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Der Weg zum richtigen Mix - Teil 67

Wie man Pre-Delay einsetzt
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Jetzt wo wir die besten Reverb Presets ausgesucht haben ist es an der Zeit die verschiedenen Parameter zu bearbeiten und den Hall optimal auf Euer Projekt anzupassen. In diesem Artikel besprechen wir einen sehr wichtigen Reverb Parameter: Pre-Delay.

Abstand wahren

Am besten erklär ich zur Sicherheit diesen Begriff noch einmal: Pre-Delay ist ein Parameter der die vergangene Zeit zwischen direktem und räumlichem Klanganteil bestimmt und wir normalerweise in Milisekunden gemessen. Abhängig vom Plug-In wird hier die Zeit zwischen der Quelle und dem ganzen Halleffekt oder die Zeit zwischen der Quelle und dem diffusen Raumanteil verändert. Wir müssen uns hier diesbezüglich aber nicht den Kopf zerbrechen, da diese Unterschiede in der Praxis keinen riesigen Unterschied machen.

Wieso ist Pre-Delay während des Mixdowns derart wichtig? Nun zum einen gibt der Pre-Delay dem Zuhörer wichtige Informationen über die Grösse des Raum. Ein langer Pre-Delay suggeriert somit einen grossen Raum und umgekehrt.

Andererseits hat diese Einstellung einen direkten Einfluss auf die Distanz zwischen dem Zuhörer und dem Originalsignal. Seid jedoch vorsichtig denn je länger die Pre-Delay Zeit desto näher scheint die Klangquelle zu sein. Das erscheint jetzt ein wenig unlogisch, macht bei genauerer Betrachtung aber durchaus Sinn. Wird in Eurer Nähe ein Klang erzeugt ist der Unterschied zwischen direktem Klang und dem Raumanteil grösser da die Schallwellen mehr Zeit benötigen die Wände zu erreichen, dort zu reflektieren und zurück zu Euch geworfen zu werden. Möchtet Ihr also dass etwas weiter weg klingt gebt dem Pre-Delay einen kürzeren Wert, wollt Ihr das Signal näher zu Euch heranholen stellt einen längeren Wert ein.

Ein paar Warnungen beim Verwenden von Pre-Delay. Zuerst einmal sind alle Pre-Delay Werte über 50ms schlecht für den natürlichen Charakter von Halleffekten. Das muss nicht zwingend schlecht sein, solltet Ihr aber wissen. Sehr kurze Pre-Delays können zudem zu schädlichen Resultaten führen und die Transparenz ruinieren (sehr schlimm für Stimmen) oder durch Kammfiltereffekte die Klangfarben von Signalen verändern.

Ein Pre-Delay das auf das Songtempo abgestimmt wurde lässt sich zudem besser und natürlicher in den Mix integrieren, da es mit dem Groove des Songs “atmet“. Dies ist speziell wahr für rhythmische Elemente wie Schlagzeug, Perkussion, Bass oder sogar Rhythmusgitarren, aber auch zum Beispiel für Rap Stimmen.

Im nächsten Teil werden wir mit Reverb Time einen weiteren überaus wichtigen Parameter angehen.

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