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Visuelle Hinweise einer Wellenform können Eure Arbeitsweise effizienter gestalten

Wellen anschauen

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Wer sich gerne mit der Welt der Aufnahmetechnik auseinandersetzt wird sicherlich schon mehrfach Ratschläge wie “traut Euren Ohren nicht Euren Augen“ gehört haben. Dies ist natürlich eine Aussage die wir hier nicht weiter vertiefen möchten, da sie für sich selbst sprechen sollte…aber…

Manchmal führt dieser Ratschlag dazu, dass man bei Produktionen etwas zu wenig auf nützliche visuelle Hinweise einer DAW achtet. Ich meine hier nicht die unterschiedlichen Anzeigen die einem zur Verfügung stehen mit denen man Phasenkorrelationen, RMS Pegel und mögliches Übersteuern beobachten kann. Diese Anzeigen übernehmen wo unsere Ohren aufhören und das ist auch gut so. Ich spreche jedoch davon welche Information man einer klassischen Wellenform entnehmen kann mit der wir regelmässig in unserer DAW arbeiten. 

Der Strasse entlang schauen

Unterschiedliche Spuren führen zu unterschiedlichen Wellenformen. Instrumente wie Schlagzeug und Perkussion besitzen mehr Spitzen wogegen Legato Elemente wie ein lange ausklingender Synthesizer komplett anders aussieht. Nachfolgend sehen wir einen Kick (oben), einen ausklingenden Synthesizer (dazwischen) und eine Stimme (unten). 

Die wohl nützlichste Information die man einer Wellenform entnehmen kann ist wo sich die Lautstärke einer Spur über den Song hinweg ändert. Möchte ich also die Lautstärke einer Spur ausgleichen so kann ich bei der Wellenform auf einen Blick erkennen, wo ich diesbezüglich nachbessern muss. Natürlich hör ich mir das dann auch nochmals an, doch ich kann auf diese Weise mit den Augen sehr schnell die richtigen Positionen bestimmen. 

Sieht man sich zum Beispiel die nachfolgende Wellenform an so sieht man auf den ersten Blick, dass die mittlere Sektion lauter als der Rest ist. 

Die Fehler finden

Ihr könnt mir den Augen aber auch bestimmte Fehler in Wellenformen erkennen. Unschöne explosive Laute die von "P", "B" oder harten Konsonanten erzeugt werden können auf diese Weise ziemlich einfach erkannt werden. Die Ausschläge in der nachfolgenden Wellenform sind solche Störgeräusche und man kann sie ziemlich einfach erkennen und bearbeiten. Es macht häufig mehr Sinn diese mit einer Automation im richtigen Augenblick zu reduzieren als sie komplett aus dem Signal zu schneiden. 

“Klicks“ können ebenfalls sehr einfach also hohe, dünne Ausschläge erkannt werden. Nachfolgend sehen wir eine Gtiarrenaufnahme mit Klicks. Hat man nur ein paar so kann man diese ganz einfach herausschneiden. Sollten jedoch viele Klicks den Weg auf die Aufnahme gefunden haben so empfiehlt sich dagegen ein spezielles Plug-In wie zum Beispiel RX4 von iZotope. 

Ihr könnt die Wellenform dazu verwenden übersteuerte Noten zu erkennen. Dies sind Noten die während der Aufnahme 0 dB überstiegen haben. Ihr erkennt die Übersteuerung daran, dass die Wellenform an dieser Stelle abgeflacht wurde. Im folgenden Beispiel sieht man den Unterschied zwischen übersteuerten und nicht übersteuerten Sektionen. 

Schaut man sich eine Spur an so kann man schnell auch auf weitere Inhalte schliessen. Im nachfolgenden Beispiel ist der Bereich beim Buchstaben A lauter als der Rest, im Bereich beim Buchstaben B wurden zusätzliche Audioinformationen aufgenommen und beim Buchstaben C handelt es sich um das Atmen eines Sängers. 

Abschliessend

In diesem Artikel wollte ich Euch darauf sensibilsieren, dass man nur schon durch genaues Anschauen einer Wellenform auf gewisse Inhalte Rückschlüsse ziehen kann. Eure Ohren sind dann zwar immer noch die ultimativen Richter, doch das bedeutet nicht, dass man nicht auch gelegentlich mit den Augen urteilen kann. 

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