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Andere Projekte anhören und lernen einen Mix zu analysieren

Wie man einen Mix analysiert
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Mixing ist genau wie die Malerei, Fotografie und Musik eine Kunstform für sich und benötigt aus diesem Grund auch eine Menge an Training.

Welchen besseren Weg gibt es also als die eigenen Lieblingssongs anzuhören, ihnen die Geheimnisse ihres Klangs zu entlocken und diese auf die eigenen Produktion anzuwenden? So ziemlich jeder Gitarrist der diesen Namen auch verdient hat einmal in seiner Laufbahn ein Hendrix Solo auswendig gelernt. Picasso selber studierte die Werke von El Greco und viele andere Meister, bevor er seinen eigenen Stil entwickelte. Hier sind also ein paar Tipps mit denen wir hoffen Euch auf den richtigen Weg zu schicken.

Methoden und Werkzeuge

Das wichtigste bei der Analyse eine Mixes ist wohl genau hin zu hören. Somit ist das wichtigste dies unter den best möglichen Konditionen zu tun. Dies bedeutet den Mix in einer ruhigen Umgebung mit einem guten Monitoring System und guten akustischen Gegebenheiten anzuhören. Und denkt dabei nicht einmal daran MP3 Dateien zu verwenden - 44.1kHz/16-bit WAV Dateien sind hier Pflicht!

Als nächstes solltet Ihr Euch den Mix bei unterschiedlichen Lautstärken anhören. Ihr müsst dabei nicht nur auf den Klang und die Platzierung der Instrumente im Stereofeld achten, sondern auch die Beziehung untereinander genau anhören, um das Gesamtbild einfangen zu können. Da gibt es durchaus eine Menge zu beachten und Ihr müsst den Song schon mehrfach anhören wenn Ihr alles einfangen möchtet. Diese Aufgabe mag langwierig und mühsam erscheinen, doch zum Glück gibt es verschiedene Tricks die einem das Leben wesentlich einfach machen können.

Analyser un mix

Einer davon liegt darin den linken und den rechten Kanal separat anzuhören. Dies erlaubt es Euch gewisse Elemente genau anzuhören und gibt Euch ein Teilabbild des Stereosignals. Ihr könnt aber auch die Mid/Side Signale separat anhören. Das Mid Signal gibt Euch Informationen über den Mono Mix (und was z.B. mit den Stimmen gemacht wurde). Auf den Sides hört man dagegen häufig sehr genau wie mit Reverby und Delays gearbeitet wurde. Dies kann in einer DAW ganz einfach mit dem kostenlosen Brainworx bx_solo Plug-In realisiert werden.

Ein weiterer Trick ist einen EQ mit Hi-Pass und Lo-Pass Filtern mit hoher Flankensteilheit zu verwenden (48dB/Oktave) und damit verschiedene Frequenzbänder genau anzuhören. Damit kann man zum Beispiel ganz genau anhören wo die Energie der Bass Drum und wo ihr Attack liegt und wie dies mit dem Bass in Einklang gebracht wurde. Achtet bei dieser Analyse darauf, dass Ihr das Signal nicht klanglich verändert, sondern nur einzelne Bänder isoliert.

Analyser un mix

Eine Mix Analyse kann aber nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit den Augen durchgeführt werden! Ein guter Spectrum Analyzer kann Euch eine Menge Informationen über Frequenzbänder geben, die für Eure Ohren nicht so einfach zu analysieren sind. Für solche Aufgaben gibt es eine Menge kostenlose Analyzer Plug-Ins wie Span by Voxengo, MAnalyzer by MeldaProduction, oder Blue Cat Audio’s FreqAnalyst.

Das deckt alle 'konventionellen' Methoden einen Mix zu analysieren ab. Hier ist noch ein Trick, der vielleicht ein wenig weit greift, aber in gewissen Situationen durchaus nützlich sein kann. Wenn sich Sektionen während eines Songs wiederholen, so sind es die kleinen Unterschiede die dazu führen, dass ein Song nach vorne getrieben wird. Versucht einmal den ersten Refrain eines Songs zu kopieren und diesen in der Phase gedreht über den zweiten Chorus zu legen. Ihr solltet jetzt die Unterschiede dieser zwei Versionen hören - hierbei kann es sich um räumliche Unterschiede, EQ, Dynamik oder Modulation handeln (oder eine Kombination davon). Auf jeden Fall kann diese durchaus helfen die Unterschiede besser zu verstehen.

Weiter gehen

Durch das Analysieren des Mixes realisiert man schnell, dass das wahre Talent eines Mixing Engineers nicht nur mit EQ und Reverb zusammenhängt. Häufig ist es eine Kombination aus Technik und Arrangement. Wer sich zum Beispiel den grossen Gitarrenriff am Anfang von Radiohead's 'Airbag' anhört merkt schnell, dass dieser mächtige Sound durch Doppeln der Gitarre mit einem Cello realisiert wurde! Es lohnt sich also durchaus den Song zusammen mit einer Notation oder Produktionsnotizen des Songs anzuhören und seine Ohren gezielt auf interessante Stellen vorzubereiten.

 

Schliesslich möchte ich Euch noch vorschlagen Euch nicht nur Eure Lieblingssongs anzuhören. Auch Genres die nicht zu Eurem bevorzugten Stilbereich gehören könnten neue Herangehensweisen für Euch bereit halten.

 

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