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Der Weg zum besseren Mix - Teil 62

Mixing mit Chamber and Ambience Reverb
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Heute schauen wir uns Chamber und Ambience Reverbs an.

Kammerspiel

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Ein altes Echo Chamber Hallgerät

(Bild von Nepz)

Chamber Reverbs emulieren ein weiteres Studiokonzept. Das Prinzip dahinter ist relativ einfach: Ihr platziert einen oder mehrere Lautsprecher in einem Raum und nehmt diese mit einem oder mehreren Mikrofonen ab die im Vorfeld gezielt platziert wurden. Die Beschaffenheit des Raums ist für das Resultat äusserst wichtig. Es kann sich auch um eine Treppe, Gang oder einen speziellen Raum wie das Abbey Road Echo Chamber handeln. Was den Klang angeht so gibt es hier einige Variationen - normalerweise handelt es sich jedoch um kleine bis mittlere Räume mit verschiedensten Materialien (Holz, Glass, Beton, etc.). Für ein Kammerorchester wäre zum Beispiel ein kleiner Holzraum die perfekte Ergänzung während ein Treppenraum für einen Sound wie bei "When the Levee Breaks" von Led Zeppelin optimal ist.

Chamber Reverbs können für verschiedenste Elemente verwendet werden: Perkussionsinstrumente, kleine Orchester, Synthesizer, Stimmen, etc. Aufgrund des Konzepts muss man sich aber immer vor Augen halten, dass der erzeugte Klang nicht 100% realistisch tönt. Somit beschränkt sich das Einsatzgebiet dieser Technik auf Instrumente und/oder Produktionen die eine gewisse Tiefe benötigen und nicht unbedingt eine klare Tiefenstaffelung.

Was für ein schönes Ambiente

Wie der Name schon vermuten lässt versuchen Ambience Reverbs den akustischen Klang eines Raums zu reproduzieren. Dies bedeutet nicht einen präzisen Nachbau eines Raums, sondern eine Imitation des Klangverhaltens diverser Instrumente in einem solchen Raum. Ambience Reverbs sind häufig sehr kurz und diskret und eignen sich hervorragend um einen besseren Zusammenhalt der Instrumente zu erzeugen - häufig werden verschiedene Kanäle über einen Aux Kanal auf einen solchen Halleffekt geschickt. Sie kommen auch auf Gruppenspuren zum Einsatz - zum Beispiel bei Schlagzeugspuren. Seltener wird dieser Algorithmus jedoch auf einem einzigen Instrument eingesetzt. Ambience Reverbs passen ebenfalls hervorragend zu synthetischen Klängen und machen diese lebendiger und natürlicher.

Diese Art von Reverb kann häufig mit einem sehr kurzen Delay ersetzt werden. Hier entscheidet eigentlich nur der Geschmack über die richtige Wahl - ich persönlich bevorzuge Delays und somit ist es zu einem Teil meines Arbeitsflusses geworden.

Im nächsten Teil schauen wir uns noch die letzten paar Reverb Gattungen an - darunter das sehr bekannte Room Reverb.

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