Line 6 Spider IV 15
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Line 6 Spider IV 15

Spider IV 15, Modelling Combo Guitar Amp from Line 6 in the Spider IV series.

public price: 99 € TTC
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Line6 Spider IV 15: Der Test

Line6 in der vierten Staffel
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Der Erfinder des POD meldet sich zum vierten Mal mit seiner Spider Serie zurück. Diesmal nehmen wir den 15 Watt Combo Verstärker mit 6 Effekten, 4 Verstärkeremulationen und ein paar netten Zusatzfunktionen unter die Lupe. Wie tönt denn aber ein Verstärker, der für knapp unter €100 erhältlich ist?

Der Erfinder des POD meldet sich zum vierten Mal mit seiner Spider Serie zurück. Diesmal nehmen wir den 15 Watt Combo Verstärker mit 6 Effekten, 4 Verstärkeremulationen und ein paar netten Zusatzfunktionen unter die Lupe. Wie tönt jetzt also ein Verstärker, der für knapp unter €100 erhältlich ist?

Line6 Spider IV 15Das Konzept hinter der Spider Serie von Line6 ist im Grunde genommen ganz einfach: Der Anwender soll die berühmten Emulationen dieses Herstellers in Form eines zahlbaren, kompakten Solidstate Verstärkers erhalten. Dabei hat man die Wahl zwischen dem sehr kleinen, mit Batterie betriebenen Micro Spider (6 Watt), bis hin zum 150 Watt Top. Dazwischen gibt es Modelle mit 15, 30, 75 und 120 Watt...also ein Verstärker für alle Budgets und Ohren! Dennoch sollte man die Spider Serie grundsätzlich in zwei unterschiedliche Gruppen aufteilen. Auf der einen Seite verfügen die Modelle 'Micro', '15' und '30' über vier Verstärkeremulationen und sechs Effekte, wogegen die restlichen Modelle zusätzlich noch mit verschiedensten Signature Presets berühmter Künstler und Bands erweitert wurden.

Wie bei der POD Familie, so besitzt auch jede neue Generation von Spider Verstärkern besser klingende Verstärkeremulationen. Somit versucht nun die aktuelle 4. Generation sich von der überaus erfolgreichen Spider III Series von 2008 abzuheben. Doch wie gut ist diese neue Line6 Generation nun wirklich? Genau dies möchten wir in diesem Test herausfinden.

Dazu nehmen wir wie bereits erwähnt den Spider IV 15,  bei dessen tiefem Preis sich so mancher Konkurrent erst einmal warm anziehen muss.

Ein 4x4 Verstärker?

Line6 Spider IV 15Der Spider IV 15 sieht im Wesentlichen genau wie jeder andere Verstärker von Line6 aus - ästhetische Änderungen sucht man hier vergebens. Schwarzes Gehäuse, verchromte Regler und gute Verarbeitung - dieser Verstärker kann sicherlich so manchen Tritten und ausgeleerten Biergläsern trotzen. Die einzige Änderung liegt bei den Preset Tasten: Diese sitzen nicht mehr so locker wie bei der vorherigen Generation...da hat man also auf die Kunden gehört! Ansonsten ist sich Line6 hier selber treu geblieben, und auch wenn die Spider Verstärker nicht gerade durch ihr Aussehen bestechen, so sind sie auch nicht zu auffällig und können relativ diskret eingesetzt werden.

Der Spider IV 15 ist ein kompakter Verstärker, der sich dank seinen Abmessungen und seiner Ausgangsleistung vor allem für das Üben zu Hause eignet. Er wiegt nur 9.52 kg und misst 420 x 240 x 420 mm. Ein Tragegriff erlaubt einen einfachen Transport, und die verstärkten Ecken schützen ihn vor allen möglichen Misshandlungen. Die Abdeckung vor dem Lautsprecher, sowie die verschiedenen Verbindungsmöglichkeiten scheinen von guter Qualität zu sein. Genau so sollte es sein!

Unter der Haube

Line6 Spider IV 15Unter der Haube des Spider IV 15 findet man eine Solidstate Endstufe mit 15 Watt und einen Line6 'Custom Design' 8'' Lautsprecher. Die Verbindungen zur Aussenwelt bestehen aus einem Eingang für die Gitarre, einem Stereoeingang für CD/MP3 Geräte (1/8"), sowie einem Ausgang für Kopfhörer, Mischpulte und Aufnahmegeräte (1/4"). Zusätzlich besitzt der Verstärker eine RJ45 Verbindung, über die sich ein Line6 Pedalboard (FBV2 oder FBV Express mkII) verbinden lässt. Man sollte jedoch davon absehen, sich ein teures Pedalboard zu kaufen, da die meisten Funktionen ohnehin nicht beim Spider IV 15 zur Verfügung stehen. Über das FBV Express mkII Pedal kann man zwischen den vier Verstärkeremulationen umschalten, das Volumen, oder den WahWah Effekt über das Expression Pedal steuern, das Tempo über 'Tap' bestimmen, oder das interne Stimmgerät einschalten. Das FBV Express verfügt übrigens über eine sehr nützlich Anzeige, mit der man seine Gitarre im Nu gestimmt hat.

Schauen wir jetzt aber mal, was sich mit diesem Verstärker so alles anstellen lässt...

Wie funktioniert er?

Line6 Spider IV 15Der Spider IV 15 ist wirklich einfach zu bedienen. Zuerst wählt man eine der Verfügbaren Verstärkeremulationen aus: Clean, Crunch ('68 Marshall Plexi 100 Emulation), Metal (basierend auf dem Mesa Boogie Dual Rectifier), oder Insane (Emulation des roten Dual Rectifier Kanals). Anschliessend kann man seinen Sound über den 3-Band EQ, den Gain Regler und den Volumenregler einstellen.

Insgesamt stehen einem vier unterschiedliche Sounds zur Verfügung, wobei jede Emulation einem Kanal entspricht. Um seine Einstellungen für EQ, Gain und Volumen zu speichern, muss man nur für ein paar Sekunden auf die 'Amp Models' Taste drücken. Diese Lösung ist zwar sehr einfach, doch aber auch ein wenig limitiert: Da pro Kanal nur ein Preset gespeichert werden kann, ist es auch nicht möglich, mehrere Presets mit der gleichen Emulation zu erzeugen. Man hat also jeweils ein Preset für Clean, Crunch, Metal und Insane. Das ist ziemlich schade, da gewisse Gitarristen eher zwei Clean und zwei Crunch Kanäle benötigen.

Die Effekte können über zwei Regler eingestellt werden: Der erste wurde den Chorus/Flanger, Phaser und Tremolo Effekten zugewiesen, währen der andere Sweep Echo, Tape Echo und Reverb ansteuert. Jedem Effekt nimmt dabei 1/3 des Reglers ein, und der Anteil kann von leicht bis extrem eingestellt werden. Man kann pro Effekt nur einen Parameter verändern - erwartet also was das Sounddesign betrifft hier keine Wunder. Dennoch ist es bei einem Verstärker in dieser Preisklasse durchaus praktisch diese Möglichkeiten zu besitzen.

Zusammengefasst stehen einem als sechs Effekte zur Verfügung, wovon man jeweils zwei gleichzeitig verwenden kann. Die auf Zeit basierten Effekte können über die 'Tap Tempo' Taste eingestellt werden, mit der im Übrigen auch das eingebaute Stimmgerät eingeschaltet werden kann. Zuletzt kann am Ende des Signalpfads noch das Master Volume eingestellt werden.

Im Einsatz

Der Hauptvorteil dieses kleinen Line6 Verstärkers liegt aber vor allem in seiner Vielseitigkeit. Man kann über einen einzigen Schalter von Clean Jazz auf eine krachende Verzerrung wechseln. Der Spider ist wie gesagt wirklich leicht zu bedienen, und uns hat sein gleichmässiger und sehr ausgewogener Clean Sound sehr gut gefallen. Wegen des kleinen 8" Lautsprechers hatten wir zuerst befürchtet, dass hier wohl die Bässe etwas fehlen könnten, doch da hatten wir uns getäuscht. Der EQ funktioniert ebenfalls, wie man es erwartet, und über den Gain erhält man sogar einen leichten Crunch Sound. Die Crunch Verstärkeremulation verrichtet Ihre Arbeit auch sehr gut und erzeugt zusammen mit einem Humbucker Pickup eine durchaus überzeugende Verzerrung.
Die Metal und Insane Emulationen haben uns dagegen dann doch ein wenig enttäuscht. Beide tönen eher wie ein 'Bienenschwarm' und sind schnell aggressiv und giftig. Hier hört man da wohl auch die Grenzen des Lautsprechers, und die Nachteile der Solidstate Technologie sind hier klar zu erkennen. Wer eine fette Heavy Metal Distortion mag, der sollte sich diesen Verstärker vor dem Kauf zuerst einmal anhören...ansonsten kann das schnell zu einer Enttäuschung führen.

Die Effekte einzustellen ist nicht die einfachste Aufgabe, und man muss schon aufpassen, dass man nicht plötzlich in den schlimmsten Produktionen der 80er Jahre landet. Haltet euch einfach so weit wie möglich zurück, vertraut auf Eure Ohren und alles wird gut. Chorus/Flanger und Phaser sind ganz einfach einzustellen, doch der Tremolo Effekt kann nicht mit der 'Tap Tempo' Taste angesteuert werden! Das Sweep Echo könnte besser tönen, doch das Reverb und das Tape Echo klingen ganz anständig. Vergesst dabei nicht, dass dieser Verstärker für den Einsatz zu Hause konzipiert wurde und nur knapp €100 kostet. Da sollte man vor allem froh sein, dass einem überhaupt integrierte Effekte geboten werden!

Hier findet Ihr ein paar Klangbeispiele, die mit einer Ibanez FR2620 und einem BeyerDynamic M88 Mikrofon aufgenommen wurden.

Clean

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Crunch

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Metal

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Insane

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Chorus

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Phaser

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Tremolo

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Sweep Echo

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Tape Echo

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Reverb

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Fazit

Wenn man den Markt über die letzten paar Jahre verfolgt hat, dann wird einem aufgefallen sein, dass die Preise von kleinen Gitarrenverstärkern stetig gesunken sind, während deren Qualität konstant verbessert werden konnte. Dieser neue Verstärker von Line6 bestätigt genau diesen Trend und setzt bei €100 einen sehr hohen Standard. Mit seinen Verstärkeremulationen, den verschiedenen Effekten, eingebautem Stimmgerät, Kopfhörerausgang und Eingang für MP3 Geräte, ist dies ein sehr ausführlich gehaltenes Produkt zu einem wirklich sehr tiefen Preis. Ein paar der Funktionen sind zwar nur Mittelmass, doch da kann man Line6 jetzt wahrlich keinen Strick daraus drehen. Der Spider IV 15 ist vielleicht der erste Verstärker, der sich optimal für Anfänger eignet.

  • 'Clean' und 'Crunch' Sound
  • Vier Verstärkeremulationen
  • Sechs Effekte
  • Integriertes Stimmgerät
  • MP3 Eingang (1/8'')
  • Kopfhörerausgang
  • Preis

  • 'Metal' und 'Insane' Sound
  • Tremolo kann nicht mit der 'Tap Temo' Taste definiert werden
  • Fussschalter muss separat gekauft werden