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Achtet auf Eure Pegel und lasst Euch immer ausreichend Headroom - Ihr werdet sehen Eure Mixes klingen besser!

Wieso Headroom wichtig ist
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Ihr habt den Begriff 'Headroom' sicherlich auch schon ein paar Mal gehört. Damit wird im Wesentlichen der Abstand zwischen den lautesten Signalpegeln Eures Mixes und der absoluten Obergrenze Eurer DAW beschrieben (ab dort wo fängt das Signal an zu zerren). Der Unterschied zwischen diesen beiden Werten wird als 'Headroom' beschrieben.

Another Brick in the Wall

Vielleicht fragt Ihr Euch jetzt ob es nicht einfacher wäre sich nicht um Headroom zu kümmern, sondern stattdessen einfach in der Summe einen Brickwall Limiter einzuhängen, der jedes Signal vor der Zerrung abfängt? Das würde durchaus funktionieren, da ein solcher Limiter bei der Lautstärke ein absolutes Limit definiert und darüber hinaus nichts durchlässt. Das Problem liegt jedoch darin, dass man auf diese Weise die dynamische Bandbreite Eures Songs zerdrückt - dem leisesten und lautesten Bereich Eures Mixes.

 Ein überkomprimierter Mix dem fast kein Headroom gelassen wurde

Bei den meisten Musikrichtungen führt eine massiv reduzierte Dynamik zu einem hörbaren Klangverlust. Headroom ist während der Aufnahme, während des Mixdowns und während des Masterings ein wichtiges Thema.

Mit Headroom aufnehmen

Wer seine Aufnahmen mit ausreichend Headroom macht hat es auch beim Mixdown einfacher. Ihr solltet Eure Aufnahmen so aufnehmen, dass die lautesten Anteile bei etwa -8dB zu liegen kommen. Bei Stimmenaufnahmen (die eine sehr hohe Dynamik aufweisen können) sollte man die Pegel relativ gering halten. Es gibt immer noch den Mythos, dass man Aufnahmen so 'heiss' wie möglich fahren sollte um ein möglichst klares Signal zu erhalten. Diese Aussage stammt noch aus Zeiten von analogen Aufnahmen, wo Bandrauschen und dergleichen ein wichtiges Thema waren.

Achtet darauf, dass Eure Aufnahmen eine Obergrenze von -8dB nicht übersteigen.

Dies ist jedoch bei einer Auflösung von 24 Bit sicherlich kein Problem mehr. Das Grundrauschen ist hier bedeutend tiefer als bei 16 Bit Aufnahmen und noch wesentlich geringer als bei analogen Aufnahmen. In einer 24 Bit Session kann man Spuren mit einem Durchschnittspegel von um die -20 dB aufnehmen (mit Peaks um die -10 bis -8 dB) und man wird immer noch glasklare Aufnahmen mit einer Menge Headroom erhalten.

Zerquetscht den Mix nicht

Wie bereits erwähnt werdet Ihr bei gut aufgenommenen Spuren auch einen Mix mit ausreichend Headroom haben. Ihr wollte beim Mixdown nicht nur ausreichend Headroom um Verzerrungen entgegenzuwirken und eine musikalische Dynamik zu konservieren, sondern auch um Euch ausreichend Spielraum zu geben die verschiedenen einzelnen Spuren richtig in den Mix einzupegeln. Fängt man einmal an die Pegel anzuheben (sei dies durch Faderbewegungen oder EQ Einstellungen), so kann man zu einem Punkt gelangen, an dem es nicht mehr möglich ist einen Song laut genug zu machen ohne dabei in eine interne Zerrung zu geraten. Geschieht dies muss man alle Spuren gleichmässig absenken, was bei bestehenden Automationen eine echte Tortur werden kann. Ein guter Tipp ist hier dass man die Fader am Anfang des Mixes unter 0 dB einstellt, damit man während des Mixdowns mehr Freiraum bei Anpassungen hat.

Wer plant einen Bus Compressor oder Limiter einzusetzen (was wahrscheinlich keine gute Idee ausser Ihr habt bereits eine Menge Erfahrung damit), der sollte immer daran denken, dass je mehr dieser arbeitet, desto weniger Dynamik zur Verfügung stehen wird. Ihr wollt in Eurem Mixdown eine Menge Headroom lassen, damit der Mastering Engineer am Ende immer noch Raum nach oben besitzt. Sind Eure Mixes schon vor dem Mastering stark zusammengedrückt, so wird es wesentlich schwieriger hier ein gut klingendes Resultat zu erzeugen. Arbeitet also immer mit ausreichend Headroom und haltet Euren Master wenn möglich bei 0 dB - dies sollte eine grosse Hilfe sein auf dem Weg zu einem überzeugenden Mix.

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