Line 6 POD X3 Pro
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Line 6 POD X3 Pro

POD X3 Pro, Guitar Amp Simulation Rack from Line 6 in the POD Pro series.

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Line 6 POD X3 Pro: Der Test

In POD We Trust?
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Nachdem sie bereits 2008 den POD X3 und X3 Live auf den Markt gebracht haben – beides bereits selber würdige Nachfolger – empfand es Line 6 als notwendig auch dem POD pro ein Update zu spendieren.

Nachdem sie bereits 2008 den POD X3 und X3 Live auf den Markt gebracht haben – beides bereits selber würdige Nachfolger – empfand es Line 6 als notwendig auch dem POD pro ein Update zu spendieren.

Die Idee hinter dem POD Pro war es dem Anwender so viele Eingänge und Ausgänge wie möglich zu bieten, (analog und digital) um auch den höchsten Ansprüchen im Studio oder auf der Bühne gerecht zu werden. Das Rack Format ermöglicht eine einfachere Integration in eine Studioumgebung und somit könnte es auch leichter seinen Weg in eine professionelle Produktion finden. Obwohl die Form des ursprünglichen POD für den Gitarristen leichter zu transportieren war, so ist es doch einiges komplizierter ihn vor einer Konsole zu positionieren. Dasselbe gilt für den POD Live der ja hauptsächlich für Gitarristen im Live Einsatz konzipiert wurde. Diese bevorzugen natürlich die meisten Funktionen direkt bei ihren Füssen zu haben.

Der POD X3 Pro hat insgesamt dasselbe Konzept wie die X3 und X3 Live Versionen: Er verfügt über das berühmte Modeling von Line 6 (78 Gitarrenverstärker, 24 Lautsprecher, 98 Effekte, 28 Bassverstärker, 22 Bass-Lautsprecher, 6 Mikrofonvorverstärker und 4 positionierbare Mikrofone) und natürlich auch die dazugehörige Software POD Farm (für Aufnahmen und einfacheres Editieren von Presets durch eine grafische Benutzeroberfläche).
Schauen wir uns aber zuerst das an, was uns am meisten interessiert: Die Steuerung, Eingänge und Ausgänge!


Line 6 POD X3 Pro: Der Test - Teil 2

Vorderseite

Face avantAls erstes wird einem das veränderte Aussehen des POD auffallen: Ein grosser Teil der roten Farbe für die Line6 bekannt ist musste einem Dunkelgrau weichen. Nur die zwei Gitarren- und Mikrofoneingänge sind immer noch rot und heben sich so vom Rest des Gerätes ab. Ich persönlich finde dieses Gerät ist hässlicher als sein Vorgänger geraten und wirkt im allgemeinen billiger – das passt ja eigentlich nicht zu einem 'Pro' Modell. Die Regler sehen gleich aus wie bei den anderen Line 6 Geräten. Der grosse LCD Monitor ist derselbe wie er auch auf dem POD X3 verbaut wird. Die ist ein Fortschritt, da jetzt eine Menge Informationen gleichzeitig angezeigt werden können und somit die Arbeit mit dem Gerät erheblich vereinfacht wird. Noch etwas: Es scheint als ob der POD Pro gewachsen ist: er verfügt jetzt über 3HE!

Face avantLinks befinden sich zwei XLR Mikrofoneingänge und die zwei Gitarreneingänge (Klinke). Auf jedem roten Streifen befinden sich zwei LEDs: eine grünes zeigt an, dass ein Signal vorhanden ist und ein rotes leuchtet auf, wenn das Signal übersteuert. Man kann ebenfalls einen Lo-Cut Filter, ein -20dB PAD für das Mikrofon und ein weiteres PAD für den Gitarreneingang einschalten. Zwischen den roten Streifen befindet sich zudem ein Schalter mit dem sich die 48V Phantomspeisung einschalten lässt.

Die Navigation ist dieselbe wie bei den anderen POD X3 Modellen: Der Bildschirm zeigt entweder den Signalfluss ('Home') oder editierbare Parameter ('Edit') an. Der Home Knopf gibt einem Zugriff auf die Presets oder erlaubt einem eine Einstellung zu ändern (auf der Edit Seite). Im Verbund mit vier Knöpfen und vier Multifunktions-Reglern ist das Navigationssystem des POD X3 Pro sehr einfach verständlich und einfacher in der Anwendung als beim POD XT. Dies auch dank seines grossen, hintergrundbeleuchteten Bildschirms auf dem eine Menge Informationen angezeigt werden können.

Face avantAndere Knöpfe bieten schnellen Zugang zu wichtigen Seiten: 'Inputs' erlaubt die Konfiguration der Eingänge, 'Outputs'...ihr habt schon richtig geraten...konfiguriert die Ausgangskanäle, Tone2 ermöglicht das Wechseln der Kanäle (oder beide miteinander zu aktivieren – doch dazu später in diesem Artikel). Die anderen Regler und Knöpfe sind die üblichen Verdächtigen und werden Gitarristen nicht gross überraschen die sich an Gitarrenverstärker gewöhnt sind. Die Regler bestehen aus: Volume, Bass, Mid, Treble, Drive, Presence, Reverb. Zudem stehen Knöpfe bereit über die man direkt auf gewisse Module zugreifen kann: Amp, Stomp (Verzerrungspedal), Delay und Reverb. Der 'Tap' Knopf passt die Geschwindigkeit des Delays an oder aktiviert das eingebaute Stimmgerät.
Obwohl der POD X3 Pro wohl keine Mode oder Design Awards gewinnen wird, so ist er doch ein Gewinner was den Arbeitsfluss (Ergonomie) betrifft. Das Navigationssystem ist wahrscheinlich was hier am meisten Beachtung verdient da es in dieser neuen Generation merklich verbessert wurde.


Line 6 POD X3 Pro: Der Test - Teil 3

Rückseite

Face arrièreWenn man sich die Rückseite anschaut versteht man schon ein wenig besser weshalb es sich hier um ein 'Pro' Gerät handelt. Die vielen Ein- und Ausgänge sollten tatsächlich die meisten Bedürfnisse abdecken – sei dies im Studio, zu Hause oder auf der Bühne. Zuerst einmal findet sich da natürlich der unvermeidbare USB Stecker über den sich Preset Einstellungen verändern lassen und Aufnahmen mit dem Computer ermöglicht werden. Da es sich hier um Line 6 handelt steht ebenfalls das berühmte Variax Interface zur Verfügung. Sollte man der glückliche Besitzer einer solchen Modeling Gitarre sein so kann man ihren Sound direkt über den POD X3 Pro steuern.
Dies ist vor allem auf der Bühne, aber auch im Studio äusserst praktisch. Stellt Euch vor Ihr könnt Eure POD Presets und Eure Variax mit einem einzigen Klick oder Fussschalter laden: grossartig! Wenn wir schon einmal von Pedalen sprechen: man kann alle möglichen Line 6 Pedale oder Multieffekte über den RJ45 Eingang verbinden. Dies wird vor allem diejenigen interessieren welche ihren POD mit sich auf die Bühne nehmen. Was die digitalen Ein- und Ausgänge betrifft so verfügt der POD über XLR AES/EBU und S/PDIF Coaxial. Darunter befinden sich MIDI In/Out (für Program Changes) und rechts davon eine Menge analoger Ein- und Ausgänge...

Face arrière...an dieser Stelle sind die Leute von Line 6 in die Vollen gegangen. Fangen wir mal mit den XLR Ausgängen an die durch einen Output Level Schalter (Line oder Mikrofon) und einen Ground Lift Schalter (zur Behebung eines Ground Loop) ergänzt werden. Dazu gesellt sich ein Paar FX Sends und ein Paar FX Returns (Klinke) für den FX Loop, ein weiteres Paar an unsymmetrierten Ausgängen (entweder Line Level oder 'Amp' um die Lautsprechersimulation zu umgehen) und ein Paar an unsymmetrierten Eingängen (Line) um eine weitere Klangquelle in den POD speisen zu können. Als krönenden Abschluss gibt es dann noch zwei unsymmetrierte Ausgänge (Klinke) um das unbehandelte Eingangssignal abfangen zu können – dies eignet sich später vor allem für 'Re-Amping'!

Wenn wir schon einmal von Re-Amping sprechen: Eine der grössten Innovationen der X3 Serie sind die zwei separaten Programme die sich für eben diesen Prozess als äusserst nützlich erweisen...


Line 6 POD XPro: Der Test - Teil 4

Software

POD FarmAuf der Verpackung des POD steht 'POD Farm Plug-In included'. Was ist denn das? Nichts anderes als eine reine Software Version des POD X3 (in Form eines Plug-Ins). Somit kann man mehrere Instanzen und unzählige Möglichkeiten beim Re-Amping haben. Da man über das USB Interface die Möglichkeit hat das behandelte wie das unbehandelte Signal der Gitarre aufzunehmen, kann man das unbehandelte Signal auch erst zu einem späteren Zeitpunkt mit dem POD Farm Plug-In bearbeiten. Dieses 'Detail' verbessert die Anwendungsmöglichkeiten des POD enorm – speziell für Besitzer von Heimstudios die einen Sequenzer benutzen. Um es auf die Spitze zu treiben verfügt POD Farm über eine neue grafische Oberfläche welche sehr gut durchdacht daherkommt und ein Vorbild an Ergonomie und Arbeitsfluss ist.

Es sollte noch erwähnt werden, dass dieses kleine Wunder für Besitzer des POD X3 und der Platinum Version kostenlos ist. Alle 'Models' des POD sind ebenfalls in POD Farm zu finden. Gearbox ist zudem immer noch verfügbar und bleibt weiterhin äusserst nützlich wenn man Presets laden, speichern oder anpassen möchte. Die Bedienoberfläche ist allemal praktischer als dies POD.

Wenn der POD X3 Pro über USB mit einem Computer verbunden ist arbeitet das Gerät auch als Audio Interface mit 8 verfügbaren Ausgängen. Ausgänge 1 und 2: schickt die verarbeiteten Signale (Tone 1, Tone 2 oder Tone 1+2), Ausgänge 3 und 4: Tone 1 separat in Stereo, Ausgänge 5 und 6: Tone 2 separat in Stereo, Ausgang 7: das Eingangssignal für Tone 1, Ausgang 8: das Eingangssignal für Tone 2. Die letzten beiden werden demnach für Re-Amping über das POD Farm Plug-In (oder sonstige Plug-Ins) verwendet.

Die mitgelieferte Software ist ein voller Erfolg...aber was ist mit dem Gerät an sich?


Line 6 POD XPro: Der Test - Teil 5

Dual Tone

EcranDas wirklich neue an der X3 Serie ist die Dual Tone Funktion mit der sich zwei komplett unabhängige Signalwege realisieren lassen (Tone 1 und 2). Damit sind die Möglichkeiten grenzenlos...nun fast. Es können zwei Gitarren angeschlossen und zwei komplett unterschiedliche Einstellungen vorgenommen werden (Verstärker, Effekte, etc.). Aber es kann auch das Signal einer Gitarre in beide Signalwege gespiesen werden. Damit erhält man unterschiedliche oder sich ergänzende Sounds. Der interne Signalfluss des POD X3 Pro ist äusserst flexibel und man kann einen beliebigen Eingang auf den gewünschten 'Tone' Kanal schicken. Und zu guter Letzt kann man noch schnell zwischen diesen beiden Kanälen umschalten – ohne eine Lücke oder Unterbruch im Klang. Diese nahtlosen Übergänge zwischen zwei Tones gelten auch für Delay und Reverbs! Man kann sich schnell die zahllosen Möglichkeiten vorstellen: Aufnehmen eines Basses (der POD verfügt jetzt über Bassverstärker Simulationen) und einer Gitarre gleichzeitig – oder sogar eine Stimme (über die integrierte Mikrofonvorverstärker Simulation) und eine Gitarre... Kurz gesagt haben wir es mit einem echten Schweizer Taschenmesser zu tun mit dem sich auf der Bühne wie im Studio so manches anstellen lässt.

Was den Klang betrifft so bietet Line 6 immer mehr Modelle und es wird schon schwierig nichts zu finden, dass einen in dieser riesigen Auswahl ansprechen könnte. Die verfügbare Liste auf  dieser Seite macht einen schwindlig. Nicht alle sind wirklich brauchbar – gewisse sind eher ein Witz. Aber generell kann man sagen, dass die Clean Sounds sehr realistisch daher kommen und die meisten Verzerrungen überzeugen zumindest im Mix. Da ich nicht die Originale alle nachgebauten Verstärker besitze (leider) ist es eher schwierig die Qualität der ganzen Simulationen zu beurteilen. Hier sind ein paar Beispiele die mit zwei Mexican Fender Jaguars eingespielt wurden: BlackFace Deluxe, BlackFace Vibro, Plexi45, PlexiLead100, clean sound, distorted sound.

Weitere Beispiele können auf der Seite von Line 6 gefunden werden.

Das grösste Problem dieses POD ist die mangelnde Konsequenz in der Umsetzung der absoluten Gestaltungsfreiheit. Es ist unmöglich Effekte auf eine beliebige Art miteinander zu verbinden – somit muss das Wah Wah Pedal immer for dem Distortion Pedal kommen (umgekehrt wäre sicherlich auch interessant gewesen). Und noch etwas: Auch wenn die Verstärker und Gitarreneffekte von Line 6 von hoher Qualität zeugen und von vielen Gitarristen weltweit eingesetzt weden so ist die Mikrofonsimulation in Verbindung mit den mittelmässigen Vorverstärkern des X3 ganz klar nicht auf diesem Niveau. Demnach ist diese Funktion nur für den Notfall gedacht – manchmal kann sie aber durchaus nützlich sein.


Line 6 POD XPro: Der Test - Teil 6

Fazit

Pod X3 proLine 6 hat es geschafft den POD durch erweitern der Anzahl Simulationen zu verbessern und das Gerät insgesamt noch mehr abzurunden. Die Klangqualität ist gut und die Anzahl Ein- und Ausgänge rüsten den POD X3 Pro für alle möglichen Einsätze – in der Tat ist es schwer sich eine Situation vorzustellen wo er nicht verwendet werden könnte. Wir sprechen der neuen Benutzeroberfläche ein dickes Lob aus, da es die Navigation und das Editieren einfacher macht. Das gleiche gilt für das POD Farm Plug-In welches manchem Heimstudio Gitarristen ganz neue Horizonte eröffnet. Für $699 erhält man mit dem POD X3 Pro einen POD, ein Audio Interface mit vielen Verbindungen und Verstärker/Effekte Simlator Plug-In. Ein echtes Muss für Fans von All-in-One Lösungen!

 

+ Die Anzahl Models
+ Die Klangqualität
+ Die Anzahl Ein- / Ausgänge
+ Der grosse hintergrundbeleuchtete Bildschirm
+ Die Benutzeroberfläche ist praktisch und kann einfach gelesen werden
+ Das POD Farm Plug-In
+ USB Interface mit 8 Kanälen

- Das Aussehen
- 3HE Rackgerät – der POD hat zugenommen
- Die Effektkette ist nicht komplett editierbar
- Mittelmässige Mikrofon Vorverstärker