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Der Weg zum besseren Mix - Teil 63

Mixing mit Room Reverb
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Diese Woche beenden wir die Vorstellung der unterschiedlichen Reverb Familien und widmen uns dem Room Reverb.

Raum für Ideen

Wie der Name schon vermuten lässt versucht man mit Room Reverbs die akustischen Begebenheiten eines Raum so natürlich wie möglich wieder zu geben. Normalerweise handelt es sich hierbei um eher kleinere Räume dessen Reverb Zeit zwischen 0.2 und 1 Sekunde zu liegen kommt. Bei Room Reverbs ist die Unterteilung zwischen Early Reflections und diffusem Raumklang weitaus prominenter als bei anderen Algorithmen. Abhängig vom simulierten Raum ist hier zudem die Klangfärbung stark wahrnehmbar. Andererseits handelt es sich um “schnelle“ Reverbs, was den Vorteil hat, dass sie den Mix nicht verwaschen.

Valhalla room

Room Reverbs, wie der Valhalla Room von Valhalla DSP funktionieren mit Perkussion und virtuellen Instrumenten.

Aufgrund ihres Charakters eigenen sich Room Reverbs um einen realistischen dreidimensionalen Raum für alle Elemente eines Mixes aufzubauen. Sie werden auch gerne verwendet um kleine Fehler bei Nahmikrofonierungen zu überdecken oder um DI Aufnahmen von Synthesizern, Bass und akustischen Gitarren lebendiger zu machen. Virtuelle Instrumente können davon natürlich ebenfalls profitieren. Die “Schnelligkeit“ dieser Reverbs macht daraus zudem sehr gute Werkzeuge für perkussive Instrumente und geben ihnen einen realistisch klingenden Raum ohne dabei den Groove selber zu beeinflussen.

Die Room Reverb Familie ist sehr gross und nicht alle Versionen sind mit einander vergleichbar. Die Algorithmen sind hier ziemlich komplex und aus diesem Grund ist es nicht ganz leicht diese richtig einzustellen. Schlechte Room Reverbs können einem Mix eher schaden - man muss also schon genau hinhören was man die in den Aux Kanal hängt.

Bedenkt man, dass hier Räume simuliert werden so ist natürlich auch klar, dass diese Halleffekte keinen linearen Frequenzgang besitzen. Aus diesem Grund kann es sein, dass gewisse (auch sehr gut klingende) Room Reverbs sich mit bestimmten Instrumenten beissen. Hier gibt es leider keine fixen Regeln. Ein Reverb das auf einer über einen Marshall gespielten Stratocaster wahre Wunder bewirkt kann bei einer Telecaster über einen Fender Verstärker furchtbar klingen. Hier heisst es wie immer Ohren auf!

Zu viel Raum kann zudem dazu führen, dass das Instrument im Mix nach hinten rutscht und klein klingt. Dieser Effekt kann zum Glück mit Pre-Delay und/oder EQ Einstellungen bekämpft werden - doch das schauen wir uns in einem anderen Artikel genauer an…

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