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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 31

Mit dem Kompressor zur richtigen Konsistenz
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In diesem Teil konzentrieren wir uns auf die Dynamikbearbeitung während des Mixdowns und besprechen wie man mit einem Kompressor die einzelnen Spuren gut untereinander abgleichen kann. Dieser Anwendungsbereich ist meiner Meinung nach der wichtigste da man auf diese Weise die Instrumente untereinander abgleichen kann…was ja am Ende des Tages eines der ganz grossen Ziele beim Mixing ist.

Ziel

Euer Ziel ist es grundsätzlich den Klang der bearbeiteten Instrumente untereinander über den ganzen Song hinweg gleichmässiger klingen zu lassen. Diese Art der Kompression hilft dabei Volumenschwankungen zu reduzieren die zum Beispiel dadurch entstehen können, dass sich der Musiker während der Aufnahme vor dem Mikrofon hin- und herbewegt. Man erhält auf diese Weise aber auch eine ausgewogenere Spur die sich gut in den Mix einbetten lässt und während ruhiger Passagen weniger schnell in den Hintergrund gedrängt wird. Doch auch wenn man auf diese Weise Lautstärke gewinnen kann, so ist dies jedoch auf keinen Fall unser Hauptziel! Ihr wollt auf jeden Fall eine musikalische und natürliche Kompression welche die Performance des Musikers sowie die Klangfarbe des Instruments respektiert. 

Schritt für Schritt

Um unser heutiges Ziel auch erreichen zu können muss man wie folgt vorgehen: Stellt den Threshold Wert so ein, dass der Kompressor alle dynamischen Bewegungen des Instruments einfängt. Mit anderen Worten gesagt: Auch die kleinste Pegelspitze sollte den Kompressor ansprechen. 

Den Ratio Wert einzustellen bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Ist er zu hoch eingestellt so wird die Kompression hörbar und das Signal verliert an Lebendigkeit. Zu tiefe Werte führt dagegen dazu, dass der gewünschte Effekt nicht erreicht wird. Es gibt hier keine magische Formel - versucht es einfach mit unterschiedlichen Einstellungen bis Ihr einen Wert findet bei dem der Kompressor seine Arbeit verrichtet ohne dass dabei der Charakter des Signals verändert wird. 

Gehen wir nun zu den zeitlichen Konstanten “Attack“ und “Release“ wo es zwei unterschiedliche Fälle zu beachten gibt. Zum einen bei perkussiven Instrumenten (Schlagzeug, Perkussion, ect.) und solchen wo das rhythmische Spielgefühl relevant ist (Bass, Rhythmusgitarre, etc.) muss der Attack Wert lang genau eingestellt werden dass die Transienten nicht bearbeitet werden. Zu kurze Einstellungen dämpfen den Attack einer Saite oder des Schlagzeugs ab (Kleine Anmekrung: Attack Werte ab 12ms reichen hier normalerweise vollkommen aus). Die Release Zeit sollte dagegen dem Groove des Songs angepasst werden.

Bei allen anderen Instrumenten und Klangquellen sollte der Attack Wert so kurz wie möglich eingestellt werden damit der Kompressor so viel wie möglich unter Kontrolle hat. Seid jedoch vorsichtig denn zu kurz gewählte Attack Zeiten können zu Zerrungen in den Bässen führen. Was die Release Werte angeht so empfehlen sich eher konservative Einstellungen damit das Ende der Kompression sich gut mit dem natürlichen Klang des bearbeiteten Signals verträgt. 

Das Geheimnis hinter einerm transparenten Resultat ist vergleichbar mit einer “Soft Knee“ Einstellung. Diese führt in der Tat dazu, dass die Komprimierung etwas gleichmässiger anfängt und für das Gehör fast immer unhörbar geschieht. 

Häufig werden bei einem bearbeiteten Signal noch die Bässe herausgefiltert damit die überschüssige Energie in diesem Bereich nicht dazu führt, dass der Kompressor falsch oder zu stark arbeitet. 

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