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Klangsynthese, Sound Design und Klangbearbeitung - Teil 15

Subraktive Synthese: Einfach drauflos
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Jetzt wo wir uns die wichtigsten Elemente angeschaut haben ist es an der Zeit die wichtigsten Synthesearten durchzunehmen. Ja - es gibt in der Tat mehrere davon!

Im letzten Artikel haben wir zum Beispiel über Ring Modulation gesprochen, wo eine Wellenform durch eine andere moduliert wird. Doch habt Ihr gewusst, dass hinter diesem Prinzip eine der am häufigsten benutzten Synthesearten steckt? Genannt wird diese Frequenzmodulations-Synthese (FM) und populär wurde sie vor allem durch den DX7 Synthesizer von Yamaha. Bevor wir uns jedoch auf die FM Synthese losstürzen sollten wir zuerst einmal die wichtigste aller Synthesearten anschauen: die subtraktive Synthese!

Beschreibung

Die subtraktive Synthese basiert auf dem folgenden Prinzip: Die Frequenzen eines Signals mit vielen Obertönen wird mit Filtern bearbeitet. In der subtraktiven Synthese findet man den klassischen Signalpfad den wir bereits in früheren Artikeln besprochen haben: Oszillator(en) —> Filter (mit oder ohne Hüllkurve) —> Verstärker (Amplifier) (mit oder ohne Hüllkurve).

La synthèse soustractive - Korg MS-20

Wie wir bereits im vierten Teil besprochen haben bestehen diese Signale häufig aus wiederkehrenden Wellenformen: Sägezahn, Dreieck, Rechteck. Einen Filter auf eine Sinuskurve anzuwenden wäre nicht sonderlich interessant da diese keine interessanten Obertöne besitzt und somit der Filter nur einen hörbaren Einfluss hat wenn die Cutoff Frequenz derjenigen der Wellenform entspricht. Subtraktive Synthese auf eine Sinuskurve würde also in einem On/Off Effekt enden - auch wenn der Cutoff nicht immer so ganz klar sein wird. 

Die Repräsentanten

La synthèse soustractive - Novachord

Die subtraktive Synthese - welche übrigens bei weitem nicht die älteste ist wie wir noch sehen werden - tauchte um die 1930 zuerst im Novachord auf. Dieses Instrumente wurde von Hanert, Williams und Hammond gebaut - letzter natürlich verantwortlich für legendäre Hammond Orgel). 

Doch die wichtigsten Repräsentanten in dieser Kategorie sind wohl der Minimoog von…Moog und der MS-20 von Korg. Der erste wurde 1970 der Welt vorgestellt und war dank eines gewissen Keith Emerson ein sofortiger Erfolg. Er war der erste Musiker der ihn Live einsetzte und zeichnet sich verantwortlich für viele seiner Spieltechniken.

La synthèse soustractive - Minimoog

Diese Monophone Synthesizer verfügt über 41 Tasten und drei Oszillatoren, einen Rauschgenerator und einen Eingang für ein externes Signal. Der dritte Oszillator und der Rauschgenerator könnnen auf die CV Eingänge der anderen Oszillatoren und Filter geroutet werden. CV steht übrigens für Control Voltage, welches über Spannungsänderungen spezifische Steuerbefehle übermitteln kann. Mit diesen Routing Möglichkeiten kann der dritte VCO als LFO verwendet für diverse Parameter verwendet werden. 

Abschliessend sollte noch erwähnt werden, dass der Filter selber ebenfalls zum oszillieren gebracht werden kann, was die Klangpalette des Synthesizers um einen weiteren Klang erweitert. Der Moog 4-Pol Filter wurde schnell zum Klangmerkmal von Moog und kann auch auf den neusten Modellen von Moog immer noch gefunden werden. 

La synthèse soustractive - Korg MS-20

Das andere Vorzeigemodell der subtraktiven Synthese ist der 1978 veröffentlichte Korg MS-20. Im Gegensatz zum Minimoog verfügt dieser über ein Semi-Modulare Klangarchitektur. Somit kann der Anwender via Kabel Audiosignale und Steuersignale auf verschiedene Destinationen schicken. 

Ebenfalls monophon verfügt über der MS-20 über 36 Tasten, zwei VCOs, einen Rauschgenerator, einen LFO, zwei VCFs (ein 1-Pol Hi-Pass und einen 2-Pol Low-Pass), sowie zwei Hüllkurvengeneratoren. Der MS-20 verfügt zudem über einen externen Signal Prozessor der über den Sound eines anderes Geräts oder sogar die menschliche Stimme angesteuert werden kann. Der MS-20 verfügt somit über weit reichende kreative Möglichkeiten. 

Im nächsten Artikel besprechen wir die Mutter aller Klangsynthesen: die Additive Synthese. 

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