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Klangsynthese, Sound Design und Klangbearbeitung - Teil 27

Stochastische und grafische Synthese
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Die grafische wie auch die stochastische Synthese sind nicht sehr weit verbreitet und dennoch gleichzeitig sehr interessant. Schauen wir uns an weshalb…

Stochastische Synthese

Die stochastische Synthese ist an sich keine eigene Syntheseform, sondern mehr eine Serie verschiedener Techniken. Betrachtet “stochastisch“ als Synonym für zufällig. Das Ziel ist es grundsätzlich Klänge ohne erkennbare periodische Struktur zu erzeugen. Was könnte das wohl sein? Genau - wir reden hier von Geräuschen. 

Und genau hier stossen wir auf ein fundamentales Problem bei der Arbeit mit Computern: Zufällige Events kann man nicht richtig nachahmen, da Computer an sich nicht zufällig arbeiten. 

Erzeugt ein Computer eine Serie anscheinend zufälliger Zahlen so wird diese Serie nach einer gewissen Zeit zwangsläufig wiederholt. Das einzige was man tun kann ist die Anzahl Instanzen zu erhöhen und somit den Augenblick der Wiederholung zu verzögern. In gewissen Fällen kann man eine relativ grosse Wavetable mit zufälligen Werten verwenden die dann ‘nur noch‘ abgespielt werden muss. 

La synthèse sonore stochastique

Eine dieser Produktionsmethoden zur Erzeugung zufälliger Events wurde von Iannis Xenakis entwickelt. Sie wurde in den frühen 90er Jahren unter dem Namen Dynamic Stochastic Synthesis entwickelt und erzeugt ihre zufälligen Events anhand verschiedener Wahrscheinlichkeitsrechnungen. 

 

Grafische Synthese

Unsere kurze Tour mit exotischen Syntheseformen beenden wir mit einer etwas unerwarteten Methode: Die Verwendung eines Bildes als Datenquelle für Klänge. So überraschend das jetzt auch anmuten mag, vergesst nie, dass wir in einer digitalen Welt leben und alles am Ende in Null und Eins umgewandelt werden kann. Man benötigt also nur eine Methode zur DAC (Digital-to-Analog) Umwandlung und es kann losgehen. 

La synthèse sonore graphique

Grafische Symbole in Klänge umzuwandeln geht jedoch weit zurück: 1925 wurde ein Patent für die fotografische Notation musikalischer Klänge zugelassen und Jahrzehnte später wurden elektronische Instrumente entwickelt die genau auf diesem System basierten. Der Dirigent Leopold Stokowski war einer der ersten Pioniere dieser neuen Methoden der Klangerzeugung. Doch es war abermals Iannis Xenakis der diese im digitalen Zeitalter meisterte und zusammen mit dem French Center for Mathematical und Automated Music Studies (CeMAMu, Centre d’Etudes de Mathématique et Automatique Musicale) mit UPIC System meisterte. 

Dieses System kann ‘Kurven‘ erkennen. Diese symbolisieren Zeit und Tonhöhe gleichzeitig und können vom Operator frei modifiziert und bewegt werden. Es war jedoch erst 1991 dass Computer dem UPIC ermöglichten Daten in Echtzeit zu bearbeiten. Unter den aktuellen Werkzeugen die es Anwendern ermöglichen Bilder als Klangquelle zu nehmen gibt es zum Beispiel Harmor, ein viruteller Synth/Sampler von Image Line (Fl Studio)

 

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