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Wer die Parameter auf einem Synthesizer versteht kommt schneller zu seinen eigenen Sounds

Synthesizer Programmierung enträtselt - Teil 1
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Stell Dir vor Du kannst Dich aus den Limitierungen von Synthesizer Presets befreien und für Deine Musik eigene Sounds erstellen. Der erste Schritt um dieses Ziel zu erreichen ist ein gutes Verständnis über die einzelnen Synthesizer Parameter. Einmal durchschaut stehen einem endlose Möglichkeiten zur Verfügung.

In diesem 2-teiligen Artikel werde ich Euch die verschiedenen Parameter näher bringen. Ihr werdet Begriffe wie Amplitude, ADSR, Pulsweite, Resonanz und mehr kennen lernen und schon bald eigene Sounds kreieren können.

Parameter Paradis

 

Am besten stellt man sich einen Synthesizer wie eine Sammlung Bausteine vor.

Was sind also genau diese Parameter?  In der Welt der Synthesizer besteht ein Parameter aus einem bestimmten klanglichen Aspekt der akustische Merkmale beschreibt (Lautstärke, Tonhöhe) oder elektronische (Cutoff Frequenz oder Modulationstiefe).

Nehen wir Lautstärke als Beispiel: Dreht man die Lautstärke von 0 auf 100% so verändert man damit den Lautstärke Parameter. Genau so verhält es sich mit jedem anderen Parameter auf einem Synthesizer.

Die wichtigsten akustischen Parameter sind Lautstärke, Tonhöhe, Tonlänge und Klangfarbe. Durch die Manipulation dieser Parameter können rohe Klänge in Musik verwandelt werden.

Es hilft wenn man sich den Synthesizer als Ansammlung von Bauklötzen vorstellt. Die Art wie diese Blöcke aufgebaut sind definiert den Signalfluss. Die meisten Synthesizer teilen eine gemeinsame Architektur - ganz egal welche Hardware oder Software in ihnen verbaut ist. Signale aus einem Oszillator gehen durch einen Filter und einen Verstärker und werden durch Hüllkurvenparameter und LFOs gesteuert.

Angriff der Hüllkurve

Mit der Amplitude wird nichts anderes als die Lautstärke eines Signals beschrieben. Jeder Klang hat ein Anfang und ein Ende und seine Lautstärke verändert sich über die Zeit. Schlägt man zum Beispiel auf ein Becken so erklingt sehr schnell dessen volle Lautstärke, sinkt dann aber langsam ab bis er komplett verschwindet.

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Zeitliche Veränderungen eines Klangs werden mit der Hüllkurve beschrieben - schaut Euch dazu am besten die nebenstehende Grafik an.

Eine Hüllkurve verfügt über unterschiedliche Stufen. Der Anfang eines Klang wird Attack genannt. Ein Attack kann schnell (Beckenschlag) oder langsam (Becken Roll) sein.

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Endet ein Klang so kann die abrupt oder langsam geschehen. Die letzte Phase einer Hüllkurve wird als Decay bezeichnet (als der Zerfall eines Klangs).

Synthesizer können mit der Hüllkurve das Lautstärkeverhalten eines Klangs genau beschreiben. Hört Euch mal an wie sich dies zeitlich auf einen Klang auswirkt.

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Die meisten Hüllkurven verfügen über vier Stufen: Attack, Decay, Sustain und Release. Aus diesem Grund werden die meisten Hüllurvengeneratoren auch als ADSR bezeichnet.

Drückt man die Taste auf dem Keyboard so bestimmt der Attack Parameter wie schnell die Amplitude eines Klangs erreicht wird. Hält man die Taste gedrückt bestimmt der Decay Parameter wie lange es geht bis die Amplitude vom Maximalwert auf einen Durchschnittswert fällt. Dieser wird mit dem Sustain Parameter beschrieben der natürlich geringer als der Maximalwert sein muss um gehört zu werden. Lässt man die Taste wieder los dann bestimmt der Release Wert wie lange es geht bis der Klang auf Null runterfährt.

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Lässt man die Taste los noch bevor der Klang die Sustain Stufe erreicht springt die Hüllkurve sofort auf die Release Stufe über. Aus diesem Grund kann man auch sagen, dass es sich bei Attack, Decay und Release um Zeitwerte und beim Sustain um Lautstärkewerte handelt.

Positive Vibrationen

 
 

Diese klassische Illustration hilft Euch dabei die vier Stufen einer ADSR Hüllkurve zu visualisieren.

Die meisten Synthesizer verfügen über mindestens zwei Hüllkurvengeneratoren - einer für den Verstärker und einer für den Filter. Zuerst sollten wir uns jedoch dem Thema Klangfarbe widmen. Auch wenn es möglich ist ein Musikinstrument einfach durch Tonhöhe oder Lautstärke zu identifizieren so ist es doch am einfachsten die Unterscheidung abhängig von deren Klangfarben zu machen.

Die meisten Klänge sind eine komplexe Kombination aus Sinuskurven mit jeweils unterschiedlichen Lautstärken und Frequenzen, wobei die Frequenzen auch Obertöne genannt werden und häufig Vielfache von einander sind. Der tiefste Oberton definiert dabei die Tonhöhe und wird als Grundton bezeichnet.

Ich hoffe Euch mit diesem Artikel schon mal eine gute Grundlage für die nächsten Artikel gegeben zu haben. Als nächstes schauen wir uns Oszillatoren, Filter, LFOs und weitere Parameter an.

 

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