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Mit dem Lizenzieren von Musik Geld machen - Teil 2

Über Sync Fees, Royalties und Exclusive Deals

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Im ersten Teil haben wir besprochen was Licensing ist und wie Music Libraries funktionieren. In diesem zweiten (und letzten) Teil besprechen wir wie man mit dem Lizenzieren eines Musikstücks Geld machen kann und schauen an was genau ein 'Exclusive Deal' ist.

Synchronisiere mich!

Es gibt hier grundsätzlich zwei Arten auf die man Geld machen kann. Zuerst gibt es da etwas was 'Synchronization Fee' genannt wird. Dies ist ein im Voraus bezahlter Betrag welcher es dem Kunden erlaubt ein bestimmtes Musikstück für seine Produktionen zu verwenden. Dies beinhaltet die Rechte an der Komposition und zugleich die Rechte die vorhandene Aufnahme davon zu verwenden. 

Eine Music Library mit fairen Deals bietet dem Rechteinhaber eine Synchronization Fee von um die 50%. Es gibt aber auch Abmachungen wo die Library den Löwenanteil für sich beansprucht und Ihr im Wesentlichen am Ende nur die Ausstrahlungsrechte beziehen könnt (also GEMA, SUISA und so weiter…). Dies ist ein Deal von dem ich eher abraten würde. Wenn wir schon ein mal auf Verwertungsgesellschaften zu sprechen kommen - Ihr solltet Eure Musikstücke unbedingt dort anmelden! Einmal registriert erhaltet Ihr für Eure Komposition eine spezielle Nummer die Ihr dann auf der Music Library entsprechend mit Eurem Stück verknüpft. Wird Eure Komposition anschliessend für Radio, TV oder Filme verwendet so zieht die Verwertungsgesellschaft für Euch die Gebühren ein. 

 
 

Ihr müsst Euch bei einer Verwertungsgesellschaft wie GEMA, SUISA usw. anmelden bevor Ihr Eure Musik veröffentlicht.

Die Library übernimmt häufig diese Anmeldung und das nicht ganz uneigennützig. In den meisten Verträgen erhalten die Publisher nämlich einen fixen Anteil an den Performance Royalties - in einer fairen Abmachung gehen die kompletten Einnahmen des Authoren an Euch. 

Ihr solltet auf jeden Fall vorsichtig welche Verträge Ihr unterzeichnet und genau verstehen welche Rechte Ihr wem abtretet. Falls es im Bereich des Möglichen liegt lasst im Vorfeld einen Juristen die Verträge überprüfen. 

Eine exklusive Sache

Ihr könnte Eure Musik entweder exklusiv oder nicht exklusiv vertreiben. In einem nicht exklusiven Szenario behaltet Ihr die Rechte an Euren Stücken und könnt sie auch anderen Libraries zur Verfügung stellen. Aus diesem Grund sind solche Deals für Libraries natürlich häufig nicht so attraktiv, da Eure Stücke dann vielleicht auch an vielen anderen Orten erhältlich sein werden. Für kleine Anwendungsbereich wie zum Beispiel Hintergrundmusik für ein Firmenvideo wird dies kein Problem sein. Doch für eine Werbung oder eine Fernsehsendung muss man schon einen Exklusivdeal anbieten können. 

Bei einem Exklusivdeal gebt Ihr der Library die alleinigen Rechte an der Musik und das kann wiederum bedeuten, dass Eure Musik eine wesentlich stärkere Präsenz auf dem Markt erhält. Diese Libraries sind häufig kleiner und suchen sich Musik speziell für ihren Kundenstamm aus. Solltet Ihr beabsichtigen mit so einer Firma einen Exklusivdeal einzugehen so achtet darauf dass Ihr A) die Rechte noch keinem anderen abgegeben habt und B) Ihr mit den Konsequenzen leben könnt dass Ihr nun nicht mehr die Rechte an dieser Musik besitzt.

Bevorzugte Formate

Abhängig vom Einsatgebiet sollten Eure Stücke mindestens eine Minute oder mehr Laufzeit besitzen. Bevorzugt werden Stücke die nicht modulieren und nicht mit einem Fade Out aufhören. Gern gesehen werden auch alternative Mixes wie z.B. Instrumental Mixes von Stücken mit Gesang, Mixes ohne Lead Instrumente bein Instrumentalstücken sowie Alternativen wie z.B. Mixes ohne Schlagzeug. Normalerweise werden von Euch AIFF oder WAV Dateien verlangt. 

Speichert auch immer eine Kopie der DAW Dateien und Mixes der eingereichten Musik da es immer wieder mal vorkommt, dass ein Kunde einen ganz speziellen Wunsch für einen alternativen Mix hat. 

Oft wird von Euch verlangt dass Ihr Eure Stücke im Detail beschreibt und für Eure Songs Metadata Tags vorschlagt welche die Suche für ihre Kunden erleichtern sollen. Ein bisschen Info ist voll in Ordnung, doch es kommt immer wieder vor, dass hier Musiker von den Libraries ausgenützt werden - also aufgepasst! Nicht nur muss man die Arbeit genau nach Vorgabe abgeben, sondern man muss auch noch die ganze Papierarbeit machen? Leider sitzen da wie immer die falschen am längeren Hebel. 

Abschliessende Worte

Erwartet von solchen Geschäften keinen schnellen Reichtum. Es ist ein kompetitives Umfeld und es gibt mit Sicherheit keinerlei Garantien, dass Ihr überhaupt Geld damit machen könnt. Die Idee ist es so viel Musik wie möglich in die Kanäle zu pumpen damit sich auch nur relativ kleine Beträge anfangen zu addieren. 

Viel Glück!

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