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Macht Eure Soli interessanter und musikalischer

Tipps für bessere Solis
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Zu einem guten Solo gehört mehr als nur gute Technik und ein grosses Repertoire an Riffs - ganz egal ob Ihr jetzt Gitarre, Keyboard, Saxofon oder ein anderes Instrument spielt. Schnell zu spielen hat durchaus seinen Reiz, doch das bedeutet noch nicht automatisch, dass es auch gut ist. Analysiert man ein gutes Solo (unabhängig von der Stilrichtung), so merkt man schnell, dass da oftmals eine Methode hinter dem ganzen Wahnsinn steckt.

Die Kombination macht's

Vergleichen wir einem ein paar der grössten Soloisten aller Zeiten: Miles Davis, Oscar Peterson, Stéphane Grappelli, Keith Jarrett, Jimi Hendrix, Duane Allman, Eddie Van Halen, Buddy Emmons, Jerry Douglas, Derek Trucks, die Liste geht weiter und weiter. Die grosse Gemeinsamkeit dieser Künstler liegt darin, dass sie allesamt eine Kombination aus guter Technik und hoher Musikalität an den Tag legen.

Natürlich gibt es eine Menge Leute die bei einer Million km/h spielen können, doch das ist alles was sie tun und für den Zuhörer wird dies schnell ermüdend und langweilig. Klar sollte man technisches Können niemals marginalisieren, doch wenn man mich fragt, ob ich lieber eine grandiose Technik verbunden mit mittelmässiger Musikalität, oder grandiose Musikalität mit mittelmässiger Technik besässe, so würde ich mich ohne lange zu überlegen für die zweite Option entscheiden.

Tipps und Tricks

Jetzt wo dies geklärt ist möchte ich Euch ein paar Ratschläge auf den Weg geben die helfen sollen Euer nächstes Solo zu verbessern.

  • Nehmt Euch Zeit: Analyisiert man ein grossartiges Solo so stellt man fest, dass da immer ein Spannungsbogen vorhanden ist. Auch bei einem langen Solo gibt es einen ständigen Aufbau und betrachtet man sein Solo als eine Art Geschichte mit Anfange, Mitte und Ende, so erhält man eine Struktur auf die man bauen kann. Man muss dabei nicht zwingend von langsam auf schnell, oder von einfach auf komplex gehen - doch in den meisten Fällen möchte man mit einem grossen Finale aufhören und liegt dann mit einem aufbauenden Solo sicher nicht falsch.
  • Heilt Eure “Riffititis”: Was ist 'Riffititis'? Das ist zuerst mal kein Krankheitsbild, sondern eher eine Veranlagung bei der man denkt man müsse während eines Solos so viele Riffs wie nur möglich aneinanderreihen. Versucht viel eher mit Eurem Solo eine in sich schlüssige Geschichte zu erzählen. 
  • Der alte 'Wiederhole das Lick' Trick: Ein Trick einem Solo etwas mehr Zusammenhalt und Eigenleben zu verleihen ist es auf einer einzigen Phrase zu basieren und diese bei jeder Wiederholung ein wenig zu variieren. Dies kann mit der Zeit etwas langweilig werden, doch ist sicherlich ein guter Trick auf den man von Zeit zu Zeit zurückgreifen kann.
  • Das Offensichtliche anspielen: In diesem Fall ist das Offensichtliche die Melodie des Songs. Ein Solo auf der Melodie des Songs zu basieren (aber mit einer eigenen Interpretation) ist eine alte und bewährte Improvisationstechnik. Euer Solo wird sofort legitimiert, da es sich um die Melodie des Songs handelt und Euch somit eine solide Struktur gibt auf der Ihr Euer Solo bauen könnt.
  • Ab und zu mal durchschnaufen: Ihr müsst kein Blasinstrument spielen um ab und zu während eines Solos mal eine Atempause einzulegen. Drück Ihr nur eine Note nach der anderen ab, so ist dies am Ende weitaus weniger interessant als wenn Ihr Euch gelegentlich mal eine kurze Pause gönnt. Damit wird Euer Spiel strukturierter und verleiht ihm Vielseitigkeit und Momente der Überraschung - beides wichtige Elemente für ein interessantes Solo.
  • Seid nicht ein Zauberer mit nur einem Trick: Wenn Ihr in mehr als nur einem Song Soli performt, müsst Ihr darauf achten, dass Ihr Euch nicht zu sehr wiederholt. Dies ist nicht immer einfach und wir fallen alle immer wieder bei gewissen Umständen auf gewisse Riffs zurück. Bleibt im Hinterkopf achtsam und Ihr werdet sehen, dass sich der Not schnell interessante neue Dinge entstehen können.
  • Das beste Kompliment: Eine der besten Methoden sein Handwerk als Solist zu verbessern ist es die Arbeit grosser Musiker zu analysieren und lernen. Ich erinnere mich immer noch an den Moment als mich mein Lehrer vor vielen Jahren dazu aufforderte eine bestimmte Eric Clapton Passage zu lernen, in der er Sliding Double-Stops spielte. Diese Technik zu lernen öffnete meine Augen und zeigte mir, dass zum Solieren mehr dazu gehört also nur einzelne Noten zu spielen. Ich sage hier nicht, dass Ihr die Spielweise eines grossen Gitarristen kopieren sollt, doch zu studieren was diese Musiker so speziell macht kann eine grosse Hilfe sein Euer eigenes Spiel zu verbessern.

Zum Schluss

Insgesamt solltet Ihr mit einem Solo den Zuhörer auf eine Reise nehmen. Ihr wollt es interessant und erfüllend für sie machen - und am Ende sollen Sie sich bei einem nächsten Konzert mehr von dem Gehörten wünschen.

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