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Kontext!!!

Ein bisschen Pfeffer! Eine Einführung in modale Skalen.
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Das Ziel dieses Artikels ist es eine einfache und gradlinige Einführung (oder Auffrischung) in die wundervolle, aber manchmal etwas verwirrende Welt der modalen Skalen zu sein.

Über modale Skalen und Ihre Funktionsweise gibt es ein paar Missverständnisse. Ein grosser Teil der Verwirrung stammt von dem Wort 'Modus' selber. Dies scheint keine selbständige Tonleiter, sondern mehr eine Referenz auf eine andere Tonleiter zu sein. Wir haben alle schon gehört, gelesen, oder halb verstanden, dass modale Skalen auf dieser oder jener Tonart basieren (normalerweise Dur). Man muss jetzt nur noch dieselbe Tonart ab einer gewissen Note über die ganze Oktave spielen und man erhält den gewünschten Modus. Natürlich hat man beim ersten Mal dann einfach keinen Unterschied feststellen können und schliesslich konsterniert aufgegeben!

Das Problem mit dieser Vereinfachung (obwohl technisch korrekt) ist, dass dabei der wichtigste Aspekt modaler Skalen - ja vielleicht sogar von Musik überhaupt - übersehen wird: Kontext! Wenn Ihr über eine C-Drone oder eine Akkordabfolge in C-Dur spielt und Eure Ohren C-Dur hören, dann könnt Ihr noch so lange E Phrygisch oder F Lydisch spielen (beide Modi basieren auf C-Dur)...Ihr werdet nie etwas anderes als einen C-Dur Sound erhalten! (s. Ex.1)

Kontext ist alles: Wenn Ihr über dieselbe C-Drone C Lydisch oder C Phrygisch spielt dann werdet Ihr dagegen schon schnell eine andere Klangfarbe feststellen können. (s. Ex.2) Manchmal ist der Unterschied eher subtil und manchmal radikal!



Ex.1:: C Dur, E Phrygisch, F Lydisch über eine C-Drone: Der C-Dur Sound wird beibehalten auch wenn E Phrygisch und F Lydisch gespielt werden.
Ex 2: C Phrygisch, C Mixolydisch, und C Lydisch über eine C-Drone: Hier sollte man ganz klare Unterschiede hören.

Statische vs. wechselnde Harmonien

In diesem Artikel werden wir nicht auf modale Skalen im Kontext von Jazz oder wechselnden Harmonien eingehen. Wir werden uns auf statische, oder 'modale' Harmonien konzentrieren. Das bedeutet, dass die Harmonie, Modus oder Tonart auch bei mehr als einem Akkord dieselbe bleibt (oder im Fall einer Drone: Neutral).

Der Grund dafür ist, dass in 'nicht-modalem' Jazz normalerweise eine schnelle Abfolge von Akkorden und Tonarten stattfindet und modale Tonarten in diesem Zusammenhang einfach so vorbei fliegen. Dies macht es ziemlich schwierig den Charakter der verschiedenen Modi zu hören, oder spüren und somit ein Gehör für diese Tonarten zu erhalten. Zudem sind modale Skalen in diesem traditionellen Jazz Zusammenhang oftmals nur Techniken,
Indem wir unsere Zeit nehmen und über statische modale Harmonien (oder einfach eine Drone) spielen, fangen wir an die verschiedenen Geschmacksrichtungen zu hören und eventuell richtig zu erkennen.

Tonart oder Modus?

Ob man jetzt Modus oder modale Tonart sagt - wir werden in diesem Artikel keinen Unterschied dazwischen machen, da es sich quasi um dasselbe Ding handelt. Um das noch einmal klar zu stellen: Alle Modi sind auch Skalen und jede Tonart kann auch als Modus interpretiert werden. In diesem Artikel versuchen wir die Dinge möglichst einfach zu halten und einen Teil des technischen Jargons auszulassen.

Ein paar Grundlagen

Im Optimalfall ist dieser Artikel eine 'no nonsense' Herangehensweise zu modalen Skalen, ohne dass wir zu sehr auf technische und theoretische Spitzfindigkeiten eingehen müssten. Und auch wenn ich versucht habe das ganze so geradlinig wie möglich zu machen, so braucht es dazu doch ein bisschen essentielles Vorwissen.

Um die folgenden Tonarten (Modi) in E spielen zu können, braucht man eigentlich nur zu wissen, wo man die entsprechenden Noten auf dem Instrument finden kann. Wenn man sie aber in andere Tonarten transponieren möchte (was sich auf jeden Fall empfiehlt), dann sollte man schon etwas über Intervalle wissen...oder zumindest den Unterschied zwischen einem Halbtonschritt und einem Ganztonschritt kennen. Da die modalen Skalen wie bereits erwähnt mit den Dur Tonleitern verwandt sind, ist es eine gute Idee den Aufbau einer Dur Tonleiter zu verinnerlichen.

Der Aufbau einer Dur Tonleiter ist wie folgt:
Aufsteigend: Grundton + GT + GT + HT + GT + GT + GT + HT (dieser Aufbau umfasst eine gesamte Oktave)
GT = Ganzton, HS = Halbton (für Gitarristen oder Bassisten: HT = 1 Bund, GT = 2 Bünde)




Wenn Ihr dieser Formel folgt, dann erhaltet Ihr die Dur Tonleiter. Eine Dur Tonleiter besteht zwischen den einzelnen Noten aus den folgenden Intervallen (im Verhältnis zum Grundton):

Zwischen Grundton und der 2. Note: Grosse Sekunde (Major 2nd)
Zwischen Grundton und der 3. Note: Grosse Terz (Major 3rd)
Zwischen Grundton und der 4. Note: Quart (Perfect 4th)
Zwischen Grundton und der 5. Note: Quinte (Perfekt 5th)
Zwischen Grundton und der 6. Note: Grosse Sexte (Major 6th)
Zwischen Grundton und der 7. Note: Grosse Septime (Major 7th)



C Dur ist somit: C D E F G A B C
E Dur ist somit: E F#G# A B C# D# E

Wenn ich darüber spreche wie die verschiedenen Modi sich von der Dur Tonart unterschieden, werde ich diese Intervalle als Referenz verwenden.

Sobald man diese Intervalle und den Aufbau modaler Skalen verstanden hat, sollte es einem möglich sein die verschiedenen Skalen auf eine beliebige Tonart zu transponieren. Als Gitarrist oder Bassist kann man jetzt natürlich ganz einfach seine Fingersätze um ein paar Bünde verschieben - doch langfristig tut man sich damit keinen Gefallen.

Wichtige Punkte
:
Zwei Beispiele für modale Skalen: In diesem Artikel verwende ich häufig E als das tonale Zentrum. Dafür gibt es zwei wichtige Gründe:

1. Es ist wichtig von C-Dur und den starken Assoziationen der modalen Skalen innerhalb dieser Tonart weg zu kommen (speziell für Keyboarder). Man trifft die verschiedenen Modi von C-Dur in vielen Diagrammen an, und wenn man versucht die verschiedenen Modi zu spielen haben wir bereits den Klang von C-Dur im Ohr. Demnach tönen dann auch die andere Skalen einfach nach mehr C-Dur! Das wichtigste Element für Modi - Kontext - geht dabei häufig verloren.

2. Indem ich als Beispiel den Grundton auf  E nehme, hoffe ich, dass die ganze Thematik für Gitarristen und Bassisten verständlicher wird. Zudem ist es einfach, die tiefe E-Saite als Drone zu nehmen und darüber die verschiedenen Skalen/Modi zu spielen. Dies kann sich als äusserst praktisch erweisen.

Die Progressionen: Wie bereits erwähnt hängt alles vom Kontext ab. Auch spielt Rhythmus (speziell harmonischer Rhythmus) eine äusserst wichtige Rolle im musikalischen Kontext. Diese Abläufe müssen so gespielt werden, dass es bezüglich des tonalen Mittelpunkts keinen Zweifel gibt. Das heisst nicht, dass man jetzt mit dem I Akkord anfangen muss (auch wenn das häufig der Fall ist), aber man sollte zu jeder Zeit den tonalen Mittelpunkt spüren können. Bei einem Stück oder einer Improvisation sollte hier für den Zuhörer ganz klar der harmonische Ruhepunkt sein...auch wenn man sich entschliesst das ganze nicht auf dem Grundton zu beenden.

Bass-Drone: Diese Akkordabfolgen können (und sollten) allesamt mit einer Bass-Drone (in diesem Fall eine E-Drone) gespielt werden. Wenn ich also zum Beispiel in E Lydisch sage, dass eine typische Abfolge E - F# - E wäre, so sollte diese als E - F#/E (F# mit einem E im Bass) - E gespielt werden. Im Augenblick ist dies ein grosser Vorteil, da es die Klangfarbe der jeweiligen modalen Skale noch mehr unterstreicht und einem zudem neue Ideen für Akkorde mit verschiedenen Bassnoten liefert.

Über Akkorde innerhalb einer Tonart: Dies ist sehr wichtig, da man wissen muss, welche Akkorde zu welchem Modus gehören. So stellt man sicher, dass man keine Akkorde ausserhalb der Tonleiter spielt. Ich werde im Augenblick nicht näher darauf eingehen wie diese Akkorde zusammengesetzt werden, da dies doch einiges mehr an Musiktheorie benötigt als dieser Artikel umfassen kann. Ich werde darauf zu einem späteren Zeitpunkt genauer eingehen. Für den Augenblick solltet Ihr versuchen die verschiedenen Akkordabfolgen in andere Tonarten zu transponieren.

Phrygisch

In diesem ersten Teil werden wir uns mit drei der modalen Skalen auseinandersetzen: Phrygisch, Lydisch, und Mixolydisch. 'Diatonisch' bedeutet nur, dass sie dieselben Noten wie die relative Dur-Tonart besitzen (die als modale Tonart auch Ionisch heisst). Ich empfehle Euch, mit jeder Tonart ein wenig Zeit zu verbringen, bevor Ihr Euch der nächsten widmet. Zu viel Information ist der grösste Feind von Information! Wenn Ihr Euch einmal etwas vertrauter damit fühlt, dann könnt Ihr anfangen sie miteinander zu vermischen, oder sie nacheinander zu spielen. Ihr werdet sehen, mit der Zeit könnt Ihr sie schon ganz gut auseinanderhalten.

Ich empfehle auch, dass Ihr Euch beim Spiel der verschiedenen Modi aufnimmt und schaut, ob Ihr die verschiedenen Modi auseinander halten könnt...das Gehör ist Eure beste Waffe!

Phrygisch

Phrygisch ist eine der Tonarten die am meisten von der klassischen Dur-Tonleiter entfernt sind. Für den Augenblick braucht Ihr nicht zu wissen, dass Phrygia ein Königreich in Anatolien war, oder was sonst noch historisch dahinter steckt. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass Phrygisch die dritte Tonleiter ist - also die dritte Stufe von der dazugehörigen Dur Tonleiter. Auch wenn ich sage, dass diese Modi für sich stehen, so ist es doch immer wieder wichtig zu sehen mit welcher Dur-Tonart sie verwandt sind.

Phrygisch hat im Vergleich zum Grundton der Dur-Tonart den folgenden Aufbau: 1, b2, b3, 4, 5, b6, b7 (E Phrygisch im Vergleich zu E Dur in unserem Beispiel). Die Tonleiter hat eine kleine Terz als Grundton (auch wenn Kadenzen häufig auf einem Dur Akkord landen...mehr dazu weiter unten).

Also ist E Phrygisch wie folgt aufgebaut: E F G A B C D E (im Vergleich zu C-Dur)
Vergleich mit E-Dur: E F# G# A B C# D# E

Was man hören kann und daran zu denken versuchen sollte ist, dass die charakteristische Note (oder Intervall) von Phrygisch in der kleinen Sekunde liegt (in diesem Fall die Note F) - aber auch in der kleinen Septime (D) und der kleinen Terz (G - was es zu einem 'Moll' Modus macht). Versucht den Klang dieser Tonleiter in Euer Ohr zu kriegen. Die Klangfarbe von b2 b3 b7 Phrygisch kann sehr einfach erkannt werden. Man könnte sagen das ganze tönt sehr spanisch, nach Zigeunern - oder orientalisch...was auch immer! Jedenfalls habt Ihr diesen Sound bereits schon einmal gehört, und von nun an solltet Ihr ihn jedes Mal als das erkennen, was er ist: Phrygisch.
Spielt mit dieser Tonart herum bis sie Euch vertraut ist. Lasst die tiefe E-Drone sein während Ihr darüber versucht gute Melodien und Licks zu finden. Dann versucht das ganze mit E-Dur zu vermischen und zwischen diesen beiden Tonleitern zu wechseln. Hört und fühlt wo sich die beiden unterscheiden...das ist wichtig! Ihr müsst diesen Sound in Eure Ohren und Euer musikalisches Vokabular bringen.

Abläufe in E Phrygisch

Eine wichtige Eigenart von Phrygischen Abläufen ist, dass sie oft auf einem Dur Akkord enden oder dort anfangen. Da diese grosse Terz nicht in der Tonleiter selbst ist (b3 wird zu natürlich 3), sollte man beim Solieren zu diesem Zeitpunkt auch diese Note ändern. Damit erhält man für einen kurzen Moment eine andere Tonleiter (Harmonisch Moll, oder was gewisse Leute als Phrygisch Dominant bezeichnen). Ich werde diese Tonleiter hier nicht näher beschreiben, doch es ist auf jeden Fall auch eine ganz schöne Tonleiter (wird oft in Flamenco eingesetzt).

Typische Akkorde:

Genau so wie es charakteristische Noten und Intervalle in jeder modalen Tonleiter gibt, so gibt es auch charakteristische Akkorde und Akkordabfolgen. In Phrygisch ist der charakteristische Akkord natürlich der Dur-Akkord auf der zweiten Stufe (F-Dur in EPhrygisch) und auch der Moll-Akkord auf der siebten Stufe (d-Moll in E Phrygisch). Auch zu erwähnen ist der Dur-Akkord auf der dritten Stufe (G-Dur in E Phrygisch) und der Moll-Akkord auf der sechsten Stufe (a-Moll in E Phrygisch).
Hier sind ein paar typische Akkordabfolgen in E Phrygisch:

# a-Moll - G - F - e-(Moll - aber normalerweise E-Dur)
# e-(Moll - aber normalerweise E-Dur) - F(Dur7) - e-(Moll - aber normalerweise E-Dur)
# d-Moll - e-(Moll - aber normalerweise E-Dur)

E Phrygian Beispiel No.1

E Phrygian Beispiel No.2

Stücke in Phrygisch:

# Pink Floyd - "Set the Controls for the Heart of the Sun"
# The "Ben-Hur Theme" (the melody is in Phrygisch while the chords go in and out of Phrygisch)
# Eine Menge Flamenco Musik
# Led Zeppelin - "Kashmir": Die Akkordabfolge am Ende (g-Moll zu A-Dur) ist eine typische Phrygische Abfolge
# Jefferson Airplane - "White Rabbit" (in E Phrygisch)
# Björk- "Hunter" (mit Dur auf der 1.Stufe) und "I’ve seen it all"
# Massive Attack - "Future Proof" (mit Dur auf der 1.Stufe)

Lydisch

Lydisch unterscheidet sich von der Dur Tonart eigentlich nur durch eine Note. Diese Note ist für die Klangfarbe von Lydisch jedoch so wichtig, dass sie den ganzen Unterschied ausmacht. Diese Klangfarbe stammt von der #4. In der Dur Tonleiter ist die 4.Stufe eine Quarte (Perfect 4th). Demnach ist die Einführung einer #4 zwar nicht radikal, gibt der gesamten Skale aber einen vollkommen eigenen Charakter.

E Lydisch: E F# G# A# B C# D# E (hat eine Menge Vorzeichen und ist verwandt mit B-Dur)
Im Vergleich zu E-Dur: E F# G# A B C# D# E (A ist hier ohne Vorzeichen)


Verwendet es mit Phrygisch und spielt mit dieser Tonleiter bis ihr sie in Euer Ohr gekriegt habt. Es ist interessant und nützlich das ganze mit E-Dur abzuwechseln. Ihr solltet definitiv den Unterschied hören, den die erhöhte 4. Stufe ausmacht. Verwendet abermals eine tiefe E-Drone und wechselt zwischen den beiden ab. Nach einer Weile versucht zudem noch E Phrygisch in den Mix zu schmeissen.

Abfolgen in Lydisch:

Akkordabfolgen in Lydisch sind ebenfalls sehr charakteristisch für den lydischen Sound. Viele Leute haben versucht die Klangfarbe als 'luftig', 'magisch', oder 'erhaben' zu beschreiben. Viele Komponisten für Filmmusik haben sie bereits in endlosen Stücken eingesetzt. Das beste ist jedoch abermals den Unterschied selber hören zu können und selber die Verbindung zu machen.

Typische Akkorde:

Die typischen Akkorde in Lydisch enthalten die #4. Dies sind der Dur Akkord auf der zweiten Stufe (F#-Dur in E Lydisch), aber auch der Moll Akkord auf der siebten Stufe (d#-Min in E Lydisch) und der Dur7 Akkord auf der fünften Stufe (B-Dur in E Lydisch).

Ein paar typische Akkordabfolgen in E Lydisch:

# E - F# - E (wie bereits erwähnt solltet Ihr auch hier immer eine E-Drone spielen)
# E - B-Dur7 - E
# E - d#-Moll(7) - E

E Lydian Beispiel No.1

E Lydian Beispiel No.2

Stücke in Lydisch:

# "Maria" und viele andere Stücke aus "West Side Story"
# Sting - "When we dance": Ein sehr gutes Beispiel wie Dur zu Lydisch wechselt
# Led Zeppelin - "Dancing Days": Der Riff in der Eröffnungssequenz ist Lydisch (Danach ist es bis zum A-Dur Akkord Phrygisch)
# John Williams - E.T. Thema und unzählige weitere Melodien aus Filmen
# The Simpsons TV Thema

Mixolydisch

Mixolydisch ist der fünfte diatonische Modus, und wie bei Lydisch unterscheidet er sich von der Dur-Tonleiter nur in einer Note. Diese Note (b7 - D in E-Dur) reicht ebenfalls aus um dieser Tonart eine charakteristische Klangfarbe zu geben. Der Myxolydische Klang erinnert an Renaissance und Keltische Musik (sie war in dieser Stilrichtung besonders dominant). Auch indische Musik verwendet häufig diesen Modus - somit ist es auch möglich damit eine Klangfarbe von Indian Raga zu erzeugen (speziell wenn man die zweite und sechste Stufe auslässt).

E Mixolydisch: E F# G# A B C# D E (verwandt mit A-Dur)
Im Vergleich zu E-Dur: E F# G# A B C# D# E


Ihr fangt wieder mit einer E-Drone an und spielt diese Tonleiter darüber. Versucht den Rhythmus etwas in Richtung Renaissance zu bringen und versucht die Verbindung herzustellen. Die charakteristischen Noten sind hier die grosse Terz (G#) und die kleine Septime (D).

Typische Akkorde:

Die charakteristischen Akkorde von Mixolydisch sind diejenigen, welche die kleine Septime beinhalten. Dies sind D-Dur auf der siebten Stufe (in E Mixolydisch) und b-Moll(7) auf der fünften Stufe (in E Mixolydisch).
Typische Akkordabfolgen in E Mixolydisch:
# E - D - E (immer schön eine E-Drone spielen)
# E - b-Moll(7) - E

E Mixolydian Beispiel No.1

E Mixolydian Beispiel No.2


Stücke in Mixolydisch:

# Holst - "The Planets" - "Jupiter": Die bekannt Melodie die auf Takt 108 anfängt
# Simply Red - "Holding Back the Years"
# Unzählige Stücke aus der Renaissance und keltischer Musik
# Sting - Intro zu "I Was Brought To My Senses"
# Beatles - "Tomorrow Never Knows"
# Beatles -" Got To Get You Into My Life" (Der A-Teil)
# Beatles - "Norwegian Wood" (A-Teil)
# Spinal Tap Movie - "Stonehenge" Teil: Die Melodie die auf der Mandoline gespielt wird
# Michael Jackson - "Don’t Stop ‘till You Get Enough"
# Jimi Hendrix - "Third Stone from the Sun": Die Hauptmelodie ist in E Mixolydisch

Fazit


Spice your music!Die hier vorgestellten modalen Skalen sind nur 3 der 7 Modi. Zwei der anderen vier sollten Euch aber bereits bekannt sein. 'Ionisch' ist nichts mehr als die Dur-Tonleiter und 'Aeolisch' steht für die Moll-Tonleiter. Somit bleibt nur noch 'Dorisch' (sehr ähnlich der Moll-Tonleiter) und Lokrisch (wahrscheinlich die am wenigsten verwendete Tonleiter).

Für den Augenblick empfiehlt es sich diesen drei Modi am meisten Beachtung zu schenken. Es ist wichtig, dass man Lydisch, Mixolydisch und Phrygisch lernt und gut auseinander halten kann, bevor man sich neuen Dingen widmet. Wer zu viele Skalen aufs Mal lernt, stellt nur sicher, dass er am Ende keine wirklich richtig spielen kann.

Denkt daran, dass jede modale Tonleiter eine ganz eigene Klangfarbe besitzt. Normalerweise sind es zudem nur ein, zwei Noten die den Unterschied ausmachen. Genau diese Noten sollte man zu erkennen versuchen zu. Wenn Ihr Euch zum Beispiel den Song 'When we Dance' von Sting anhört, dann tönt das ganze zuerst wie eine ganz normale Dur Tonart. Wenn er aber die erhöhte 4. Stufe singt, dann ändert das alles. Nur diese eine Note gibt dem ganzen Stück einen vollkommen anderen Charakter. Und das ist wohl das wichtigste: Jeder Modus gibt dem Stück einen anderen Charakter und spricht unsere Emotionen unterschiedlich an. Komponisten für Filmmusik sind sich dessen vollkommen bewusst und verwenden verschiedene Modi, um unsere Emotionen gezielt zu beeinflussen.

Wie bereits erwähnt, ist es extrem wichtig die Unterschiede zu hören und zu erkennen. Nehmt Euch selbst auf und versucht zu erkennen, welche Tonleiter ihr gespielt habt und wo die charakteristischen Noten zu finden sind. Etwas jemand anderem zu erklären ist ebenfalls eine gute Art zu prüfen, ob man eine Materie verstanden hat, oder nicht. Sucht Euch also jemanden mit Geduld (von Vorteil Musiker) und schaut, ob Ihr ihm erklären könnt was Ihr gelernt habt.
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