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Der Einsatz eines Harmonic Exciters im Mastering

Mastering zu Hause — Teil 8
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Dieser achte Teil aus unserer Serie 'Mastering zu Hause' befasst sich mit Begriffen wie 'Haromonic Exciter' und 'Harmonic Enhancer'.

Und was machen die?

Mit einem Harmonic Exciter beeinflusst man die gerade und ungeraden Obertöne. Während ein EQ bereits bestehende Frequenzen anhebt, so fügt ein Harmonic Exciter dem Signal effektiv Obertöne hinzu und erzeugt so eine harmonische Verzerrung. Dies kann bei einem eher leblosen Mix zum Beispiel sehr nützlich sein. Sollte Euer Mix aufgrund mangelnder Höhen dumpf klingen, so wird Euch da auch ein EQ nicht unbedingt weiterhelfen - ausser Ihr möchtet ein wenig mehr Rauschen im Mix. Ein Harmonic Exciter wird dagegen benötigte künstliche Höhen erzeugen.

exciter et enhancer d’harmoniques en mastering

Harmonische Verzerrungen werden normalerweise mit dem 'gewissen Extra' in Verbindung gebracht, dass man von Bandmaschinen und Röhrenequipment erwartet. Dieses 'etwas' wird von unseren Ohren als zusätzlicher Druck, Wärme und Präsenz empfunden, dies ohne dabei die natürlich Balance oder Musikalität des Mixes zu beeinflussen. Fehlt Eurem Song also Energie, oder klingt er kalt und dumpf, so könnte ein Harmonic Exciter Euer bester Freund sein.

So gesehen scheint es als ob wir es hier mit Magie zu tun haben! Doch auch hier sollte Vorsicht gewahrt werden und man darf es mit diesem Gerät auf keinen Fall übertreiben. Und noch eine zweite Warnung: Setzt diesen Effekt unauffällig ein! Wieso so viel Vorsicht fragt Ihr? Weil zu viele harmonische Zerrungen auf den Zuhörer auch schnell ermüdend wirken können. Neben dieser Ermüdung gewöhnt sich unser Gehör zudem sehr schnell an diese Art der Bearbeitung, weshalb der Einsatz beim Mastering eher schwierig ist. Kurz gesagt ist es sehr einfach einen Harmonic Exciter zu missbrauchen ohne dass man sich dessen bewusst ist - das Resultat ist ein Klangbrei der wie Nadelstiche in die Ohren der Zuhörer eindringt. Also Vorsicht!

Ratschlag

exciter et enhancer d’harmoniques en mastering

Der erste Ratschlag ist, dass wenn man darauf verzichten kann, dass man dies auch tun sollte! Ein Harmonic Exciter ist eine mächtige Waffe in Eurem Arsenal, aber eben genau aus diesem Grund auch extrem gefährlich!

Falls Ihr dennoch darauf zurückgreifen müsst, seid äusserst vorsichtig! Diese Plug-Ins arbeiten häufig Multi-Band - Ihr sollet also nur das problematische Frequenzband bearbeiten: die Höhen für Klarheit, die Mitten für Wärme und die Bässe für Druck.

Damit die Bearbeitung so transparent und musikalisch wie möglich bleibt empfiehlt sich ein regelmässiger AB Vergleich. Diese Art der Bearbeitung sollte nicht unbedingt hörbar sondern viel mehr spürbar sein. Dies merkt Ihr wenn Ihr bei ausgeschaltetem Effekt das Gefühl habt es fehle etwas. Weiter solltet Ihr kommerzielle Produktionen zu Vergleiche ziehen und Pausen einlegen um Eure Ohren zu 'neutralisieren'. /p>

Seid Ihr glücklich mit dem Resultat dreht die Einstellungen um 10% zurück.

Das fertige Resultat sollte schliesslich mit frischen Ohren am Tag danach beurteilt werden, erst dann werdet Ihr hören, ob Ihr es mit dem Harmonic Exciter nicht doch übertrieben habt.

Abschliessend möchte ich noch erwähnen, dass ein Harmonic Exciter auch häufig Plug-Ins ersetzt werden, die Bandsättigungen oder analoge Bearbeitungen emulieren. Hier sollte zum Beispiel das exzellente U-He Plug-In 'Satin', 'TB ReelBus' von ToneBoosters oder 'SDRR0 von Klanghelm erwähnt werden.

Die richigen Werkzeuge

Wie immer hier eine nicht komplette Liste Plug-Ins zu diesem Thema:

*Click here to view all installments of this multi-part series*

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