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Alles über Gitarren und Bass Pickups - Teil 2

Aus was werden Gitarren Pickups gemacht?

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In diesem zweiten Teil unserer Serie über Gitarren Pickups wagen wir einen Blick unter die Haube.

Magnete

Magnete sind der wichtigste Bauteil von Pickups. Die ersten Rickenbacker Modelle kamen da noch mit einem einzigen Magneten aus - oder zwei Magneten wie beim Gibson Charlie Christian Model. Andere Modelle wie die P90 besitzen nur einen dicken Magneten. In 1944 erfand schliesslich Clarence Leo Fender einen Tonabnehmer der aus mehreren Magneten bestand - einem für jede Saite. Dieser Pickup wurde bereits bei den ersten Fender Modellen verbaut (unter dem Namen Esquire und Broadcaster) und ermöglicht es das Magnetfeld für jede Saite einzeln auszurichten.

micros pour guitare et basse

Dieses Design führte zu diversen weiteren Konzepten: Ein Stab pro Saite (Fender Strat oder Telecaster), zwei Stäbe pro Saite (Precision der Jazz Bass Pickups), sowie Stäbe bei denen sich die Höhe individuell einstellen lässt.

In den letzten paar Jahren sind Tonabnehmer mit nur einem Magneten wieder etwas populärer geworden, da diese beim Spiel mit viel Vibrato oder Bending ein etwas homogeneres Magnetfeld erzeugen.

Gewisse Pickup Hersteller haben sich zudem für Designs entschieden bei denen die Magnete gar nicht mehr sichtbar sind.

Material

Das Material aus denen die Magneten gefertigt werden ist ausschlaggebend für deren Klang. Die ersten Tonabnehmer wurden aus weichen mit Silikon angereicherten Eisenmagneten gefertigt.

micros pour guitare et basse

Später kamen dann die sogenannten AlNiCo Magneten auf den Markt - eine Legierung die aus Aluminium (Al), Nickel (Ni) und Kobalt (Co) besteht. Da gibt es verschiedene Kombinationen die sich grundsätzlich in Stabilität, Leistung und der Ausrichtung des Magnetfeldes unterscheiden.

Als weiteres haben Hersteller auch “keramische Magnete“ entwickelt. Damit meine ich jetzt nicht Teller und Tassen, sondern sehr komplexe kristalline Werkstoffe die aus Sauerstoff Atomen und unterschiedlichen Metallatomen bestehen.

Eine erst kürzlich entwickelte Legierung ist das Neodymium (ein “Rare Earth“ Element) welches die Herstellung leichter Magneten mit einer hohen Leistung ermöglicht.

Kein Magnet bleibt ewig geladen und aus diesem Grund merkt man auch wie Instrumente aus den 40er, 50er und 60er Jahren so langsam an Lautstärke verlieren. Der oftmals legendär bezeichnete Klang dieser Instrumente stammt daher auch eher aus dem Zusammenspiel von eingespieltem Holz und den elektrischen Komponenten.

Spule und Kabel

Der andere wichtige Bestandteil eines Pickups sind die Spulen, welche aus Magneten bestehen die mit Kupferdraht umwickelt wurden. Das Material des Drahtes selbst hat sich über die Jahre nicht sonderlich verändert (im Wesentlichen beschichteter Kupferdraht damit die Drähte bei der Umwicklung von einander isoliert sind), doch gewisse Hersteller sind dennoch bemüht Kupfer mit den exakten Spezifikationen aus den 50er und 60er Jahren zu finden.

micros pour guitare et basse

Am Wichtigsten sind jedoch Durchmesser des Drahts und Anzahl Umwicklungen um den Magneten. Die Wicklung wird traditionellerweise von Hand vorgenommen (mit Hilfe einer einfachen rotierenden Maschine). Moderne Hersteller und industriell hergestellte Modelle werden mit Computern gefertigt.

Jeder Hersteller hat ein ganz eigenes Rezept und viele versuchen mit bestimmten Wicklungen und Drahtdurchmessern Tonabnehmer zu entwickeln die sich für bestimmte Stilrichtungen eignen sollen. Eine höhere Anzahl Wicklungen führt zum Beispiel zu mehr Volumen, bedeutet jedoch weniger Dynamik. Bei weniger Wicklungen erhält man einen sehr dynamischen Tonabnehmer, der jedoch was Interferenzen angeht wesentlich empfindlicher ist.

Plastik, Paraffin, Wachs, Tuch und Epoxidharz 

Um die Pickups so gut wie möglich abzuschirmen (von magnetischen und mechanischen Störungen), wurden die Spulen zuerst in Tuch und anschliessend in Wachs oder Paraffin getaucht.

micros pour guitare et basse

Das gesamte Paket wurde anschliessend in eine Kunststoffbox gepackt durch die man bei gewissen Modellen die verschiedenen Magnetstifte sehen konnte. Genau diese Abdeckung gibt einem Pickup zudem das bekannte Aussehen. Die Formen hängen teilweise vom Typus des Pickups ab, können teilweise aber auch komplett frei gewählt werden.

Ein Kabel kommt aus dieser Box mit zwei Anschlüssen die anschliessend mit dem Rest der Elektronik verbunden werden. Vintage Fans argumentieren, dass Abschirmungen durch Tücher wie sie in den 50er und 60 Jahren verwendet wurden den Tonabnehmern einen bestimmten Klang verliehen.

Je besser ein Pickup abgeschirmt ist desto weniger Störgeräusche schleichen sich ins Signal. Gleichzeitig wird der Tonabnehmer dadurch jedoch wesentlich schwieriger zu reparieren - und ja, Pickups können kaputt gehen und anschliessend repariert werden. Doch wie kann man einen Tonabnehmer reparieren der in Epoxidharz gegossen wurde?

Im nächsten Teil dieser Serie besprechen wir über die unterschiedlichen Wicklungen.

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