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Die richtige Wahl eine elektrischen Gitarre

Die richtige Wahl eine elektrischen Gitarre
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Obwohl das Aussehen einer Gitarre ein wichtiger Faktor ist ob sich ein Musiker inspiriert fühlt oder nicht, so sind natürlich andere Eigenschaften von ebenso grosser Wichtigkeit. Auf was man alles achten sollte möchte ich nun in diesem Artikel ein wenig tiefer ergründen...

Obwohl das Aussehen einer Gitarre ein wichtiger Faktor ist ob sich ein Musiker inspiriert fühlt oder nicht, so sind natürlich andere Eigenschaften von ebenso grosser Wichtigkeit. Auf was man alles achten sollte möchte ich nun in diesem Artikel ein wenig tiefer ergründen.

Geschichte

Zuerst aber ein wenig Geschichte: Die elektrische Gitarre ist zuerst den 30er Jahren aufgetaucht und war mehr als Problemlösung für Blues- und Jazzgitaristen gedacht. Gitarristen waren zu dieser Zeit of Teil einer Big Band und anderer grosser Ensembles mit Schlagzeug, Klavier, Blasinstrumenten und sogar Streichern. Dies machte es dem Gitarristen natürlich schwer gehört zu werden oder sich selber zu hören. Aus diesem Grund begann die Suche nach einem Weg sich lauter machen zu können und so wurde die Idee eines separaten Verstärkers geboren. Dies wurde auch aufgrund der Verbesserungen bei Pickups ermöglicht. Es war die Firma Rickenbacker welche die ersten Prototypen von elektrischen Gitarren anfertigte und dabei Tungsten Pickups anwendete. Sie waren auf dem richtigen Weg, aber Rückkoppelungen waren immer noch ein grosses Thema, da alle Gitarren zu dieser Zeit noch einen Hohlkörper und eine schwingende Decke hatten.

Es war in den 40er Jahren als Les Paul – der damals noch bei Epiphone arbeitete – die Idee hatte eine Gitarre ohne Resonanzkammern zu fertigen, und somit Rückkoppelungen weitgehend zu verhindern: die “Solidbody” war geboren! Es war eine radikale Kehrtwende weg von den üblichen Hohlkörper-Gitarren dieser Zeit, aber von nun an war die Idee der elektrischen Gitarre eine Wirklichkeit geworden. Es ist vor allem der Arbeit von Leo Fender zuzuschreiben, dass sich die Gitarre als eigenständiges Instrument etablieren konnte. In 1950 schloss Leo die Konstruktion seines Telecaster Modells ab, welches 1954 von dem Stratocaster Modell gefolgt wurde. In der Zwischenzeit hatte Gibson sein berühmtes Les Paul Modell auf den Markt gebracht. In nur vier Jahren waren die Grundprinzipien der elektrischen Gitarre eabliert; Prinzipien die auch heute noch zur Anwendung kommen.

Die Auswahl der richtigen Form für Ihre Gitarre

Generell lässt sich sagen, dass es bei den elektrischen Gitarren eine weitaus grössere Anzahl unterschiedliche Formen und Lackierungen gibt als bei akustischen Gitarren. In den letzten 60 Jahren haben die Hersteller mit wohl jeder möglichen Form und Grösse experimentiert – die Auswahl liegt somit letzten Endes beim Spieler. Es gibt jedoch gewisse klassische Formen (wie die Fender Stratocaster oder die Gibson Les Paul) und zahllose Variationen und Nachahmungen. Legt man mal den Geschmack beiseite, dann liegt aber der wirkliche Unterschied bei elektrischen Gitarren in ihrer Machart und Materialien und ob sie nun massive (Solid Body) oder ausgehöhlte (Hollow Body) Klangkörper besitzen.

Solid Body Gitarren

Solid Body Gitarren sind genau dies: aus einem massiven Korpus bestehend. Dies sind die modernen Versionen der elektrischen Gitarre und weitem die üblichsten. Die Abwesenheit einer Klangkammer ermöglicht diesen Gitarren weitgehen Rückkoppelungen zu vermeiden und dem Hersteller völlige Freiheit in der Gestaltung der Form. Man darf dabei jedoch nie ausser Acht lassen, wie sich eine bestimme Form während des Spielens anfühlt: Eine Gibson Flying V ist nicht die einfachste Gitarre um im Sitzen zu spielen – dies geht bei der Les Paul schon viel besser. Dies ist etwas, dass man nicht ausser Acht lassen darf.

Fender
Telecaster

Gibson
LesPaul

Gibson
Explorer

Gibson
Firebird

BC Rich
The beast

Hohlkörper-Gitarren (Hollow Body)

In dieser Kategorie sind vor allem Jazzgitarren und Gitarren mit einem Retro-Look zu finden, welche in Hohlkörper (Hollow Body) und Halb-Hohlkörper-Gitarren (Semi-Hollow Body) unterteilt sind. Je dünner sie sind desto weniger akustisch ist der Sound, den sie produzieren – und desto weniger sind sie natürlich empfindlich auf Rückkoppelungen. Man sollte auch bedenken, dass es Hollow-/Semi-hollow-Bauweisen auch ohne erkennbare Klanglöcher in der Decke gibt (BB King’s berühmte Lucille Gitarre ist da ein sehr gutes Beispiel). Semi-Hollow-Gitarren haben einen massiven Holzblock im Zentrum, welcher der Länge des Korpus entlang verläuft. Er dient zur Stabilisation der Decke, damit sie weniger empfindlich auf Feedback reagiert.

Gibson ES-175

Gibson ES-335

Elektrische Gitarren mit Hohlräumen (“Chambers”)

Gewisse elektrische Gitarren verfügen über einen oder mehrer Hohlräume (Soundboxes), welche direkt in den Korpus geschnitzt wurden. Diese sind sichtbar oder versteckt. Es gibt dazu natürlich tausende subjektive Aussagen inwiefern diese Hohlräume den Sound einer sonst als Solidbody ausgelegten Gitarre beinflussen. Sie reichen von „holziger“ bis hin zu „mehr Luft“ – schliesslich muss da jeder sich schon selbst eine Meinung bilden.

G&L ASAT Semi-Hollow

 

 


Die richtige Wahl eine elektrischen Gitarre Teil 2

Holzauswahl

Wie bei den akustischen Gitarren ist ein massiver Holzblock der beste Weg um eine überragende Resonanz zu erhalten. Zudem altet diese Konstruktion besser - auch wenn sie die teurere Variante darstellt.

Korpushölzer

Corps de Stratocaster en acajouCorps de LesPaul en acajouIm Gegenteil zu dem was Anfänger sagen hat das Material des Korpus einen fundamentalen Einfluss auf den Klang. Man kann sagen, dass die Tonabnehmer nur die Vibrationen der Saiten aufnehmen - und eben dies ist stark von der Resonanz des Gesamten (Saiten-Korpus-Hals-Hardware) abhängig. Als eine Faustregel kann man sagen, dass je schwerer das Holz desto länger das Ausklingen - aber der Klang wird dadurch dumpfer.

Mahagoni

Dieses Holz garantiert einen langen Sustain und einen warmen Klang. Andrerseits hat das Signal die Tendenz eher weniger hell zu sein - dies fällt vor allem bei Verzerrungen auf.

Typische Beispiele: LP, Gibson SG, Lag Roxanne. Bei Einsteigergitarren wird Mahagoni durch günstigere Hölzer ersetzt.

 

Corps de Telecaster en aulneErle

Die Dichte und Ansprechbarkeit dieses Holzes ist ähnlich Mahagoni - nur etwas weniger warm und insgesamt heller. Es spricht sehr ausgewogen über das gesamte Frequenzspektrum an und obwohl es nicht sehr dicht ist, so bietet es doch einen resonanten Klang mit exzellentem Sustain. Es überrascht deshalb nicht, dass Fender Erle für sein berühmtes Stratocaster Modell einsetzt.

Typische Beispiele: Fender Stratocaster, Fender Telecaster

Corps de LP en acajou avec table érable

Corps de LP en acajou avec table érable

Ahorn

Ahorn exisitert in vielen Variationen (Geflammt, Vogelaugen, Riegel) und verschiedenen Preisklassen. Dieses Hartholz (mit einer Dichte von 540 bis zu 700 kg/m3) neigt zu einem hellen und durchdringenden Klang. Es kommt oft bei Soundboards zur Anwendung, die dann auf einen Mahagoni Korpus gelegt werden um der Gitarre mehr Brillianz und Helligkeit zu geben als dass es zum Beispiel bei der Les Paul der Fall ist.

Typische Beispiele: Gibson LP, Lag Roxanne Prestige

 

 

 

 

 

 

 

Corps de Telecaster en frêneEsche

Dieses Holz ist schwerer als Erle (Dichte von 580 bis 690 kg/m3) und wird wegen seines zusätzlichen Sustains und des hellen, durchdringenden Klanges bevorzugt. Es wird deshalb oft für den Korpus der Gitarre benutzt. Sumpfesche - eine Variation der Esche - gibt uns das beste aus beiden Welten: grossartigen Sustain und dank seiner grossen, offenen Poren eine hohe Leichtigkeit. Selbstverständlich ist es teurer als die anderen Hölzer.

Typische Beispiele: Fender Telecaster, Yamaha Signature von Mike Stern.

 

 

 

 

Hölzer für Hälse und Griffbretter

Wie bei den akustischen Gitarren gibt es zwei Haupthölzer für Gitarrenhälse. Mahagonihälse und Ahornhälse (heller). Für das Griffbrett bevorzugt man ein dichtes, hartes Holz. Die Wahl ist dieselbe wie bei den akustischen Gitarren:

* Ebenholz: ein sehr dunkles und hartes Holz das auf teureren Modellen gefunden werden kann. Dieses sehr dichte Holz (1000 bis 1200 kg/m3) bietet eine präzise Intonation und verstärkt die Steife des Halses.

* Palisander: Ein eher hartes Holz (850 kg/m3) welches einen weicheren, weniger hellen Klang gibt, der ideal für gewisse Stilistiken wie Blues und Jazz ist. Brasilianischer Palisander ist mittlerweilen zu einer Seltenheit geworden und somit hat sich sein Preis auf dem Markt verfielfacht. Somit kommt stattdessen meist indischer Palisander zur Anwendung. Brasilianischer Palisander hat den Ruf mehr Klahrheit in den Bässen und einen glockigen Ton in den Höhen zu haben.

* Ahorn: Dieses Holz hat einen trockeneren Klan gals Palisander oder Ebenholz und wird meist auf Ahornhälsen verwendet. Auf gewissen Ahornhälsen ist nicht einmal ein separates Griffbrett zu finden.

 


Die richtige Wahl eine elektrischen Gitarre Teil 3

Hardware Optionen

Stimmwirbel

Es ist keine Frage: Versiegelte, permanent geschmierte Stimmwirbel sind die besten. Sie sichern ein präzises und einfaches Stimmen.

Stege und Tremolos/Vibratos

Stege können fixiert (hard tail) sein - wie zum Beispiel bei einer Gibson Les Paul oder einer Fender Telecaster - aber sie können auch als Teil eines Tremolo/Vibrato-Systems vorkommen (gemeint ist damit ein Hebel, der kurzfristig die Saiten entspannen oder mehr spannen kann und somit die Tonhöhe verändert).

Bigsby Tremolos, welche aus den 40er Jahren stammen können die Tonhöhe um ein bis zwei Halbtöne verändern. Man findet sie vor allem auf Gretsch und Gibson Hohlkörper-Gitarren und sind das beliebteste Vibrato für viele Country, Rockabilly und Rock'n'Roll Gitarristen. Wenn mit einem guten Steg verbunden und korrekt Kalibriert halten diese Tremolos generell ihre Stimmung.

Ein Fender Tremolo ist teils unter dem Steg eingebaut und bietet eine grössere Veränderung der Tonhöhe dank der Abflachung, die in den Korpus eingefräst ist und somit mehr Weg bietet. Das Problem mit diesem Vibrato ist, dass die Gitarre eher eine Tendenz hat sich zu verstimmen.

The Floyd Rose Tremolo (oder Locking Tremolo), wurde von Eddie Van Halen vor allem durch Aufnahmen wie Eruption bekanntgemacht und ist aus dem Fender Tremolo enstanden. Die Idee war ein Tremolo zu entwickeln, dass dem Gitarristen eine drastische Änderung der Tonhöhe der Saiten ermöglicht ohne dabei Gefahr zu laufen seine Gitarre zu verstimmen. Um dies zu erreichen werden die Saiten auf zwei Stellen fixiert - einmal auf dem Steg und einmal auf dem Sattel. Obwohl dieses System sehr gut funktionert, so ist es doch sehr mühsam neue Saiten aufzuziehen - Anfänger aufgepasst!

Microphone double, ici, un Seymour Duncan SH-8 InvaderTonabnehmer

Es gibt so viele verschiedene Tonabnehmer da ist es schwierig eine allumfassende Übersicht zustande zu bringen. Wir konzentrieren uns also auf die zwei Arten, die man am häufigsten auf elektrischen Gitarren antrifft:

* Single Coil: Historisch gesehen waren sie die ersten Tonabnehmer, die für die Gitarre entwickelt wurden. Obwohl sie sehr sensibel auf elektrostatische Einstreuungen reagieren haben diese Tonabnehmer doch eine essentielle Rolle in der Geschichte des Rock-n-Roll, Funk und Soul eingenommen. Sie haben ein Klangspektrum, dass von einem dunklen und saftigen Mittenfrequenz-Klang (z.B. P-90s) bis zum hellen und transparenten Stratocaster-Klang reicht. Es gibt somit auch eine Unterteilung bei den Single Coils zwischen typischen Modellen und den P-90 Modellen, welche wärmer und kräftiger im Klang sind. (Typische Beispiele sind: Fender Telecaster, Fender Stratocaster, Gibson LP Junior)


* Humbucker (Dual Coil): Erfunden um Brummgeräuse zu reduzieren produzieren sie mehr Druck und saftigere Mitten. Sie können für alle Arten von Musik angewendet werden (Jazz, Rock, Hard-Rock, Mertal...). Humbucker können auf gewissen Gitarren „gesplitet" werden - nur einer der zwei Magnete ist aktiv um einen Single Coil Klang zu erhalten. Typische Beispiele für Gitarren mit Humbucker sind: Gibson SG, Gibson LesPaul, u.v.m.)

Es sollte beachtet werden, dass Pickups in Serie oder parallel, in Phase oder ausser Phase gekoppelt werden können - alles abhängig von der eingebauten Verkabelung. Dies eröffnet weitere Klangkombinationen und -möglichkeiten.

In den letzten sind Stege mit eingebauten Piezo-Pickups (diese werden normalerweise zur Verstärkung akustischer Gitarren benutzt) immer häufiger anzutreffen. Diese können den üblichen Pickups hinzugemischt werden.

...und dann noch...
...eine abschliessende Notiz: Jede elektrische Gitarre besitzt einen Halsstab mit dem man richten kann wie sehr der Hals durch die aufgezogenen Saiten gebogen wird. Dieser ist unablässlich, damit die elektrische Gitarre wunschgemäss einrichten kann.

 


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