Mackie Onyx 820i
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Mackie Onyx 820i

Onyx 820i, FireWire/USB/mLan Mischpult from Mackie in the Onyx-i series.

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Mackie Onyx 820i: Der Test

Mackie Onyx 820i: Jetzt mit Pro Tools?
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Es ist schon eine Zeit her, als die Onxy Mixer zum ersten Mal mit der FireWire Option auf den Markt kamen. Mackie hat jetzt mit dem Ony 820i einen Nachfolger vorgestellt, der sich durch das Prädikat 'Pro Tools M-Powered' von der Konkurrenz abheben soll...was M-Audio wohl davon hält?

Als wir den Onyx 820i Mixer erhielten, waren wir bei AudioFanzine zuerst einmal überrascht. Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts von einem neuen analogen Mackie Mixer gehört, der mit ProTools M-Powered vertrieben werden konnte. Ein paar Recherchen auf den Internet brachten uns da auch nicht wirklich weiter...! Das Gerät wird mit sogenannten 'Universal' Treibern verkauft, die mit dem Sequenzer von Digidesign kompatibel sein sollen. Wir waren auch nach Abschluss dieses Artikels immer noch nicht sicher, ob es sich hierbei um eine Zusammenarbeit zwischen ProTools und Mackie handelt, oder ob sich der Hersteller einfach die Freiheit genommen hat, die Software zu verwenden. Dazu kommt noch, dass wir zwar den Onyx Mixer und Pro Tools M-Powered in einem Pack erhalten haben, Pro Tools M-Powered aber kein integraler Bestandteil des in den Läden erhältlichen Produktes ist.
Konzentrieren wir uns aber zuerst einmal auf den Mixer...

Mackie Onyx 820iAuspacken

Insgesamt gefällt uns das Design des Mixers sehr gut, und das Aluminiumgehäuse verleiht dem Onyx ein robustes und stilsicheres Aussehen. Dies muss man vor allem deshalb hervorheben, da es sich hier um einen Mixer für Einsteiger handelt. Die Regler aus Kunststoff (von den Solo und Mute Knöpfen, bis hin zu den EQ Reglern) werden langjährigen Mackie Kennern bereits vertraut sein. Die kompakten Abmessungen (14.2" x 9" x 3.8") und das Gewicht des Mixers (9.7 lb.), lassen ihn robust und zuverlässig aussehen. Wir werden sehen, ob sich dieser Eindruck auch im alltäglichen Gebrauch bestätigt. Das Gerät besitzt zudem vier Gummifüsse auf der Unterseite - somit handelt es sich um einen Mixer, der sicher an Ort und Stellen stehen bleibt.

Schauen wir uns die technischen Spezifikationen des Onyx ein wenig genauer an...

Kanäle

Der Mixer verfügt über 8 Kanäle: Die ersten zwei sind in Mono und verfügen über XLR-Eingänge, 1/4" Jack Line-Eingänge (für symmetrische und unsymmetrische Signale), sowie schaltbare Eingänge für Instrumente, welche das direkte Anschliessen einer elektrischen Gitarre (oder eines vergleichbaren Instruments) ermöglichen. Zusätzlich stehen ein 75 Hz Lo-Cut Filter und ein Schalter für 48V Phantomspeisung zur Verfügung. Der Gain-Regler reicht von -20dB bis zu +40dB und erlaubt das gezielte Einpegeln des Eingangssignals. Ein rotes 'OL' LED zeigt an, ob das Signal zu laut ist, und ein grünes '-20dB' LED agiert als einfache Pegelanzeige. Dies reicht sicherlich nicht für ein präzises Einpegeln und doch ist hier Mackie bei weitem nicht alleine. Bei den meisten Mixern in dieser Preisklasse und Grösse wird nämlich genau an dieser Stelle gespart.

Mackie Onyx 820iDer EQ ist ein 3-Band EQ mit semi-parametrischen Mitten. Dies bedeutet, dass man die Zielfrequenz des mittleren Bandes einstellen kann. Die Höhen und Bässe stehen als Shelving Filter (Kuhschwanzfilter) zur Verfügung und fangen jeweils bei 12 kHz (Hi-Pass) und 80 Hz (Lo-Pass) an einzugreifen. Das mittlere Band verfügt über einen Peak Filter (Glockenfilter) und kann auf eine Frequenz zwischen 100 Hz und 8 kHz eingestellt werden. Die zur Verfügung stehenden Frequenzen sollten sich vor allem für Stimmen sehr gut eignen. Eine interessante Funktion ist es, den FireWire Ausgang auf Pre-, oder Post-EQ zu schalten. Beim Vorgängermodell war es dagegen zum Beispiel unmöglich das mit dem EQ behandelte Signal auf den Computer zu schicken. Wegen des hochwertigen EQs war dies wirklich bedauerlich! Mit dem 802i hat man nun die Möglichkeit, das Signal mit, oder ohne den Onyx EQ aufzunehmen. Mackie hat somit einen Fehler aus der Vorgängerserie behoben: Gratulation!

Unterhalb der EQs befinden sich zwei Aux Sends, deren physische Ausgänge unterhalb der Kanäle 5/6 gefunden werden können. Die Stereo Aux Returns sind wie auch die Aux Sends als 1/4" Jack ausgelegt. Man findet ebenfalls Regler für Pan und Level, sowie Mute und Solo Tasten. Wegen Platzmangel verfügt der Mixer aber über keine Fader...das ist wirklich schade! Nun ja - das scheint aber auch das Einzige zu sein, was hier fehlt.

Die Kanäle 3/4 können entweder als Mono Mic-, oder Line-Signale, oder in Kombination als Stereo Line-Signal verwendet werden. Anstatt des semi-parametrischen 3-Band EQs der ersten beiden Kanäle steht dem Anwender hier ein 4-Band EQ mit vier fixen Filtern zur Verfügung (tiefe Mitten bei 400Hz und hohe Mitten bei 2.5kHz). Der Eingangspegel kann zudem über einen speziellen Schalter von -10 dBV auf +4 dBu geschaltet werden.

Die Kanäle 5/6 und 7/8 sind im Wesentlichen identisch. Einzige Ausnahme ist die Möglichkeit die FireWire Ausgänge 1/2 des Computers direkt auf die Kanäle 7/8 zu schicken. Dies geschieht über einen kleinen Knopf, der gerade neben dem EQ zu finden ist. Beide Kanäle verfügen über einen fixen 3-Band EQ (die Mitten sind fix bei 2.5kHz), sowie symmetrische/unsymmetrische 1/4" Jack Line Ausgänge. Der Input Gain geht von -20dB zu +20dB.

Master und Control Room

Mackie Onyx 820iDer Mixer besitzt mehrere physische Busse und Ausgänge:
  • Main Mix (auf zwei XLR Ausgänge geroutet, die sich auf der Rückseite befinden)
  • Main Out (auf zwei 1/4" Jacks)
  • Firewire Kanal 7/8 (für einen direkten Mixdown auf den Computer durch Drücken des korrespondierenden Knopfes)
  • Tape Outputs (Cinch)

Der Control Room Bus wird auf die symmetrischen/unsymmetrischen Control Room 1/4" Jack Ausgänge auf der Rückseite, sowie den Kopfhörerausgang geschickt. Die Alt 3/4 Ausgänge (ebenfalls 1/4" Jack) ermöglichen es, einen alternativen Mix zu erstellen. Um einen Kanal auf Alt 3/4 zu schicken, muss man nur den Mute Schalter des jeweiligen Kanals aktivieren. Dadurch wird das Signal aus dem Main Mix entfernt und steht jetzt im Alt 3/4 Bus an. Diese Funktion eignet sich für eine Menge Anwendungen - zum Beispiel, wenn man die einzelnen Signal abhören möchte, bevor sie während einer Live Show auf die FOH (Front of House) Anlage geschickt werden.

Um die Signal auszuwählen, die in den Control Room/Phones Bus gespiesen werden, muss die Source Matrix des Mixers verwendet werden. Beide verfügen über eigene Volumenregler, aber gemeinsame Quellen. Der Source Matrix können der Main Mix, Tape Input, FireWire Kanal 1/2 (direkt aus dem Computer) und Alt 3/4 Signale zugewiesen werden. Das Control Room Signal kann zudem ebenfalls auf den Main Mix geschickt werden (in diesem Fall wird man natürlich das Main Mix Signal nicht im Control Room hören). Wenn ein Solo-Schalter aktiviert wurde, kann man nur den jeweiligen Kanal im Control Room hören. Der auf Solo geschaltete Kanal wird dabei nicht auf den Main Mix geschickt. Somit kann jedes Signal mit Kopfhörern vorgehört werden, bevor es in den Main Mix gespiesen wird.

Talkback und Auxiliary Busses

Die Talkback Sektion wurde mit einem eingebauten Mikrofon und einem Volumenregler versehen. Drückt man den Talkback Knopf, so hört man seine liebliche Stimme über die Kopfhöhrer, oder die Aux Send 1 und 2 Ausgänge.

Mackie Onyx 820iDie Aux Sends können als entweder Pre-Fader (für Monitoring), oder Post-Fader (für Effekte) eingestellt werden...auch wenn der Mixer keine eigentlichen Fader, sondern stattdessen Volumenregler besitzt. Jeder Aux Send und Return besitzt zudem auch seinen eigenen Volumenregler. Pre-Fader bedeutet hier Post-EQ, doch dies kann über ein autorisiertes Mackie Service-Center auch auf Pre-EQ gestellt werden. Es gibt zudem auch einen 'RTN to AUX 1' Schalter, mit dem sich der Aux 2 Return auf den Aux 1 Send routen lässt. Diese Funktion kann sich als sehr praktisch erweisen, wenn man zum Beispiel einen Teil des Reverbs von Aux 2 auf die mit Aux 1 verbundenen Bühnenmonitore schicken möchte. Ein letzter Schalter erlaubt es zudem, eine Kopie der Aux Sends 1/2 auf den FireWire Kanal 5/6 zu schicken. Somit ist es effektiv möglich, ein Plug-In aus dem Sequenzer im Aux Bus des Onyx Mixers zu verwenden.

Dank der FireWire Verbindung kann jeder einzelne Kanal, eine Kopie des Aux Send 1-2 und der Main Mix auf den Computer geschickt werden. Über den Sequenzer stehen einem jedoch lediglich zwei Ausgangskanäle zur Verfügung. Diese können auf den Control Room Bus, oder Kanäle 7/8 des Mixers geschickt werden. Wählt man die zweite Option, so kann man EQ, Pan, Gain und Volumen des Onyx verwenden, um das Signal aus dem Computer zu bearbeiten...genau wie bei einem analogen Signal. Es wäre schön, wenn aus dem Computer mehr Ausgänge zur Verfügung stehen würden...
Wirklich schade...doch wir finden uns damit ab!

Zuletzt kann noch, wie bereits beschrieben, jeder FireWire Ausgangskanal auf Pre-, oder Post-EQ geschaltet werden. Was ist aber mit Inserts und Fadern? Der FireWire Kanal ist Pre-Insert und Pre-EQ, oder Pre-Fader und Post-EQ. Wer in diesem Artikel bis hierher gekommen ist: Keine Panik! Dies kann ebenfalls über ein autorisiertes Mackie Service-Center modifiziert werden. Somit kann jeder einen Mixer haben, der seinen persönlichen Vorstellungen entspricht...auch wenn dies bedeutet, dass man sich mit dem manchmal frustrierenden Kundendienst von Mackie abgeben muss.


Setup und Sound

Mackie Onyx 820iDie Installation des Universaltreibers war einfach und wir hatten keine Probleme, das FireWire Interface mit Logic Studio 8 zu verwenden. Alle Eingänge (8) und Ausgänge (2) standen im Sequenzer zur Verfügung.

Bei der Installation von ProTools M-Powered (was wie gesagt nicht Teil des Mackie Produktes ist und separat erworben werden muss) und des iLoks hatten wir ebenfalls keine Probleme. Die Software läuft ohne irgendwelche Hänger und alles scheint zu funktionieren. Es sollte erwähnt werden, dass man im Vorfeld alle bisher installierten M-Audio Treiber deinstallieren muss, da sonst ProTools nicht geladen werden kann. Bei einem Blick in die Audio Preferences des Sequenzers ist uns aufgefallen, das der Onyx 820i als M-Audio ProFire 2626 erkannt wird. Da scheint es sich um eine Art 'Hack' zu handeln...

Alle Eingänge und Ausgänge stehen zur Verfügung und alles scheint auch hier problemlos zu funktionieren. Wir werden wohl abwarten müssen, ob diese Lösung von Digidesign/M-Audio toleriert wird, oder ob die Firma mit einer Klage, oder einem entsprechenden Update (um diese Lösung zu unterbinden) antwortet. Zum Zeitpunkt dieses Artikels stehen uns jedenfalls keine Informationen zur Verfügung, ob es hier zwischen Mackie und Digidesign ein Abkommen gibt. Wir können nur hoffen, dass dies nicht bloss ein Bluff von Mackie ist und Anwender bei einem zukünftigen ProTools Update nicht eine böse Überraschung erwartet...

Um die Vorverstärker, Perkins EQ und Wandler dieses kleinen Onyx zu testen, haben wir eine Garrison Gitarre über ein DPA 4099 Mikrofon aufgenommen.

Die ersten Takes sind ohne, die zweiten Takes mit EQ Einstellungen. Natürlich haben wir alles mit ProTools aufgenommen!

Der 'Headroom' der Vorverstärker ist etwas beschränkt, und wir mussten den Gain Regler fast auf das Maximum aufdrehen! Viele Audio Interfaces im unteren und mittleren Preissegment haben dieses Problem: Eine exponentielle Gain-Kurve, welche es ziemlich schwer macht, bei tiefen Pegeln präzise Einstellungen vorzunehmen, und dem Signal bei hohen Werten ein störendes Grundrauschen hinzufügt. Um den Vorverstärker ein wenig in Schutz zu nehmen, müssen wir fairerweise erwähnen, dass das verwendete Mikrofon keinen wirklich hohen Ausgangspegel besass.
Der EQ dagegen ist sehr effizient und tönt ziemlich gut! Die Wandler scheinen angesichts des Preises ganz in Ordnung zu sein. Wenn wir schon einmal beim Preis sind: Das beste Argument für den Onyx 820i ist mit Sicherheit der Preis. Dieser ist im Vergleich zu früheren Onxy Mixern mit FireWire bedeutend tiefer.

Fazit

Mackie hat bei diesem Mixer mit drei Mikrofonvorverstärkern, hochwertigen EQs und einem 8 In / 2 Out FireWire Interface ganze Arbeit geleistet - vor allem wenn man betrachtet, dass man alles für weniger als €600 erhält. Die Verarbeitung und Qualität dieses kleinen Onyx sind eine schöne Überraschung. Mackie hat aus früheren Fehlern gelernt und der Onyx 820i ist wirklich eine durchdachte Lösung für Live- und Studioeinsätze.

Die Kompatibilität mit ProTools hat bereits zu hitzigen Diskussionen geführt, da es scheint, als ob Mackie hier das System von Digidesign manipuliert hat. Dennoch muss man auf jeden Fall zusätzlich €250 für die Software zahlen, was dann einen Gesamtpreis von €850 zur Folge hat. Das ist zwar immer noch nicht so teuer, doch wir wundern uns schon, weshalb hier Mackie nicht seine eigene (überaus beliebte) Tracktion Software mitliefert, sondern stattdessen den Kauf eines Konkurrenzprodukts empfiehlt...

  • Qualität / Performance / Preis-/Leistungs-Verhältnis
  • Verarbeitung
  • Hochwertiger Perkins EQ
  • Ausführliche Verbindungsmöglichkeiten
  • Pre- oder Post-EQ FireWire

  • Vorverstärker für gewisse Anwendungen zu limitiert
  • Nur zwei Ausgangskanäle aus dem Computer
  • ProTools Kompatibilität riecht ein wenig nach einem 'Hack'
  • ProTools M-Powered nicht inklusive (kostet €250 extra)...