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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 7

Klein anfangen, gross denken

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Die letzten Artikel zusammengefasst können wir das folgende sagen: Die Arbeit an einem Mix kann mit dem Zusammensetzen eines vierdimensionalen Puzzles verglichen werden. Doch was können wir von dieser Metapher eigentlich lernen?

Stück für Stück

Versuchen wir uns an unser erstes Puzzle zu erinnern. War es ein Puzzle mit 20'000 Stück? Eher nicht. Da fängt man lieber kleiner an und nimmt sich kleinere Projekte vor die man auch wirklich beenden kann. Dasselbe gilt auch für einen Mix. Versucht es zuerst einmal an einem einfachen Stück - zum Beispiel ein Song mit Gitarre, Klavier, Stimme und evtl. noch ein paar Backing Vocals. Was es auch sein mag - einfach nicht mehr als fünf oder sechs Elemente aufs Mal. 

Etwas zusammenhängendes und interessantes mit so wenigen Spuren zu erzeugen ist schon eine Herausforderung für sich - aber auch viel einfacher und lehrreicher als ein Song mit 17 Gitarren, einem Bass, Drums, zwei Rappern, einem Sänger, zwei Backings und einem Symphonieorchester. Fangt Ihr einfacher an so kommt Ihr schneller zu einem Erfolgserlebnis und werdet motiviert auf diesem Weg fortzuschreiten. Wie bei allem was man von Grund auf lernt so sollte man auch hier mit etwas einfachem anfangen!

Eine Vision!

Die zweite Lektion die wir aus dieser Metapher lernen können ist sogar noch wichtiger. Würdet Ihr versuchen ein Puzzle zusammen zu bauen ohne zu wissen wie das Bild am Ende ausschauen sollte? Glaubt Ihr David Fincher fängt mit der Kameraarbeit an ohne vorher ein Storyboard oder Script zu besitzen? Natürlich auf keinen Fall! Ihr müsst also bereits im Vorfeld eine gute Idee haben was Ihr mit dem Mix anfangen wollt. Um ein Ziel zu erreichen müsst Ihr es Euch also zuerst stecken. 

 
 
Die Kunst einen guten Mix zu erstellen lernt man am besten in kleinen Schritten.

Das tönt natürlich jetzt alles super, doch wie genau lernt man es die Vision für einen Mix zu kreieren? Wie bei so vielen Dingen so ist es auch hier nicht falsch sich von den Grossmeistern der Zunft inspirieren zu lassen. An dieser Stelle möchte ich Euch auf einen unserer frühere Artikel aufmerksam machen  (https://de.audiofanzine.com/einstiegsratgeber/artikel/leitartikel/wie-man-einen-mix-analysiert.html), der sich mit diesem Thema befasst hat. Habt Ihr einmal ein paar Songs analysiert seid Ihr auf dem richtigen Weg zu definieren welche Elemente Ihr in Euren Mixes haben wollt. 

Ihr solltet Eure Musik theoretisch bereits kennen - Ihr habt sie ja geschrieben - also sollte es auch nicht ein so unmögliches Unterfangen sein sich auf einem Blatt Papier eine Übersicht über den Mix zu machen. Schreibt auf wo Ihr welche Elemente platzieren möchtet, welche Instrumente zu welchem Zeitpunkt für Euch die wichtigsten sind, in welches Frequenzband sie gehören und wie sich das Stück über die Zeit hinweg verändert. Mit diesem Klangbild macht Ihr den Mix zu Eurem eigenen und werdet ihm Eure eigene Persönlichkeit verleihen!

Es gibt hier wie bei so vielen Dingen kein einfaches Geheimnis. Mixing bedeutet Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Setzt Euch also ein Ziel und gebt nicht auf bis Ihr dieses erreicht habt. Es gibt hier keine 'definitive Antwort' und Ihr werdet erst nach einer gewissen Zeit feststellen können ob sich der eingeschlagene Weg als richtig oder falsch herausgestellt hat. Denkt zudem immer daran, dass in diesem Augenblick auch noch nichts für die Ewigkeit ist und Ihr immer wieder von vorne anfangen könnt…

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