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LCR Panning kann Eure Mixes zum Leben erwecken

Panning in Extremis

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Normalerweise wird davon ausgegangen, dass man Elemente in einem Mix über das gesamte Links-Rechts-Spektrum verteilt. Mit der Ausnahme von Elementen wie Kick, Snare, Bass und Stimme (welche normalerweise in der Mitte positioniert werden) können Spuren so ziemlich überall im Stereobild verteilt werden. Doch es gibt eine andere Panning Strategie mit dem Namen LCR (Left-Right-Center) welche diese Herangehensweise in Frage stellt und Werte für alle Spuren entweder auf ganz links, ganz rechts oder die Mitte festlegt. Eine Menge Profis verwenden diese Technik und sind damit überaus erfolgreich.

Wieso LCR funktioniert

LCR Mixing bietet eine Menge Vorteile. Es vereinfacht den Mixing Prozess und unterstützt gleichzeitig Eure Gesangsstimme, da dies eines der Elemente ist, welches direkt in der Mitte des Mixes platziert wird. Diese Technik hilft Euch zudem dabei Euren Mix zu öffnen und transparenter zu machen. 

LCR Mixing kann Euren Mix aber auch spannender machen. Eine Gitarre die leicht aus der Mitte heraus positioniert wird, würde auf diese Weise genau in der Mitte oder ansonsten hart nach links oder rechts platziert, was für den Zuhörer eine dramatischeres Stereobild bedeutet. 

Gewisse Leute stehen dieser Technik eher skeptisch gegenüber und es gibt auf dem Internet auch eine Menge kritische Stimmen. Ich war selber anfangs eher im Lager der Zweifler zu finden, habe mich aber mittlerweilen sehr gut mit dieser Herangehensweise anfreunden können. Ich habe bei einem grossen Projekt mit 30 bis 40 Spuren pro Song angefangen die LCR Technik einzusetzen und das hat durchaus geholfen den ganzen Mix weit aufzureissen. Es erlaubte dem Mix atmen anstatt ihn unter den ganzen Spuren zu begraben. Vergesst zudem nicht, dass in den Zwischenpositionen immer noch Informationen zu finden sind, einfach nicht so viele wie in einem herkömmglich aufgebauten Mix. 

Wie macht man...

Wie ändert man also seine Herangehensweise? Zum einen muss man von seinen EQ Skills mehr Gebrauch machen und den einzelnen Elementen mehr Platz verschaffen. Unnötige Frequenzen abzuschneiden hilft hier zum Beispiel bereits sehr - HiPass Filter sind hier Eure grossen Freunde.

Wie bei der konventionellen Panning Strategie so platziert man auch hier Kick, Snare, Bass und Lead Stimme in der Mitte. Stereospuren müssen ganz links und rechts platziert werden. Man kann aber auch entscheiden eine Stereo ganz auf eine Seite zu legen, verliert aber dann den Stereoeffekt.

 

Seht Euch die Pan Einstellungen in dieser LCR Session an.

Any other mono tracks should be placed hard to either side, and you should try to achieve a rough balance, level wise, between left and right.

Alle weiteren Mono Signale müssen hart auf ein Seite gelegt werden und man sollte darauf achten, dass die Pegel auf beiden Seiten in etwa ausgeglichen sind. 

Ich habe als Beispiel einen Screenshot einer Logic Pro X Session mit LCR Panning. Es gibt hier vier Drum Spuren. Die Kick und Snare wurden in die Mitte gelegt, während die Overheads links und rechts zu liegen kommen. Die Hauptstimme ist in der Mitte, die zwei Backings und die zwei Rhythmusgitarren links und rechts und der Shaker rechts. 

Ein Werkzeug in Eurem Arsenal

Nicht jedes Projekt wird mit eine LCR besser klingen. Es hängt alles ein wenig vom Inhalt Eurer Session ab. In meiner Erfahrung funktioniert diese Technik am besten bei Mixes mit ganzen Bands und weniger bei kleineren Gruppierungen. Betrachtet LCR Panning als weiteres Werkzeug in Eurem Mixddown Arsenal. Es kann durchaus sein, dass Ihr es häufig einsetzt - vielleicht aber auch nicht. Ich empfehle Euch jedoch bei der Arbeit für ein Album oder EP Euch entweder dafür oder dagegen zu entscheiden, da sonst das ganze Projekt an Konsistenz zu verlieren droht. 

Versucht es aber unbedingt einmal - es könnte durchaus sein, dass sich dadurch Eure gesamte Herangehensweise ändert…oder eben halt nicht…

 

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