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Der Einsatz von Kopfhörern im Mastering

Mastering zu Hause - Teil 15
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Jetzt wo wir uns die gesamte Mastering-Kette angeschaut haben befassen wir uns mit den verschiedenen Werkzeugen die beim 'Do it yourself' Mastering von Nutzen sein könnten.

Warnung

Bevor wir anfangen möchte ich darauf hinweisen, dass Kopfhörer beim Mastering nichts weiter als ein Hilfsmittel sind. Aus verschiedenen Gründen ist es absolut unrealistisch nur mit Kopfhörern zu arbeiten. Zuerst einmal kann man mit einem Kopfhörer das Stereobild eines Songs überhaupt nicht abschätzen, da der links und rechts komplett von einander getrennt sind. 

Mastering au casque

Es ist zudem ziemlich schwierig mit Kopfhörern ein gutes Dynamikbild zu erhalten - egal wie gut sie sind. Die Sensation von Druck hat eine Menge zu tun mit der Luft die durch Lautsprecher bewegt wird - was natürlich im Fall eines Kopfhörers direkt neben dem Ohr geschieht. Denkt mal an die Bässe die Ihr bei guten Lautsprechern bis auf Eure Knochen spüren könnt - das werdet Ihr auf keinen Fall mit Kopfhörern fühlen. 

Schliesslich wird EQing auf Kopfhörern immer anders als auf Kopfhörern klingen, da der Raum, Euer Körper, Euer Kopf und sogar Eure Ohren immer auch als eine Art Filter agieren. 

Kurz gesagt klingt ein Master auf guten Lautsprechern gut, so wird er auch auf Kopfhörern gut klingen, während ein auf Kopfhörern exzellent klingender Mix dies auf Lautsprechern nicht unbedingt tut. 

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In der Praxis

All das einmal gesagt können Kopfhörer bei 'Zu Hause Mastern' Situationen durchaus hilfreich sein. Ein exzellentes Paar Kopfhörer wird immer weniger kosten als ein gutes Paar Lautsprecher und eine adäquate akustische Austattung Eures Raums. Somit lohnt es sich Kopfhörer als Mittel zu verstehen mit dem Ihr Fehlbarkeiten Eurer Lautsprecher oder Eures Raums kompensieren könnt - solange Ihr die bereits erwähnten Gefahren im Kopf behaltet. 

Mastering au casque

Doch wie gut kann es denn bei all diesen Unzulänglichkeiten sein mit Kopfhörern abzuhören? Nun, falls Eure Kopfhörer tiefer als Eure Lautsprecher gehen, so könnt Ihr auf diese Weise die Balance der tiefen Frequenzen abschätzen. Mit Kopfhörern werdet Ihr diese sicherlich nicht ohne Fehler rüberbringen, doch was EQin betrifft, so müsst Ihr wenigstens keine Angst haben, dass Euer Körper hier normalerweise als Filter agiert und somit den Klang verfälscht. 

Mit Kopfhörern könnt Ihr zudem die Qualität Eurer Fades abschätzen, sowie den Impakt von Dithering (indem Ihr das Volumen bei den Fades ein wenig anhebt). Achtet aber auf Eure Ohren!

Mit Kopfhörern lässt sich schliesslich auch Reverb besser einstellen, da das Hinzufügen von Reberb in der Mastering Stufe eh nur in Homöopathischen Dosen stattfindet und Ihr mit dem Kopfhörer ein entsprechend geeignetes 'akustisches Mikroskop' besitzt. 

Schliesslich ist es unvermeidbar, dass die Projekte ja auch irgendwann auf Kopfhörern angehört werden. Wieso also nicht anhören, ob das Resultat Euren Erwartungen entspricht 

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