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Wie man eine akustische Gitarre vor dem Kauf beurteilt

Bevor Ihr Eure akustische Gitarre kauft
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Eine akustische Stahlsaitengitarre sollte man sicherlich nicht einfach so kaufen. Ausser Ihr möchtet Euch ein supergünstiges Einsteigermodell zulegen, so werdet Ihr dafür eine beträchtliche Summe liegen lassen. Wenn man davon ausgeht, dass Ihr das Instrument für eine lange Zeit und sehr häufig spielen möchtet, so macht es durchaus Sinn hier eine gute informierte Entscheidung zu treffen. Man kann sich beim Kauf eines neuen Instruments schnell in falschen Details verlieren - folgende Zeilen sollen Euch dabei helfen, dass Ihr auch Jahre später noch Freude an Eurer Entscheidung haben werdet.

 

Klang, Klang, Klang

Natürlich soll das Instrument gut klingen. Findet Ihr in einem Gitarrenladen ein Modell das Euch anspricht, so spielt verschiedene davon an - jedes wird wieder etwas anders klingen. Fragt auch jemanden für Euch auf dem Instrument zu spielen, da mit Ihr hört wie die Gitarre von vorne tönt. Spielt das Instrument falls möglich in verschiedenen Räumen an, damit Ihr Eure Kaufentscheidung nicht aufgrund einer täuschender Raumakustik fällt. In einem Raum mit Teppich und Vorhängen wird das Instrument etwas weniger resonant klingen als in einem leeren Raum.

Fragt den Verkäufer aus welchem Holz die Gitarre gefertigt wurde und ob Decke, Seiten und Boden aus Laminat oder Massivholz sind. Vollmassive Gitarren tönen besser als laminierte und klingen über die Jahre besser - sind jedoch auch wesentlich teurer. Es gibt jedoch eine grosse Auswahl an Gitarre mit einer massiven Decke und laminiertem Korpus - dies ist bei einem etwas engeren Budget ein durchaus guter Kompromiss. Die Decke hat in jedem Fall den grössten Einfluss auf den Klang des Instruments.

  Die Martin D-18 besitzt eine Dreadnought Korpusform.

Der Klang hängt aber auch von der Korpusform ab. Dreadnought Gitarren sind bei den Stahlsaiten wohl die populärste Bauform und sind grösser und lauter als etwa Martin 000 Modelle, oder die Taylor Grand Concert Gitarren. Dennoch finden gewisse Leute die kleineren Gitarren angenehmer zu spielen und manchem Musiker gefällt der etwas ausgewogenere Klang (nicht so basslastig). Es gibt auch Jumbo Modelle die noch grösser als Dreadnought Modelle sind. Informiert Euch vor dem Kauf ein wenig über die verschiedenen Formen und achtet beim Anspielen genau auf die Unterschiede um das für Euch beste Modell zu finden.

Feel, feel, feel

Fast so wichtig wie der Klang einer Gitarre ist sein Spielgefühl. Die Saitenlage (Abstand der Saiten vom Griffbrett) ist dabei ein sehr wichtiger Faktor. Ist die Saitenlage zu hoch fühlt sich das Instrument hart zu spielen an. Ist sie zu tief so neigen die Saiten dazu auf den Bünden zu schnarren. Die Saitenlage einer Akustikgitarre kann eingestellt werden - jedoch nicht so einfach wie bei einer elektrischen Gitarre. Sollte eine Gitarre im Laden eine mangelhaft Saitenlage haben, so fragt ob im Kaufpreis auch ein 'Setup' enthalten ist.

  Der Saitenabstand über dem Griffbrett wird 'Saitenlage' genannt. Ist diese zu hoch so ist es schwierig auf dem Instrument zu spielen.

Findet heraus welche Saiten auf dem Instrument aufgezogen wurden, damit Ihr beim Saitenwechsel nicht plötzlich die Saitenlage verändert.

Eingestimmt

Die Intonation - die Möglichkeit die Gitarre über den gesamten Hals gestimmt zu spielen - ist ein grosser Faktor. Schlechte Intonation ist frustrierend und verunmöglicht es im schlimmsten Fall die Gitarre richtig stimmen zu können. Wie schon bei der Saitenlage so ist es auch bei der Intonation wesentlich einfacher diese auf der elektrischen Gitarre einzustellen. Ein schneller Test: Vergleicht auf jeder Saite die Note beim 12. Bund mit dem Flageolet - es sollte die gleiche Note sein.

Intonation und Saitenlage können beide leiden wenn der Hals nicht richtig eingestellt ist. Schaut Euch den Hals an und achtet darauf ob er gebogen aussieht. Bei einer neuen Gitarre ist dies nicht unbedingt ein gutes Signal. Schaut nach ob die Gitarre einen Halsstab besitzt - die meisten tun dies - denn falls nicht wird es fast unmöglich sein die Halskrümmung anzupassen.

Guter Zustand

Risse auf einer gebrauchten Gitarre können zwar repariert werden, deuten aber darauf hin, dass das Instrument nicht richtig gepflegt wurde.

Beim Kauf einer gebrauchten Gitarre muss ein gutes Auge auf den Zustand geworfen werden. Achtet auf Risse im Korpus oder Hals, da diese über die Jahre grösser werden könnten. Bei einer gebrauchten Gitarre deuten Risse darauf hin, dass die Gitarre nicht richtig gepflegt wurde. Solltet Ihr Risse sehen, so empfehle ich Euch das Instrument einem Gitarrenbauer zu zeigen bevor Ihr es definitiv abkauft.

Hicke in Korpus oder Hals deuten darauf hin, dass die Gitarre irgendwann mal fallen gelassen wurde oder wogegen stiess. Dies hat wahrscheinlich keine Auswirkung auf die Struktur des Instruments, wirkt sich aber negativ auf den Wiederverkaufswert der Gitarre aus. Achtet auch auf den Zustand der Stimmmechaniken. Drehen diese gleichmässig oder ungleichmässig? Geschlossene Mechaniken sind häufig zuverlässiger da sich kein Schmutz oder Staub darin verfangen kann. Drehen sich die Mechaniken streng so wird Euch dies verfolgen solange Ihr das Instrument besitzt.

Wiederverkaufswert

Irgendwann in der Zukunft kann es sein, dass Ihr Eure Gitarre verkaufen und Euch ein besseres Modell zulegen wollt. Deshalb ist es wichtig über deren Wiederverkaufswert nachzudenken. Zustand mal beiseite gelegt hier sind ein paar Faktoren welche einen Wiederverkauf erschweren könnten:

  • Die Marke ist unbekannt. Gut bekannte Marken sind einfacher zu verkaufen.
  • Eine ungewöhnliche Lackierung. Dies ist bei akustischen Gitarren häufig kein Thema - doch man weiss nie
  • Die Gitarre wurde umgebaut. Umgebaute Gitarren können für zukünftige Käufer ein Negativpunkt sein. Gitarren im Originalzustand sind normalerweise wertvoller. Es kann sein, dass Euch der riesige Hase auf der Rückseite der Gitarre gefällt, aber potentielle zukünftige Käufer werden davon wohl eher abgeschreckt.

Faktoren für den Live Einsatz

 Die Regler für die eingebaute Elektronik einer Takamine G50. Auf dem oberen Bild sieht man den Gurtpin auf dem Halsansatz der Gitarre.

Fragt Euch auch ob Ihr die Gitarre jetzt oder in Zukunft auf der Bühne einsetzen möchtet. Falls ja ist bereits ein Tonabnehmersystem eingebaut und wie klingt das? Hört es Euch falls möglich eingesteckt an. Gewisse Gitarren besitzen passive Systeme die einen externen Vorverstärker benötigen, was eine weitere Investition nötig machen würde.

Achtet auch darauf ob die Gitarre mit zwei Strap Pins ausgestattet ist oder nur mit einem. Falls nicht so müsst Ihr den Gurt mit einer Schnur an der Kopfplatte festmachen, oder einen zweiten Pin installieren.

Zum Mitnehmen bitte

Ist ein Koffer dabei? Falls ja, was für einer? Ausser es ist ein hochwertiges Modell solltet Ihr bei Gitarrentaschen aufhorchen, da diese das Instrument nur selten wirklich schützen. Hoffentlich ist eine hochwertige Tasche oder ein robuster Koffer inklusive, da Ihr sonst noch mehr Geld für Euer neues Instrument investieren müsst.

 

 

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