Subdominante die eine perfekte Kadenz einleitet (V-I).

Unten seht Ihr zwei Beispiele für eine IV-V-I Kadenz.

Les degrés de la gamme musicale
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Wer sich an den letzten Artikel erinnert erkennt zwei Dinge die sich auf die I, IV und V Stufen einer Dur Tonleiter beziehen. Zuerst handelt es sich bei allen um Dur Akkorde und als zweites vereinen sie zusammen alle Noten der Dur Tonleiter:

Les degrés de la gamme musicale

Dies bedeutet, dass Ihr so ziemlich jeden “klassischen“ Song westlicher Musik mit diesen drei Stufen reharmonisieren könnt.

Wer sich noch an den dritten Teil aus dieser Serie erinnert der mag vielleicht auch realisiert haben, dass die Stufen IV und V im Quintenzirkel mit der Tonika benachbart sind. Somit ist es sehr einfach die IV und V Stufe einer beliebigen Tonart zu erkennen.

Im nächsten Artikel besprechen wir die weiteren Stufen einer Tonart und werfen einen ersten Blick auf die Harmonisierung einer Moll Tonleiter.

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