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Der Loudness War - Teil 8

Es kann jedem passieren

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Dies ist der nächste Teil einer Serie in der wir das Rennen um möglichst viel Lautstärke und die Konsequenz auf die Musik und unsere Ohren besprechen.

In den letzten Teilen wurde so langsam klar, dass der Hauptgrund für die immer lauteren Produktionen nicht künstlerischer, sondern kommerzieller Natur ist. Doch genau so wichtig ist die neue Bedeutung des Begriffs “Mastering“, der mit den aktuellen leistungsfähigen Heimstudios jedem Musiker die Möglichkeit bietet überaus überzeugende Resultate zu liefern.

Ich möchte jetzt hier nicht ständig quängeln, denn diese neuartigen Möglichkeiten sind grossartig und haben schon so manchen Musiker von den Zwängen der Plattenindustrie befreit.

Mix oder Mastering?

Auch wenn der sinkende Einfluss der Plattenindustrie das Spielfeld ausgeweitet hat so hat dies auch zur Folge, dass immer weniger Alben in professionellen Aufnahmenstudios produziert werden. Natürlich gibt es auch grossartige Produktionen aus Aufnahmenumgebungen die nicht unbedingt akustisch perfekt ausgestattet sind, doch diese sind schon eher die Ausnahme der Regel.

Loudness War

Viel häufiger gibt es in zu Hause erzeugten Mixes akustische Mängel die auf mangelndes Können und Wissen, aber vor allem auch auf unzureichende akustische Austattung zurück zu führen sind.

Einer der häufigsten Fehler ist der Umgang mit den Bassfrequenzen, da die meisten Monitore nicht tief genug runter reichen - einmal abgesehen von den Phasenproblemen die bei diesen Frequenzen immer wieder auftreten. All dies führt dazu, dass die Leute den Mix mit Bässen überladen und da diese eine Menge Energie einnehmen beginnt ein gefährlicher Teufelskreis: Ihr hebt die Bässe and und komprimiert sie, anschliessend wird der Rest nach vorne geholt udn als Konsequenz fehlt es wieder an Bässen.

Und genau hier fängt man an grundsätzlich falsch zu denken: Im Wissen dass ihre Produktionen niemals so wie kommerziell aufgenommene tönen werden, wenden sich Musiker an Mastering Fachleute um eben diese Problem zu beheben. Ist der Mix nicht gut so wäre es aber doch wohl das Sinnvollste ihn jemandem zu bringen der den Mix repariert, oder? Also ein Mixing Engineer und nicht ein Mastering Engineer…

Keiner wird verschont

Überkomprimierung von Produktionen ist jedoch kein Phänomen mit dem sich nur Produktionen aus Heimstudios rumschlagen müssen - sie sind überall. Unten habe ich Euch ein paar Screenshots mehr oder weniger aktueller Produktionen aus den Bereichen Jazz, Pop, Rock, EDM, Fusion und so weiter aufgelistet um dieses Problem ein wenig zu untermalen. Als einziges konnte sich bislang die klassische Musik diesem Trend entziehen.

Fangen wir mit Antiloops und ihrem Song "Michelle" aus dem  Electroshock an (2015). Dynamic Range: 6dB.

 

Loudness War

Aphex Twin, "Circlont6a," aus dem Album Syro (2014). Dynamic Range: 3dB.

Loudness War

Ben L’Oncle Soul, "Soul Man," aus dem Album  Ben L’Oncle Soul (2010). Dynamic Range: 7dB.

Loudness War

Björk, "Mouth Mantra," aus dem Album Vulnicura  (2015). Dynamic Range: 4dB.

Loudness War

Daft Punk, "Get Lucky," aus dem Album Random Access Memory  (2013). Dynamic Range: 8dB.

Loudness War

David Bowie, "I Took A Trip On A Gemini Spaceship," aus dem Album Heathen  (2002). Dynamic Range: 6dB, Intersampled Clipping.

Loudness War

Depeche Mode, "Angel," aus dem Album Delta Machine  (2013). Dynamic Range: 4dB.

Loudness War

Diana Krall, "Yeh Yeh", aus dem Album Wallflower  (2015). Dynamic Range: 7dB, Intersampled Clipping.

Loudness War

Iamx, "Nature Of Inviting," aus dem Album Kingdom Of Welcome Addiction  (2013). Dynamic Range: 4dB.

Loudness War

Ibrahim Maalouf & Oxmo Puccino, "Simili Tortue," aus dem Album Au Pays D’Alice...  (2014). Dynamic Range: 9dB.

Loudness War

James Blake, "We Might Feel Unsound," aus dem Album James Blake  (2011). Dynamic Range: 3dB.

Loudness War

Kendrick Lamar, "Momma," aus dem Album To Pimp A Butterfly  (2015). Dynamic Range: 5dB.

Loudness War

Marcus Miller, "Son Of MacBeth," aus dem Album Afrodeezia  (2015). Dynamic Range: 7dB.

Loudness War

Orchestre National De Jazz, "Je M’Appelle Géraldine," aus dem Album The Party  (2014). Dynamic Range: 8dB.

Loudness War

Pharell Williams, "Happy," aus dem Album Despicable Me 2  (2014). Dynamic Range: 8dB.

Loudness War

Prince, "Funkroll," aus dem Album Art Official Age  (2014). Dynamic Range: 5dB, Intersampled Clipping.

Loudness War

Robin Thicke, "Blurred Lines," aus dem Album Blurred Lines  (2014). Dynamic Range: 9dB, Intersampled Clipping.

Loudness War

Selah Sue, "Feel," aus dem Album Reason  (2015). Dynamic Range: 4dB.

Loudness War

Skrillex, "First Of The Year (Equinox)," aus dem Album More Monster And Sprites  (2011). Dynamic Range: 5dB.

Loudness War 

SLuG, "I Wanna Lick Stamps," aus dem Album Namekuji  (2012). Dynamic Range: 5dB, Intersampled Clipping.

Loudness War 

Taylor Swift, "Style," aus dem Album 1989  (2014). Dynamic Range: 5dB.

Loudness War

Toto, "21 st Century Blues," aus dem Album Toto XIV  (2015). Dynamic range: 6dB.

Loudness War

Tricky, "My Palestine Girl," aus dem Album Adrian Thaws  (2014). Dynamic range: 5dB.

Loudness War

Trilok Gurtu & Simon Phillips, "Kuruk Setra," aus dem Album 21 Spices  (2011). Dynamic range: 7dB, intersampled clipping.

Loudness War 

 

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