Line 6 Micro Spider
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Line 6 Micro Spider

Micro Spider, Modelling Combo Guitar Amp from Line 6 in the Spider series.

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Line 6's Micro Spider: Der Test

Super kleiner Spider
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Line 6 hat die Absicht im Bereich der portablen Verstärker das Feld nicht einfach Roland's Micro Cube und Vox's DA5 zu überlassen und aus diesem Grund den Micro Spider auf den Markt gebacht.


Micro SpiderMit einer elektrischen Gitarre zu reisen ist keine einfache Aufgabe – speziell mit einem schweren Röhrenverstärker und ohne Roadie. Natürlich existieren Lösungen wie zum Beispiel der POD. Dennoch kann man damit den Song nicht so einfach seiner Gefolgschaft vorstellen, wenn man immer noch genügend Kopfhörer oder eine vernünftige Anlage dazu benötigt. Also ist es einfacher einen guten portablen Verstärker zu kaufen...und das ist wo die Batterie betriebenen Mini-Verstärker ins Spiel kommen.

Während Roland schon länger der unbestrittene Platzhirsch mit seinem Cube ist, so hat Line 6 mit dem Micro Spider seine Reihe komplettiert. Der Micro Spider verfügt über 6 Watt und einen 6.5" Lautsprecher und wird mit dem mitgelieferten Netzteil oder sechs C Batterien betrieben. Er verfügt über 5 Modelle für elektrische Gitarren, ein Modell für die akustische Gitarre, 6 Effekte und ein eingebautes Stimmgerät. Mit diesen Merkmalen versucht also Line 6 einen Teil des Kuchens zu ergattern.

Line 6's Micro Spider: Der Test

Erster Eindruck

BoutonsWenn man den Verstärker auspackt, erkennt man sofort den Stil von Line 6 mit seinen Chrom Reglern auf schwarzem Hintergrund (sehr stark an die anderen Line 6 Modelle angeglichen).

Er besitzt zwar nicht den Charme eines Champion 600, doch auch der Micro Spider muss sich keinesfalls verstecken. Line 6 hat richtig entschieden dem Verstärker einen Tragegurt beizulegen  - so kann der 3,2kg leichte Micro Spider auch einfach transportiert werden.

Unglücklicherweise lässt sich dieser Gurt nicht sehr sicher anbringen, und es wäre auch kein Verbrechen gewesen dem Gerät einen 'fixen' Griff zu spendieren. Die Knöpfe mit denen man die Verstärker Modelle auswählen kann sind von hinten beleuchtet - scheinen mir aber ein wenig zu weich. Die Regler dagegen sind ziemlich robust verbaut. Der Verstärker versprüht eine Aura von Qualität und scheint dafür geeignet ihn jederzeit mitzunehmen.

Einziger Kritikpunkt: Die Rückseite wo man auch Zugang zum Batteriefach hat ist mit Klettverschluss verschlossen (wie beim Vox DA5) und gibt dem Verstärker einen billigen und unzuverlässigen Aspekt...doch dieser Nachteil hat auch was Gutes: der Platz ist gross genug um ein Kabel oder anderes kleines Zubehör zu verstauen.

Schauen wir uns aber mal die Merkmale an...

Line 6's Micro Spider: Der Test

Einstellungen und Verbindungen

DerrièreDie Verbindungen sind eigentlich sehr simpel: ein Eingang für Instrumente (Klinke) um die Lieblingsgitarre einzustecken, ein Mikrofoneingang (Klinke) mit einem Trim Regler und ein Mini Stereo MP3/CD Eingang. Bei den Ausgängen besitzt der Micro Spider lediglich einen Kopfhörerausgang (Klinke) an den man Kopfhörer, das Interface oder eine Verstärkeranlage anschliessen kann. Wenn man diesen Ausgang benutzt wird der eingebaute Lautsprecher ausgeschaltet.

Bei den Einstellungen findet man die klassischen Bass, Mid und Treble Regler beim EQ, Drive bei der Verzerrung, sowie Chan Vol und Master für den Gesamtpegel. Vier beleuchtete Knöpfe ermöglichen die Auswahl eines der fünf Verstärker Modelle: Clean, Crunch, Metal, Insane und Acoustic. Letzterer wird durch gemeinsames Drücken von Crunch und Metal angewählt.

Oben auf dem Verstärker findet sich ein Regler mit dem man das Eingangssignal des Mikrofons einstellen kann. Zusätzlich wurden noch zwei Regler zum Einstellen der 'Smart Control FX' verbaut. Der erste aktiviert die Effekte Chorus/Flanger, Phaser und Tremolo – der zweite steuert Sweep Echo, Tape Echo und Reverb. Dieses System erlaubt es den Effekt schnell zu finden ist aber nicht sehr präzis. Der Tap Knopf ermöglicht das Synchronisieren der Effekte zum gewählten Tempo. Indem man den Tap-Knopf gedrückt hält aktiviert man das eingebaute Stimmgerät (Noten werden in einem kleinen Display angezeigt und drei LEDs zeigen an ob die Stimmung zu hoch oder zu tief ist). Dieses System funktioniert sehr gut und man lässt sein sonstiges Stimmgerät gerne zu Hause.

Hören wir uns den Micro Spider doch mal an...

Line 6's Micro Spider: Der Test

Der Klang

HTrappeier ist er also – der Moment der Wahrheit wo man seine beste Gitarre nimmt und einsteckt. Der erste Eindruck kann als positiv wie negativ gewertet werden...ganz Ansichtssache. Das Volumen ist ausreichend um dem Nachbarn etwas zum Beschweren zu geben. Obwohl das Volumen nicht laut genug ist um sich auch neben einem Schlagzeug behaupten zu können, so füllt es definitiv die Wohnung mit Sound. Bei mir zu Hause bin ich jedenfalls nie über die Hälfte hinaus gekommen.

Ich habe den Test mit einem SM57 vor dem Verstärker und einer Strat in der Hand gestartet. Das Clean Preset (Beispiele 1 & 2) ist nicht schlecht – sogar ziemlich gut wenn man sich die Grösse und den Preis des Verstärkers vor Augen hält. Es hat ausreichend Volumen und der Klang ist dicht ohne zu basslastig zu sein. Man könnte erwarten, dass der Klang wegen der kleinen Abmessungen eher nasal ausgefallen ist – aber dem ist nicht so. Der Klang der Gitarre wird ziemlich gut wiedergegeben – dies ist schon eher eine Überraschung. Der Crunch Kanal (Beispiele 1 & 2) schlägt die gleiche Schiene ein und es war ziemlich einfach dem Verstärker ein paar ansprechende Sounds zu entlocken. Leider hören all diese Lorbeeren auf sobald man die Presets Metal or Insane drückt. Hier merkt man definitiv die fehlenden Bässe welche der kleine 6,5" Lautsprecher einfach nicht liefern kann. Es werden hier keine Wunder geliefert – wir haben es immer noch mit einem portablen Verstärker zu tun und nichts kann einen 4x12 ersetzen. Wenn man den Micro Spider aber zum Proben verwendet dann reicht er vollkommen. Der letzte Preset Acoustic ist ok um eine akustische Gitarre zu verstärken aber wegen der mangelnden Präsenz merkt man sehr schnell, dass ein Hochtöner fehlt.

BoutonsDieser Kanal kann einmal ganz nützlich sein, aber erwartet nicht, dass er Eure akustische Gitarre wirklich ergänzt. Ein paar kleine schöne Details: Es ist möglich einen virtuellen Boost zu aktivieren. Dies geschieht indem man den Tap Knopf gedrückt hält und den Gain Regler über die Hälfte hinaus dreht. Ein Noise Gate kann auf diese Weise ebenfalls aktiviert werden (hier muss Echo/Reverb Regler über die Hälfte hinaus geöffnet werden). Ein weiteres schönes Merkmal ist, dass man seine Presets speichern kann, indem man den Preset Knopf gedrückt hält.

Wenn man die Kopfhörer benutzt erhält man mehr Bassanteile (bei einem GUTEN Paar), aber es gibt ein Störsignal im Hintergrund, wenn die Verzerrung laut eingestellt ist. Dieser Ausgang kann gemäss Hersteller auch als Direct Out funktionieren. Dennoch ist er nicht wirklich gleichwertig mit einem echten Line Out und man sollte die Volumen Einstellungen genau im Auge behalten um ein Clipping im Mischpult oder der Soundkarte zu vermeiden.

Der Mikrofoneingang besitzt natürlich keine Phantomspeisung und soll mit einem guten alten dynamischen Mikrofon wie dem SM58 verwendet werden. Was den Sound betrifft so macht der Micro Spider seinen Job – aber es ist jetzt nicht so, dass bei dieser Funktion etwas ganz besonderes auf den Markt gekommen ist. Was die Effekte angeht so erlauben die Smart Control FX Regler eine ziemlich weit reichende Auswahl an Sounds mit nur diesen zwei Potis. Wer gerne seine Effekte im Detail einstellt wird schon schnell an seine Grenzen stossen – doch dies ist nicht was den Verstärker interessant macht. Es ist jedoch immer schön ein paar Effekte zu haben die man schnell einstellen kann. Was den Gesamtklang betrifft so hat dieser Verstärker definitiv seinen Nutzen solange man das Volumen nicht an die Grenzen bringt.

Line 6's Micro Spider: Der Test

Fazit

Der Micro Spider hat sich erfolgreich auf dem Markt für portable, Batterie betriebene Verstärker niedergelassen und wird von der Konkurrenz eine schnelle Antwort fordern. Der ganze Verstärker ist mit seiner grossen Auswahl an Sounds, integrierten Effekten, Stimmgerät, Mikrofoneingang und kompakten Abmessungen ziemlich gut durchdacht und ausgestattet. Die Clean und Crunch Einstellungen sind überraschend gut und werden definitiv viele Gitarristen ansprechen. Vor allem wenn man bedenkt, dass man dies für einen Preis von ca. €100 erhält...

Die einzigen Mängel die man erwähnen sollte basieren auf seinen Abmessungen – speziell die fehlenden Bässe bei verzerrten Signalen. Dennoch wäre es schön gewesen einen echten DI Ausgang zu haben – wie er beim POD 2.0 zum Beispiel eingebaut wurde. Es wäre zudem ganz nett den Klang ein bisschen weniger aggressiv zu haben wenn der Gain ganz aufgedreht ist.
Auch der billige Tragegurt und das mit Klettverschluss bestückte Batteriefach lassen den sonst äusserst stabil konstruierten Verstärker etwas weniger Vorteilhaft aussehen.
Der Micro Spider besitzt viele Qualitäten die aus ihm einen idealen Begleiter für reisende Gitarristen machen. Aus diesem Grund drückt man bei den wenigen kleinen Fehlern auch gerne ein Auge zu.

+ Clean und Crunch Sounds
+ Preis
+ Eingebautes Stimmgerät
+ Eingebaute Effekte
+ Mikrofoneingang
+ Grösse und Gewicht
+ Volumen

- Metal und Insane Sounds
- Qualität des Line Out
- Abdeckung für Batteriefach
- Tragegurt
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