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Schützt Eure Ohren vor den hohen Schallpegeln auf der Bühne

Schützt Eure Ohren
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Hattet Ihr jemals nach einem Auftritt so einen Pfeiffton in Euren Ohren, der auch nach einem oder zwei Tagen noch zu hören war? Stellt Euch jetzt mal vor, dass dieses Pfeiffen nie aufhört. Düstere Aussichten, oder? Dies gibt es jedoch ziemlich häufig. Das Pfeiffen in den Ohren nennt sich 'Tinnitus' und ist nur eine der Gefahren denen sich Musiker bei hohen Schallpegeln aussetzen.

Gefahrenzone

Wer sich über einen längeren Zeitraum einem Schallpegel von mehr als 85 dB aussetzt, der bringt sein Gehör in Gefahr. Unglücklicherweise ist eine durchschnittliche Rock Band mit Schlagzeug im Schnitt irgendwo um die 90 dB. Laut diversen Messungen können an einem 'lauten Rock Konzert' Pegel von bis zu 105 dB vorkommen. Schallpegel bei Nachtclubs sind ebenfalls sehr hoch - DJs sehen sich also denselben Gefahren ausgesetzt.

Der Grund dass Musikern und DJs hier eine erhöhte Gefahr droht ist darin begründet, dass das Gefährliche in der Regelmässigkeit liegt. Je mehr und länger man also einem Schallpegel von mehr als 85 dB ausgesetzt ist, desto eher kann man davon Gehörschäden erleiden. Das Schlimmste an der ganze Sache ist, dass man solche Schäden nicht heilen kann, oder es für Tinnitus eine Behandlung gibt. Ist der Schaden mal da muss man mit ihm leben.

Wegstecken

Wer seine Ohren schützen möchte muss einen Hörschutz tragen - es sei denn man gehört zu den glücklichen die während Ihrer Auftritte und Proben ein In-Ear Monitoring einsetzen können. Ohrstöpsel sind dabei extrem effizient, unterscheiden sich jedoch von Modell zu Modell stark. Die Unterschiede sind wirklich riesig und als Musiker wird man sich nicht mit einfach einem Modell zufrieden geben.

Ohrstöpsel aus Schaumstoff sind günstig und dämpfen locker so um die 30 dB ab. Das tönt doch super, oder? Nun, nicht wirklich. Das mag ok sein falls Ihr an schweren Maschinen arbeitet, doch als Musiker ist es Euch wichtig auch obere Mitten und Höhen klar zu hören. Alles tönt bei diesen Versionen gedämpft und es ist wesentlich schwieriger eine Tonhöhe zu erkennen.

Aus diesem Grund geben Musiker bei Schaumstoffmodellen relativ schnell auf. Zum Glück gibt es bessere Alternativen. Es gibt auf dem Markt diverse Hersteller welche herkömmliche, 'universale' Ohrstöpsel für Musiker herstellen, die sich durch einen weitaus flacheren Frequenzgang auszeichnen. Diese Modelle sind zwischen €10 und €50 zu haben und kosten somit auch nicht alle Welt. Gewisse sind besser als andere, doch alle sind sicherlich besser als Ohrstöpsel aus Schaumstoff.

 EARasers von Persona Medical bieten einen guten Klang und dämpfen bis zu 19dB ab

Ich habe mit den EARacers von Persona Medical schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Dieses Produkt kostet um die €50 und senkt den Schallpegel um bis zu 19dB ab ohne dabei die Höhen unnötig zu beeinflussen. Ein weiterer guter Ohrstöpsel, der mit um die €13 etwas kostengünstiger ist, ist der ER-20 von Etymotic Research. Es gibt jedoch eine Menge weiterer Produkte auf dem Markt - am besten mal 'Musician Earplugs' oder 'Hörschutz für Musiker' eingeben.

Die 'Music Pro' von Etymotic Research sind mit einem Preis von gut €250 pro Paar bei weitem die teuerste Lösung, aber auch die ausgeklügelste. Sie verfügen über aktive Elektronik und bieten 'Adaptiave Schallunterdrückung', welche nur arbeitet wenn gewisse Grenzwerte überschritten werden. Die Absenkung findet wahlweise bei 9dB oder 15 dB statt - abhängig davon ob die aktive Elektronik ein oder ausgeschaltet ist. Der Nachteil in dieser Lösung liegt darin, dass die Batterien alle 3 Wochen ausgetauscht werden müssen und wegen ihrer Grösse nicht so diskret wie andere Modelle daherkommen.

Nicht nur eine Grösse für alle

Speziell angepasste Ohrstöpsel sind eine weitere Option. Diese Produkte sind wesentlich teurer da man im Vorfeld einen Abdruck Eures Hörkanals nehmen muss. Man muss dafür mindestens um die €200 pro Paar ausgeben, erhält dafür aber eine wesentlich gleichmässigere Absenkung der Umgebungsgeräusche. Es stehen verschiedene Modelle mit verschiedenen Absenkungen zur Auswahl - ganz abhängig von den Bedürfnissen.

Die TRU Modelle von Westone sind speziell angepasst Modelle die mit -10, -12, -20, oder -25dB Filtern ausgestattet werden können

Die Grundeinstellung

Falls Ihr in Bands spielt oder sonst irgendwie regelmässig lauten Schallpegeln ausgesetzt seid, ist es eine sehr gute Idee sein Gehör von einem Experten ausmessen zu lassen. Wieso? Auch wenn Ihr denkt, dass Euer Gehör immer noch fehlerfrei funktioniert, so sollte man sich doch mal einen Grundwert einmessen lassen, damit man diesen bei zukünftigen Tests als Vergleichswert hinzuziehen kann. Sollte aber schon eine Beeinträchtigung des Gehörs bestehen, so wird dies so ebenfalls rechtzeitig erkannt.

Hört Euch das an!

Egal für welchen Hörschutz Ihr Euch entscheidet, es braucht schon etwas Zeit bis man sich für einen entscheidet. Es macht Sinn mit normalen Ohrstöpseln anzufangen, die speziell für Musiker entwickelt wurden, da diese normalerweise das Budget nicht sprengen und man auf diese Weise erkennt, ob man mit dem Resultat leben kann. Falls nicht muss man wohl tiefer in die Tasche greifen und ein Modell anpassen lassen.

Vergesst nicht, dass auch im Studio gefahren lauern. Kopfhörer und Studiomonitore können ebenfalls schädliche Schallpegel abgeben. Im Gegensatz zu einem Auftritt hat man hier jedoch die Kontrolle über das Volumen - seid also achtsam und haltet alles jeweils bei einem vernünftigen Schallpegel. Denkt daran: Ist das Gehör einmal geschädigt, so gibt es keinen Weg dies zu beheben. Wartet nicht bis es zu spät ist und schützt Eure Ohren noch heute!

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