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Mid-Side im Mastering

Mastering zu Hause — Teil 11
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In diesem neuen Teil unserer 'Mastering zu Hause' Serie tauchen wir in die Welt der 'Mid-Side' Bearbeitung.

Die Theorie

Euch ist wahrscheinlich aufgefallen, dass die bisher besprochenen Plug-Ins allesamt in Stereo arbeiten, gewisse davon aber auch die Möglichkeit einer Mid-Side Bearbeitung (oftmals auch M/S genannt) bieten. Was ist also M/S und was sind dort die Vorteile?

In einer Audio Mastering Situation arbeitet man meistens mit Stereodateien. Es natürlich durchaus möglich den linken und rechten Kanal unterschiedlich zu bearbeiten, was aber schnell zu einem unausgewogenen Stereobild führen kann. Eine Mid-Side Bearbeitung spaltet das Stereosignal jedoch in die zwei Komponenten 'Mid' oder 'Side' die anschliessend unabhängig von einander bearbeitet werden können. Mit dieser Bearbeitungsmethode besteht dann fast keine Gefahr mehr das Stereobild zu verfälschen. Ich schreibe fast, da man trotz einer fixen Mitte durch deren Bearbeitung das gesamte Stereobild durchaus beeinflussen kann.

Mastering Mid/Side

Tönt das alles immer noch ein wenig abstrakt? Da wird Euch sicherlich ein wenig praktische Hilfe gut tun. Aus diesem Grund empfehlen wir das kostenlose bx_solo Plug-In von Brainworx herunterzuladen und es in Eurem Sequenzer auf eine beliebige Stereospur anzuwenden. Mit diesem Plug-In kann man via 'M Solo' und 'S Solo' Mitten und Seiten separat abhören.

In der Praxis

Das ist jetzt alles gut und schön, doch wie lässt sich das alles in einer Mastering Situation einbinden? Nun da gibt es so viele Bereiche das es unmöglich wäre dies in einer kurzen Übersicht einfach so zusammen zu fassen. Dennoch möchte ich Euch ein paar Beispiele nicht vorenthalten - vielleicht werden Euch dadurch ein paar neue Möglichkeiten eröffnet.

Mastering Mid/Side

Einen EQ in Mid-Side zu verwenden ermöglicht es zum Beispiel die Bässe auf den Seiten anzuheben ohne dabei die Mitten zu verändern. Dies verleiht dem Mix mehr Präzision und Druck (da der Bass und Kick in der Mitte fixiert sind), sowie etwas mehr Luft in den Höhen (aufgrund einer etwas bewussteren Trennung von Seiten und Mitte).

Mit M/S hat ein Kompressor mehr Kontrolle über das rhythmische Fundament (Drums und Bass), während die Dynamik von Gitarren, Keys und anderen vergleichbaren Instrumenten bewahrt wird.

In Reverb mit Mid/Side Trennung verhindert, dass die Mitten im Hall ertränkt werden. Als Konsequenz erhält man das beste beider Welten: Mehr Tiefe auf den Seiten und mehr Präzision und Druck in der Mitte.

Der Einsatz eine Harmonic Exciters mit unterschiedlichen Einstellungen für Mid und Side kann ebenfalls sehr interessant sein. Damit lässt sich zum Beispiel der Stimme in der Mitte mehr Obertöne verleihen, was den Sänger präsenter im Mix platziert.

Wie Ihr sehen könnt sind die Möglichkeiten gross. Und wenn Ihr an dieser Stelle an die Multi-Band Möglichkeiten gewisser Plug-Ins denkt dann scheinen die Bearbeitungsmöglichkeiten fast schon endlos. Dies ist sicherlich ein Thema dem man sich in seiner Karriere viele Stunden widmen sollte. Nur durch Ausprobieren entdeckt man hier neues - also viel Spass!!

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