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Wie man mit einer einfachen Backup Strategie Daten Desaster verhindert

Bringt Eure Musikdateien in Sicherheit (Teil 1)

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Computerexperten werden Euch sagen, dass es nicht die Frage ob, sondern wann Eure Festplatte abstürzt. Sogar die weitaus robusteren Solid State Drives (SSD) können immer noch plötzlich den Geist aufgeben. Und wenn das geschieht dann sind die Daten futsch - oder können im besten Fall nur noch für teures Geld gerettet werden. Genau aus diesem Grund muss man sich unbedingt eine durchdachte Backup Strategie zurecht legen.

3-2-1 Backup!

Wollt Ihr wirklich Eure wertvollen Daten sichern so benötigt Ihr mehr als nur einen einfachen Backup auf eine Festplatte. Ihr braucht dazu eine gewisse Strategie die lokale und ausgegliederte Backups beinhaltet. Ein einfacher Weg ist die manchmal 3-2-1 genannte Strategie bei der man immer drei Kopien einer einzigen Datei erstellt: Eine Originaldatei auf dem Computer, ein lokaler Backup und eine Cloud basierte Kopie.

Ich nehme jetzt mal an, dass Ihr auf eine externe Festplatte aufnehmt und nicht die interne verwendet.

studioRAIDmini slide1Die Glyph StudioRaid Mini kann in einer RAID 1 Konfiguration betrieben werden

Für den Backup zu Hause benötigt Ihr keine extrem schnelle Festplatte und die Schnittstelle kann USB, Thunderbolt oder FireWire sein - sogar Netzwerk Drives sind okay. Die Grösse des Backup Speichers sollte so gross wie oder grösser als die Original Festplatte sein.

Für die ultimative Sicherheit empfiehlt sich das RAID System. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um zwei Festplatten in einem wobei die Dateien gleichzeitig auf beide Medien geschrieben werden.

Es ist automatisch

Wie sichert man jetzt effektiv seine Daten? Ihr könntet dazu manuell Eure Ordner von einem zum anderen Ort ziehen, doch viel einfacher funktioniert dies mit Backup Anwendungen. Für Mac Anwender ist die Time Machine Anwendung direkt ins Betriebssystem integriert, doch es gibt für Mac wie auch für PC eine grosse Auswahl an weiteren guten Optionen.

Chronosync

Econ Technologies ChronoSync (Mac) ist ein Beispiel einer professionellen Backup Lösung

Die meisten synchronisieren die Quelle (Originaldateien) mit dem Backup Speicher, was bedeutet, dass nach einem erstmaligen Kopiervorgang nur noch Dateien aktualisiert werden die auch wirklich verändert wurden. Dies beschleunigt den ganzen Prozess natürlich erheblich.

Gewisse Backup Anwendungen komprimieren Daten auf der Festplatte. Auch wenn dies Platz spart  so bedeutet dies jedoch auch, dass Backups wieder von derselben Software dekomprimiert werden müssen. Dies verlangsamt nicht nur den Prozess, könnte zusätzlich auch dazu führen, dass ältere Backups nicht mehr lesbar sind, sollte der Hersteller mal nicht mehr exisitieren. Für mich persönlich macht es keinen Sinn Backups zu komprimieren - die Nachteile sind da weitaus grösser als die Vorteile.

Auch wenn man bei den meisten Backup Lösungen einen automatisierten Backup Plan einrichten kann so zeigt es doch meine Erfahrung, dass man diese Einstellungen von Zeit zu Zeit kontrollieren muss. Mir ist es schon mehrfach passiert, dass Backups aus irgendwelchen Gründen nicht abgeschlossen werden konnten - hier lohnt es sich auf Sicherheit zu gehen.

In der Wolke

Bis vor kurzem musste man noch Backups physisch ausser Haus tragen - zum Glück hat sich dies mit heutigen Cloud basierten Dienstleistungen erübrigt.

Ihr könnt dazu Dienstleistungen wie Dropbox, Google Drive, oder Amazon Cloud Drive verwenden, oder Dienste wie Gobbler oder Splice die sich konkret an Audio Profis richten.

Dropbox screen

Die unterschiedlichen Backup Funktionen von Dropbox machen es zu einer äusserst nützlichen Dienstleistung um Musik Backups zu machen

In Dropbox wie in Google Drive kann man Ordner einrichten die alle dort platzierten Dateien ebenfalls als Kopie in der Cloud speichern. Immer wenn Ihr etwas an diesem lokalen Ordner ändert werden diese Änderungen automatisch mit der Cloud Version synchronisiert. Es ist auch möglich einen Ordner auf einer externen Festplatte für diese Dienstleistung einzurichten.

In Aktion

Schauen wir uns kurz den Arbeitsfluss für die hier besprochene Backup Strategie. Die nachfolgende Liste geht davon aus, dass Ihr bereits einen ersten Backup der gesamten Aufnahmesession auf Eure Backup Festplatte und Coud Lösung erstellt habt.

  1. Ihr verändert eine Datei auf Eurer externen Aufnahmefestplatte (z.B. neue Aufnahmen).
  2. Eure Cloud basierte Festplatte startet die Synchronisation sobald die Änderungen abgeschlossen sind.
  3. Eure Backup Software synchronisiert Euren lokalen Backup am nächsten definierten Backup Termin.

Gegen die Korruption

Es gibt noch einen weiteren Aspekt der Euch bei Backups Probleme machen kann. So kann man bei seinem 3-2-1 System alles bedacht haben und doch aufgrund einer korrupten Datei Probleme bekommen, wenn diese über alle Versionen hinweg überschrieben wird. Dann habt Ihr drei Kopien einer schlechten Datei und keine gute.

Zum Glück haben die meisten DAWs eine Funktion für den automatischen Backup von Session Dateien innerhalb der Song Ordner. Doch das bezieht sich leider nur auf die Session Datei selbst und nicht die dazugehörigen Audiodateien. Aus diesem Grund empfiehlt es sich ab und zu eine manuelle Kopie des gesamten Projektes an einen anderen Ort zu kopieren.

Auch wenn eine Eurer Dateien defekt ist so behalten gewisse Cloud basierte Dienstleistungen alte Versionen Eurer Dateien (z.B. Time Machine von Apple) - man könnte also dort aus einem alten “Zustand“ wieder zu seinen Daten kommen. Bei Dropbox kann man zum Beispiel 30 Tage zurück gehen - oder mehr falls man für den Speicherplatz zahlt.

Im zweiten Teil dieses Artikels besprechen wir wie man abgeschlossene Projekte am besten archiviert.

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