M-Audio ProFire 2626
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M-Audio ProFire 2626

ProFire 2626, FireWire audio interface from M-Audio in the Profire series.

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M-Audio Profire 2626: Der Test

M-Audio schlägt wieder zu
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Mit nicht weniger als 26 Eingängen, 26 Ausgängen, 8 integrierten Octane Mikrofonvorverstärkern und Kompatibilität mit ProTools M-Powered, versucht das neuste Interface von M-Audio seine Nische in der Kategorie FireWire Audio Interfaces zu finden. Muss sich die Konkurrenz jetzt warm anziehen?



trois quartM-Audio ist dafür bekannt qualitativ hochstehende Produkte zu äusserst attraktiven (bis aggressiven) Preisen anzubieten: Mikrofone, MIDI Controller, Soundkarten und anderes Zubehör für das Heimstudio. Die Marke wurde 2004 von Avid gekauft (welche auch im Besitz von Digidesign ist) und bietet nun Audio Interfaces an die mit ProTools M-Powered kompatibel sind.
Diese ProTools Version erlaubt dem Heimstudio Besitzer diese 'legendäre' Software zu benützen und Sessions zu erstellen die mit der TDM Version kompatibel sind. Dies war bislang nur mit Digidesign Interfaces möglich (wie Mbox, Digi002 und Digi003) und ist nun dank M-Audio zahlbarer geworden.

Das Produkt welches wir genauer unter die Lupe nehmen werden ist das M-Audio Profire 2626 Digital Audio Interface welches über die folgenden Eigenschaften verfügt:

- 26 x 26 I/O (simultaner Betrieb)
- Bis zu 24bit/192kHz
- 8 Mic/Line Vorverstärker (Octane Technologie) inklusive 2 Eingänge für Instrumente auf der Vorderseite
- Zwei Kopfhörer-Eingänge mit Stereo-Klinke (6.3mm) und ein Master Volume Regler
- Ein eingebauter DSP Mixer der das interne Routen von Signalen ermöglicht ohne die Leistung des Computers zu strapazieren
- Standalone Operation (funktioniert als 8-Kanal A/D – D/A Converter)
- JetPLL Technologie – eliminiert Jitter
- Wordclock I/O

Das Interface hat also von sich aus eine Menge schöner Features was für einen Preis von $899 (wird wahrscheinlich effektiv so um die $699 kosten) schon ganz anständig ist. Somit könnte das Profire eine sehr gute Alternative für Leute sein die mit einer analogen oder digitalen Konsole mischen möchten. Es stehen genug Eingänge und Ausgänge zur Verfügung um die Spuren problemlos in den Griff zu kriegen.

Was ist in der Box?

In der Box ist folgendes enthalten: ein 12V 3.5A Netzteil, ein Firewire Kabel, ein 'Breakout' Kabel (mit MIDI, Wordclock und S/PDIF Steckern). Das Interface ist in einem schönen schwarzen Gehäuse untergebracht und misst 1HE. Kurz gesagt: Das Interface vermittelt sofort einen guten Eindruck und das Gewicht des Gerätes fühlt sich hochwertig an.

Vorderseite

DevantVorne finden sich 8 Potis mit den sich die Octane Vorverstärker einpegeln lassen. Die ersten beiden sind Eingänge für Instrumente (Klinke) und eigenen sich für die direkte Abnahme (D.I.) von Gitarre, Bass und Keyboard. Man kann den Eingang zwischen Mikrofon und Instrument umschalten. Jeder Gain Regler besitzt ein grünes LED welches das Anliegen eines Signals angibt und ein rotes LED leuchtet auf sollte das Signal zu laut sein. Das Push/Pull System um das Signal um -20dB abzusenken (Pad) ist eine gute Idee und sehr schön implementiert. Dennoch ist die Sache ein wenig heikel: Der Push/Pull Mechanismus hat selber nicht sehr viel Widerstand und man wundert sich ob dies auch in ein paar Jahren noch funktionieren wird. Die Phantomspeisung wird mittels zwei kleiner Schalter eingeschaltet. Phantomspeisung wird in Gruppen aktiviert und speist 1 bis 4 und/oder 5 bis 8. Es ist eigentlich schade diese Gruppen so zu wählen – doch es spart eine Menge Platz.
Als nächstes stehen zwei Kopfhörerausgänge mit separaten Volumen-Reglern und der 'Master Volume'-Regler zur Verfügung.
Der Einschaltknopf ist ebenfalls auf der Vorderseite angebracht und das kleine blaue Licht (sehr beliebt bei M-Audio) hört zu blinken auf sobald das Interface von dem Computer erkannt wurde.

Rückseite

ArrièreDas Gerät wird durch ein externes Netzteil mit Strom versorgt. Ich nehme an der Grund dafür war mangelnder Platz. Man findet hier zwei 6-Pin FireWire Buchsen – eine um das Gerät mit dem Computer zu verbinden und eine um eine externe Harddisk oder ein anderes IEEE1394 Gerät anzuschliessen.
Das Originelle bei diesem Interface liegt im Breakout Kabel. Über dieses Kabel erhält man 2x2 S/PDIF Input/Output, Wordclock und MIDI Input/Output. Zusätzlich stehen noch 2 optische ADAT I/O, 8 analoge Klinken-Ausgänge und 8 Combo XLR/Klinken-Eingänge zur Verfügung.

Installation

MixerIch selber konnte nicht widerstehen ein M-Audio Firewire Solo zu kaufen damit ich ProTools mit meinem Laptop benutzen konnte. Also war das Installieren eines M-Audio Interfaces etwas Vertrautes für mich. Ich hatte oft Probleme mit den qualitativ schlechten FireWire Verbindungen auf meinem Asus P5BE Motherboard – plötzliche Unterbrüche waren die Folge (sehr nervend). Eine gute alte Firewire-USB2 Karte von Adaptec hat aber alles wieder ausgelotet und funktioniert gut mit dem Firewire Solo und dem Profire 2626 Interface. Die Moral von der Geschicht: Seid vorsichtig wenn Ihr Eure Firewire Karte auswählt!

Ich benutze im Augenblick Windows XP SP2 in meinem Studio mit einem Intel Dual Core 2 Ghz (2GB RAM). Da ich mein ProTools TDM 6.9 cs3 System hätte deinstallieren müssen um ProTools M-Powered zum laufen zu bringen habe ich diesen Test aber auf einem  Fujitsu-Siemens P IV 2.8 GHz Laptop mit 1GB RAM und einer 100GB grossen internen Harddisk (7200RPM) durchgeführt (alles auf Windows XP SP3).


RoutingBevor man das Interface einsteckt muss man die Windows XP Treiber laden. Nach dem Neustart erscheint ein kleines Icon auf der unteren rechten Seite über welches man das Profire 2626 ansteuern kann. Man kann anschliessend das Gerät einstecken (es wäre jedoch zu empfehlen den Computer vorher auszuschalten).

Ein weiterer Punkt der hervorgehoben werden sollte: Man sollte immer die neusten Treiber für das Interface herunterladen. Die beigelegte Installations-CD gab als erstes die Meldung 'Operating system not compatible' von sich – kein sehr freundlicher Empfang. Nachdem ich aber die neusten Treiber von der M-Audio Website geholt hatte (welche sehr gut verständlich und benutzerfreundlich ist) war alles bestens.

Man kann das gesamte interne Routing über ein Bedienfeld einstellen: Kopfhörerausgänge, interne Mix Tracks auf andere Ausgänge geroutet, der zuweisbare Master-Ausgang und digitale Eingänge und Ausgänge. Dies ist sehr praktisch um unterschiedliche Mixes für die Kopfhörer zu erzeugen. Alles ist bis auf einen kleinen Darstellungsfehler beim Aufstarten sehr gut durchdacht. Dieser Fehler kann aber durch Klicken auf einen Controller schnell beseitigt werden und wird sicherlich bald durch ein Update ganz verschwinden.

Der Klang

Dies haben wir getestet:

Das Schlagzeug wurde mit 4 Mikrofonen (2 Overheads, 1 Snare und 1 Kick) und auf drei Arten aufgenommen:
M-Audio Profire 2626 Konverter und Vorverstärker
Amek Vorverstärker (2 CIB und 1 DMCL) und Konverter von M-Audio
Amek Vorverstärker und Konverter des Digidesign 192 I/O in ProTools TDM

Folgende Mikrofone wurden eingesetzt:
2 Neumann U87 für Overheads, 1 Shure Beta57 für Snare und ein Shure Beta 52 für die Bass Drum.

Ich würde gerne Megamat danken, dass er für diesen Test Schlagzeug gespielt hat (auch wenn die Stimmung der Snare zwischen 2 Takes verändert wurde!).

Die Signale wurden mit maximalem Pegel in 24bit/44.1kHz aufgenommen (kurz vor Clipping) und anschliessend für A-B Vergleiche in ProTools TDM 6.9 normalisiert. Um diese Beispiele anzuhören kann man die Bespiele einfach herunterladen und in seinen Sequenzer importieren. Die Pegel sollten dabei überall ein wenig abgesenkt werden um die Signale nicht zu überladen.

Dies sind die Resultate:

Alles mit dem M-Audio Profire 2626 aufgenommen (Bass Drum, Snare, Left OH, Right OH)
Amek Vorverstärker und M-Audio Profire 2626 Konverter (Bass Drum ,Snare, Left OH, Right OH)
Amek Vorverstärker und Digidesign 192 I/O Konverter (Bass Drum, Snare, Left OH, Right OH)

EpanouiIch war von der Qualität der Vorverstärker und Konverter des Profire 26262 beeindruckt. Dennoch empfand ich die Aufnahmen mit dem Amek und 192 I/O ein wenig klarer. Es ist ein kleiner Unterschied der aber in einem voll beladenen Mix einen Unterschied machen würde. Bei den Bässen ist das untere Spektrum präsenter - zumindest durch meine Genelec 1030 Monitoren (zu Hause konnte ich bei den NS10 Monitoren den Unterschied wesentlich weniger wahrnehmen).

Die Vorverstärker mit Octane Technologie sind sehr hell und klar und färben den Klang fast nicht. Zieht man in Betracht zu welchem Preis dieses Interface verkauft wird dann wird die Messlatte für Vorverstärker und Konverter hier sehr hoch gelegt! Ich nutzte die Gelegenheit ein Projekt mit akustischer Gitarre und Stimme auf dem Profire 2626 aufzunehmen um zu sehen (oder hören) wie es sich damit schlägt. Auch hier gab es keine Überraschungen: die Vorverstärker und Konverter reagieren sehr schön obwohl der Headroom ein wenig kleiner ist als bei  dem 192 I/O (es muss ja was geben was den Preis noch rechtfertigt).

Anschliessend habe ich den Profire 2626 mit 18 Eingängen über einen RME ADI8DS Konverter im ADAT Format und den S/PDIF Eingang des Amek DMCL getestet. Alles lief grossartig – kein Stocken oder Zucken wenn die BNC Wordclock zwischen den Geräten verbunden ist. Zum Schluss wurden auch noch die 18 Ausgänge getestet. Also haben wir einen alten, verstaubten DDA (Series 16) genommen, alle eingesteckt...und alles funktionierte wie am Schnürchen!

Fazit

M-Audio hat mit dem Profire 2626 ein sehr gutes Produkt zu einem äusserst attraktiven Preis auf den Markt gebracht. Neben ein paar kleinen Problemen bei der Installation und einem kleinen grafischen Fehler beim Control Panel gibt es da nichts auszusetzen. Das interne Routing, die hochwertigen Vorverstärker und Konverter und die vielen Eingänge und Ausgänge (schon fast zu viel für diese Preisklasse) machen aus diesem Gerät fast einen Pflichtkauf wenn man viele Spuren gleichzeitig aufnehmen oder aus dem Sequenzer raus auf eine Konsole (und externe Effekte) ausweichen möchte. Das Pünktchen auf dem i ist, dass es auch noch als Standalone A/D – D/A funktioniert! Mit einem durchschnittlichen Preis von $699 verdient es somit definitiv einen 'Value for the Money' Preis.

award+ Anzahl Ausgänge
+ Hochwertige Vorverstärker und Konverter
+ Internes Routing
+ 2 Kopfhörerausgänge
+ Wordclock
+ Mit ProTools M-Powered kompatibel

- Push/Pull Qualität der Regler
- Phantomspeisung kann nur für Gruppen zugeschaltet werden
- Installation etwas beschwerlich
- Anzeigefehler im M-Audio Control Panel