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Der Weg zum richtigen Mix - Teil 47

Mit dem Noise Gate kreativ arbeiten
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Bis jetzt haben wir eher traditionelle Anwendungsbereiche des Noise Gates angeschaut. Als nächstes möchte ich ein paar Techniken durchnehmen wie man mit dem Noise Gate während des Mixdowns kreativ werden kann.

Punch Booster

In einem früheren Artikel habe ich mal erklärt wie man einen Kompressor verwenden kann um Aufnahmen mehr Druck zu verleihen. Doch ein Kompressor ist nicht das einzige Werkzeug mit dem sich einem Mix mehr Energie verleihen lässt. Ein Noise Gate kann da ebenfalls sehr hilfreich sein - wenn man es genau überlegt, dann ist das eigentlich nur logisch.

Eine kurze Zusammenfassung für diejenigen die sich jetzt ein wenig verloren fühlen: Ein Klang wird als “druckvoll“ empfunden wenn der Attack des Signals im Vergleich zu seinem Decay unterstrichen wird. Und was macht ein Noise Gate genau? Es senkt das Volumen eines Signals unterhalb eines Threshold Wertes ab während der Rest des Signal intakt bleibt. Um das gewünschte Resultat zu erzeugen muss man also den Threshold eines Gates gerade oberhalb des natürlichen Ausklingverhaltens eines Klangs einstellen. Der Range Parameter stellt anschliessend den Unterschied zwischen dem Attack und Decay des Signals ein, was am Ende den Punch des Signals definiert. Die Release Zeit  (zusammen mit dem Hold Parameter) hilft dabei den natürlichen Decay des bearbeiteten Signals zu konservieren.

Es sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass diese Technik vor allem bei Perkussionsinstrumenten zum Einsatz kommt. Sie kann aber auch bei anderen Elementen mit einem klaren Rhythmus (wie z.B. Rhythmusgitarren oder über DI aufgenommene Bässe) Wunder wirken.

Achtet aber darauf es mit dem Range Parameter nicht zu übertreiben und den natürlichen Klang des Signals zu wahren.
Haben es zudem die Transienten wegen des Gates etwas schwierig so hilft die Look-Ahead Funktion um die Dinge abzurunden. Sollte Euer Gate nicht über diese Funktion verfügen so gibt es zudem einen kleinen, aber überaus nützlichen Trick - solange Euer Gate über eine Sidechain Funktion verfügt. Dupliziert zunächst die Spur und stellt sicher, dass Ihr die Kopie nicht über die Summe schickt. Aktiviert nun in der Originalspur das Noise Gate und sendet den Sidechain in die Kopie. Indem Ihr das Signal der Kopie um ein paar Millisekunden verschieb erhaltet ihr so etwas wie eine Look-Ahead Funktion mit wesentlich mehr Flexibilität. Es gibt was die Look-Ahead Funktionlität angeht hier auch keine richtigen Regeln - traut einfach Euren Ohren. Ein Wert zwischen 1ms und 20ms sollte aber mehr als genug sein. Dieser Trick funktioniert mit Software wie Hardware Noise Gates.

Im nächsten Artikel verwenden wir ein Noise Gate um einer defekten Overhead Spur wieder die richtige Balance zu geben.

 

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