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Der Weg zum besseren Mix - Teil 61

Mixdowns mit Plate und Hall Reverb

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In diesem Artikel besprechen wir Plate und Hall Reverbs.

Was habt Ihr auf der Platte?

Plate Reverbs wurden in den 50er Jahren mit dem EMT 140 auf dem Markt eingeführt. Sie arbeiten ähnlich wie ein Federhall nur diesmal wird das Signal über eine Metallplatte geführt. Das Resultat ist jedoch weitaus komplexer und durchaus realistischer. Der Klang ist charakteristisch genug um eine eigene Ära zu beschreiben. Es gibt tatsächlich wohl fast keine Aufnahme aus den 60er und 70er Jahren auf der nicht irgendein Plate Reverb zu hören ist.

 Die UAD-2 Emulation des EMT 140 Plate Reverbs.

Normalerweise werden Plates aufgrund ihrer “Musikalität“ auf Stimmen eingesetzt. Aber auch Snare Drum verstehen sich sehr gut damit - man muss lediglich darauf achten den Decay so kurz wie möglich zu halten und schon hat man ein Reverb das der Snare ein wenig mehr Biss und Tiefe verleihen kann. Auch Blechblasinstrumente und Synthesizer Pad Sounds verstehen sich sehr gut damit.

Achtet jedoch immer darauf, dass Plate Reverbs wie bei einem Federhall nicht unauffällig sind. Somit werden sie häufig als Effekt eingesetzt und eher selten um dem Signal “nur“ etwas Tiefer zu verleihen. Die Klangfarbe dieses Halls tendiert dazu “metallisch“ zu sein und man sollte nicht zögern bei der Hallfahne eines Plate Reverbs zu einem EQ zu greifen und giftige Frequenzen heraus zu filtern.

Hall Or Nothing

Das Ziel eines Hall Reverbs ist es den Klang klassischer Konzerthallen zu reproduzieren. Dies bedeutet relativ lange Halleffekte mit einem langsamen Anschwellen der Reflexionen, schönem Low-End und etwas weniger offensichtlichen Early Reflections. Ein Hall Reverb klingt dicht, tief, warm und realistisch.

Diese Art von Hall passt somit ausgezeichnet zu Saiteninstrumenten, Holzblasinstrumenten und Blechbläsern. So ziemlich jedes klassische Instrument kann davon eigentlich nur profitieren. Aber auch Stimmen passen gut zu einem solch gross klingenden Effekt - vor allem Performances bei langsameren Stücken. Ich empfehle dagegen nicht Hall Reverbs auf Perkussionsinstrumente zu legen da die lange Hallfahne zum einen die Transienten schluckt und gleichzeitig die Bässe bei diesen Reverbs schnell sehr diffus klingen. Das heisst jetzt aber nicht, dass man mit dem richtigen Effektanteil und angepassten Bassfrequenzen dem Signal so nicht ein wenig Tiefe verleihen könnte.

Im nächsten Kapitel besprechen wir Chamber und Ambient Reverbs.

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