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Die Vor- und Nachteile eines eigenen Masters abwägen

Ihr wollt also Euer Album selber Mastern?
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Der Mastering Prozess war für Musiker lange Zeit ein grosses Mysterium. Dank dem grossen Fundus an Online Informationen wurde dieser geheimnisvolle Prozess jedoch entschlüsselt und heutzutage trauen sich dank diverser verfügbarer Werkzeuge auch schon ganz normale Musiker an dieses Thema. Die Frage ist nur: Ist das auch eine gute Idee?

Das Ziel dieses Artikels soll es nicht sein Euch Mastering Techniken näher zu bringen (wir haben dazu eine 22-teilige Serie die Ihr auf dieser Seite nachlesen könnt), sondern Euch die Vor- und Nachteile eines selbst erstellen Masters näher zu bringen.

 
Audiofile Engineering Triumph bietet eine mächtige Mastering Umgebung zu einem erstaunlich tiefen Preis

Wieso DIY?

Sollte das Budget kein Problem sein so kann man sich eigentlich sicher sein, dass so ziemlich jeder seine Stücke einem Mastering Engineer schicken würde. Das Problem ist natürlich, dass das Budget eben häufig ein grosses Thema ist und professionelles Mastering durchaus eine beträchtliche Summe kostet. Sogar ein günstiger Anbieter möchte von Euch um die €500 für ein ganzes Album - Top Profis natürlich weitaus mehr.

Somit liegt wohl der grösste Vorteil den Master selber zu erstellen im finanziellen Argument. Hier müsst Ihr das Geld nur für ein bisschen Software aufwerfen - auch wenn diese Sicht der Dinge natürlich eher etwas kurzfristig ist. Auf die lange Sicht gesehen wird Euer Album nämlich immer gegenüber anderen Produktionen hinterher hängen.

 

Was Ihr tun könnt und was nicht

Wer seinen Master selber stellen möchte sieht sich mit ein paar Nachteilen konfrontiert: Zum einen werdet Ihr mit grosser Sicherheit in einem Raum arbeiten der nicht akustisch optimiert wurde. Entscheidungen die Ihr mit Euren Ohren in solchen Räumen trefft werden sich somit nicht zwangsläufig auf andere Abhörsituationen übertragen lassen.
Kommerziell erfahrene Mastering Ingenieure sind zudem ziemlich erfahren und müssen nicht wie Ihr von Null anfangen. Zudem besitzt Ihr höchstwahrscheinlich keine hochwertigen EQs, glasklare Signalpfade und super präzise Abhören mit denen man eigentlich Master erstellen müsste.

Dennoch gibt es gewisse Arbeitsschritte beim Mastering Prozess die man ohne weiteres auch selber durchführen kann. Zum einen ist dies die Erstellung der Song Reihenfolge mit allen nötigen Fades und Crossfades und gewünschten Pausen zwischen den Stücken.

Die Songs in der Lautstärke auf einander abzustimmen sollte zudem machbar sein. Hier muss man ein wenig experimentieren bis man das gewünschte Resultat erreicht, doch jeder der mit einem guten Paar Ohren ausgestattet ist sollte dieser Aufgabe gewachsen sein. Was dagegen schon einiges schwieriger wird ist es die verschiedenen Stücke laut genug zu machen damit sie mit kommerziell erhältlichen Werken mithalten können. Ihr habt Zugang zu Brickwall Limitern mit denen sich die Gesamtlautstärke verändern lässt. Übertreibt man es hier aber - was ziemlich schnell passiert - so wird die Musik schnell eindimensional und ermüdend.

Dies ist jetzt kein unmögliches Unterfangen und mit Mastering Anwendungen wie iZotope Ozone, Audiofile Engineering Triumph und der Project Page in PreSonus Studio One Professional stehen Euch entsprechende Werkzeuge zur Verfügung. Dennoch werden Eure Resultate niemals an die eines professionellen Mastering Ingenieurs heranreichen.

Achtet auf Eure Ps und EQs

Neben dem Anpassen der Pegel versucht ein Mastering Ingenieur zusätzlich den Frequenzverlauf der Stücke auf einem Album so gleichmässig wie möglich zu gestalten. Dies geschieht natürlich mit EQs und Multiband Komrpessoren. Hier kommt der Vorteil eines akustisch optimierten Raums zum Einsatz.

Auch ist die Erfahrung wieder ein Thema denn der Einsatz von EQs ist beim Mastering ein viel unauffälligerer Prozess und ist nicht mit der Arbeit während des Mixdowns vergleichbar.

 
Anwendern von Studio One Professional steht mit der Project Page eine professionelle Mastering Umgebung zur Verfügung

Da Mastering zudem mit einem Stereo Mix durchgeführt wird verändern die EQ Einstellungen zusätzlich auch das Stereobild und haben generell Einfluss auf alle Elemente. Einzelne Elemente anzupeilen und zu versuchen mangelhafte EQ Einstellungen zu kompensieren erfordert ein hohes Mass an können und Erfahrung. Mastering Ingenieure können via Techniken wie M/S Processing gewisse Fehler nachbessern und verfügen über Ansätze die sich einem Anfänger nicht erschliessen.

Auf der anderen Seite kann man sagen, dass Leute die selber einen Master erstellen auch direkten Zugang zur DAW Datei haben und somit solche Probleme direkt an der Quelle nachbessern können.

Letzte Worte

Grundsätzlich gilt also dass man wenn irgendwie möglich den Mastering Prozess einem Profi überlassen sollte. Mit ein bisschen Vorahnung und einer halbwegs vernünftigen Abhörsituation sollte es dennoch möglich sein passable Ergebnisse zu erzeugen.

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